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Kawasaki (Sport)Tourer GPZ 600 R ZX 600 A Test

29.07.2011 19:20    |   Bericht erstellt von Jason2002

Testfahrzeug Kawasaki GPZ 600 R
Leistung 75 PS / 55 Kw
Hubraum 592
Aufbauart Andere
Kilometerstand 73000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 4/1987
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 3 Jahre
Gesamtnote von Jason2002 3.5 von 5
Gesamtwertung Kawasaki GPZ 600 R 3.5 von 5
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Einleitung

Dieser Test beinhaltet die Erfahrungen gesammelt innerhalb die letzten 10000KM bzw. die Zeit in dem sich die GPZ in meinem Besitz befand (3 Jahre).

Die gefahrenen KM sind meistens auf der Landstraße absolviert worden aber auch lange Autobahn Etappen waren dabei. Neben die gefahrene KM Leistung gibt es auch einiges über die Zuverlässigkeit zu berichten. durch lange touren war auch der Komfort gut zu testen.

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Karosserie

2.5 von 5

Die GPZ600R ist ein Relikt der 80er. Damals war "sportlich" durch unbequem zu definieren. Tiefer Stummellenker lasten zuteils sehr an die Handgelenke. Stark eingewinkelte Knie und Beinposition macht längere Fahrten eine Sache für echte Liebhaber. Die tiefe Sitzmülde holt aber etwas an bequemlichkeit wieder raus. Für Piloten unter 180cm ist die Reiseposition garnicht mal so unangenehm. Wer längere Beine hat kann auf ein Zubehör Rastenanlage zurückgreifen. Eine Touring Scheibe z.B Marke MRA hilft die verwirbelungen zu reduzieren, allerdings mit mäßigem Erfolg. Ein Koffersystem ist erhältlich und ist äusserst stabil. Das Max Gewicht von ca 400kg ist aber schnell erreicht, besonders wenn mit Sozius unterwegs.

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Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Rahmenbau macht Wartungsarbeiten einfach.
  • - Für heutig Standards wenig Werwindungssteifigkeit.

Antrieb

3.5 von 5

Die 75PS sind für heutige Standards echt mäßig geworden. Aber lass dieser Zahl euch nicht täuschen. Die GPZ hält immer noch stolz zwischen die heutigen Sport Tourer Maschinen. Klar, gegen die Super sportler die PS zahlen jensiets die 100er Marke kann sie wenig anrichten. Eine "Drehzahlsau" ist sie, und aufgrund die Zündungseigenschaften (Kontaktlose Vollelektronische Zündung mittels CDI) kommt noch ein vorwärts Schüb ab 6000 Touren/Min.

In der Stadt lässt sie sich mit geringe Geschwindigkeit in höhere Gänge rollen, aber wohl ist ihr dabei nicht. Sie schreit nach Drehzahl.

Bei längere Autobahn Strecken fährt die GPZ gern bei 130km/h um die 6000 U/min. Angenehm auch an die Ohren. Die 6 Gang Getriebe lässt sich knackig schalten, wobei es passieren kann das eine Falsche N geschaltet werden kann zwischen die Gänge.

Die GPZ klappert und rasselt gern. Das liegt unter anderem an die Steuerkette und Primärkette. Die mittig angetriebene Steuerkette wird mittels eine Kettenspanner und Plastikschienen im Ventildeckel und Motorvorde und rückseite straf gehalten. Auch die Primärkette im Rumpf des Motors neigt zu klappern. Leiert diese aus, oder nutzen die Laufschienen ab, kommt es unweigerlich zum Rasseln oder Klappern. Das Klappern ist bis zu eine gewisse Punkt akzeptable und bedeutet keinsewegs das der Motor defekt ist. Das Klappern sollte aber weniger werden, oder gar verschwinden wen der Motor warm ist. Tut sie das nicht, ist vermutlich die Primär/Steuerkette verlängt, oder die jeweiligen Kettenspanner ist am Ende (Primärkette und Steuerkette haben jeweils ein Kettenspanner).

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Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Gute Gas Annahme
  • - Nichts für Schaltfaule

Fahrdynamik

3.5 von 5

Das Fahrwerk die GPZ600R ist alte Technik und nicht mit eine moderne 600er zu vergleichen. Die 37mm Standrohre sind vergleichsweise schmal gehalten. Die Federn vorne sind sehr weich. Ungewolte Abnicken bei stärkere Bremsaktionen sollten mit der antidive veringert werden. Das Anti-Dive hat aber nie wirklich funktioniert und wird, 25 Jahre später, auch kaum noch wirksam sein. Der Gabel ist zudem Luftunterstützt, was aber leider (durch zu hohe Luftdruck) oft zu eine erhöhte verschleiss an die Gabeldichtringe führen kann. Um die Gabel etwas straffer zu stellen wird oft, fatalerweise, zu viel Luft in der Gabel gepumpt. Somit dauert es nicht lange bis die Wellendichtringe platzen. Gute Abhilfe bringt Progresive Federn, wobei das Anti-Dive ausser Dienst gestellt werden sollte. Dies ist auch nur mit einem Segen der Tüv möglich.

Hinten dirigiert eine Monoshock. Hart und störrisch beschreiben hier die Eingenschaften sehr gut. Zuberhör Dämpfer gibt es, allerdings nicht für eine schmale Mark. Ab 400€ bringt erst ein gute Federung im Heck Bereich. Der Federweg von 110mm vorne und 119mm hinten sind ohnehin sehr kurz und die Lady will am liebsten auf glatte Unterboden gesteuert werden. Kleine, tiefe Stummellenker erlaubt eine direkte Handling und direkte Feedback vom Vorderrad.

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Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Durch die 16
  • - Fahrwerk entwickelt ab eine Geschwindigkeit von 130 eine Eigendynamik

Komfort

2.5 von 5

Komfort ist relativ. Für den einen ist sie in Ordnung, für den anderen geht garnicht. Der tiefen Lenker forcieren die Handgelenke nach unten. Das kann nach 2 bis 3 Stunden sehr unangenehm werden und verursacht ein Kribbeln in die Fingerspitzen. Wer aber ein Komfortabelen Touring bike sucht, sollte weiter suchen oder ein Exemplar mit Superbike Lenker suchen.

Gabel und Heckdämpfung sind einstellbar, aber zwischen Hart und sehr Hart ist nicht viel drin. Der Pilotensitz ist relative bequem, die tiefe Mülde verhindert das hin und her rutschen. Hinten sitzt der Sozius auf ein "hocker", was nicht besonders bequem ist. Zudem ist der Soziusplatz nicht wesentlich höher als der Fahrerplatz und der sicht nach vorne für den Sozius wird durch der Kopf der Fahrer blockiert.

Ein Superbikelenker verändert die Sitzposition gravierend, und macht die GPZ etwas mehr Touren tauglich.

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Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Fahrersitz ist relative Bequem
  • - Tiefe Stummellenker sind Handgelenk unfreundlich.

Emotion

4.0 von 5

Die GPZ600R ist eine Maschine mit Geschichte. Kult Status ist ihr gewährt. Nun ist sie aber über 25 Jahre alt, und das lässt sie sich anmerken. Die GPZ600R ist Maschine für Schrauber. Selten gibt es eine GPZ die nicht gehegt und gepflegt werden will. Ihre Einfachheit kommt zugute. Es gibt kaum etwas was von einem Fachmann alleine bewältigt werden muss. Wenn der Vergaser gut gewartet wird, läuft die GPZ für immer. Typische Wartungsarbeiten wie Ventilspiel sind relativ einfach zu erledigen. Solche Arbeiten lassen sich in der Fachwerkstatt auch gut bezahlen.

Zum Design kann man nicht viel sagen. Für viele gab es kaum was häßlicheres. Für die anderen ist sie eine Zeitlose Schönheit.

Die GPZ600R mit heutigen Standards zu bewerten wäre die Dame etwas unfair, aber Fakt ist, die Maschine hat Geschichte geschrieben. Sie hält sich heute noch wacker auf die Beine, ähm, Räder, und kann sich heute, ein Viertel Jahrhundert später, sich immer noch gut sehen lassen.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Was für Liebhaber und Schrauber
  • - yippiejajayippieyippieyay ... es gibt imemr was zu tun !

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr bis 100 Euro
Verbrauch auf 100 km 6,0-6,5 Liter
Inspektionskosten pro Jahr bis 100 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr bis 200 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 33442
Haftpflicht bis 200 Euro (60%)
Außerplanmäßige Reparaturkosten Sonstiges - Komplettes FZG (500 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Eine Empfehlung ist immer schlecht zu machen. Was ich gut finde muss nicht auf anderer zustimmen. Daher, wer eine GPZ ergatten kann, soll es einmal ausprobieren. Sie ist Störisch, hat immer mal wieder ein weh wehchen, aber dafür wirst du sie lieben.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 6

29.07.2011 22:31    |    Honx

Alter schwede,da hast dir aber mühe gegeben.

 

Super text,einfach klasse gemacht.Respekt.

 

Du liebst die mühle richtig,mann merkt es ;)

 

gruß


17.08.2011 00:19    |    Jason2002

soll ja auch anderen helfen :)


27.09.2011 22:46    |    Rostlöser31591

Hi Jason, ich kann einfach nur zustimmen.

Du hast es einfach auf den Punkt gebracht.Ich habe einen Arbeitskollegen, der eine Speed Triple fuhr, der sagte das die GPz potthäßlich wäre und ich kann nicht begreifen, wie man sie häßlich finden kann. Aber genau das macht das GPz -fahren aus-entweder man mag sie oder verachtet sie.

Echt klasse Beitrag;)

Gruß optimisti


11.10.2011 15:21    |    Jason2002

Hi optimisti,

 

interessant zu wissen, offensichtlich haben die Tripel Fahrer was gegen GPZ. Auch ich habe ein Tripel fahrenden Freund, und er bestätigt auch die GPZ wär das schlimsste was er je gesehen hat :)


25.06.2013 17:44    |    QuantreX

Sehr guter Bericht. Allerdings habe ich die GPX und habe durch deine Webseite schon einiges Erfahren können ;) , es ist und bleibt einfach ein Liebhaber Moped :) GPZ sowie GPX


27.04.2015 19:20    |    Fensterheber44588

Nette Bewertung, kann ich unterschreiben. Zur Zeit zickt die Batterie,bzw. das Relai klakkert beim anlassen.Habe die Batterie aufgeladen!?


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