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VW Phaeton 3D 4.2 V8 Test

22.07.2011 22:55    |   Bericht erstellt von AudianerA6

Testfahrzeug VW Phaeton 3D 4.2 V8 4Motion
Leistung 334 PS / 246 Kw
Hubraum 4172
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 160000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 9/2003
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 5 Jahre
Gesamtnote von AudianerA6 4.0 von 5
weitere Tests zu VW Phaeton 3D anzeigen Gesamtwertung VW Phaeton 3D 4.0 von 5
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Einleitung

Hier eine kurze Einleitung zum Fahrzeug.

Ein Volkswagen, damals für stolze 115000Euro Neupreis!, als Langversion, in der 4 Sitzer Ausführung mit erweiterter Volllederausstattung sowie vier Massagesitze mit und Sitzklimatisierung und einem für damalige Verhältnisse bärenstarken V8 mit 335 PS.

Das Auto wurde überwiegend auf der Autobahn bei mittleren und langen Strecken geführt, was auch dem ursprünglichen Einsatzgebiet entspricht. Dabei wurde eine Strecke von über 160000km zurückgelegt, was für einen ausgiebigen Einblick in die Limousine geben kann.

Bei dem Test wurden sämtliche zur Verfügung stehenden Komfortsysteme ausgiebigst genutzt, wie Climatronic, Sitzlüftung, Sitzmemory, aber auch Radar gestützte Tempomat ADR und PDC und nicht zuletzt das RDK, dh. Reifendruckkontrollsystem.

Auch die Luftfederung und der Fahrkomfort auf langen Strecken war stets im Mittelpunkt des Tests.

(copyright der digitalen Werbe-Bilder liegt bei VW AG)

Karosserie

4.0 von 5

Die Karosserie setzt tatsächlich um, was VW damals versprochen hat: ein konkurrenzlos leiser Fahrkomfort, mit hervorragender Luftfederung.

Allerdings ist der Einsatz von qualitativ, hochwertigen 17 Zoll Reifen wärmstens zu empfehlen.

In der Langversion lässt sich das Platzangebot, trotz durchgängiger Mittelkonsol wie folgt beschreiben: Platz ohne Ende.

Bei der Übersichtlichkeit muss man wichtige Sicherheitspunkte abziehen. Durch die breite C-Säule wird der tote Winkel erst recht betont, die Insaßen leiden etwas unter dem mangelndem 'Licht- und Sichtangebot'.

Der Qualitätseindruck ist phänomenal. Nach 160000km sind sowohl das gesamte Leder der Volllederausstattung in einem sehr guten Zustand, mit nur gering bis keiner Patina aber auch Klappergeräusche und Knarzen existieren nicht.

Einzig ist das, zwar sehr wenige, aber trotzdem hochwertige Plastik etwas empfindlich gegenüber 'Rentnerfingernägel'.

Spaltmaße und Fugen sind top, die S-Klasse hat allerdings bereits aufgeschlossen, oder sogar diese langsam überholt.

Der Kofferraum bietet sehr viel Platz, stolze 500l.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + sehr leise
  • + sehr gute Luftfederung
  • + nach 160000km immernoch kein Knarzen im Interior
  • - Kosten
  • - Zuverlässigkeit

Antrieb

3.5 von 5

Ich schätze 335PS in einem V8 sind mehr als ausreichend.

Natürlich müssen zwei einhalb Tonnen bewegt werden, aber dieser Motor erfüllt diese Aufgabe zur vollen Zufriedenheit und mit beeindruckender Zuverlässigkeit, denn der Phaeton will keine Renmaschine sein, sondern eine Chauffeurs Limousine.

Das Getriebe hingegen lässt etwas zu wünschen übrig. Der erste Gang ruckelt gelegentlich, die Schaltwippen reagieren, wie auch die Tiptronic eher, sehr, sehr verhalten.

Auf der anderen Seite, schaltet die 6 Gang Automatik, sofern sie nicht ruckelt, absolut Butterweich.

Mit 13l Super auf 100km Durchschnitt, liegt der Verbauch leicht über der der Herstellerangabe.

Mit knapp 900km ist die Reichweite dennoch, bei moderater Fahrt überraschend positiv, dank großem Tank.

Galerie
Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + sehr leiser Motor
  • + gute Leistungsreserven
  • - Kosten
  • - Getriebe läuft nicht immer sauber
  • - er ist durstig

Fahrdynamik

3.0 von 5

Der Wendekreis ist, nun ja, es ist eben eine Langversion, bescheiden.

Mit 6,9sec bis 100km/h ist die Beschleunigung für eine Reiselimousine sicher und bequem. Die 250km/h kann man problemloß erreichen. Auch 289 Spitze, ohne Abregelung, kann man spielend erreichen.

Die Lenkung hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck. Sie ist direkt, sehr sogar, also eigentlich sportlich, allerdings bei langsamer Fahrt sogar wieder zu direkt.

Das führt dazu, dass sie dann auch jeder noch so kleinen Spurrille folgt, vorallem im Stadtverkehr.

Dank der Luftfederung Skyhook (p) mit den Einstellungen Komfort 2, Komfort, sowie Sport und Sport 2 kann der Phaeton auch ganz anders, und das ist bei Fahrten jenseits der 220km/h auch sehr nützlich, wenn das Fahrwerk Bretthart sein muss.

Daneben lässt sich das Fahrwerk manuell aufbocken; es senkt sich bei hohen Geschwindigkeiten leicht ab, und bietet so zusätzliche Sicherheit und Fahrkomfort.

Bei Kurven und Bremssituationen unterstützt die Luftfederung mit Lasstwechseln den Komfort- und Sicherheitseindruck

Galerie
Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + gute Bremsen, trotz zwei einhalb Tonnen
  • + dank Luftfederkonzept sicheres Fahrgefühl
  • - rießen Wendekreis, 9m und mehr
  • - Lenkung manchmal zu direkt
  • - folgt jeder Spurrille

Komfort

4.5 von 5

Wie bereits des öfteren erwähnt ist die Federung extrem komfortabel. Nach 160000km spult sie immernoch herausragend ihren Dients ab. Mit 17 Zoll Winterreifen ist der Komfort nicht mehr zu toppen.

Die Sitze sind sogar preisgekrönt, sehen nach 160000km aus wie neu, sehr pflegeleicht, in der 18-Wege Ausführung sehr bequem.

Muss aber sagen, dass die hinteren 10 Wege Sitze sogar noch einladender sind, durch ihre stark nach hinten geneigte und tiefe Becken-Sitzposition.

Zwar ist die Technik des ZAB veraltet, anno 2002, aber alles ist da wie auch in neueren Modellen ähnlicher Preiskategorie, die Bedienung ist überraschenderweise sehr simpel und intuitiv, da viele Menüs direkt über Knöpfe angewählt werden, statt diese lästig über einen Dreher erst zu suchen.

Die Climatronic hat eine starke Kühlleistung, sofern sie mal nicht zickt. Auch stimmt das nicht ganz mit der 4 Zonen Klima. Sie kühlt in 4 Zonen individuell, heizt aber nur in einer linken und rechten Zone.

Galerie
Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + beim 4 Sitzer mit LWB sitzt man hinten wie Winterkorn
  • + alte Technik, einfachste Bedienung
  • + Skyhook ist herausragend
  • + Motor hört man nicht, spührt man nicht
  • - Climatronic spinnt manchmal

Emotion

5.0 von 5

Viele finden den Phaeton langweilig. Es fählt dem Design an Sicken, Unterkanten, Dynamic Lines, Falten etc.

Ich möchte mit dem Phaeton nicht auffallen sondern in erster Linie komfortabel reisen. Dafür brauche ich keine Botox Bude auf Rädern.

Galerie
Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + 'Underestimated' Design

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 200-300 Euro
Verbrauch auf 100 km über 10 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 500-700 Euro
Gebrauchtwagengarantie 12 Monate
Werkstattkosten pro Jahr 5.000-7.000 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 85
Haftpflicht 500-600 Euro (30%)
Vollkasko über 2.000 Euro 30%
Außerplanmäßige Reparaturkosten Innenraum/Lüftung/Klimatisierung - Standheizung (300 €)

Gesamtfazit zum Test

  • + zukünftiger Geheimtipp
  • + Motorpalette verspricht noch Überraschungen, W12, V10
  • + ehemalige VW Firmenwagen mit überirdischer Ausstattung
  • - Kosten
  • - Design mag langweilig sein
  • - Technik ist veraltet
  • - anfällig
Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Warum ich das Fahrzeug empfehlen würde? Nun ja, da Autos in erster Linie mehr zur Vergnügung da sind, also ein reines Entertainment Produkt sind, würde ich sagen, der Privatmann, der Komfort und Luxus genießen will und mit Genuß reisen möchte, sollte zugreifen, sofern das Geld vorhanden ist. Denn der Unterhalt ist definitiv auf Oberklasseniveau. Man fährt eben in einem 5 Sterne Hotel im Bauhausstil.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Diese Frage sollte man mit Vernunft und Ratio beantworten. Ein Nutzfahrzeug kaufe ich nicht unbedingt wegen der Ausstattung des Designs oder der Marke. Als Fuhrparkfahrzeug für den CEO sicherlich geeignet, rational bedingt sollte ein Privatkunde sich zweimal überlegen warum er genau dieses Fahrzeug kaufen will. Doch hoffentlich nicht wegen des günstigen Gebrauchtwagen Preis.

Wer durchaus seine Individualität mit seinem Fahrzeug nach außen bringen will, sei es ein schlichtes kleines Coupe ala Mazda Miata oder aber ein kräftiger, bäriger BMW M5, der wird mit einem vor sich selbst versteckenden Phaeton nicht glücklich.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 8

29.12.2014 11:41    |    Hermann44

Toller Bericht, viel Liebe zum Detail.

Hermann Relling


17.01.2015 22:31    |    Tom-aus-McPomm

Wo bitte zahlst du über 2.000 € jährlich für Vollkasko bei 30%? Ich bin bei 35 % und zahle im Jahr weniger als 800 € für Vollkasko inkl. Haftpflicht. So extrem werden Diesel und Benziner doch wohl kaum auseinander liegen - oder?


26.12.2016 15:43    |    Fensterheber174

Hi

 

der V8 Benziner ist eher einiges günstiger als ein Diesel, der hat nämlich einige Typklassen weniger als der TDI oder der W12.


08.01.2017 19:19    |    sw0atmotortalk

Werkstatt Kosten 5000-7000 pro Jahr???

 

Wofür?

 

Oder ist das ein Schreibfehler?

 

Gruß

 

Ws


26.07.2017 17:55    |    158PY

ich glaube nicht, dass es sich dabei um einen Schreibfehler handelt. Wenn man mit einem 5 Jahre alten Gebrauchtwagen der Panzerkreuzer Phaeton Klasse im Jahr unter 2000,- Euro Werkstattkosten wegkommt, hat man einfach nur Glück gehabt. Es können aber auch genauso gut leicht mal 5-10.000,-€/Jahr werden, alles nur eine Frage, was grad kaputt geht...

 

Immer unter der Voraussetzung, dass man mit dem Auto auch fahren möchte und es nicht nur in der Garage auf das H Kennzeichen wartet.


27.07.2017 14:35    |    A346

Weder 5.000 bis 7.000 noch 5.000 bis 10.000 Euro Werkstattkosten im Jahr sind realistisch; diese Zahlen sind einfach Quatsch.

Sorry, aber ich komme in 6 1/2 Jahren mit zwei Phaeton insgesamt deutlich unter 5.000 Euro.

Obere Querlenker und Bremsen komplett als Verschleiß, ansonsten der jährliche Service.

Achja, Reifen, je Sommer und Winter, sind auch schon enthalten.

 

LG

Udo


29.07.2017 11:27    |    158PY

ist doch schön für dich, Udo, und dass du mit 2 Fätönern in über 6 Jahren deutlich unter 5,000,- Euro weggekommen bist, beeindruckt mich echt. Das wären dann 800,- im Jahr? Und das auch noch inklusive Reifen? Also ich habe im Jahr 2 x Service, der alleine schon über 500,- kostet, dazu noch die Söckchen für Sommer- oder Winterbetrieb, ein Satz um die 6-700,- Euro. Da ich meinen Phaeton erst seit 16 Monaten fahre, kann ich noch nicht sagen, wie lange die Reifen halten, ich hoffe, ich kann mit jedem Satz zwei Saisons lang fahren, das wären dann ca. 60tkm pro Satz.

 

Aber lass uns nicht streiten über die absoluten Zahlen, Fakt ist, dass der Unterhalt eines solchen Autos substanziell viel Geld kostet, solange man es halt nicht bloß in die Garage stellt und wartet, wie die Zeit vergeht. Wenn so ein Wagen artgerecht bewegt wird, sollte er im Jahr mindestens 25, aber eher 50tkm zurücklegen. Und spätestens dann wird mit 800,- Euro Werkstattkosten im Jahr wenig laufen...


29.07.2017 12:49    |    A346

Gut, dann nehme ich als Beispiel einen der Vielfahrer aus dem Phaton Forum. Kenne ihn auch persönlich gut.

Er ist mit seinem 3.0 TDI in fast genau 4 Jahren rd. 180.000 km gefahren, im Schnitt also rd. 45.000 km. Nur Privatfahrten.

 

Seine Kosten für Wartung, Reparaturen und Reifen beliefen sich auf knapp 10.000 Euro, macht 2.500 Euro im Jahresdurchschnitt.

Somit ist auch er weit unter den angeblich 5.000 bis 10.000 Euro Werkstattkosten im Jahr.

Es wäre schön, wenn hier nicht solche Horrorzahlen als Durchschnittskosten in den Raum gestellt würden.

 

Übrigens, 60.000 km wird ein Satz Reifen vermutlich nicht schaffen.

 

LG

Udo


29.07.2017 13:15    |    158PY

alles gut :) Dann widerrufe ich alles und behaupte das Gegenteil...;)


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