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VW Phaeton 3D 3.6 V6 4Motion Test

20.11.2019 16:46    |   Bericht erstellt von Maximores01

Testfahrzeug VW Phaeton 3D 3.6 V6 4Motion
Leistung 280 PS / 206 Kw
Hubraum 3597
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 103000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 4/2011
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von Maximores01 4.5 von 5
weitere Tests zu VW Phaeton 3D anzeigen Gesamtwertung VW Phaeton 3D 4.0 von 5
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Einleitung

Hallo miteinander,

besitze meinen "Dicken 3.6 FSI" seit 2017 (2 Jahre).

War ein Leasingrückläufer, von einem Händler gekauft.

1te Nutzung: Geschäftliche Nutzung durch einen Geschäftsführer einer Elelktronik-Firma ( nicht WOB oder VW). In dieser Zeit gab es lt. VW-Historie Austausch der linken Heckleuchten innen und außen (2012) auf Garantie.

Nach Ende der Leasingzeit (4 Jahre) zurück an VW. Werksdurchsicht durch VW Sachsen bei 65.000 km (also ca. 15.000 km Fahrleistung jährlich, deckt sich mit Eintragungen ins Serviceheft). Erneuerung der Bremsscheiben/Beläge durch VW. Danach Weiterverkauf über VW Händler an einen Apotheker. Nach 1-jähriger Haltezeit wegen Kauf eines 8-Zylinders Rückgabe an Händler.

2017 bei km 75.000 Erwerb durch mich. Vor der Probefahrt musste Händler Ladegerät von Komfortbatterie abnehmen. Denke Komfortbatterie wurde durch Standzeit/Tiefentladung "gehimmelt". Musste mit CTek ständig nachladen, mit all den Problemen wie sie hier im Forum beschrieben werden. Z. Bsp. Abschaltung der Komfortfunktionen wie nicht anspringen der Standheizung etc..

Austausch der AMG-Komfortbatterie wie beschrieben (90 Grad auf die Seite und rein damit, Spannung über Ladegerät aufrecht gehalten, daher kein Anlernen/Fehlermeldung) Batterie VARTA G 14 95 Ah über Amazon (damals 156 Euro) und seitdem Ruhe. Fazit: Die Batterie sollte leistungsfähig sein, dann hält man sich jede Menge Fehlfunktionen vom Hals. Starterbatterie ist immer noch aus 2011. Die alte AGM Batterie verwende ich im Wohnwagen weiter.

Seit dem Austausch keine Probleme, Auto 3 Wochen am Flughafen geparkt, ohne Probleme angesprungen.

km 76.000: Bluetooth (Kufatec) und AHK (Westfalia)nachgerüstet, der VW Händler hat Nachcodierung für 101.- Euro einschl. neuer Batterie für FB-Standheizung ausgeführt.

km 82.589: Luftausströmer links, Austausch von Stellmotor, Gehäuse u. Stellbügel brutto 395,13 ohne Mwst. weil Reparaturversicherung (Intec) eingesprungen ist, (100% Erstattung vom Lohn = 44,00 Euro Lohn, aufgrund der Laufleistung 60% vom Material = 210,68 Euro verblieben netto 140,45 Euro für mich + Mwst. zeitgleich kam Fehlermeldung Heckleuchte (nur noch ein Teil der LED`s funktionierte beim Bremslicht re. innen) Weil Fehlermeldung nervte ausgetauscht. Kosten inkl. Aus- u. Einbau 455,89 Euro inkl. Mwst.

VW Kulanz und Reparaturversicherung (mit Hinweis auf Leuchtmittel) lehnten ab.

km 85.956: Inspektion bei VW (eigenes Öl durfte ich mitbringen)mit Bremsflüssigkeitswechsel u. Tausch Staub- u. Pollenfilter: 425,83 Euro. Find ich günstig, gibt scheinbar auch faire/gute VW Händler.

Zu diesem Zeitpunkt Anschaffung Winterreifen PIRELLI Sottozero 3 99H für 600.- inkl. Montage und 4 neue Alufelgen 3D0601025AN Impression 17 Zoll übers Netz für 396.- Euro inkl. Mwst. Die Reifen kann ich empfehlen, rollen super leise ab, fast leiser wie die Sommerreifen DUNLOP Sport Maxx 99Y.

km 89.535: Steinschlag, Frontscheibentausch 1.441,75 Euro, Dank Teilkasko nur 150,00 Euro

km 102.265: TÜV Hauptuntersuchung, ohne Beanstandung. TÜV Prüferin ließ mich mit unters Auto: alles top trocken Motor, Getriebe, Achstriebe, kein Rost, Fahrwerk ohne Spiel, Auspuff top, Fzg. steht im Freien!

Nachdem ich vom TÜV nach Hause kam, ließ sich Heckklappe nicht mehr öffnen. Dank der Meldungen hier im Forum konnte ich Fehler sofort finden, Isolierschlauch von Kabel in der Kabelbox entfernt, dickes Kabel gebrochen. Gelötet und fünf andere angeknackste Kabel auch und mit Schrumpfschlauch überzogen. Wegen Bruchgefahr der Lötstelle im Biegebereich, den Gesamt-Strang dann nochmals mit größerem Schrumpfschlauch überzogen. Mit Silikonspray innerhalb der Kabelbox geschmiert. Der Biegeradius ist für die dicken Kabel in der Box zu klein. Die dünnen Kabel hatten nix. (Falls das Problem nochmals auftritt besorge ich mir Silikon-Litzen, gibt`s im Netz in allen Farben, und löte diese ein. Dann sollte endgültig Ruhe sein). Man kommt gut ran, man kann im Stehen arbeiten. Der Abschnitts-Leitungssatz Heckklappe soll lt. :-) 274,05 Euro o. Mwst. kosten. Das kann man sich mit den Silikon-Litzen/Schrumpfschlauch den teuren Kabelbaum sparen und hält nach meiner Meinung nach länger bei ordentlichem handwerklichen arbeiten und die Kosten: 20,00 Euro plus Arbeitszeit

Abschluss-Fazit:

Nach 2 Jahren und fast 30.000 km bin ich immer noch sehr zufrieden.

Hatte vor dem Kauf des Phaeton mit Neuwagenkauf gedanklich gespielt, aber bei ca. 4.000 Euro Wertverlust (Golf-Klasse) in 2 Jahren und fast keinem bis max 2.500 Euro Wertverlust bei meinem Phaeton bin ich sehr glücklich.

Summe Reparaturen von 779,03 Euro in 2 Jahren also rund 390,00 Euro pro Jahr. Gar keine Kosten wäre natürlich besser, aber jetzt 8 Jahre und über 100.000 km?

Die Fahreigenschaften sind ein Traum, auch im Vergleich zu aktuellen Modellen, erst recht Mittelklasse.

Der Verbrauch:

Autobahn ohne stop and go bei 130 bis 150 km/h zwischen 9 und 10 l, auch bei den Vorbesitzern. Wenn man es laufen lässt zwischen 160 u. 200 km/h 10 bis 11,5 l. Im Stau auch schnell 11,5 l bei stop and go.

In der Stadt moderate Fahrweise: 11 bis 14 l, bei flotten Ampelstart`s kommt man auch leicht an 16 l.

Ölverbrauch: Im Prinzip null.

Der Antritt ist zunächst mal rasant, dann bis 100 "quält" er sich ein bisschen. Finde aber den 3.6er mit 370Nm ganz o. k.. Ist ja auch kein Sprinter.

Auf der Autobahn zwischen 120 km/h und 160 km/h mischt er ganz flott mit ( wenn die Masse mal in Bewegung ist) und wenn Fahrbahn frei wird bei ACC Betrieb meint er auch "dranbleiben" zu müssen.

Bin den Diesel mit 239 PS und den V 8 335 PS und den W12 mit 420 PS probegefahren. Von den Fahrleistungen hat mir der V8 am besten gefallen (der Sound, das leichte Fauchen) aber große Unterschiede konnte ich mit dem "Popometer" nicht feststellen. Beim Kickdown grummelt der 3.6 er so schön, der V 8 faucht mehr und beschleunigt marginal besser. Beim "Gleiten" ist der 3.6 nahezu geräuschlos, ich finde fast sogar am leisesten (subjektiv) von allen und am ausgewogensten. Tut mir leid W12.

Der 3.6er war aufgrund seines problemlosen Antriebsstranges und der günstigeren Unterhaltskosten bei mir eine Vernunftentscheidung.

 

Wohnwagenbetrieb: Im Camperland Schweden ist es ein Genuss dahinzugleiten und der Verbrauch unterdurchschnittlich im Schnitt bei fast 5.000 km Roadtour kam ich auf 11,4 l. ACC rein und laufen lassen bis AB-Ausfahrt. Gespannfahren ist natürlich aufgrund der Luftfederung und der damit verbundenen Niveau-Regulierung ein Genuss. Gefahr: man kann den Wohnwagen leicht hintendran vergessen, weil man ihn nicht merkt.

Mit 4-motion sind nasse Wiesen oder Gelände in Hochstellung des Fahrwerks kein Problem.

Alltagstauglichkeit:

Das Fahrzeug wird täglich von meiner Frau und mir stadtnahen / ländlichen Raum gefahren, dadurch keine Parkplatzprobleme. So ein großes Auto ist natürlich kein Stadtwagen (dafür wurde er auch nicht konzipiert) Parkhäuser etc. aber man kommt in der Stadt aufgrund der guten Übersichtlichkeit und Side Assi gut zurecht.

Auf Langstrecke natürlich unschlagbar (letztes Jahr Mini-coming-home Tour) zur GMD.

Wem der Unterhalt des V 8 zu teuer ist und die Unwägbarkeiten der Diesel in Zukunft zu unsicher sind, ist mit dem 3.6er gut beraten. Der Motor ist ohne Auffälligkeiten, und in der Gewichtsklasse fast schon sparsam.

Bin sehr zufrieden und hoffe den Dicken noch die nächste 20 Jahre fahren zu können.

Das "Cruisen" macht einfach einen Riesenspaß bei dem Luxus und sehr sehr niederen Geräuschkulisse. Das Leder ist wie am ersten Tag.

Muss dazu sagen, war früher im Außendienst und bin immer Mittelklasse der unterschiedlichsten Hersteller gefahren (ca. 40.000 bis 60.000 km/Jahr) und hätte mir gewünscht so ein Auto auf Langstrecke gehabt zu haben.

Galerie

Karosserie

5.0 von 5

 

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + bestes Preis-Leistungsverhältnis in der Oberklasse; Komfort u. Luxus pur
  • - LED Rückleuchten / Kabelbaumbruch Heckklappe
  • - Manche VW Werkstätten scheinen mit dem Fzg u. Anspruch Oberklasse überfordert zu sein
  • - Lackprobleme Türen im Bereich der Aluleiste

Antrieb

4.0 von 5

 

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + beim Gleiten, seidenweich, für das Gewicht guter Verbrauch
  • - knurrt beim Kickdown

Fahrdynamik

3.5 von 5

 

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Schweben durch Luftfederung, Gespannfahren easy
  • - langer Überhang des Vorbaus,

Komfort

5.0 von 5

 

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + höchster Komfort, große ergonomische Schalter
  • + hatte schon ACC und Touchscreen ab GP 3, gutes Navi

Emotion

4.5 von 5

 

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Zeitloses Design, Understatement für Oberklasse, unauffällig, löst keinen Neid aus
  • + Cruisen, abgeschirmt von der Außenwelt

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 200-300 Euro
Verbrauch auf 100 km 9,5-10,0 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 300-500 Euro
Gebrauchtwagengarantie 24 Monate
Werkstattkosten pro Jahr 200-500 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 7
Haftpflicht 200-300 Euro (30%)
Vollkasko 200-400 Euro 30%
Außerplanmäßige Reparaturkosten Elektrik/Elektronik - Nebelscheinwerfer (455 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Als Gebrauchtwagen bestes Preis-, Leistungsverhältnis für Oberklasse,

Mechanik VW, robust und ausgereift, Alle Ersatzteile die aus dem Baukasten kommen und in anderen Modellen angewendet werden, sehr günstig, Ersatzteile die speziell für Phaeton entwickelt wurden, können schon mal Oberklasse-Niveau und (darüber) erreichen.

Elektronik, Elektrik können zu Buche schlagen. Bisher bin ich weitgehend verschont geblieben.

Fahre jetzt 2 Jahre den 3.6 und bin mit dem Luxus und Komfort voll zufrieden. Bei bis dato 370 Euro Reparaturkosten pro Jahr und 425 Euro Inspektionskosten pro 2 Jahre und in meinem Fall nahezu keinem Wertverlust, kostenseitig für Oberklasse super. Auch den Spritverbrauch für so ein schweres Fzg. angemessen.

Das Leder ist noch wie am ersten Tag, Motor kein Ölverbrauch. Für Gespannfahrer dürfte der Diesel optimal sein, da kommt Luftfederung mit Höhenverstellung und Nivaeuregulierung mit 4motion voll zum Zuge. Die 2te Batterie (Komfort) zum anzapfen, starten kann man immer.

Man prognostiziert aufgrund der Seltenheit der Fahrzeuge am Markt, einen hohen Wiederverkaufswert bei gepflegten Fahrzeugen (scheckheftgepflegt und nicht runter genudelt und verbastelt).

Gute Ersatzteilverfügbarkeit bei VW, mindestens die nächsten 10 Jahre

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Wenn man die Schreckensmeldungen hier im Forum liest, kann der "Dicke" schon auch mal teurer werden. Die VW Werkstätten scheinen mit der seltenen Technik und dem Dienstleistungsanspruch der Oberklassen Kundschaft teilweise überfordert.

Also Empfang mit Kaffee und freiwilligem Zurverfügungstellung eines Ausweichfahrzeuges bei Werkstatt-Aufenthalt, scheint nicht so wie bei Premium-Herstellern das Übliche zu sein?

Bei Image-Anspruch auch nicht geeignet, der Phaeton ist was für stille Liebhaber, die sich an dem Komfort und der Luxusausstattung für sich erfreuen. trotzdem gibt es bei Mitfahrern den "Aha-Effekt" und "Das ist ein VW"?

Man sollte eine gute VW-Werkstatt kennen, oder im Verwandten-, Bekanntenkreis der mit anspruchsvoller Technik umgehen kann. Oder noch besser, man hat selber Spaß am diagnostizieren.

Bei guter Pflege ist er eins der problemlosesten Oberklasse-Fahrzeuge, trotzdem sollte man Reserven haben. Es ist halt kein VW up Unterhalt.

Gesamtwertung: 4.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.5 von 5 möglichen Sternen
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