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VW Lupo 6X / 6E 1.4 TDI Test

02.08.2011 12:00    |   Bericht erstellt von gato311

Testfahrzeug VW Lupo 6X/6E 1.4 TDI
Leistung 75 PS / 55 Kw
Hubraum 1422
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 238000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 3/2000
Nutzungssituation Dienstwagen
Testdauer mehr als 5 Jahre
Gesamtnote von gato311 3.5 von 5
weitere Tests zu VW Lupo 6X/6E anzeigen Gesamtwertung VW Lupo 6X/6E 3.5 von 5
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Einleitung

Kauf aus wirtschaftlichen Gründen bei 43000 km nach Unfall und Verkauf mit einem gleichen Fahrzeug, das ich bereits über 100000 km gefahren hatte.

 

Gemischter Betrieb, viel Vollast, in letzter Zeit überwiegend Autobahn teilweise auch nur mit 120-130 gefahren.

Karosserie

3.5 von 5

Sehr zuverlässiges Auto. Ich bin mit dem Fahrzeug noch nie liegengeblieben. Auch im Sommer rapsölgeeignet, wenn auch momentan nicht lohnend.

Motor ist rauh aber hat jederzeit Schub. Für die Klasse geringes Geräuschniveau bei hoher Geschwindigkeit.

 

Das Fahrzeug ist seit Erwerb mit einem vor allem unten rum recht heftigen Chip versehen.

Der 5. Gang ist zum Spiritsparen auf der Autobahn moderat auf Niveau eines A2 1.4 TDI mit 90 PS verlängert, so dass kein zu großer Sprung zum 4. Gang besteht.

 

Bei ca. 80000 km wurde die Synchronisierung des 3. Ganges beim Runterschalten hakelig. Bei ca. 165000 wurde es auch im 4. Gang nervig. Man musste immer mit Zwischengas runterschalten. Das Getriebe ist aber zu keinem Zeitpunkt ausgefallen oder hat Geräusche gemacht (im Gegensatz zu den Getrieben bei den Benzinern und 1.7 SDI.

 

Da das nicht ganz frauenkompatibel war, habe ich das Getriebe bei ca. 180000 km getauscht gegen ein fast neues, als ich es mal günstig bekommen habe.

 

Um die 200000 km nahm der Ladedruck des Turboladers im unteren Drehzahlbereich ab. Die Welle lief trotzdem frei.

 

Ursache waren Hitzerisse im Ladergehäuse um das Wastegate, so dass es nicht mehr richtig schloss. Vermutlich ein Folgeschaden, als mir vor einiger Zeit ein Ladedruckschlauch auf der Autobahn bei Vollast geplatzt war. Da er nicht ganz geplatzt war, merkte ich den Defekt erst, als ich vom Gas ging.

 

Ein fast neuer Ersatzlader war sowieso vorhanden, so dass der bei nächster Gelegnheit umgebaut werden konnte.

 

Das Fahrwerk ist sicher und komfortabel, starke Untersteuerneigung, hohes Gewicht an der Vorderachse. Lenkung direkt und leichtgängig. Hohe Spurstabilität. Man sollte, wenn man viel alleine fährt immer hinten die Reifen mit mehr Profil haben, um Überrasschungen seitens des Hecks beim Aquaplaning zu vermeiden.

 

Rost usw. kein Thema bei dem Auto.

 

Das etwas schwache Abblendlicht lässt sich mit stärkeren H4 Birnen aufwerten.

 

Das Auto wird zu Recht zu hohen Preisen gehandelt. Es ist einfach in der Praxis günstiger als ein fehler- und verschleissanfälliger 3L und fährt sich auch spritziger. Dafür nimmt man wenigiger als einen knappen Liter Mehrverbrauch in Kauf.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + sehr zuverlässig
  • + genug Leistung
  • + sparsam
  • + kein Rost
  • + billige Ersatzteile
  • + komfortabel
  • - kein Kurvenkünstler
  • - hakeliges Getriebe
  • - etwas schwaches Abblendlicht
  • - hoher Anschaffungspreis
  • - für die Fahrzeugklasse kein extrem kleiner Wendekreis

Antrieb

4.0 von 5

siehe oben bei Karosserie.

 

Der 3-Zylinder-Motor ist rappelig aber über jeden Zweifel erhaben, vor allem mit Chip (SKN) auch kein Drehmomentloch unten rum, dafür ein bisschen Qualm...

 

Sparsam, kräftig und langlebig.

 

Achja, eine grüne Plakette kriegt man nur über einen problemlos nachrüstbaren Rußpartikelfilter. Gesamtkosten ca. 700 Euro.

Den alten Kat kann man dann verkaufen und noch zu Geld machen.

 

Der Tank fasst offiziell nur 34 l, aber mit Hilfe eines Knopfes im Tankstutzen gehen 44 l rein. Hier wird ein zusätzlicher Ausdehnungsraum im Tank befüllt, der beim Diesel ohnehin nicht in dem Maße nötig ist wie beim Benziner, da sich der Sprit weniger ausdehnt, wenn er warm wird.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + guter Motor
  • - hakeliges Getriebe mit Anfälligkeit der Synchornisation

Fahrdynamik

3.5 von 5

siehe Karosserie

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + sicheres Fahrverhalten
  • - stark untersteuernd

Komfort

4.5 von 5

Sie Sitze sind exzellent, einmalig in der Fahrzeugklasse, absolut langstreckentauglich. Leider rutschen die an sich guten Kopfstützen dauernd runter. Die muss man fixieren.

 

Die Heizung ist für einen kleinen Diesel kräftig.

 

Das Fahrwerk ist eher weich, wenn auch nicht schwammig. Jederzeit sicher, aber es gibt bei der Jagd auf Rundenzeiten nur Untersteuern und Reifenveschleiß auf der Vorderachse.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + sehr gute Sitze
  • - nicht gerade sportliches Fahrverhalten

Emotion

3.5 von 5

Das Auto ist 11 Jahre alt, das sieht man vom Design her. Am Zustand eher nicht, mal abgesehen von dem abblätternden Softlack im Innenraum, den man ja auch vom Golf IV kennt.

 

Der Wagen wird auf Autobahn und Landstraße permanent unterschätzt, so dass man häufig bei Überholvorgängen geschnitten wird. Andere Leute bringen sich in Gefahr nach dem Motto: "Wenn die kleine Möhre locker vorbeikommt, dann ich erst recht." Darauf muss man sich einstellen.

 

Dafür hat man bei Oberlehrertypen, die gerne Überholende ärgern immer den Überraschungseffekt auf seine Seite.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Ausreichend Leistung
  • - 0 Überholprestige

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 200-300 Euro
Verbrauch auf 100 km 5,0-5,5 Liter
Inspektionskosten pro Jahr bis 100 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr bis 200 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 20537
Haftpflicht 400-500 Euro (40%)
Teilkasko 100-200 Euro
Außerplanmäßige Reparaturkosten Motor/Kraftstoffversorgung/Abgasanlage - Turbolader (220 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Langlebliger Langstreckentauglicher Kleinstwagen mit hohen Sicherheitsreserven ohne die Macken anderer Lupos mit Benzinmotor (Frostmotoren, Getriebeschäden auch bei SDI).

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Als reines Stadtauto zu teuer in der Steuer und Anschaffung.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 0

23.05.2014 21:44    |    elixir23

Endlich mal einer, der dieses Auto zu schätzen weiß.

 

Mich würden mal Details zu der Möglichkeit 44l zu tanken, interessieren!

 

Kein Überholprestige? Also die dämlichen Gesichter der Leute, wenn man in einem Lupo Diesel mit knapp 190 Sachen links vorbeizieht, sind meiner Meinung nach sehr prestigeträchtig ;-D


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