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Mein e-Golf Test

16.01.2016 14:10    |   Bericht erstellt von tooltimebn

Testfahrzeug VW 7 e-Golf (AU/5G)
Leistung 116 PS / 85 Kw
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 6000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 7/2015
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von tooltimebn 4.0 von 5
weitere Tests zu VW 7 e-Golf (AU/5G) anzeigen Gesamtwertung VW 7 e-Golf (AU/5G) 4.0 von 5
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Einleitung

Nachdem im Herbst 2014 mein 19 Jahre alter Audi A4 B5 immer mehr Probleme machte und die nächste Instandsetzung am Nockenwellenversteller anstand, musste etwas neues her.

 

Ich wohne in einer 300.000 Einwohner Stadt und brauche eigentlich kein Auto. Auf dem Weg zur Arbeit wurde der Motor des A4 meist nicht mal 90° heiß. Kurzstrecke halt.

 

Ich wollte aber nicht vom öffentlichen Nahverkehr abhängig sein, die vollen Busse und Bahnen und dann noch Verspätungen neven einfach.

 

Es sollte etwas sein was zu 95% mit Kurzstrecken klar kommt, daher kam kein Benziner und erst recht kein Diesel in Frage.

 

Also entweder Elektro oder gar kein Auto.

 

Somit habe ich einige Monate das Internet gequält und bin über BMW i3 und e-Up dann beim e-Golf hängen geblieben. Nissan Leaf gefällt mir optisch überhaupt nicht und auch einen Renault wollte ich nicht wirklich fahren.

 

Anfang Mai 2015 habe ich dann einen e-Golf mit Listenpreis 39.200 € bestellt. An Sonderausstattung dann das was nötig ist und ich wollte nicht wieder anfangen zu basteln.

 

Leder, Winterpaket, Mobilfunk Premium, Dynaudio, Airbags hinten und Wärmepumpe wurden nicht bestellt.

 

Der Händler gab noch großzügig 10% Rabatt, damit passte der e-Golf ins Budget und wurde gekauf und nicht geleast. Aufgrund der max 12.000 KM im Jahr sollte er Wagen somit mehr als 10 Jahre halten, und der Akku ebenso.

 

Nach nun knapp 6 Monaten und 6.000 KM wollte ich hier alles niederschreiben.

 

Es gibt ein paar Golf 7 typische Kinderkrankheiten, die man in der Werkstatt dann natürlich nicht nachstellen oder beseitigen konnte.

 

Z.B:

- Das Bild der Rückfahrkamera wird sporadisch nicht im Discover Pro angezeigt.

- Man kann sporadisch den Fahrmodus nicht wechseln da das Menü einfach nicht erscheint-

- Bei Sonnenschein fährt man auch mal mit Abblendlicht herum weil die Automatik spinnt.

- Der Regensensor ist auch nicht der Beste, man muß trotzdem viel eingreifen und die Stufen manuell ändern.

-Knacken aus dem Armaturenbrett bei leichten unebenheiten( Wurde beseitigt, irgend eine Abeckung im Motorraum war lose)

 

Den Golf7 gibt es seit 2012, das solche Softwaremacken jetzt noch vorhanden sind kann ich nicht nachvollziehen.

 

Weiterhin funktioniert das CarNET nicht immer einwandfrei! Unzählige E-Mails haben bisher nichts gebracht, nungut VW hat aktuell wohl andere Probleme.

 

Ich werde noch die Garantieverlänger kaufen um 5 Jahre abgesichert zu sein. Hoffe das VW so lange lebt!

Karosserie

4.0 von 5

Im Vergleich zum alten A4 ist der 7er Golf stark gewachsen. Gefühlt keinen Unterschied im Platzangebot.

 

Was micht allerdings überrascht hat, im aktuellen A3 Sportback war weniger Platz, man fühlte sich hinter dem Lenkrad schon fast eingequetscht.

 

Der Kofferaum ist ausreichend groß, nur der Bereich wo sonst das Reserverad sitzt wurde aufgrund der Batterie etwas verkleinert.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Platzangebot für die Klasse angemessen, reicht auch für eine kleine Familie

Antrieb

4.0 von 5

Wer einmal Elektro gefahren ist, will nie mehr auf Benziner zurück.

 

Diese durchgängige Beschleunigung von 0 auf 145 Km/h ist schon beeindruckend da nur ein Gang. Der E-Motor dreht also in einem Zug bis auf 12.000 Umdrehungen.

 

Schön wäre es gewesen wenn man hier bis 160 Km/h fahren könnte um auf der AB auch mal vernünftig überholen zu können.

 

Das Drehmoment von 270 Nm steht direkt ab der ersten Umdrehung an und bringt die Reifen auch bei Trockener Fahrbahn und z.B. eine Garagenauffahrt zum Durchdrehen.

 

Im Gegensatz zu konventionellen Fahrzeugen kann man den e-Golf in der Stadt mit sehr geringem Verbrauch fahren, wenn man Vorausschauend fährt. Ich schaffe es auf 13 KW/h auf 100 KM und das sogar mit Allwetterreifen. Somit kosten 100 KM gerade einmal 3€.

Beim A4 waren es 18€ auf 100KM

 

Dagegen steigt der Verbrauch mit der Geschwindigkeit, wer 140 Km/h auf der Autobahn fährt, kann den Akku sehr schnell leer saugen, daher sind Elektrofahrzeuge eher für die Stadt oder kleine Strecken über Land geeignet so lange es nicht ausreichend Akkukapazität gibt oder man Geld für ein Tesla Model S hat.

Galerie
Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Sehr angenehmes ruhiges Fahren ohne störende Motorgeräusche
  • - Reichweite

Fahrdynamik

4.0 von 5

Aufgrund des direkt einsetzenden Drehmomentes fährt man gefühlt ein Fahrzeug mit 150PS und Turbolader.

 

Der schwere Akku und niedrige Schwerpunkt machen ein sportliches Fahren möglich. Der e-Golf liegt wie ein Brett auf der Straße-

 

Sobald man die Bremse tritt wird bis zu einem bestimmten Wert über den Motor gebremst, der dann als Generator läuft. Reicht dies nicht mehr aus, wird konventionell gebremst. Dabei merkt man den Übergang nicht, man sieht ihn nur im Powermeter das nicht mehr geladen wird.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • - Leider begrenzte Höchstgeschwindikeit

Komfort

4.0 von 5

Die Reifen fahre ich mit 3.0 bar.

 

Man könnte auch mit 2.5 bar fahren, das macht sich aber schon direkt im Verbrauch bemerkbar. Somit fährt man schon etwas härter durch die Gegend.

 

Die Sitze sind Ok, dank Lendenwirbelverstellung kann man es sich bequem machen.

 

Die Bedienung des DP kann ohne Anleitung erfolgen, man findet eigentlich alle Einstellungen die man benötigt.

 

Wenn man möchte kommt nach 30 Sekunden schon warme Luft aus den Düsen, dazu stellt man die Heizung auf HI. Dabei werden kurzzeitig 5KW/h aus dem Akku gezogen. Wenn das Wasser erhitzt ist und man wieder auf 21° stellt gehen so ca 1KW/h für die Heizung drauf. Die Klima begnügt sich im Sommer auch mit 1KW/h.

 

Somit ist der e-Golf auch kein Winterfahrzeug wenn man nicht an einer Steckdose vorheizt kann die Restreichweite sehr schnell auf 100KM sinken!

 

Da man den Motor nicht hört, hört man andere Geräusche. Die Abrollgeräusche sind die nächste laute Quelle, vor allem mit den Allwetterreifen, die es nicht mal Optional gegeben hat!

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • - Abrollgeräusche nimmt man nun deutlicher wahr da Motorgeräusch fehlt

Emotion

3.5 von 5

Der Golf ist ein Golf und ich hätte mir normal keinen gekauft.

 

Den e-Golf nur, weil es aktuell für mich nichts besseres auf dem Markt gibt. Der Rest auf dem Markt gefällt mir halt nicht, ich wollte nicht mit nem i3 überall angeglotzt werden und der Tesla ist außerhalb vom Budget gewesen.

 

Zudem sind die Ersatzteile günstig, wenn man mal E-Motor und Akku raus nimmt, kann man einfach andere passende Teile vom Golf nehmen. Das wäre beim i3, Zoe, Leaf nicht möglich. Da werde die Ersatzteile sicherlich in Zukunft teurer werden.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Mit dem Golf 7 fällt man nicht auf wenn man nicht will :)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Für alle die in der Stadt wohnen, das nötige Kleingeld haben und nicht tägl. 100 KM zur Arbeit fahren ist es eine gute Alternative.

Oder als Zweitwagen für die Kurzstrecken.

 

Die Instandhaltungskosten bleiben gering da weder Zündkerzen, Öl, Kupplung, Turbolader, Nockenwelle, Zanhriemen, Steuerkette, Abgasanlage, Lichtmaschine etc vorhanden sind. Der E-Motor sollte ewig halten und auf den Akku gibt es 160.000 KM oder 8 Jahre Garantie.

 

Man kann zu Hause aufladen und wenn man Ökostrom nutzt ist das Fahren wirklich umweltfreundlich.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Wer viel und weit fährt sollte kein Elektro Fahrzeug kaufen. Vor allem im Winter bei Schnee kann die Reichweite schnell nur 100KM betragen.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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