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VW Golf 4 (1J) 1.8T Test

15.02.2018 21:27    |   Bericht erstellt von Pfirsichaal

Testfahrzeug VW Golf 4 (1J) 1.8T
Leistung 150 PS / 110 Kw
Hubraum 1781
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 166000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 4/2001
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 5 Jahre
Gesamtnote von Pfirsichaal 4.5 von 5
weitere Tests zu VW Golf 4 (1J) anzeigen Gesamtwertung VW Golf 4 (1J) 3.5 von 5
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Einleitung

Hallo,

den Golf 4 fahre ich seit knapp 5 Jahren in allen Lebenslagen: zur Arbeit, Alltag, Hobby, Urlaub usw. Das Auto wird also täglich von mir bewegt sodass ich durchaus sagen kann das ich das Fahrzeug getestet habe. Außerdem schraube ich selber gerne an Autos und kenne somit meinen 1.8T schon fast in- und auswending. Außerdem konnte ich noch keinen Test zum Golf 4 mit 1.8T Motor finden sodass ich mich dazu entschlossen habe diesen Bericht zu schreiben.

Galerie

Karosserie

4.5 von 5

4-Türer mit Highline Ausstattung

 

- Platzangebot im Fond: Das Platzangebot finde ich für ein Fahrzeug dieser Klasse gut. Ich sitze mit meinen 1,87m in einer guten Position und außerdem sehr bequem. Genug Kopf-, Arm- und Bein/Fußfreiheit ist vorhanden. Mein Sitz ist relativ weit hinten eingestellt und ich erreiche alle Bedienelemente ohne Probleme. Einziges Manko: Mein rechtes Knie ist schon relativ knapp an der Mittelkonsole aber das stört nicht da ich diese nicht berühre. Beim Beifahrer entfällt dieser Punkt sodass es hier keine Beanstandungen gibt. Die Sitze lassen sich weit nach hinten verstellen sodass noch mehr Platz geboten wird bis ich meine Beine fast ausstrecken kann.

 

Platzangebot im Heck: Wenn ich bei besagter Sitzeinstellung auf dem Fahrersitz sitze, wird es hinter mir logischerweise schon etwas enger. Trotzdem ist noch genug Platz, das auch größere Personen durchaus auf längere Distanz bequem sitzen können. Man sollte sich dennoch im klaren sein, das ein Golf 4 nicht für eine 5-köpfige Familie geschaffen wurde, auch wenn diese darin Platz finden würden und laut Fahrzeugschein und dank fünf Sicherheitsgurte auch zugelassen wäre.

 

Kofferraum: Ich denke die Kofferraumgröße ist für ein Auto dieser Klasse als sehr gut einzustufen. Ich habe in meinem 4er einen doppelten Boden verbaut. D.h.: über dem normalen Kofferraumboden befindet sich ein weiterer Boden den man aufklappen kann wie bei neueren Fahrzeugen. In diesem Zwischendeck befindet sich die Technik für die Soundanlage (Subwoofer in der Reserveradmulde -> Reserverad ist noch drin, Endstufe, Werkzeug, Waschzeug). Aus diesem Grund hat mein 4er weniger Kofferraumvolumen als das Serienfahrzeug.

Dennoch reicht das Volumen noch für einen großen Koffer oder zwei kleine Koffer um in den Urlaub zu fahren.

 

Übersichtlichkeit: Im Vergleich zu aktuellen Fahrzeugen ist die Übersichtlichkeit wirklich gut. Die neuen Fahrzeuge sind heutzutage stärker im Innenraum verbaut und besitzen oftmals etwas schmalere Scheiben die schnittiger Verbaut sind. Bringt zwar Pluspunkte im Design, geht aber auf Kosten der Übersichtlichkeit (siehe z.B. aktuelle Mercedes A-Klasse). Ich kann nur sagen das ich mich sehr wohl und sicher beim fahren fühle und trotz des schwarzen Dachhimmels, was einen kleineren Raum suggeriert, ein gutes Raum- und Übersichtlichkeitsgefühl habe.

Einziger Minuspunkt: Der rechte Seitenspiegel der Beifahrerseite ist beim EU- bzw. Japan-Modell kleiner als der linke. Achtet mal drauf wenn ihr einen Golf 4 sieht. In dem kleinen Spiegel ist an der Außenkante kein Platz für den Weitwinkelspiegel der den toten Winkel verkleinern soll. D.h. dieser fehlt hier sodass ich einen Punkt abziehe.

Tipp: Man kann sich einen großen Spiegel aus den USA einbauen.

 

Qualitätseindruck: Altbekanntes Problem: Softlack... Keine Ahnung warum das VW da eingebaut hat. Nach vielen Jahren Benutzung sehen die Oberflächen an Griffen und Mittelkonsole einfach nur schlimm aus. Dennoch habe ich abgesehen von diesem Lack nie etwas für schlecht befunden. Klar ist es hin und wieder mal am knarksen und knacken aber meiner Meinung nach ist das für einen Kompaktwagen dieser Preisklasse und dem Baujahr völlig in Ordnung und im Rahmen. Die Haptik von Schaltern, Konsole und Armaturenbrett finde ich gut. Auch die Lesbarkeit der Anzeigen ist super und mit der rot-blauen Beleuchtung deutlich. Außerdem sind die Sitze meiner Meinung nach die bequemsten Autositze in denen ich je gesessen bin (Highline). Die Lendewirbelstütze unterstreicht das zusätzlich.

Tipp für den Softlack: mit Aceton (Nagellackentferner) oder Bref Backofenreiniger kann man diesen entfernen. Danach muss man die Teile aber meist neu lackieren da das Plastik durch die Chemikalien angegriffen wird.

Außerdem: Durch verschiedene originale Dekorleisten wie Alufinish (R32, VW Bora), Wurzelholz oder Netzoptik, lässt sich der Innenraum aufwerten und die Qualität somit steigern. Auch eine originale Mittelarmlehne und ein Getränkehalter für die Mittelkonsole werten die Qualität und vor allem den Komfort auf.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + gute Platzverhältnisse vorne sowie hinten
  • + geräumiger Kofferraum
  • + Super Übersicht trotz kleinen Seitenspiegels
  • + einfache Aufwertung mit Originalteilen
  • - Softlack
  • - kleiner Seitenspiegel (bedingt)

Antrieb

4.5 von 5

1.8T AUM, K03s -Lader, 5-Gang Schaltgetriebe

 

Ich muss dazu sagen das mein Golf mitlerweile Softwareoptimiert wurde und ich davor etwa 1 1/2 Jahre im Serienzustand (150PS) gefahren bin. Dennoch beziehe ich mich in diesem Testbericht auf Serien- und Optimierten Zustand

 

Motorleistung:

110kW/150 PS bei 5700/min

210 Nm bei 1750–4600/min

Das war die angegebene Leistungsausbeute von VW. Meiner Meinung nach völlig ausreichend für alle Lebenslagen. In der Stadt kann man damit locker mitschwimmen und wenn es sein muss auch Mal auf Landstraßen überholen. Vor meinem 1.8T hatte ich ebenfalls einen Golf 4 aber mit 1.4 Motor und 75 PS. Diesem Motor würde ich keine Kaufempfehlung geben da er meiner Meinung nach zu schwach ist. Die 1315kg Leergewicht (je nach Ausstattung) werden nur schleppend bewegt und wenn man im Verkehr mitschwimmen will muss man umso mehr aufs Gas treten was sich dann im Verbrauch wieder spiegelt:

Damals 1.4: 8,1 l/100km Durchschnitt

heute 1.8T ohne Optimierung: 8,3 l/100km Durchschnitt

und mit Optimiereung 8,5 l/100km

 

Tipp: Ein 1.6 mit 105 PS reicht für den "Normalbürger" evtl. aus. Wer es sportlicher will -> 1.8T

Zur Softwareoptimierung: Mein Golf 4 wurde bei ca. 92.000km von einem Optimierer aus Lörrach "getunt". Dabei wurden die Kennfelder im Steuergerät so verändert, das z.B. mehr Ladedruck aufgebaut werden kann. Dies hat eine Mehrleistung zur Folge: laut Prüfstand 198PS und genau 300Nm Drehmoment. Die 1.8T Motoren halten diese Leistung in der Regel aus, ohne das man Hardwareseitig etwas ändern muss. Wer mehr will sollte an stärkere Kolben, Pleuel, Einspritzdüsen, Ansaugung, Zündkerzen/Spulen, !Bremsanlage!, Benzinpumpe, Luftmassenmesser, Downpipe+Abgasanlage und nicht zuletzt den Turbolader samt Ladeluftsystem denken. Wichtig ist vor allem der Regelmäßige Service und die Kontrolle aller Hardwarekomponenten sowie das Warm- und Kaltfahren für Motor und Turbo.

Zur Info: Der 1.8T AGU hatte von Haus aus stärkere Pleuel verbaut und hält demnach etwas mehr aus als z.B. AUM oder ARZ. Dieser ist aber auch etwas "unintelligenter" da er weniger Elektrik enthält (zB. keine elektronische Drosselklappe, keine Nachkatsonde -> somit "Tuningfreundlicher"). Die nächste Ausbaustufe wäre an dieser Stelle der Umbau auf einen Upgrade-Turbolader wie z.B. den K04 Lader der unter anderem im Golf 6 GTI verbaut wurde.

Außerdem wurden die 1.8T Motoren in vielen weiteren VAG-Fahrzeugen verbaut. Ersatzteile sind somit vorhanden und auch bei der Optimierbarkeit sind kaum Grenzen gesetzt.

 

Durchzug: Die volle Leistung entfaltet der 1.8T bei etwa 2500 U/min. Hier kommt der Turbo am spürbarsten sodass die von VW angegebenen 8,5 sek auf 100 auch bei guten Bedingungen zu schaffen sind. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 220 km/h

Bei Vollast auf der Autobahn gehen dafür gut und gerne mal 20 l/100km drauf. Wenn man auf "Sparfuchs" macht, kann man aber auch super mit um die 7 l/100km auskommen.

Zur Softwareoptimierung:

Verbrauch aktuell bei 8,5 l/100km im Schnitt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 243km/h. Dann gehen laut Anzeige bis zu 33 liter (Super plus) durch die Leitungen. Beschleunigung: ca. 6,8 sek von 0 auf 100 (GPS-gemessen). Der Turbo kommt nach wie vor bei etwa 2500U/min - dafür dann aber umso mehr.

 

Drehfreude: Das Drehzahlband geht bis 7500U/min aber der rote Bereich fängt bei 6400U/min an. Das reicht m.M.n. auch aus, da man deutlich merkt das dem vergleichsweise kleinen Turbolader bei ca. 5600 U/min wortwörtlich die Puste ausgeht. Dennoch liegt das Fahrzeug gut am Gas und hat durch das späte einsetzen des Turbos auch den Vorteil das man im Stadtverkehr ohne die Kraft des Turbos auskommt und somit den Spritverbrauch in Grenzen halten kann.

 

Getriebe: Mein 1.8T besitzt das normale 5-Gang Schaltgetriebe (GKB: EVS). Ich hatte noch nie ein Problem damit. Auch nicht jetzt wo durch die Softwareoptimierung 300Nm anliegen. Die Gänge lassen sich einwandfrei schalten und auch die Kupplung hält dieser Belastung seit nun 60.000km stand. Ein 6. Gang wäre evtl. angebracht gewesen um die Drehzahl bei Autobahnfahrten herabzusetzen. (Bsp.: 120km/h im 5. Gang bei 3000 U/min)

Ein 6-Gang-Getriebe wurde dennoch im Golf 4 GTI 25-Jahre-Jubiläumsmodell verbaut der ebenfalls mit dem 1.8T Motor ausgestattet war. Dieser leistet aber aufgrund einer höheren Verdichtung 180 PS statt 150 PS. Motorkennbuchstabe: AUQ (Dieser wurde auch soweit ich weiß zB. Im Audi TT 8n verbaut.)

Auffallend: Die Kupplung kommt beim Golf 4 allgemein sehr spät also nicht wundern bei einer Probefahrt.

 

Verbrauch: Nun ja. Ich muss ehrlich sagen das ich den Verbrauch ok finde. Wer will, der kann sparsam fahren, wer nicht will, der fährt eben sportlicher und muss dafür tiefer in die Tasche greifen. Ein Schnitt von 8,3 bzw. mit Optimierung 8,5 litern auf 100km gemixt aus Stadt, Land und Autobahn ist für ein nun 17 Jahre altes Auto in Ordnung. Da gibt es auch andere Motoren in der Baureihe die deutlich mehr verbrauchen (2.3 V5, 2.8 V6, 3.2 VR6)

Tipp: Bei einer Optimierung kann man auch auf Sprit sparen eingehen

 

Reichweite: Mein bestes Ergebnis war bisher ein Durchschnittsverbrauch von 6,4 l/100km bei einer Urlaubsreise nach Kroatien. Der Tankinhalt beträgt 55l. Somit kommt man bei einem Durchschnittsverbrauch von realistischen 7l ca. 785km weit.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Ausreichend Leistung
  • + Ersatzteile
  • + sehr Tuningfreundlich
  • + man kann auch sparsam fahren
  • - Verbrauch (bedingt)
  • - Getriebe -> 6. Gang wäre wünschenswert (bedingt)

Fahrdynamik

4.5 von 5

Wendekreis: Der Wendekreis liegt bei knapp 11 metern wie ich mal gelesen habe. Aber wann achtet man da schon in der Praxis drauf? Ich denke das ist ein guter Durchschnitt bei den Kompaktwagen und somit völlig gut und auch ausreichend.

 

Beschleunigung: siehe oben beim Punkt: Antrieb

Zusammengefasst:

Werksangabe 0-100: 8,9 sek.

Mit Software: 6,8 sek

Der Turbolader kommt bei ca.2500 U/min

bei 5600 U/min geht ihm die Puste aus.

Netter Nebeneffekt durch die Optimierung: selbst wenn man auf der Autobahn an der 200 km/h Marke kratzt und dann nochmal Vollgas gibt spürt man das es nach vorne geht. Allerdings dann nur noch bis 230/240 km/h.

 

Lenkung: Die Lenkung ist dank Servo fein zu dosieren sodass man präzise und sportlich um kurven fahren kann ohne das man denkt man befindet sich auf einem Schiff oder kippt um wie damals die erste A-Klasse beim Elchtest.

 

Bremsen: Ich denke, das beim Bremsen maßgeblich die Qualität der Reifen beiträgt. Wo kein Grip, da keine Haftung zum Boden und somit auch keine Verzögerung. Selbst wenn man 8000 € Keramikbremsscheiben hat.

Mein Golf hatte von Anfang an die Serienbremsanlage, die wie ich finde auch ausreichend für die Leistung ist. Als die Leistungssteigerung vorgenommen wurde, verbaute ich für mein Gewissen gelochte Bremsscheiben um die Kühlung zu verbessern. Auch die machen einen tadellosen Job.

 

Fahrverhalten: Wie schon gesagt kann man mit der Lenkung gut und auch zügig um Kurven fahren. Die Federung ist nicht zu hart aber auch nicht zu weich. Dafür ist der Golf 4 serienmäßig relativ hoch. Ich fahre nebenbei 35mm tiefere Federn von H&R mit Serienstoßdämpfern. Das macht einen leicht tieferen Schwerpunkt, sodass man noch zügiger um Kurven fahren kann und eine bessere Optik. Jedenfalls ist das Fahrwerk gut abgestimmt aber harte Schlaglöcher spürt man dann eben doch je nach tiefe. Das hält sich aber völlig im Rahmen sodass ich das nicht als Negativpunkt sehe. Ein Auto kann sowieso nur Schlaglöcher bis zu einer bestimmten Tiefe gut abfedern; irgendwann ist eben Schluss. Das man hier aber auch kein Luftfahrwerk á la Daimler erfährt sollte jedem klar sein. (man erinnere sich an die TV-Werbung mit dem Huhn).

Pluspunkt: man kann sowohl sportlich durch die Gegend "heizen" als auch komfortabel dahingleiten.

 

Tipp: Macht mal ein Fahrsicherheitstraining. Dabei lernt man sowohl sein Auto, als auch die Grenzen der Physik kennen und weiß am Ende des Tages wie man in bestimmten Situationen reagieren soll, die man im normalen Verkehr meist nur in Notsituationen erlebt.

Galerie
Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + ausgeglichenes Fahrverhalten
  • + Beschleunigung
  • + gute Kurvenlage auch bei hoher Geschwindigkeit (mit H&R Federn)
  • - mit 1315 kg Leergewicht merkbar etwas schwer

Komfort

4.5 von 5

Federung: Wie gesagt fahre ich Serienstoßdämpfer mit 35mm H&R Federn. Ich finde die Kombination sehr gut. Das Fahrzeug sitzt tiefer (tieferer Schwerpunkt) und es gibt kaum einbußen beim Komfort. Die Kombination lässt so auch die höhere Geschwindigkeit gut zu, ohne das man das Lenkgrad fest und schwitzend umklammern muss weil man sonst denkt das auto hüpft dir bei Bodenwellen davon. Was ich besonders positiv finde ist dabei die stabile Kurvenlage bei hohen Geschwindigkeiten.

Achtung: Bei Fahrwerken die tiefer als 45mm sind muss man den Stabilisator tauschen, da sonst die Antriebswelle daran schleift. Abhilfe schafft zB. der Stabi des 2.8 V6 da er hier unterhalb der Antriebswelle verläuft.

-> Ansonsten siehe Punkt Fahrdynamik

 

Sitze vorne: Die Highline Sitze sind meiner Meinung nach die bequemsten Autositze in denen ich je gesessen bin. Außerdem bieten diese sehr guten Seitenhalt in Kurven da die Seitenpolster etwas dominanter sind als zB beim Edition-Modell. Außerdem haben die Sitze eine verstellbare Lendenstüze was einem noch mehr Komfort auf längeren Strecken bietet. Auch die Serienmäßige Sitzheizung lässt sich in 5 Stufen regulieren und heizt dementsprechend gut.

 

Sitze hinten: Auch die Rückbank mit integrierter Armlehne ist sehr komfortabel abgestimmt und lässt sich außerdem durch die Zweiteilung unabhängig voneinander umklappen. Des Weiteren haben die Rückseiten der Vordersitze eine Einbuchtung für die Knie sodass man auch auf längeren Fahrten komfortabel sitzen kann.

Was auch sehr Positiv ist: Wenn man sehr viel transportieren muss, (zB beim Umzug) kann man die Rücksitze samt Rückenlehne ohne Probleme ausbauen, da diese nur im „Rückbankblech“ eingehakt sind. Ihr glaubt gar nicht wie viel dann so in einen Golf rein geht.

 

Innengeräusche: Ich finde es im Innenrraum bei Geschwindigkeiten bis 150km/h im Rahmen. Man kann sich normal unterhalten und auch noch Musik im Hintergrund laufen lassen, ohne das man sich anschreien muss. Danach wird es mit zunehmender Geschwindigkeit logischerweise lauter. Ist eben kein Luxuswagen bei dem heutzutage sehr auf Komfort geachtet wird.

 

Bedienung: Die Bedienung ist sehr easy. Am linken Hebel befindet sich typischerweise die Beleuchtung (Blinker, Fernlicht, Lichthupe und je nach Austattung Tempomat). Am rechten die Scheibenwischer+Düsen.

Sonstige Ausstattung: ESP ein/ausschaltbar (ESP war erst ab Bj. 99 serienmäßig), elektrisch verstellbare Außenspiegel, autom. abblendender Innenspiegel, Regensensor, Klimaautomatik, 4x elektr. Fensterheber, Innenraumüberwachung, Getränkehalter vorne und hinten, Mittelarmlehne, Lendenwirbelstütze, Nebelscheinwerfer, Sitzheizung, Zentralverriegelung. Ich bin sehr zufrieden damit und hatte auch noch nie Probleme damit mit den elektronischen Helferlein.

 

Heizung/Klima: Die Klimaanalge erfüllt ihren Job ausreichend. Die Temperatur kann man zwischen 30°C und 16°C einstellen bzw. dann noch die eigentliche Klimaanlage dazu schalten um es noch kälter werden zu lassen. Sie kühlt außerdem relativ schnell und auch kräftig. Andersrum wärmt die Heizung mind. genauso gut (warmer Motor vorausgesetzt). Daher keine Beanstandungen.

Geheimtipp: Über die Knöpfe der KlimaAUTOMATIK lässt sich eine Tastenkombination drücken, bei der man ein Untermenü freischaltet und dort Fahrzeugwerte abfragen kann z.B. Ansauglufttemperatur usw. -> google ist dein Freund

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + gutes Fahrwerk
  • + sehr bequeme Sitze (Highline)
  • + super einfache Bedienung
  • + gute Heizung/Klima
  • - Dämmung im Innenraum

Emotion

4.5 von 5

Design: Meiner Meinung nach ist die 4er Baureihe einer der schönsten; wenn nicht sogar die schönste. Ich habe mir das Auto nach einem unverschuldeteten Unfall mit Totalschaden mit meinem ersten Golf 4 bewusst nochmal ausgesucht und mich schließlich für den 1.8T entschieden. Ich finde, dass das Aussehen nach wohlgemerkt 21 Jahren (Produktionsstart 1997) kaum an Wert verloren hat. Es handelt sich nach wie Vor um ein attraktives Fahrzeug, bei dem Optisch kaum Grenzen gesetzt sind und dessen Alter man dem Auto nicht ansieht.

Außerdem besitzt mein Golf die Farbe black magic perleffekt (LC9Z). Ein tiefes schwarz und bei direkter Sonneneinstrahlung ein leichtes braunes Glitzern. (siehe Bilder)

 

Temperament: VW wollte damals bestimmt keinen Sportwagen bauen. Der Standart Golf 4 ist in jedem Fall auf Komfort ausgelegt. Dennoch hat VW zB. das 25-Jahre Jubiläumsmodell raus gebracht. Dieser kommt mit einer sportlichen Note daher und enthält z.B. Recaro Sportsitze, den 180PS-Motor, Spoilerpaket usw (Ganz schön teuer die Dinger). Außerdem gibt es noch den R32 mit VR6 Motor und 241PS. Das R steht dabei für Racing und stellt die Spitze der 4er Baureihe dar. (die Dinger sind noch teurer).

Da mein Golf nun ebenfalls sportlicher abgestimmt ist, habe ich auch das Temperament sportlich gewählt.

 

Image: Nun ja die einen sagen so und die anderen so. In Kennerkreisen haben perfekt umgebaute Golfs ein sehr gutes Image und sind schon fast die Klassiker auf Autotreffen. (Ja die sterben langsam aus)

Die andere Seite wäre z.B. der Fahranfänger der sich hiermit sein erstes eigenes Fahrzeug zulegt und damit einen guten Schritt geht. Jeder wird hier auf seine Kosten kommen sodass auch das Image durchaus als positiv zu bewerten ist.

Der Otto Normalverbraucher wird das Auto eher für den Alltag und nicht als Schön-Wetter-Fahrzeug für den Sonntag sehen. In dieser Hinsicht greift ihr zu einem super Auto bei dem der Nutzwert wirklich sehr hoch ist.

 

Der Rest ist wie immer Geschmackssache!

Galerie
Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + zeitloses Design
  • + sehr viele optische Änderungsmöglichkeiten (z.B. Jubi, R-Line...)
  • + Image (bedingt)
  • + Kann sportlich und komfortabel sein
  • - Image (bedingt)

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 100-200 Euro
Verbrauch auf 100 km 8,5-9,0 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 100-300 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr bis 200 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 76
Haftpflicht 400-500 Euro (40%)

Gesamtfazit zum Test

  • + zeitloses Design
  • + solide Technik
  • + sehr viele optische Änderungsmöglichkeiten (z.B. Jubi, R-Line...)
  • + gute Ausstattung möglich
  • + Kann sportlich und komfortabel sein
  • + Ersatzteile
  • + perfektes Alltagsauto
  • + Motorenauswahl
  • + für mich sehr wichtig: eines der letzten Fahrzeuge bei denen man noch alles selbst reparieren kann
  • + einfache Bedienung
  • + Auto für jedermann/frau
  • - teure Versicherung
  • - kaum Individualität
  • - Image (bedingt)
Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Ich würde das Fahrzeug empfehlen weil es einfach ein Golf 4 ist. Die Fahrzeuge besitzen eine grundsolide Technik und machen kaum Probleme wenn man sie gut behandelt. Und falls doch mal was sein sollte, kann man zur Not noch einiges selbst reparieren.

Man hat außerdem genug Platz um mal wie ich mit der Freundin für ein oder zwei Wochen samt Koffern in den Urlaub zu fahren. Außerdem glänzt der 4er mit guter Übersichtlichkeit und einem vergleichsweise geräumigen Kofferraum wo alles seinen Platz hat.

 

Bei der Motorenauswahl sind kaum Grenzen gesetzt. Es stehen 10 Benzinmotoren zwischen 75 und 241PS zur Auswahl: (1x Turbo, 9x Sauger).

Bei den Dieselmotoren sind es 5 Stück zwischen 68 und 150PS (4x Turbo, 1x Sauger).

Da sollte für jeden etwas dabei sein wobei gesagt werden muss, das die Motoren sehr standhaft sind. Das kann man zwar so pauschal natürlich nie sagen aber ich kann von meiner Erfahrung mit meinem 1.8T und 1.4 sprechen. Die haben mir nie große technische Probleme gemacht.

Außerdem sind auch die Dieselmotoren sehr stabil. Gerade beim 1.9TDI sind 300.00km und mehr keine Seltenheit. Das Fahrverhalten ist ebenfalls gut bis sehr gut. Man kann sportlich und komfortabel unterwegs sein wobei die Sonderausstattungen die beiden Aspekte nochmal deutlich verstärken können. (Siehe Highline oder GTI)

 

-kleiner Hinweis: Der "GTI" war in der 4er Generation nur eine Ausstattungslinie und hatte damals nichts mit dem Motor zutun. Demnach gibt es den 1.8T Motor sowohl im GTI als auch z.B. im Highline wie bei mir. Andersrum gabs die GTI-Ausstattung bspw. auch im 1.9TDI oder 2.0 .

Das Design kann man entweder mögen oder nicht. Ich finde es sehr ansprechend obwohl die ersten Golf 4 vor über 20 Jahren vom Band liefen. Außerdem gibt es extrem viele Möglichkeiten um seinem Golf den persönlichen Touch zu geben. Sei es die Jubi- oder R32-Verspoilerung oder die eines Drittanbieters. Da wird mit Sicherheit jeder fündig.

Das gilt auch für die Motoren die eine solide und standfeste Technik besitzen. In Optimierbarkeit sind gerade beim 1.8T, 2.8 V6 und R32 kaum Grenzen gesetzt.

Ein weiterer Pluspunkt ist natürlich der Ersatzteilemarkt. Sei es direkt beim VW-Teilehändler oder beim Schrottplatz um die Ecke. Man wird überall fündig und kann zur Not auch selbst Reparaturen oder den Service durchführen. Selbst ich als Nicht-Kfz-Mechatroniker habe z.B. problemlos den Zahnriemen und alles was dazu gehört wechseln können. (Viel Arbeit beim 1.8T)

Bei einem Golf 4 kauft man demnach nicht nur irgend ein Auto, sondern "Das Auto" wie VW immer so schön sagt. Es gibt meiner Meinung nach aber tatsächlich kaum ein Auto aus diesen Jahren, was den Spagat zwischen Technik, Komfort, Sportlichkeit, Design, Fahrdynamik und Emotionen in vielerlei Hinsicht erfüllen kann wie dieses.

Letztendlich entscheidet natürlich der eigene Geschmack.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Ich würde das Fahrzeug nicht nicht empfehlen. Natürlich habe ich sehr viel positives über mein Auto bzw. über den Golf 4 allgemein gesagt aber es gibt wie bei jedem Auto auch Schwachstellen aber seht selbst:

 

1. Was mir täglich auffällt, ist das laute Schließen/Öffnen der Zentralverriegelung. Das ist jetzt vielleicht keine Schwachstelle aber da es täglich benutzt wird fällt es dann doch auf...als würde ich einen Panzer aufschließen :eek: Außerdem (Ich weiß nicht ob es an meinem Auto liegt oder allgemein) funktioniert das Aufschließen mit der Funkfernbedienung nur aus ein bis zwei metern Entfernung - Batteriewechsel hat leider nichts gebracht.

 

2. Es wird immer wieder von herunterfallenden Fenstern gesprochen. Das ist mir jetzt noch nicht passiert aber die Plastikscharniere, in der die Fenster beim hoch- und runterfahren befestigt sind brechen leicht, sodass die Scheibe keinen halt mehr hat und in die Tür fällt. Reparatursatz ist nicht teuer und kann man auch selbst wieder reparieren. Wenns sein muss kann man die Teile vom Schrottplatz holen. (Gibt es auch aus Metall)

 

3. die Versicherung ist relativ teuer. Der Grund: Bei der Berechnung des Versicherungsbeitrages fließt mit ein, wie oft eine bestimmte Fahrzeugbaureihe in Unfälle bzw. Schadensfälle verwickelt war. Wer jetzt mitgedacht hat weiß, das der 4er Golf eines der meistverkauften Autos der Welt ist und somit die Unfallquote entsprechend hoch ist. Darüber entscheidet die sogenannte "Typklasse" und "Regionalklasse" (die seht ihr auf eurer Kfz-Versicherungsbestätigung). Bei meinem Golf 4 1.8T mit Haftpflichversicherung stehe ich aktuell bei Regionalklasse 6 und Typklasse 15 und zahle bei einer Schadensfreiheitsklasse von 40% rund 420€ im Jahr und 121€ Kfz-Steuer.

 

4. Oft wird über schwergängige oder defekte Getriebe berichtet. Dazu kann ich leider nichts sagen da meines einwandfrei schaltet - auch nach 60.000km mit 300Nm. Es kann sein das die Probleme bei den neueren Generationen (Ab 2001) eventuell beseitigt wurden?

 

5. Die Innenraumqualität ist mit dem Softlack nicht so gut. Lösung habe ich im Bericht beschrieben. Außerdem könnten die Türdämmungen besser sein. Abhilfe schaffen Dämmatten oder Bitumen (aber ob sich das lohnt?)

 

6. Rost. Eigentlich kein großer Thema beim Golf 4 da die Karosserie vollverzinkt ist, wären da nicht Motorhaube, Kotflügel und Heckklappe (am Öffner und den Kanten). Achtet demnach auf Steinschläge (gerade auf der Motorhaube). Die Kotflügel kann man relativ einfach abschrauben und von innen sauber machen. Hinter dem Blech auf der Kotflügelinnenseite wo die Tür ist, sammelt sich im Laufe der Zeit sehr viel Dreck an.

 

Noch ein paar Infos worauf man evtl. achten könnte:

Achtet beim Zahnriemenwechsel darauf, das ihr eine Wasserpumpe mit Metallschaufelrad verbaut und nicht aus Plastik. Die können leichter brechen und euch im schlimmsten Fall den Motor ruinieren. Ich kenne zwar keinen Fall bei dem das passierte aber wer weiß.

 

Schaut sehr genau beim 1.8T (eigentlich bei allen Motoren) das ihr ihn warm und kalt fährt damit das Öl seine richtige Temperatur hat und somit nicht irgendwas zusifft wie die Turbo-Ölleitungen. Benutzt außerdem vollsynthetisches Öl! Ich benutze als Bsp. das Liqui Moly Synthoil HighTech 5w40 bzw. das von Meguin (das sind anscheinend die gleichen Öle wie auch hier im Forum oft diskutiert wurde) Bin bisher zumindest sehr zufrieden damit.

Alternativ aus vielen Foren in Erfahrung gebracht: Mobil1 0w40, Shell Helix Ultra 5w40

Bei den 1.8T Zündkerzen bestenfalls immer die "PFR6Q" von NGK nehmen.

Schaut außerdem hin und wieder auf die Schläuche der Kurbelgehäuseentlüftung. Die befinden sich direkt unter der Ansaugbrücke und werden mit der Zeit porös und brechen oder reißen ein. Schaut dabei am besten gleich mal alle Schläuche durch und ersetzt defekte. (Bei mir war z.B. mal der kleine Schlauch am Benzindruckregler zur Ansaugbrücke gerissen)

 

Ansonsten kann ich nichts negatives berichten und wünsche eine gute und mängelfreie Fahrt mit eurem Auto (Natürlich auch wenn es kein Golf 4 ist :D ) Ich hoffe ich konnte euch nicht nur einen guten Einblick in die Golf 4 Welt bieten sondern auch in die des 1.8Turbo.

 

 

sonstiges:

Ich habe diesen Bericht aus eigenem Ermessen, Interesse und eigenen Erfahrungen geschrieben. D.h. Ich übernehme keine Garantie auf die Richtigkeit meiner Angaben. Außerdem bin ich weder VW-Mitarbeiter noch sonst was und möchte hier auch keinen zu einem Kauf oder dergleichen animieren.

Alle Fotos wurden von mir von meinem Privatfahrzeug gemacht und sind auch nicht extra für diesen Test entstanden. Die Fotos habe ich im Laufe der Jahre gemacht und lade sie nur hoch damit ihr eine grobe Vorstellung habt. Ein Golf 4 sollte doch eh jeder schon mal gesehen haben.

Gesamtwertung: 4.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.5 von 5 möglichen Sternen
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