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Toyota Yaris XP13 1.5 Hybrid Test

17.09.2013 10:55    |   Bericht erstellt von stuesser

Testfahrzeug Toyota Yaris XP13 Hybrid
Leistung 100 PS / 74 Kw
Hubraum 1500
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 10621 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 5/2012
Nutzungssituation Redaktionsalltag mit besonderem Augenmerk auf die gezielte ... mehr
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von stuesser 3.5 von 5
weitere Tests zu Toyota Yaris XP13 anzeigen Gesamtwertung Toyota Yaris XP13 4.0 von 5
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Einleitung

Toyota, weltweit führender Anbieter in der Hybridtechnik, bietet diese Antriebstechnologie auch im Kleinwagensegment auf Basis des Yaris an.

 

Ich bin die unterschiedlichsten alternativen Antriebstechnologien der unterschiedlichen Hersteller gefahren und mich interessieren die Stärken und Schwächen und natürlich das Einsparpotential gegenüber Fahrzeugen mit zeitlich begrenz zur Verfügung stehenden Energien.

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Karosserie

3.5 von 5

Die Karosserie hat sich gegenüber dem Vorgängermodell leicht gestreckt und ist wirkt durch die markante Linienführung weniger pummelig. Durch diese Karosserieänderungen wurde der CW-Wert auf 2,86 gesenkt. Dieser gute CW Wert macht sich auch akustischen Seite positiv bemerkbar, da Windgeräusche auf ein Minimum reduziert sind. Auffällig bei Hybrid ist die farbliche Akzentuierung im Markenemblem an Front und Heck, dessen blaue Farbwahl sich im Stoffdesign der Sitze an Griffflächen (Handbremse, Wählhebelgriff) sowie in der Hintergrundbeleuchtung des Instrumententrägers wiederfindet.

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Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Rückfahrkamera verbessert die Übersichtlichkeit
  • + Einparkhilfe Park--Distanz-Kontrolle
  • + 5-türige Fahrgastzelle verbessert die Nutzung des Platzangebotes

Antrieb

3.0 von 5

Kernbereich eines Hybriden ist dessen Antriebstechnologie. Toyota verwendet

hierfür eine kompakte Einheit bestehend aus einem Benzinmotor mit 1.5 ltr. Hubraum, der eine Leistung von 55kw/74PS sowie ein Drehmoment von 111Nm ab 3.600 min-1 produziert. Das Zusammenspiel mit dem Elektroantrieb (45kw/60PS – Drehmoment 169Nm) über ein stufenloses CVT Automatikgetriebe erfolgt überraschungslos und nahezu unmerklich für den Fahrer und biete laut Hersteller eine Gesamtsystemleistung von 100PS. Den Betriebszustand der Motoren ist am besten auf dem Infodisplay zu verfolgen, da die Ab- und Zuschaltung des Verbrennungsmotor nahezu nicht spürbar ist.

 

Zur der nebenstehenden Bewertung muss ich ein paar Worte verlieren:

Die Motorleistung von 100PS Gesamtleistung ist natürlich irgendwo da, leider ist diese jedoch nicht spürbar, weil man ja sparen möchte. Entwender man startet unter Ausnutzung der möglichst ausschließlich elektrischen Energie erntet damit jedoch den Ärger der folgenden Fahrzeuge. Die Werksanbabe für den vollelektrischen Sprint von 0 auf 50km/h in 4 Sekunden, habe ich nicht annähert geschafft, weil der Verbrennungsmotor zu früh ansprang. Der Yaris Hybrid ist als Vollhybrid auch rein elektrisch fahrbahn, auch über viele Hundert Meter das aber nur mit super zurückhaltendem Gasfuß. Auch höhere Geschwindigkeiten funktionieren vollelektrisch, aber auch nur dann, wenn kein Drehmoment, keine Leistung abgerufen werden muss, weil der Wagen mehr oder weniger ebenerdig dahinsegelt.

 

Das Sparpotential ist sehr wohl vorhanden, insbesondere aber in dem eingeschränkten überwiegend urbanen Verkehrszyklus und dass dann nur mit einer sehr niedrigen Emotionsschwelle für den Fahrer. Freude kommt dann erst wieder beim Tanken auf!

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Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + ein Verbrauch von unter 4 Litern ist möglich, setzt aber eine sehr konsiquente Fahrweise voraus
  • + die Kernkompetenz des Yaris Hybrid liegt im Urbanen Bereich
  • - an die allzu weiche/indirekte Getriebesteuerung kann ich mich nicht gewöhnen.
  • - die Werksangabe für eine mögliche Reichweite von bis zu 1.000KM habe ich nicht annäherd geschafft
  • - die Werksangabe Sprint in 4 Sek. von 0 auf 50 rei elektrisch habe ich nicht geschafft
  • - Autobahntempo mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten sind nicht die Kernkompetenz

Fahrdynamik

4.0 von 5

Hauptargument für die Hybridtechnik ist das Einsparpotential an fossilen Kraftstoffen sowie unsere Umwelt belastende Abgase.

Aus diesem Grund habe ich ausgiebige Fahrtests unter unterschiedlichen Bedingungen durchgeführt. Der Einsatz des Toyota Yaris Hybrid als Verkehrsmittel im urbanen Einsatz, der tägliche staubelastete Weg zur Arbeit bzw. die typischen Wege zum Discounter o. ä. führte zu Nachtankmengen, die unter 4 Liter auf 100km lagen. Dies lag daran, dass der Motor im Stopp- und Go-Betrieb häufig rein elektrisch oder im ausrollenden Zustand den Verbrennungs-motor stoppt und sogar Ladekapazitäten über den Elektromotor generiert.

Je ungünstiger sich der Fahrteinsatz entwickelt, je weniger häufig die Abschaltung des Verbrennungsmotors erfolgt, desto näher kommen sich die Verbrauchswerte im Vergleich zu anderen sparsamen Kleinwagen.

200km Autobahn mit Tempomat bei 100km/h (GPS) erbrachte einen Geschwindigkeitsdurchschnitt von 85km/h und einen Verbrauchswert von 4,7 ltr./100km. Eine noch höhere Durchschnittsgeschwindigkeit von 100km/h

erbrachte eine Nachtankmenge von 19 ltr. auf einer Reichweite von 338km, was einem Verbrauch von 5,6 ltr. ergibt. Die Toyota Werksangabe für den rein elektrischen Sprint von 0-50km/h in 4 Sekunden habe ich trotz mehrfacher Versuche nicht geschafft, weil sich vor Erreichen dieser Geschwindigkeit der Verbrennungsmotor zugeschaltet hat.

Fazit:

Legt man Wert auf eine Ausnutzung der Elektrischen Fahrweise muss man deutliche Abstriche seitens der Dynamik akzeptieren. Das hohe Drehmoment des Elektroantriebs ist dem Antrieb nicht zu entlocken. Einem Ampelsprint oder stressigen Terminvorgaben sollte man vornherein eine Absage erteilen, zumindest dann, wenn man ökologisch „hybrid“ fahren möchte. Wenn dann noch Autobahnfahrten nicht zum alltäglichen Fahrtzyklus gehören kann man an der Tankstelle eine Vielzahl positiver Emotionen nachtanken. Der Yaris Hybrid bietet das Potential des sehr sparsamen Autos.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Wendekreis unter 10 Meter
  • + Lenkung schön direkt und leichtgängig
  • + Bremsen sehr angeehm und wirkungsvoll mit Scheibenbremsen vor. u. hi.
  • - Beschleunigung unter Ausnutzung der elektr. Energie eher deutlich verhalten

Komfort

3.5 von 5

Die Preise dem Toyota Yaris Hybrid starten bei 16.950 Euro. Ergänzend zur Serienausstattung

mit u.a. 7 Airbags und Klimaautomatik bzw. ab Ausstattung LIFE mit u.a. Zentralverriegelung mit Fernbedienung, lederbezogenem Lenkrad und Handbremshebel, Rückfahrkamera und Multimedia Audiosystem bietet die gefahrene CLUB Ausstattung zum Preis von 19.200 Euro 16Zoll Leichtmetallräder, Start/Stopp-Knopf, Nebelscheinwerfer und einen höhen-verstellbaren Sitz auch auf der Beifahrerseite.

Zusatzausstattung des Testwagens:

Navigationssystem Touch&Go 550 Euro

Komfortpaket mit Sichtsensor und Tempomat 700 Euro

Parkdistanzkontrolle hinten 350 Euro

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Geräuschkulisse sehr leise
  • + Bedienung intuitiv, schnelles Navi
  • + bei Zurückhaltender Fahrweise ist der Fahrmodus elektr./Benziner nicht wahrnehmbar
  • + Im EcoDrive Modus reduzieren sich die Verbraucher

Emotion

4.5 von 5

Legt man Wert auf eine Ausnutzung der Elektrischen Fahrweise muss man deutliche Abstriche seitens der Dynamik akzeptieren. Das hohe Drehmoment des Elektroantriebs ist dem Antrieb nicht zu entlocken. Einem Ampelsprint oder stressigen Terminvorgaben sollte man vornherein eine Absage erteilen, zumindest dann, wenn man ökologisch „hybrid“ fahren möchte. Wenn dann noch Autobahnfahrten nicht zum alltäglichen Fahrtzyklus gehören kann man an der Tankstelle eine Vielzahl positiver Emotionen nachtanken. Der Yaris Hybrid bietet das Potential des sehr sparsamen Autos.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Image Hybrid sparsam ökologisch
  • + ein wirklich verbrauchsgünstiges Fahrzeug
  • - als Fahrer muss man sich mit dieser Dynamik arrangieren

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Da der Yaris Hybrid weder über eine separate Kupplung, Anlasser oder Lichtmaschine verfügt, sinken auch die zu erwartenden Inspektions- und Ersatzteilkosten über die Laufzeit des Autolebens.

Die Aufwendungen für die jährlich zu entrichtende Kfz.-Steuer betragen 30 Euro.

Konkurrenzfahrzeug z.B. Honda Jazz Hybrid, dieser lässt jedoch eine rein elektrische Fahrweise nicht zu.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Als Zweitfahrzeug für den rein innerstädtischen Einsatz, für den täglichen Stau auf dem Weg zur Arbeitsstelle ist der Yaris unbedingt zu empfehlen. Bei Terminstress, eine längere Autobahnfahrt, das Fahren in topografisch anspruchsvollen Gegenden gibt es geeignetere Fahrzeuge.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 1

22.09.2013 12:52    |    Gnubbel

Zitat:

Die Toyota Werksangabe für den rein elektrischen Sprint von 0-50km/h in 4 Sekunden habe ich trotz mehrfacher Versuche nicht geschafft, weil sich vor Erreichen dieser Geschwindigkeit der Verbrennungsmotor zugeschaltet hat.

Wo finde ich diese Werksangabe? Ich fahre einen Yaris HSD, kenne diese Angabe aber nicht und habe sie bisher nirgends gesehen.

Das rein elektrische fahren ist ja auch nicht die Hauptaufgabe eines Hybriden (das ist Aufgabe eines E-Autos) sondern die elektrische Unterstützung des Verbrenners wo es sinnvoll ist. Deshalb ist das elektrische sprinten wollen für mich beim Hybriden auch sinnlos. In Verbindung mit dem Verbrenner geht es aber durchaus sehr flott zur Sache wenn die Ampel grün wird, man kann mit dem Yaris HSD im Stadtverkehr sehr flott mitschwimmen und ist alles andere als ein Verkehrshindernis. Man muss im Einzelfall sogar aufpassen dem Vordermann nicht zu nahe zu kommen wenn er durch Schaltpausen eine Beschleunigungspause einlegt, dadurch das der Yaris HSD kein Schaltgetriebe besitzt und weder kuppelt noch schaltet beschleunigt er "im ganzen Stück". Im Stadtverkehr übrigens sehr entspannend zu fahren, ich liebe das...


15.10.2013 14:22    |    eddy.33

ich fahre den Club ohne Hybrid, sagtmal wie kommt ihr auf so einen kleinen Wendekreis? :O


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