Toyota Proace Verso 6 d-Temp 130 kw 8-Gang-/ Achtgang-Automatik 2.0 D 177 PS Test Vor- und Nachteile #212657
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Toyota Proace Verso 6 d-Temp 130 kw 8-Gang-/ Achtgang-Automatik 2.0 D 177 PS Test Vor- und Nachteile

27.11.2018 17:01    |   Bericht erstellt von Proace-Traveller-PSA

Testfahrzeug Toyota Proace 2 (V) 2.0 D Verso
Leistung 177 PS / 130 Kw
Hubraum 1997
Aufbauart Van
Kilometerstand 6000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 9/2018
Nutzungssituation Dienstwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von Proace-Traveller-PSA 2.5 von 5
weitere Tests zu Toyota Proace 2 (V) anzeigen Gesamtwertung Toyota Proace 2 (V) 4.0 von 5
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Einleitung

6.000 km Tests u.A. auf ADAC-Test-Trainings-Gelände Augsburg sowie tägliche Fahrten mit Objektiv-Tests.

Karosserie

3.0 von 5

Fehlkonstruktionen:

- Fußheizung ohne Funktion: Füße bleiben kalt. ->siehe Komfort

 

- !!Sicherungen: unzugänglich ohne Werkzeug und Zerlegearbeiten s. Foto da kommst Du echt nicht ran - komplett hinter 12 cm dickem Elektro-Zeug verbaut! Fehlkonstruktion: Wenn man unterwegs eine Sicherung tauschen möchte, muß man den ADAC rufen! Typisches NoGo !

 

- rechtes Knie aufgepasst: der Gang-Wahlhebel in der Mitte hätte beim Automatik -auch lt.Verkäufer- ans Lenkrad gehört ->wie bei Ami´s seit 70 Jahren. Dann wäre das rechte Knie des Fahrers nicht schon bei geringem Aufprall so schnell zertrümmert! -> Kniefreiheit für Langstrecken = Fehlanzeige! ->Auf Kurzstrecken kann man das Knie daneben halten.

Hier wurde einfach die Form des Schalters übernommen. Aber selbst für den Knauf bei der Schalt-Variante wäre eine andere Formgebung sicherer: Man bedenke, dass Toyota seit 15 Jahren mit serienmäßigem Knie-Airbag (im Avensis, gefolgt vom Corolla Verso,...) viele Knie gerettet hat.

->Und nun dieser Rückschritt. Schade!

 

- Übersichtlichkeit: Beim Rückwärtsfahren wird man von der Rückfahrkamera unterstützt, das ist OK (auch wenn die gewählte Position am Kennzeichen nicht so gute Übersicht bietet, wie eine höhere Position. Vorzugsweise innerhalb der Scheibe. ->Denn so bringt sie jetzt nur bei schönen Wetter und frisch geputzt etwas!! das wäre innerhalb der Scheibe besser).

Richtig behindert wird die Sicht aber bei jeder Fahrt durch die heute immer breiter werdenden Säulen! Gefährlich! Mit einem besseren Sicherheits-/ und Material-Konzept wäre das auch anders möglich: Man könnte die Säulen mit hochwertigerem Material dünner gestalten ohne Einbußen der Sicherheit. Die Folge derartiger plumper Bauweise: die Unfälle aufgrund immer größerer Toter Winkel nehmen zu! (auch lt. ADAC)

 

- Getränkehalter: lt. Verkäufer langt der zwar nicht für ´ne Maß (bayrisch: ein Liter-Glas mit Bier), jedoch auf jeden Fall für ´ne Halbe (also 0,5ér) :

das ist aber leider falsch: denn eine Standard 0,5 Liter Euro-Flasche scheppert und schlägt an der Windschutzscheibe! Glas an Glas! natürlich nicht nur eine Bierflasche, sondern jedes Getränk! beim rausziehen kann man damit auch die Scheibe reißen -v.A.wenn Scheibe kalt oder im Sommer durch Klimaanlage unter Spannung. =Fehlkonstruktion, s. Fotos. NoGo.

 

-die Oberflächenmängel sind sehr unschön, betrifft hauptsächlich fast alle längeren Kunststoffteile: "Rotznasen" + Dellen. Zuviel Lack zu schnell verarbeitet. Aber auch Blechteile: Vordere Türen sowie Schiebetür und Kotflügel hinten: hier sind es Knicke. leicht aber ersichtlich: deutet auf dahinterliegende Streben hin, welche dagegen drücken.

Sehr unschön bei einem Neufahrzeug ->und eine Unfall-Instandsetzung hätten viele so nicht akzeptiert! (Da ich in der Auto-Lackiererei und Unfall-Instandsetzung gearbeitet habe, weiß ich, wovon ich rede). Leider bislang nur 25% Kulanz auf eine Inspektion, was ein Armutszeugnis für die uns versprochene und angeblich so tolle Kulanz von Toyota ist. Massive Unterschiede zu der Zeit, in der Toyota noch ohne die PSA-Gruppe (mit Peugeot und Citroen) produzierte. z.B.damals den Hiace.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Platzangebot Für einen Bus soweit gerade OK. Für Europäer, welche aktuell durchschnittlich eher größer werden wird es ab 180 je nach Beinlänge grenzwertig! Für mich (mit 179) etwas zu eng -> aber da ich verhältnismäßig lange Beine hab hier nicht als Minuspunkt
  • - Qualität naja: Lüftung Fehlkonstruktion s.Komfort
  • - Sicherungen Fehlkonstruktion: nicht zugänglich!!!
  • - Armaturenbrett gefährlich für´s Knie ->im Bereich Schaltknauf / Gangwahlrad
  • - Außenspiegel etwas zu klein - die Säulen dafür zu dick= unübersichtlich!
  • - Getränke schlagen gegen die Windschutzscheibe
  • - Lackierung/ Oberfläche: stellenweise wie schlechte Unfallinstandsetzung

Antrieb

3.0 von 5

Automatikgetriebe hat erhebliche Schwäche bei Kälte:

Bei Kaltstart spätestens unter 8°C "rutschen die Gänge durch" und wird schon bei Tempo 60 der siebte Gang angezeigt und dreht beim beschleunigen über 3.000 U/min (normal = 1.240 U/min).

-> Dauert einige Minuten, =Sogenannter Schlupf

-> Während dem beschleunigt der Proace deutlich schlechter als gewohnt,

-> was beim Einfädeln in den Verkehr auch mal gefährlich wird.

Wird vor dem Kauf aber verschwiegen. Wahrscheinlich wg. Unwissenheit. Zumindest unser Autohaus München hat bis heute keine Erklärung dafür.

Bilder zeigen 7. und 8. Gang bei Tempo 70 kalt / drehen höher als der 4. bei 70 warm = nicht möglich bzw. nicht normal! Punktabzug bei Getriebe.

Wenn es dann wieder normal schaltet ist Durchzug und Schaltung gut.

Galerie
Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Durchzug gleichmäßig
  • - Getriebe hat verschwiegene Schwächen bei Kälte: Schlupf = Gänge rutschen durch
  • - beschleunigt dann nicht wie gewohnt = Gefahr beim Einfädeln.
  • - kostet zusätzlichen Sprit wg. höherer Drehzahl

Fahrdynamik

2.0 von 5

Elchtest: das Fahrzeug kippt nicht, lässt sich auch bei Ausbruch / Über- und Untersteuern gut abfangen. Bei Drehung zumindest wenn man schnell genug lenkt (s.U. -...)

+ Die Lenkung ist für einen Bus mit Frontantrieb verhältnismäßig sehr

leichtgängig - was beim Einparken positiv ist!

 

- der Nachteil daran: Die leichtgängige Lenkung wurde nicht etwa über eine größere /stärkere Servopumpe gelöst wie bei z.B. amerikanischen oder höherklassigen FZGn, da dies u.A. auch mehr Kraftstoff kostet - Sondern dies wurde über eine größere Übersetzung gelöst. Nachteil dabei: In Kurven muß wesentlich mehr "gekurbelt" also gelenkt werden, als üblich. Und schnelles Ausweichen = Fehlanzeige. die Slalom-Test´s waren entsprechend anstrengend und nervig: Während bei anderen Autos der gleiche Slalom ohne Umgreifen funktioniert, geht das beimProace /Traveller / Spacetourer kaum ohne die Finger zu brechen oder nur mit Umgreifen - was so schnell aber nicht geht!

Man muß also sehr schnell sein und sich daran gewöhnen, um nicht in den Gegenverkehr o.Ä. zu gelangen.

-> siehe auch guten Auto-Motor-Sport-Test eben entdeckt: Lenkung ab Minute 3:50 https://youtu.be/-Wfn5uhsW84

 

- Der lange Leerweg an der Bremse ist in meinen Augen gefährlich: das hab ich bei den letzten 22 Autos fast aller Hersteller noch nicht erlebt. Schlimm war es mal bei einem über 20 Jahre alten LKW, mit dem ich immer für Messebau fahren durfte - aber beim Proace ist es nun genauso schlimm. Wenn die Bremse dann mal kommt, dann packt sie gut und haut´s die Kinder regelmäßig in den Gurt. (weil man während der Nicht-Wirkung automatisch das Bremspedal zunehmend schneller drückt, je näher man einem Hindernis kommt. und dann auf ein mal... bamm)

Galerie
Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Wenn das Getriebe warm ist und ordnungsgemäß schaltet, ist die Beschleunigung sehr ordentlich: Durch die Acht-gang-Automakit sogar besser (v. 0 auf 100), als beim Corolla Verso (6-Gang) mit gleichen PS, welcher über 200 Kg weniger Gewicht und über 10% mehr Motor -Hubraum hatte!
  • + Lenkung geht leicht, aber dafür
  • - ist die Übersetzung zu groß / indirekt = VIEL Kurbeln nötig
  • - -> die Wendigkeit schnell auszuweichen ist damit nicht gegeben. Slalomtest entsprechend nervig gewesen
  • - -> damit kommt man schnell in den Gegenverkehr
  • - gefährlicher Leerweg des Bremspedals bis die Bremse das Bremsen anfängt, dann haut es einen dafür um so mehr in den Gurt

Komfort

3.0 von 5

Die Federung soweit gut! Viele Fahrwerke wie F..d und O..l wären schwammiger.

 

- Heizung / Lüftung: ist wohl neben den Sitzen eines der Haupt-Faktoren für den Komfort: da passt leider etwas gar nicht: Wer kalte Füße hat, der wird die auch behalten. Und wer (vor allem im Winter) zudem auch noch nasse Füße hat, wird auch diese behalten müssen und somit im Proace eher krank werden als in einem anderen Auto: denn die Füße sind der äußerste Punkt im Blutkreislauf und zugleich der wichtigste und effektivste Punk, um nicht auszukühlen. Hier versagt der Proace komplett: die Füße beginnen frühestens nach einer halben Stunde warm zu werden, und das erst über den komplett geheizten Innenraum! Nicht über die Fuß-Lüftungs-Stellung. Dann wird es aber für Innen zu unangenehm und ist man oft eh schon am Ziel. Mit kalten Füßen. Denn stellt man die Lüftung nur auf die Füße, kommt die Luft nicht / fast nicht an den Füßen, sondern hauptsächlich in der Mitte an den Armaturenbrett-Düsen raus. obwohl diese aus geschaltet sind! Leider Fehlkonstruktion. NoGo.!

 

Zudem ist unsere Heizung für hinten (2.+3. Sitzreihe) komplett ausgefallen und bläst nur noch kalt - das ist aber kein Grund für Abwertung hier gewesen, da es offensichtlich ein Defekt an unserem Proace ist, welcher behoben werden muß. die Punkte-Vergabe hier unten bezieht sich nur auf die Fehlfunktionen Füße und versagende Klappensteuerung der Zonen. (Ok, schlechter hätte die Wertung allerdings eh nicht mehr sein können...)

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Sitze für einen Bus OK
  • + sehr positiv: sind die einzeln verstellbaren Lehnen auch bei der zweier-Bank mitte / hinten. das erhöht den Komfort
  • + die Geräuschkulisse ist für so einen Bus sehr gut: erreicht wird dies mit sehr dicken Dichtungen und weiteren funktionierenden Entwicklungen.
  • - die Heizung Lüftung im für Fond / vorne für den Fußbereich ist eine Fehlkonstruktion - da geht einfach vergleichsweise und gefühlt gar nix.
  • - wie bei Karosserie wg. Sicherheit auch hier wg. Komfort: der Gang-Wahlhebel in der Mitte wäre beim Automatik (auch lt.Verkäufer) am Lenkrad besser (per Hebel wie bei Ami´s seit 70 Jahren). Ist für rechtes Knie des Fahrers gefährlich und gibt auch für Komfort Abzüge! wg. Langstrecken (denn auf Kurzstrecken hat man das Knie daneben und passt das) das ist schade.

Emotion

1.0 von 5

- Design-Abzüge wegen den beschriebenen Oberflächen- Lack-Mängeln und auch sonst kein besonderes Design, -aber auch nicht langweilig oder plump und deshalb nicht die schlechteste Wertung

 

Emotion:

Man sollte aufgrund der vielen -und Toyota unüblichen- Mängel (Heizung, Lüftung, Sicherungen, Lack/ Oberfläche, Lenkung, Bremse, Getriebe) besser versuchen, erst gar keine Emotionen aufkommen zu lassen.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Temperament, naja, wenn das Getriebe auf Temperatur ist und sich bereit erklärt hat zu schalten, dann oft sehr temperamentvoll hoch und runter. Viel Schaltvorgänge, ist aber beim Acht-Gang auch logisch, da eben zwei Gänge mehr als der vorige sechs-Gang-Automat. Ich bevorzuge hier die Manuelle Schaltmöglichkeit über die Lenkrad-Wippen: Somit hier positive Bewertung
  • + da die Emotion relativ ist, hier ganz sachlich: unsere Emotionen wachsen aus den folgenden Kontra´s (und die Emotion könnt Ihr Euch dann entsprechend vorstellen)
  • - Design-Abzüge siehe Karosserie / Oberfläche / Lack
  • - Heizung / Lüftung mangelhaft
  • - Lenkung zu indirekt siehe auch bei Minute 03:50 in: https://youtu.be/-Wfn5uhsW84
  • - Bremse Leerweg
  • - Automatik-Getriebe: hier werden Schwächen bei Kälte verschwiegen
  • - Sicherungen unzugänglich und nicht in Anleitung beschrieben wie man da ran kommt!! NoGo
  • - Alleine wg. den Oberflächenmängeln wurde uns bei Abholung des !Neuwagens! die ausdrückliche Kulanz von Toyota zugesagt. Diese wurde noch nicht mal ansatzweise eingehalten (bislang!, wenn sich hier etwas ändert, werde ich sofort korrigieren)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Wer ein neues Auto sucht,

- dessen Oberfläche halt Stellenweise nach Unfallauto aussieht

- bei dem nicht unbedingt die Füße warm werden müssen und

- bei dem man dafür vor jeder jeder Kreuzung und jedem Hindernis ins schwitzen kommt, wenn man langsam abbremsen möchte da die Bremse erst nicht geht und dann irgendwann plötzlich um so mehr

- das bei Automatik auch mal nicht zieht und nicht schaltet wenns kalt ist

- das einzeln verstellbare Lehnen hat,

- das nachweislich sauberer läuft als VW oder sonstige Ruß-Stinker mit vergleichbarem Motor und dennoch

- günstiger ist als die,

für den ist so ein PSA (egal ob Toyota Proace oder einer der anderen zwei) sicher schon OK

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Wir hatten einen Toyota Hiace: am Ende 19 Jahre alt mit 270 tkm, nie was gewesen!

Wir hatten einen Toyota Corolla Verso 177 PS: am Ende knapp 10 Jahre mit 250.000km. das einzige waren mal vorne die Radlager (aber auch durch meine Fahrweise) -> war Tüv-Report-Sieger 2009 + auf Platz 2 für alte Autos hinter Porsche Carerra: 2016 + 2017 + 2018. Fahrwerk z.B.: also Die Spurstangenköpfe +Stoßdämpfer alles war noch original und bei Tempo 220 auf der Autobahn noch sichererer als bei jedem deutschem mit dem Alter. -> ein weißes Tempo konnte man wie in der Werbung vor 10 Jahren auch noch nach 250.000km auf den Auspuff drücken und es blieb weiß. Da hatte Toyota ganze Arbeit geleistet.

Das waren noch echte Toyota.

Und dann kam die Gemeinschaftsproduktion mit PSA also mit Peugeot und Citroen. ...

Sehr schade.

Gesamtwertung: 2.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 2.5 von 5 möglichen Sternen
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