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Toyota Prius 3 (XW3) 1.8 Test

26.06.2017 00:21    |   Bericht erstellt von Kamui77

Testfahrzeug Toyota Prius 3 (XW3) 1.8
Leistung 136 PS / 100 Kw
Hubraum 1798
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 107000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 12/2009
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von Kamui77 4.5 von 5
weitere Tests zu Toyota Prius 3 (XW3) anzeigen Gesamtwertung Toyota Prius 3 (XW3) 4.0 von 5
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Einleitung

Der Prius 3 (XW3) folgte als Nachfolger auf den Auris I (E150). Ich konnte das Faceliftmodell 2014 Probefahren und habe mich 2017 für ein gebrauchtes Vorfaceliftmodell entschieden.

Galerie

Karosserie

4.0 von 5

Man hat im Prius III als Fahrer und Beifahrer sehr viel Platz und das kann ich mit 2,00m Körpergröße guten Gewissens sagen. Der Platz kommt dabei vor allem von der Länge des Fahrzeugs. Hinten haben auch die Fondspassagiere viel Platz und vor allem Beinfreiheit, nur das stark abfallende Dach ist der Aerodynamik geschuldet. Wenn man sich etwas reinlümmelt hat man auf jeden Fall Platz.

 

Der Kofferraum bietet ordentlich Platz, wird aber in der Höhe durch das abfallende Dach eingeschränkt. Als Puspunkt muß gesagt werden, dass es hier keine Ladekante gibt und die Sitze sich absolut flach umklappen lasssen.

 

Bei der Übersichtlichkeit gibt es Licht und Schatten. Wie bei vielen aktuellen Fahrzeugen sieht man die Motorhaube nichtmehr und kann nur schwer abschätzen, wo der Wagen aufhört. Dafür hat man eine gute Sicht nach hinten - die Scheibe ist zwar durch den Spoiler zweigeteilt, bietet dafür aber eine größere Glasfläche als andere Fahrzeuge.

 

Das Material auf dem Dashboard besteht aus recycletem Hartplastik, der Klang der Türen ist blechern und liegt hinter dem von europäischen Toyota Modellen zurück

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Van-artiger Aufbau bietet viel Platz für Fahrer und Passagiere
  • - Einsparungen bei der Materialqualität im Innenraum

Antrieb

5.0 von 5

Der Toyota HSD Antrieb ist eine Klasse für sich. Wie den meisten bekannt sein sollte, hat man einen mittels Atkinson-Zyklus gedrosselten Saugmotor großen Hubraums in Verbindung mit zwei Elektromotoren, von denen einer den Antrieb übernimmt.

 

Solange noch etwas Ladung in den Akkus ist (und das ist in den meisten Fahrsituationen der Fall) kann man auch die 100kW Motorleistung aus dem System abrufen.

 

Bein Durchzug an Berganfahrten verhält sich der Prius wie jedes andere Fahrzeug mit Saugmotor - die übersetzung wird angepasst und der Motor dreht höher.

 

Bezüglich der Drehfreude verhält es sich so, dass der Wagen bei ca. 5500 Touren abgeriegelt ist, dafür aber mit der zusätzlichen Kraft eines Elektromotors unterstützt wird und frühzeitig Drehmoment bekommt.

 

Das Getriebe/Schaltverhalten ist ein Traum. e-CVT, es gibt derzeit nichts besseres.

 

Der Verbrauch ist niedrig und man kann dementsprechend hohe Reichweiten erreichen. Wer etwas sediert und gleichmäßig fährt, der kommt auch mit Landstraße und Autobahn auf einen Schnitt von 4,4L/100km. Fährt man die Leistung des Wagens aus und legt auch mal Sprints hin, kommt man auf 5,6L/100km.

 

Die Behauptung dass ein Hybrid auf der Autobahn nichts bringt ist durchgehend falsch, wenn man sich den Prius vornimmt. Hier sorgen die hervorragende Aerodynamik und der hohe Wirkungsgrad des Atkinsonmotors (38.5%) für Verbrauchswerte, bei denen sich auch mit einem Diesel sehr anstrengen muss um vergleichbares zu erreichen.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + hochmoderner und Komfortabler Antrieb
  • - Zum erreichen der Verbrauchsrekorde ist viel Disziplin und Ruhe nötig.

Fahrdynamik

4.0 von 5

Mein Prius kommt mit 17Zoll Felgen und 215er Reifen, was zusätzlich zum langen Randstand für einen großen Wendekreis sorgt.

 

Der Prius kann sich beim Beschleunigen unter Berücksichtigung des Fahrzeuggewichts und der Getriebeauslösung absolut mit europäischen Turbobenzinern messen. Witziges Detail am Rande: Durch das sofort bereitstehende Drehmoment des Elektromotors kann man beim Ampelrennen im Power-Modus nahezu jedem GTI, Audi, BMW oder Mercedes auf den ersten Metern die Rücklichter zeigen.

 

Die Lenkung ist elektrisch und auf Komfort ausgelegt. Bei den Bremsen muss man sich an die Rekuperationspunkte gewöhnen, der Wagen bremst anders als man es von herkömmlichen Benzinern gewohnt ist.

 

Fahr- und Kurvenverhalten sind ausgeglichen und sicher. Bei der Wendigkeit bekommt man es wieder mit der Größe des Fahrzeugs zu tun. Insgesamt ist der Wagen auf Komfort ausgelegt.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Neutrales und Komfortables Fahrverhalten
  • - Großer Wendekreis

Komfort

5.0 von 5

Die Federung ist Toyotatypisch komfortabel ausgelegt, jedoch bietet das Vorfaceliftmodell noch Raum zur Verbesserung.

 

Die Sitze sind vorne wie hinten sehr bequem und bieten zusammen mit dem reichlich zur Verfügung stehenden Raum das Gefühl einer höheren Fahrzeugklasse.

 

Bezüglich der Innengeräusch kann man sagen, das man mit dem Wagen im Stadtverkehr flüsterleise unterwegs ist und auch noch auf der Autobahn bis 140km/h seine Ruhe hat.

 

Die Bedienung ist hervorragend, mit Head Up Display und eingespielten Navi-Informationen geht es eigentlich garnicht besser. Viele Dinge lassen sich auch über die Lenkradtasten steuern.

 

Bei Heizung und Klima gibt es nichts auszusetzen.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Head up Display schlägt aller anderen Anzeigeformen
  • - Sitze sind nicht für enge Kurvenfahrten gedacht

Emotion

5.0 von 5

Beim Punkt Emotion polarisiert der Prius, wie auch schon einige Fahrzeuge vor ihm (z.B. der Honda Civic VIII). Das Design wirkt sehr dynamisch und im Innenraum sitzt man wie in einem Raumschiff. Das direkte Gegenteil zum langweiligen VW Golf, welcher seit Jahren immer wieder im gleichen Look erscheint.

 

Am Ende läuft es auf folgendes hinaus: Technik-Fans werden das Auto lieben, verkalkte Biedermänner werden es hassen.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Raumschiff Prius
  • - soweit nichts

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Ich kann das Fahrzeug jedem empfehlen, der eine sparsame und geräumige Hatchback-Limousine sucht und dazu noch ein Faible für moderne Technik hat.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Ich kann das Fahrzeug nicht für die Leute empfehlen, die gerne auf Analoguhren schauen und bei denen es ruckeln muss um Spaß beim Autofahren zu haben.

Gesamtwertung: 4.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 1

06.07.2017 09:51    |    meehster

Das deckt sich sehr mit meinen Alltagserfahrungen.

 

Schön wie Du die Sicht nach hinten durch das untere Fenster gewürdigt hast. Daß da noch ein Fenster ist und man daher zumindest nach hinten eine recht gute Übersicht hat, wird oft vergessen.

 

Der Platz im Innenraum macht den Prius eigentlich auch zu dem besten Familienauto oder zumindest einem der besten mit diesen Außenabmaßen. Ich weiß, Du bist aktuell nicht betroffen, aber von den Autos, die offiziell zur Kompaktklasse zählen, kann kein anderes zwei Kindersitze so gut aufnehmen wie der Prius.

 

Für noch mehr Komfort habe ich die Spritzwand und die Türen dämmen lassen. Dadurch ist es nicht nur leiser, sondern klingt auch deutlich weniger blechern beim Türzuschlagen. OK, ich habe es eigentlich wegen eines Hifi-Ausbaus (mit)machen lassen, der Musikklang wrd dadurch auch deutlich besser ;)

 

Die kleineren Felgen bringen komfortseitig auch etwas. Als ich meinen gekauft hatte, waren da auch die großen Felgen drauf, mit den kleineren hat man neben besserem Komfort auch eine größere Reifenauswahl, weil die andere Reifengröße gängiger ist.

 

Es gab und gibt noch ein paar störende Kleinigkeiten wie den Rückwärtsfahrpiepser und daß ich beim Schiebedach mehrfach auf Öffnen drücken muß, um es ganz zu öffnen, aber das ist verschmerzbar.

 

Tolle Farbe übrigens :D


07.07.2017 19:10    |    Kamui77

Vielen Dank meehster. :D

 

Ich liege jetzt im Durchschnittsverbrauch bei 5.0 Liter und bin damit sehr zufrieden. Auf der Autobahn ist der Prius jedesmal eine Freude. Beim Klangkomfort bin ich zufrieden und habe keine besonderen Ansprüche, gleiches gilt dann auch für die Reifengröße.

 

Mein Idealfahrzeug wäre der Honda Freed Hybrid gewesen, da hätte ich Raumschiff-Cockpit mit elektrischen Schiebetüren und mehr Platz für Familie und Freunde gehabt - leider wäre das nur in Japan möglich gewesen.


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