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Tesla der zweite - Model S Model S P85+ Test

30.07.2015 01:14    |   Bericht erstellt von dean7777

Testfahrzeug Tesla Model S Model S P85
Leistung 476 PS / 350 Kw
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 35000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 12/2014
Nutzungssituation Dienstwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von dean7777 5.0 von 5
weitere Tests zu Tesla Model S anzeigen Gesamtwertung Tesla Model S 4.5 von 5
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Einleitung

Nach 45 Tage und mehr als 6.000 km ist mein neuer P85+ (ehemalige Vorführauto) mehr als würdiger Nachfolger des S85.

 

Im Unterschied zum ersten Model S hat der neue alle Extras bis auf Kindersitze im Fond. Da ich diesen Wagen als ehemaliges Vorführauto gekauft habe hatte ich damit keinen Einfluss auf Ausstattung. Ich habe mehrmals behauptet dass die Luftfederung nicht unbedingt ein Muss ist…und stehe weiter zu diesem Punkt. Es ist eine eher Spielerei und für manche Tesla Fahrer sogar sehr wichtig weil die sonst nicht in die Garage reinfahren könnten… Durch den langen Radabstand ist so eine tiefe Garage schon sehr heikel für Model S… da hilft die Stellung der Federung „ganz hoch“ und das Auto wird deutlich höher – und dann passt mit der Garage auch.

 

Da ich nur meine subjektive Erfahrungen hier beschreibe heißt das nicht dass alles automatisch das für jeden anderen Tesla (oder zukünftigen) Fahrer passt. Jeder ist Individuum für sich und nur mache Momente überschneiden sich miteinander…

Der P85+ ist ehemalige Topmodel und war bis vor dem Erscheinung von P85D der 4 Sekunden Tesla (0-100 km/h)… Das sind etwas über 1,5 Sec schneller gegenüber S85 der in meinen Augen sehr flottes Auto war. Nun da ich etwas experimentierfreudig bin habe ich anstatt 265 mm die 295 mmm breite Reifen auf der Hinterachse probiert und festgestellt das wenn mehr Gripp da ist die Werksangaben 4,2 Sec von 0-100 km/h zum toppen sind! Nach mehreren Versuchen schaffte ich sogar 3,9 sec… was nicht unbedingt der Ziel war… es sollte nur darstellen was für eine Kraft in der Hinterachse steckt!

Ich fahre täglich unspektakulär und bin ein 200 Wat/km Fahrer … also eher gleichmäßig und ohne quietschenden Reifen unterwegs.

Da wären wir bei der Verbrauch… gegenüber den S85 ist der P85+ „durstiger“ …weil der serienmäßig 21 Zoll asymmetrische Räder fährt… Es ist nicht viel aber es macht so gute 15 – 25 km Reichweite bei volle Batterie bei gleicher Fahrweise aus… Ich habe auch mit 19 Zoll Räder probiert aber da sammle ich noch die Erfahrungen und werden hier posten.

Dieser P85+ ist einer der letzten seiner Zunft… der hat noch Heckantrieb aber schon alle Neuerungen bezüglich Sensorik und Autopilot.

Mich hat der Radar gesteuerte Tempomat interessiert – aber nach einigen Versuchen bin ich von der Steuerung enttäuscht – übrigens in der aktuelle C und E Klasse von Mercedes ist der gleiche Teil verbaut und funktioniert – genauso schlecht. Das Problem für mich ist bei überholen… setze ich den linken Blinker an – beschleunigt der Wagen sanft aber fast auf Überholspur gelangt – bremst der wieder … und kurz danach gibt der wieder Tempo… so fährt und überholt kein Mensch… das soll nachgebessert werden… ich hoffe das mit kommenden Updates in die Geschichte geht…

 

Eben…Updates… das ist das interessanteste beim Model S… bis jetzt wurden immer wieder Sachen und Bauteile verbessert… bei jedem Update wird was freigeschaltet… Navigationsoftware aktualisiert… wie beim Smartphone … ich sagte mal schon…Model S ist ein iPad (Tablett) auf vier Rädern…

Seit heute habe ich über 8.000 km mit dem neuen und der hat jetzt knapp 40.000 auf der Uhr… Ich habe vor den Wagen mindestens weitere 3 Jahre zu behalten und fahren so schätze ich das der dann knapp über 200.000 km haben würden…

Ich würde abwarten und meine Erfahrungen je 20.000 km hier vervollständigen so dass interessierte Leser mir ruhig die Fragen stellen dürfen.

 

UPDATE nach über meinen 20.000 km

 

Nun habe ich etwas mehr als 23.000 km mit meinem „neuen“ Model S problemlos verbracht. Das Fahrzeug hat jetzt 52.000 km auf der Uhr. Seit zwei Wochen fahre ich mit dem System 7 und dem freigeschalteten Autopilot. Da ich viel Zeit auf Autobahnen verwende (A6 und A5) die voll mit Baustellen und entsprechend dicht sind… ist der Autopilot gar keine schlechte Sache! Stop und go Verkehr ist spielend leicht zu bewältigen und bei längeren tempolimitierten Autobahnabschnitten sehr gute Alternative zum einfachen Tempomat.

Hände müssen dabei am Lenkrad sein, was ich auch richtig finde, so dass die Kontrolle über das Fahrzeug beim Fahrer steht.

Das Cockpit präsentiert sich etwas aufgeräumt und aus meiner Sicht mit sinnvolleren Informationen als vorher. Mein Eindruck ist das die Bedienung von großen Display auch etwas flinker und leichter ist. Die grafische Auffrischung ist auch sehr gelungen.

Inzwischen probiert Tesla eine Anhängerkupplung an und es ist zu erwarten dass die genauso wie beim Model X bald auch für Model S zur Verfügung stehen würde.

Seit heute (Freitag der 13. 2015) haben wir in Europa 200 Supercharger mit ca. 1350 Ladestellen! Alle kostenlos für Model S&X zu benutzen! Diese Lader sind die wichtigsten Argumenten für einen Tesla. Damit sind längere (Urlaub) Fahrten problemlos möglich.

Ich war mit meinem Model S drei mal in Kroatien, jedes mal geschäftlich und bei einem habe ich den Urlaub dran-gehängt. Bei dem zweiten Besuch in Kroatien habe ich den ersten Kroatischen Supercharger besucht und dank dessen ohne viel Wartezeit mit vollen Batterien wieder nach Norden gesteuert.

Auch in Deutschland und Österreich verdichten sich die Lademöglichkeiten sehr schnell. In Österreich wächst die Zahl von Multilader sehr schnell! Für Tesla Fahrer die diese Lademöglichkeiten nutzen möchten wäre ein Chademo Adapter von Vorteil weil dann die Ladezeiten sich um 2,5 fache verkürzen gegenüber Typ 2 AC 22 kW. Bezahlt wird einfach per EC Karte! Dieser Art von Ladern ist zunehmend auch in Deutschland zu finden vor allem ALDI SÜD baut welche auf. Dort ist für eine Stunde stromzapfen kostenlos!

 

Am 24.10.2015 habe ich mit weiteren Tesla und Porsche Fahrern bei einem Sicherheitstraining auf der Teststrecke in Boxberg teilgenommen. Es war sehr interessant gewesen eigenes Auto auf die Grenzen des machbares zu bewegen. Es kostete einiges am Reifen aber auch sehr viel Strom (bei Verbrenner – Sprit) immer mit Vollgas und Vollbremsung unterwegs zu sein. Aber die Erfahrung war es wert! Nach diesen Sicherheitstests bin ich vom Tesla noch mehr begeistert!

 

Nun kommt das Winter und ich habe meinem Model S die „Winterschuhe“ angezogen. Die sind etwas lauter aber deutlich sparsamer gegenüber meinen sehr breiten Sommerreifen!

Weitere Berichte und Bilder werden folgen…

 

Aktuell 84.000 km auf dem Tacho!

 

Alles läuft prima und ein Paar Kleinigkeiten hat Tesla Service Center in Frankfurt perfekt und sehr schnell gelöst. Ich bereite meinen Bericht und würde in ein Paar Tage hier ausführlicher schreiben.

Galerie

Karosserie

5.0 von 5

Panoramadach ermöglicht auch größeren Menschen (ab 1.90cm) entspannte Sitzposition auf Rücksitzen. Die vergrößerte Kopfstützen gegenüber den ersten Model bieten mehr Sicherheit aber behindern die Sicht nach hinten...

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Sehr viel Platz im Innenraum
  • + Dank Glasdach keine Sitzprobleme für Menschen über 1.90cm hinten
  • + Bessere Beleuchtung im Kofferraum
  • - Durch vergrößerte Kopfstützen schlechtere Sicht nach hinten

Antrieb

5.0 von 5

Tesla Model S ist mit 2,2 to kein Leichtgewicht und trotzdem fährt sich diese Auto so einfach und leicht... wie ein Kleinwagen. P85+ ist kein Allrad-ler. Lenkung ist direkt und nicht schwammig, lässt sich leicht anpassen und einstellen. Wendekreis begeistert mich täglich!

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Phänomenale Beschleunigungswerten
  • + Dauerhafte Leistungsabruf ohne degradierung
  • - keine

Fahrdynamik

5.0 von 5

Sehr agil, spontan, einfach toll! Je nach Reichweite und dem Ziel lässt sich ganz entspannt am Autobahn reisen.

Parken ist trotz der Größe von 2x5 Meter kein Problem da die Sensorik und die Lenkung sehr gut miteinander funktionieren.

Mit einem freigeschaltetem Autopilot parkt mein Auto demnächst von alleine.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Sehr Agil
  • + Phänomenale Beschleunigungswerte
  • - Keine

Komfort

5.0 von 5

Leider gab es bei meinem Auto noch keine Sportsitze der zweiter Generation...sonst wären die schon drin...

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Auch mit 21 Zoll Rädern sehr leise
  • - Ich hätte sehr gern die Sportsitze aus aktuelle Baureihe

Emotion

5.0 von 5

Mich begrüßen viele Jugendliche täglich in vielen Städten. Tesla hat ein unglaublich gutes und positives Image

 

Das Design des Model S ist ein absolutes Highlife!

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Geniales Design
  • - Fehlende Mittelkonsole muss nachgekauft werden

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

1. Sehr gutes Design

2. Einzigartiges Antriebskonzept mit enorm viel Leistung

3. Sehr großer Kofferraum (Kofferräume)

4. Perfektes Touchscreen und Infotainment

5. Supercharger Netzwerk wächst ungehindert weiter. In EU zur Zeit 175 und Weltweit 480 Supercharger!

6. Kein Benzin, kein weiteres Sprit, kein Öl... kein Auspufff

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

1. Bis auf hohe Preise...

2. Nicht geeignet für die Heizer (Bleifuß) die meinen 200 km/h ist Standardgeschwindigkeit

3. kein Anhängerkupplung möglich

Gesamtwertung: 5.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 5.0 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 1

06.08.2015 22:12    |    Blackmen

...bis zu welcher Größe sitzt man den vorne bequem beim Panodach (Kopf-Abstand links zur Dachkante bzw. nach oben zum Glasdach)?

 

Wie empfindest du das Federungsverhalten (Luftfahrwerk?)?

 

Danke im Voraus!


09.08.2015 01:22    |    dean7777

Also, ein Freund von mir ist 2.05 m groß... der sitzt gut aber er hat sich die Sitzeinstellungen so programmiert das beim Ein- und Aussteigen der Lenkrad nach vorne bis zum Cokpit fährt und sein Fahrersitz noch etwas nach oben - so kommt er bequem rein und raus. Für Fahrten je nach dem - Stadtverkehr oder Autobahn hat auch zwei Einstellungen gespeichert... Platz im Kopfbereich ist für ihm genug und ich habe das geprüft weil ich selber nicht so sicher war... es passt. Ein Mitarbeiter von mir ist 1.92 und kommt auch zu recht. Ich bin mit 1.77 m etwas "kompakter" und habe mit Sitzposition keine Probleme. Die neue Recaro Sitze sind deutlich besser und bieten mehr Seitenhalt.

 

Vorher war ich ohne Luftfahrwerk unterwegs, im neuen ist einer drin... Mir gefehlt das der Wagen jetzt etwas tiefer ist... in Stellung "normal" ist poltern bei schlechten Straßen weg! Bequemer ist aber nicht... ich finde nach wie vor verzichtbare Extras...

 

Eventuell bei sehr schnellen Kurvengeschwindigkeiten spielt die härtere Einstellung (tiefer) eine große Rolle aber ich habe nicht vor mit dem Model S Rally zu fahren... Für Autobahn ist normale Fahrwerk sehr gut und mit Autobahn Setup der auch für ältere Model S kostenlos nachzurüsten ist - noch ein tick ruhiger.

 

Gruß

 

DS


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