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Suzuki Swift V (NZ) 1.6 Sport Test

22.11.2015 12:58    |    Bericht erstellt von Rsnowin

Testfahrzeug Suzuki Swift V (NZ) 1.6 Sport
Leistung 136 PS / 100 Kw
Hubraum 1586
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 27000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 4/2013
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von Rsnowin 3.5 von 5
weitere Tests zu Suzuki Swift V (NZ) anzeigen Gesamtwertung Suzuki Swift V (NZ) 3.5 von 5
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Einleitung

Test meines Suzuki Swift Sport des Baujahres 04/2013, den ich im Juni 2014 mit 6000 Kilometern gekauft habe und mit dem ich seitdem ca. 21.000 Kilometer absolvierte.

Galerie

Karosserie

2.0 von 5

Das Platzangebot des Swift ist für Fahrer und Beifahrer absolut ausreichend und als klassenüblich anzusehen.

Hinten sieht es schon etwas anders aus, die Kniefreiheit ist schon bei normal großen Passagieren auf den Vordersitzen knapp bemessen, vor allem aber muss der Kopf schon ab 1,80 Meter Körpergröße eingezogen werden.

Zusammen mit den kleinen Fenstern ergibt sich so im Fond ein sehr beengtes Raumgefühl.

 

Der Kofferraum fällt bei aufgestellter Rücksitzbank mit 211 Litern ebenfalls klein aus, es fehlt insbesondere an Tiefe.

Das bessert sich, sobald man die Rücksitzbank (leider nur als Ganzes!) umlegt, das Volumen entspricht nun dem Klassenstandard und ist nur ein wenig kleiner als das eines Skoda Fabia oder VW Polo.

 

An der Übersichtlichkeit gibt es insgesamt wenig zu bemängeln, aufgrund der geringen Abmessungen gab es bisher trotz kleiner und abgedunkelter hinterer Seitenscheiben keine kritischen Situationen beim Einparken o.Ä.

Hilfreich sind hierbei auch die angenehm großen Außenspiegel.

Eine Einparkhilfe hat der Swift Sport nicht, sie ist für mich auch nicht unbedingt nötig - und ab Werk auch nicht bestellbar (nur im Zubehör erhältlich).

 

Bezüglich der Haptik und Verarbeitungsqualität darf man auch hinsichtlich des Kaufpreises keine Wunderdinge erwarten.

 

Im Innenraum dominiert Hartplastik, welches aber optisch durchaus ansprechend gestaltet ist und vernünftig entgratet wurde.

Teilweise nervig sind leider diverse Klappergeräusche aus dem oberen Bereich des Armaturenbretts und der Lenksäulenverkleidung, die sich allerdings nur bei schlechten Straßenverhältnissen bemerkbar machen.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + vernünftiges Platzangebot vorne
  • + ausreichend Ablagen
  • - beengtes Platzangebot hinten, besonders bzgl. Kopffreiheit
  • - nur gesamt umlegbare Rücksitzbank
  • - kleiner Standard-Kofferraum
  • - Klappergeräusche

Antrieb

3.5 von 5

Mit den knapp 140 Pferdchen ist der kleine 1.6er Saugmotor schon relativ weit ausgereizt und dementsprechend auf hohe Drehzahlen angewiesen, um ordentlich Leistung und Vortrieb zu liefern.

So passiert bis 4000 Touren beschleunigungstechnisch auch nicht so viel, die Leistung reicht aber allemal aus, um im Verkehr mitzuschwimmen.

Bei höheren Drehzahlen hingegen zeigt der Swift, was in ihm steckt, und orgelt munter bis über 7000 Umdrehungen/Minute.

Die Beschleunigung ist dabei insbesondere in den ersten vier Gängen sehr gut, was auch dem geringen Gewicht von (gewogenen) 1065 Kilogramm zu verdanken ist.

 

Überraschenderweise lässt sich der kurz übersetzte Swift auch sehr schaltfaul fahren. Gangwechsel in 10er-Schritten sind ohne Probleme machbar - (5. Gang bei 50, 6. bei 60), der Durchzug ist zwar nicht überragend, aber jederzeit ausreichend, so lange es nicht an Überholvorgänge geht - doch da hilft der Griff zum Schalthebel.

 

Überhaupt, das Getriebe ist ein großer Pluspunkt des Autos. Neben einer sehr gut dosierbaren Kupplung überzeugen die passende Gangabstufung des 6-Gang-Getriebes ebenso wie die kurzen Schwaltwege und die knackig-sportlichen Gangwechsel.

Lediglich bei großer Kälte oder nach langem Stillstand fühlt sich das Getriebe kurz etwas knochig an.

 

Der erste Hinweis zum Verbrauch betrifft den Bordcomputer - der gaukelt nämlich gerne mal Werte vor, die wesentlich unter dem tatsächlichen, durch Nachtanken errechneten Verbrauch liegen.

Bei mir zeigt der BC je nach Streckenprofil immer zwischen 0,7 und 1,1 Liter weniger an, als tatsächlich verbraucht wurden.

Meine folgenden Angaben beziehen sich also jeweils auf den tatsächlichen Verbrauch, nicht auf die BC-Angaben:

 

Gerade auf der Landstraße, aber auch im Stadtverkehr (also generell jegliche Art von Kurz- und Mittelstrecke ohne Dauerstau und/oder Vollgasetappen) verbraucht der Swift Sport bei meiner immer flotten Fahrweise kaum mehr als 6,5 Liter.

Sparrekorde habe ich bisher noch nicht versucht aufzustellen (dafür macht er dann doch zu viel Spaß), allerdings habe ich äußerst selten Zusatzverbraucher wie Klimaautomatik und Sitzheizung an, die den Verbrauch ein paar Zehntel nach oben treiben.

 

In letzter Zeit fahre ich mit dem Wagen allerdings gezwungenermaßen viel Langstrecke - und auf der Autobahn kann man solche Verbrauchswerte aufgrund des dauerhaft hohen Drehzahlniveaus (bei 130 km/h ~ 3800 Touren) leider kaum erreichen.

Selbst bei extrem entspannter Fahrweise im zähen Verkehr und Geschwindigkeiten zwischen 110 und maximal 140 km/h sind unter 7 Liter tatsächlicher Verbrauch nur sehr schwer drin.

Ab 140 km/h steigt der Verbrauch zudem stark an, sodass man bei Vollgasetappen schon schmerzfrei sein sollte, wenn man auf den unaufhörlich steigenden Durchschnittsverbrauch schaut.

 

Insgesamt rechne ich bei längeren Autobahnetappen, gefahren mit ca. 130-150 km/h, mit etwa 7,5 Litern Verbrauch.

Über die gesamten 21.000 Kilometer, die ich in den letzten 16 Monaten zurückgelegt habe, liegt mein Durchschnittsverbrauch bei genau 7,4 Litern.

 

Die Reichweite ist aufgrund des mit 42 Litern recht knappen Tanks für Langstrecken zu gering.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + ausgeprägte Drehfreude
  • + gute Fahrleistungen im unteren + mittleren Geschwindigkeitsbereich
  • + sehr knackiges Getriebe mit kurzen Schaltwegen
  • + günstiger Verbrauch bei gemäßigter Fahrweise
  • + rotziger Klang
  • - Reichweite relativ gering
  • - sehr stark ansteigender Verbrauch ab 4000 U/min
  • - unter 4000 U/min verhaltene Beschleunigung

Fahrdynamik

4.5 von 5

Die Fahrdynamik ist die Paradedisziplin des Swift Sport.

 

Der Gesamteindruck des Fahrverhaltens ist alleine schon aufgrund der Außenmaße sehr handlich, hinzu kommt eine ausreichend direkte Lenkung, die genügend Rückmeldung von der Straße liefert.

Lediglich um die Mittellage herum fehlt meiner Meinung nach noch ein wenig die Schärfe, das dürfte aber Geschmackssache sein.

 

Dank des Sportfahrwerks klebt der Suzuki ansonsten auf der Straße und erinnert dabei - ja, 1€ ins Phrasenschwein - ein wenig an ein GoKart.

Viel wert sind hier erneut das geringe Leergewicht und die sehr straffe Dämpferabstimmung.

Auf kleinen, engen Landstraßen macht der Wagen so eine Menge Spaß, auch unterstützt vom drehzahlgierigen und direkt ansprechenden Saugmotor.

 

Auch die Bremsen verzögern den Wagen gut und sind vernünftig dosierbar.

 

Einziger Kritikpunkt ist die mäßige Traktion, die auf die serienmäßige Bereifung zurückzuführen ist.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + sehr handliche Abmessungen
  • + geringes Gewicht
  • + sehr gute Kurvenlage
  • + agiles Fahrverhalten
  • + direktes Ansprechverhalten
  • - mäßge Traktion

Komfort

3.0 von 5

Natürlich ist der Suzuki Swift Sport seinem Namen entsprechend straff abgestimmt.

Ist das beim Kurvenräubern auch ein unschätzbarer Vorteil, so sorgt das harte Fahrwerk in Kombination mit dem kurzen Radstand aber gerade bei kurzen Unebenheiten oder Schlaglöchern für heftige Schläge im Innenraum.

Auch Kopfsteinpflaster mag der Kleine gar nicht.

Aufgrund der geringen Bodenfreiheit ist außerdem auf hohe Bordsteine o.Ä. zu achten.

Im normalen Alltagsgebrauch findet man sich aber schnell damit ab und auch auf der Autobahn reist man (fahrwerkstechnisch) relativ komfortabel.

Hier stört eher das hohe Geräuschniveau, das sich ziemlich genau mit Erreichen der 4000-U/min-Marke einstellt.

Man steht also immer vor der Wahl: sparsam und relativ komfortabel fahren, dann aber nie über 135-140 km/h beschleunigen, oder höheres

Tempo gehen - und mit hohem Verbrauch und lauter Geräuschkulisse leben.

 

Die Sitze unterstützen Fahrer und Beifahrer in jedem Fall äußerst gut, sind in einem angemessenen Bereich verstellbar und bieten tollen Seitenhalt, auch dank der ausgeprägten Sitzwangen.

 

Im Alltag gibt sich der Swift so recht unkompliziert, wozu auch die intuitive Bedienung von Klima, Heizung, Scheibenwischer und Lichtsensor (der übrigens angenehm sensibel reagiert) beiträgt.

Ein richtiger Reinfall ist allerdings die Bedienung des Radios, sobald es über die Grundfunktionen wie Sendersuchlauf und CDs-Abspielen hinaus geht.

Besonders nervig: Das Einrichten der Bluetooth-Verbindung zum Handy.

 

Von selbst kommt man nie auf den richtigen Weg, schlägt man in der Bedienungsanleitung nach, so liefert diese einem schon im zweiten Schritt einen Unterpunkt, den es in echt gar nicht gibt - die Lösung war in meinem Fall das Internet, hier fand ich schnell eine geeignete Anleitung.

Einmal eingerichtet, funktioniert die Anbindung aber tadellos und liefert eine vernünfitge Soundqualität.

 

Lobenswert ist auch die üppige Serienausstattung, die u.a. Xenonlicht mit Scheinwerfer-Waschanlage, Keyless-Go, Sportsitze, Klimaautomatik, Lichtsensor, Tempomat und die oben angesprochene Bluetooth-Radio-CD-Einheit mit USB-Anschluss und Sprachsteuerung umfasst.

 

Ein Kritikpunkt: Man gewöhnt sich sehr schnell an den schlüssellosen Zustieg und lässt den Schlüssel in der Tasche - wenn aber mal Beifahrer mitfahren, stehen diese ganz schnell vor verschlossener Tür/Kofferraum, und dann muss doch wieder die gute alte Entriegelung von innen her ...

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + tolle Sportsitze vorne
  • + generell problemlose Bedienung
  • + schnell ansprechende Klimaautomatik
  • + gutes Xenonlicht
  • + sehr umfangreiche Serienausstattung
  • - hohes Geräuschniveau auf der Autobahn
  • - sehr straffes Fahrwerk ist empfindlich bei kurzen Stößen
  • - extrem umständliche Bluetooth-Kopplung

Emotion

3.5 von 5

Optisch gefällt mir der Swift Sport wirklich gut, insbesondere die Heckansicht mit der doppelflutigen Abgasanlage und dem Heckspoiler sieht bullig aus.

Die serienmäßigen 17-Zoll-Alus stehen dem Suzuki ausgezeichnet und tragen ebenso zum sportlichen Gesamteindruck bei wie die Xenon-Scheinwerfer und die dezenten Schürzen rundum.

 

Er setzt letztlich genau das um, was ich von ihm erwartet habe: Er ist schnell, er ist leicht, er ist agil - und er ist ein ziemlich harter Hund, aber nicht über die Maßen.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + gelungenes Design
  • + überzeugender Gesamteindruck als agiler, sportlicher und ehrlicher Kleinwagen

Unterhaltskosten

Gesamtfazit zum Test

  • + sehr agiles Fahrverhalten
  • + drehzahlhungriger Motor
  • + sehr angenehmes Getriebe
  • + umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung
  • + akzeptable Anschaffungs- und Unterhaltungskosten
  • - lauter Motor
  • - geringes Platzangebot hinten und im Kofferraum
  • - wenig hochwertige Verarbeitung
  • - sehr straffe Federung
Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Der Suzuki Swift Sport ist vor allem für diejenigen zu empfehlen, die einen ehrlichen, sportlichen Kleinwagen suchen, der in Anschaffung und Unterhalt bezahlbar bleibt und trotz "nur" 136 PS eine Menge Spaß bereitet.

 

Nebenbei bringt er eine sehr gute Ausstattung und ausreichende Alltagstauglichkeit mit, ohne, dass sich das im Leergewicht niederschlägt.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Nicht zu empfehlen ist der Suzuki hingegen, wenn das Hauptaugenmerk auf größtmöglicher Platzausnutzung, bestmöglichen Innenraumaterialien oder regelmäßigen Langstreckenfahrten liegt (obwohl ich ihn aktuell selber so nutze) - dafür ist der Motor zu laut und das Fahrwerk zu hart.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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