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Skoda Superb 3 (3V) 2.0 TDI Combi

26.10.2020 12:30    |   Bericht erstellt von E300TDT

Testfahrzeug Skoda Superb 3 (3V) 2.0 TDI
Leistung 190 PS / 140 Kw
Hubraum 1986
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 85000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 9/2017
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von E300TDT 3.5 von 5
weitere Tests zu Skoda Superb 3 (3V) anzeigen Gesamtwertung Skoda Superb 3 (3V) 4.0 von 5
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Einleitung

Der Superb wurde als 2jähriger Gebrauchtwagen als Familienauto gekauft und inzwischen 1 Jahr bzw. 25.000km gefahren. Ich pendle damit täglich zur Arbeit (30km einfach) und wir nutzen es als "Familientranporter" für Besuche bei der Verwandtschaft (450km einfach). Ich kann den Superb daher sowohl auf der Landstraße als auch auf der Autobahn gut bewerten.

Ich werde den Superb im weiteren Verlauf zu recht oder auch zu unrecht viel mit 5er BMW und A6 vergleichen da ich diese Autos vorher viel gefahren bin. Wenn ihr euch denkt "Was jammert der, hätte er halt den teureren BMW genommen" kann ich das nachvollziehen wollte ich mir jetzt mit Nachwuchs aber nicht mehr leisten (auch vom Unterhalt her), trotzdem sind die Erwartungen an den Superb eben aus BMW5er-Fahrer Sicht noch da. Sorry dafür.

Galerie

Karosserie

4.5 von 5

Der Superb ist ein sehr geräumiges Fahrzeug, was auch der Hauptgrund für den Kauf war. Der Innenraum wirkt sehr schlank und luftig - es gibt keine überdimensionierte Mittelkonsole wie z.B. im 5er BMW oder A6. Das Cockpit ist schön aufgeräumt und wirkt elegant. Ohne viel Schnick-Schnack und 1000 Schalter. Das auffälligste Merkmal des Superb ist imho die wirklich riesige Beinfreiheit im Fond trotz nach hinten gefahrener Vordersitze: Ein Traum und in keinem mir bekannten "Standard-Auto" so zu haben (geht in Richtung A8, S-Klasse oder 7er BMW) - die Kinder freuts. Der Kofferraum ist ebenfalls schön groß (vorallem lang!), einzig die schräge Heckscheibe schränkt die Ladung in der Höhe hinten etwas ein. Dafür sieht der Superb damit sehr sportlich aus. Die Übersichtlichkeit der Karosserie empfinde ich trotz der Größe des Autos als sehr gut. Die Qualität des Superb ist ordentlich, eben (mehr oder weniger) solide VW-Technik. Groß zu meckern gibt es eigentlich nicht viel - zumal für das Geld. Was ich trotzdem los werden muss: Die verchromten Plastikteile (Türöffner, Schalthebel, etc) beginnen nach 80tkm bereits mit abblättern und das Lederlenkrad/Schalthebel sehen nach 80tkm schon ein wenig abgegriffen aus. Da merkt man schon eine gewissen Qualitätsunterschied zu BMW, Audi, etc.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Bietet sehr viel Platz, vor allem im Fond
  • + Trotz der Größe rel. übersichtlich
  • + Sportliches Erscheinungsbild
  • + Solide Technik
  • - Schräge Heckscheibe minimiert den Kofferraum etwas

Antrieb

3.5 von 5

In meinem Superb ist der 2,0 TDI mit 190PS verbaut.

Der Antrieb passt zum Superb, man hat in jeder Lebenslage ausreichend Leistung und ist gleichzeitig rel. sparsam unterwegs (im Langzeitschnitt ca 6l/100km). Mit der Leistung kann man entspannt Anhänger ziehen, ordentlich überholen und auf der Autobahn auch mal bei höheren Geschwindigkeiten lässig mitschwimmen. Das Schaltgetriebe ist gut abgestuft und lässt sich schön schalten.

 

Zum Negativen: Ich finde den Motor sehr unharmonisch in der Leistungsentfaltung: Unterhalb 1.750 U/min geht (nicht nur gefühlt) überhaupt nichts, darüber schlagartig zu viel. Ergo: Sehr ausgeprägtes Turboloch. Nervt auch beim Anfahren. Kann man auch daran ablesen dass das max. Drehmoment erst bei 1900 U/Min anliegt. Liegt wohl an dem großen, einfachen, verstellbaren Lader. z.B. BMW verbaut ja TwinScroll-Lader, im 5er BMW mit 190PS ist die Leistungsentfaltung viel harmonischer und man hat fast kein Turboloch. Der Motor ist auch viel elastischer.

Das DSG kaschiert diese "Unart" des 190PS-VW-Motors ganz gut, als Schalter muss man eben (dieseluntypisch) tendenziell mit etwas mehr Drehzahl fahren, dann geht es auch gut.

Die 150PS Version des Superb macht das im übrigen deutlich besser, würde ich nicht im Mittelgebirgen wohnen und Anhänger ziehen hätte ich mich vermutlich für die 150PS Motorisierung entschieden.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Genügend Leistung für das schwere Auto
  • + Guter Verbrauch
  • - Riesiges Turboloch

Fahrdynamik

3.0 von 5

Fahrdynamisch enttäuscht der Superb für mich:

Durch das Turboloch hat man oft nicht den Eindruck in einem 190PS-Auto zu sitzen, der Tritt aufs Gaspedal ist immer mit einer "Gedenksekunde" verbunden. Mit DSG fährt der Superb leichtfüßiger, braucht aber auch oft eine Gedenksekunde um die Gänge zu sortieren. Das weiche Fahrwerk (dazu später) trägt nicht zur Fahrdynamik bei. Stärkeres Bremsen aus 200 km/h bis auf 100km/h quittiert die Bremsanlage mit flattern, macht man das kurz hintereinander hat man spürbares Fading. Das Standardfahrwerk taucht beim bremsen an der VA extrem ein. Das Kurvenverhalten ist ganz ok, bei langgezogenen Kurven, schneller gefahrenen Kurven schwimmt das Heck aber etwas.

Grundsätzlich fährt sich der Superb aber sehr sicher. Solange man normal und ohne Emotionen fahren will ist das alles völlig ok. Mehr aber auch nicht.

Was ich positiv erwähnen muss: Die Lenkung ist rel. direkt, der Wendekreis für Frontantrieb und die Größe von Auto sehr gut und das Fahrzeug bleibt auch in extremeren Situationen gutmütig (zwar weich und unpräzise, aber eben gutmütig).

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Idiotensicheres Fahrverhalten
  • + Rel. kleiner Wendekreis
  • - Keine Dynamik im Auto
  • - Bremsen nur Mittelmaß
  • - Gedenksekunde beim Gasgeben

Komfort

3.0 von 5

Man kann/muss das Fahrwerk wohl als sehr komfortabel bezeichnen...das Fahrwerk ist nämlich weich, sehr sehr weich. Das muss per se nicht schlecht sein ich kenne heutzutage kein Auto mehr das so sehr weich ist. Muss man mögen - ich mag es eigentlich. Ich besitze auch noch einen E-Klasse aus den 90er Jahren (W124), und fahre diesen gerade aufgrund des Fahrwerks sehr gerne. Leider ist der Superb nicht nur weich, sondern imho fast schon schwammig.

Das weiche Ansprechend der Federung ist zwar gut, aber bei langen Bodenwellen neigt er dazu deutlich und unangenehm nachzuwippen und schnelle langen Kurven lassen sich nicht präzise fahren. Fährt sich ein wenig wie ältere Autos mit nachlassenden Stoßdämpfern.

Kurze, harte Stoße schlagen fast schon wieder durch. Ich weiss nicht was die Skoda-Ingenieure da gemacht haben. Mein W124 fährt sich da besser. Schade! Und nein, bei meinem Auto ist nichts verschlissen oder kaputt und er fährt sich so, sowohl mit 16 Zoll WR als auch mit 17 Zoll SR.

 

Ich habe mal einen Superb mit DCC-Fahrwerk probegefahren - hier ist das Verhalten ganz anders. Rel. gute Straßenlage, kein nachwippen bei Bodenwellen und wirklich gutes wegdämpfen von kurzen Stößen. Daher meine Empfehlung: Superb nur mit DCC !!!

Standardfahrwerk nur für Leute die crusien wollen und/oder wirklich "schiffiges" Fahren mögen.

 

Zu den Sitzen: Der Stoff der Sitze scheint mir sehr robust zu sein und ist gut zu reinigen. Der Stoff (bzw. das Polyester) fühlen sich aber recht hart an und im Sommer schwitze ich leicht darauf. Von der Polsterung/Ergonomie sitzt es sich ganz ok: Nicht schlecht, aber auch nicht ausgesprochen gut. Die Standardsitze sind imho für normal gebaute Personen zu breit, man hat 0 Seitenhalt. Dank der vielfältigen Einstellmöglichkeite der elektrischen Sitze (wenn man sie hat) findet man dennoch eine Sitzposition die auch lange Fahrten ganz passabel machen. Hinten habe ich noch nie längere Zeit gesessen, dank der ausgeformten Rückbank sitzt es sich zumindest auf kurzen Strecken ebenfalls ganz ok und man hat sehr viel Beinfreiheit.

 

Das Innenraumgeräusch des Superb ist ganz insgesamt leise. Der Motor kommt beim beschleunigen aber doch hörbar durch. Ich sage es mal so: 5er BMW, A6 etc sind nochmal leiser, ein Oktavia ist lauter.

 

Das Bedienkonzept ist VW-Typisch aufgeräumt, sieht gut aus und lässt sich rel. einfach bedienen.

 

Heizung und Klima sind ebenfalls ok. Wie immer: Premiumhersteller wie BMW sind besser (vorallem im Winter schneller warm), andere Hersteller (z.B. Ford) sind nochmal langsamer.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Gute Bedienung
  • + Aufgräumtes Cockpit
  • - Standardfahrwerk ist sehr weich
  • - Sitze sind solala

Emotion

4.5 von 5

Das Design des Superb finde ich schön sportlich und frisch, nicht ganz so zurückhaltend wie die VW-Hausmarke. Emotionen von außen 10/10 Punkte. Beim Fahren fehlen mir die Emotionen: Es fährt halt. Nicht super gut aber auch nicht schlecht. Als Familienkutsche genau richtig.

Zum Thema Image:

Das gute am Superb ist dass man damit nicht groß auffällt. Nicht negativ udn auch nicht groß positiv. Jeder gönnt es einem einen rel. neuen "Familienkombi" im Hof stehen zu haben, d.h. der Superb wird als "ehrliches" Familienauto eines "einfachen" Familienvaters gesehen. Anders als z.B. ein 5er BMW wo bei manchen schon die ersten Neid-Gefühle aufkommen oder es heißt "der muss ja Geld haben".

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Attraktives/Sportliches Design
  • - Gutes Image in der Gesellschaft

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 200-300 Euro
Verbrauch auf 100 km 5,5-6,0 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 500-700 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr 200-500 Euro

Gesamtfazit zum Test

  • + Viel Auto fürs Geld
  • + Viel Platz
  • + Ordentliche Qualität der Technik/Karosse
  • + Günstig im Unterhalt
  • - Standardfahrwerk ist nicht besonder gut
  • - Standardsitze sind solala
Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Der Superb ist das ideale Auto für Leute die viel Platz, ordentlicher Qualität und sportliches Design suchen und dabei preislich im Rahmen bleiben wollen, sowohl bei der Anschaffung als auch im Unterhalt. Die Versicherungsbeiträge sind überschaubar, Ersatzteile sind günstig.

 

Mit einem Satz: Viel gutes Auto fürs Geld.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

In diversen Tests wird der Superb mit 5er BMW, Audo A6 etc vergleichen. Meiner Meinung nach Schwachsinn da für mich der Superb spürbar eine Klasse unter diesen Autos fährt. Auch der Passat ist in so ziemlich in allem besser.

Das Standardfahrwerk ist gewöhnungsbedürftig und "Geschmackssache", im Zweifel DCC nehmen. Die Sitze sind solala, wenn Vielfahrer dann Sportsitze.

Ansonsten gibt es eigentlich nichts negatives, wer einen großen Kombi sucht und mit dem Fahrwerk und den Sitzen leben kann wird mit dem Superb glücklich.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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