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Skoda Octavia 5E 2.0 TDI RS Test

15.08.2014 03:29    |   Bericht erstellt von andi_munich

Testfahrzeug Skoda Octavia 3 (5E) 2.0 TDI 4x4 Combi
Leistung 184 PS / 135 Kw
Hubraum 1968
Aufbauart Kombi
Kilometerstand 3500 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 7/2014
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von andi_munich 3.5 von 5
weitere Tests zu Skoda Octavia 3 (5E) anzeigen Gesamtwertung Skoda Octavia 3 (5E) 4.0 von 5
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Einleitung

Fahrzeug wurde nach nunmehr 3500 in gut einem Monat ausführlich getestet. Es wird von mir privat täglich für die Fahrt zur Arbeit und jedes Wochenende auf Langstrecken (ca. 200 km pro Strecke) eingesetzt.

Karosserie

4.5 von 5

Die Karosserie des Skoda Octavia RS 3 2,0 TDI besitzt eine schnörkellose, elegante Linienführung mit durch die RS-Merkmale (bullige Frontschürze mit großen Lüftungsöffnungen, 2 ovale Auspuffrohre) sportlichem Habitus.

Die ruhige und sachliche Linienführung setzt sich auch im Innenraum wohltuend fort und erinnert ein wenig im positiven Sinne an den Stil des alten Audi A4 Typ 8E. Der Qualitätseindruck kann jedoch mit dem erwähnten Audi nicht Schritt halten. Einfache Kunststoffe im Innenraum - häufig Hartplastik - und kein geschäumtes Material - insbesondere an den Türen -zeigen, das hier sehr kostenbewusst konstruiert wurde. Selbst die Türinnenverkleidungen sind im Gegensatz zum Vorgänger aus Hartplastik und nicht aus Stoff. Dafür jedoch abwaschbar. Unexakt eingepasste Lüftungsgitterrahmen in billig verchromt wirkender Ausführung und sichtbaren Gußkraten an den Lüftungsgittern tragen ebenfalls nicht gerade zu einem guten Qualitätseindruck bei. Gleiche Mängel auch an den Verstellknöpfen der Lüftungsgitter. Gespart wurde auch an Veloursteppichen im Kofferraum (nur billiger, teilweise welliger Fils) und die Abdeckklappe beim Kofferraumschließer wurde genauso eingespart wie eine gasdruckgedämpft öffnende Motorhaube. Hier muß die gute alte Metallpeitsche genügen, was aber nicht unbedingt von Nachteil sein muß.

Unerfreulich sind auch die gerade allgemein in Mode gekommenen, glänzenden Klavierlackoberflächen die stark zur Verschmutzung neigen und extrem schnell verkratzen. Diese können ohne bleibende Schäden zu hinterlassen nur mit Mikrofasertüchern gereinigt werden. Leider befinden sich diese Glanzoberflächen speziell beim RS auch noch in den Türen und in der Mittelkonsole rund um den Schalthebel herum. Auch das Pseudokohlefaserdekor wirkt eher billig. Die silberne Oberfläche im normalen Octavia macht hier einen besseren Eindruck.

Dafür gibt es speziell im RS serienmäßig nette Details im Innenraum wie Aluminiumpedale und eine LED-Ambientebeleuchtung an der Decke und in den Türgriffen sowie eine Fußraumbeleuchtung vorne und hinten.

Das Handschuhfach ist geräumig, mit Teppich ausgeschlagen und regelbar gekühlt. Eine Beleuchtung Standard. Aber ein Schloß für das Handschuhfach ist nicht zu haben. An praktischen, großen Staufächern in den Türen, links neben dem Lenkrad und auch unter dem Beifahrersitz und in der Mittelkonsole vorne wie hinten fehlt es nicht. Besonders lobend ist auch zu erwähnen, daß ein heutzutage sehr seltener großer doppelter Ladenboden gegen Aufpreis zu haben ist, der allerdings nur mit maximal 70 kg aufgrund der labilen Plastikaufnahmen belastbar ist. Dieser hat außerdem den Vorteil, daß bei umgeklappter Rücksitzlehne eine nahezu ebene Ladefläche entsteht, wenn man die Kopfstützen etwas ausfährt. Die Rückenlehnen lassen sich per Fernentriegelung vom Kofferraum aus umlegen sofern nicht das Laderaumtrennnetz montiert ist, dann reicht die Federkraft nicht aus und man muß manuell nachhelfen. Die Ladelänge ist für einen 4,68m langen Wagen mit 1,93m bei nicht all zu groß gewachsenem Fahrer enorm lang und taugt sogar als Schlafplatz. Die Innenbreite und Höhe ist ausreichend. Leider schränkt das sehr flach stehende Heckfenster der Heckklappe das Quadermaß erheblich ein. Allerdings nicht ganz so extrem wie beim Skoda Superb - aber deutlich mehr als beim VW Passat. Für Fahrer und Beifahrer sind die Platzverhältnisse klassenüblich. Auf der Heckbank glänzt der Skoda hingegen mit für die Wagenklasse sehr üppiger Beinfreiheit und separat für die Beifahrer einstellbaren Lüftungsdüsen.

Die Fensterflächen sind groß und die Karosserie ist übersichtlich und gut einsehbar für Parkmanöver, die mit den serienmäßigen Parkpiepsern hinten erleichtert werden. Die im Testwagen verbauten Frontpiepser sind eigentlich überflüssig da durch entsprechende Sitzeinstellung auch noch weite Teile der Motorhaube gut einsehbar sind. Störend: Der Kasten für die Kamera und Regensensor an der Frontscheibe nimmt einem häufig die Sicht auf die Ampel.

Die Verarbeitung der Karosserie äußerlich kann auch nicht in allen Punkten gefallen. Das Dach ist sehr nachgiebig aufgrund der verwendeten Dünnbleche. Ebenso die Stoßstangen sind extrem weich. Dies gilt jedoch für andere aktuelle Fahrzeuge ebenso und ist vermutlich dem Fußgängerschutz geschuldet. Nicht gefallen können die einfach gestalteten Schweller die einen sehr rauhen Unterbodenschutz nach alter Machart aufgespritzt bekommen haben. Das können andere mit ordentlich geschützt kunststoffverkleideten Schwellern besser. Auch die Kanten an den Radläufen hinten können im Finish nicht gefallen. Teilweise gibt es scharfe Lackgrate die zu Rost neigen könnten. Dasselbe gilt auch für die Übergänge vom Dach zur Heckklappe bei geöffneter Heckklappe. Nicht gefallen können auch schlampig umwickelte Kabelbäume im Motorraum.

Ansonsten kann der Skoda mit praktischen Details wie einem Eiskratzer in der Tankklappe und einer Aufnahme für den Tankdeckel gefallen. Auch die ausklappbaren Haken im Kofferraum sind praktisch und dienen gleichzeitig als Aufnahme für eine ausrollbare Laderaumatte die an soliden Aluschienen geführt ist.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Für die Außenmaße innen sehr geräumig (Fahrgast- und Kofferraum
  • + Viele praktische Details
  • + Großer doppelter und variabler Laderaumboden
  • + Nahezu ebene Ladefläche bei umgeklappter Rückbank
  • - Einfache Materialien und Verarbeitung
  • - Doppelter Laderaumboden verträgt nur geringe Zuladung
  • - Verarbeitungsmängel im Detail (Passungenauigkeiten, wellige Teppiche und Lederelemente)
  • - Extrem kratzempfindliche Hochglanzkunststoffdekorteile

Antrieb

3.0 von 5

Der Antrieb des RS TDI hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits weiß der Motor durch ein geringes Geräuschniveau und Laufruhe selbst bei Tempo 230 zu gefallen andererseits ist der Motor in der Leistungsentfaltung bei niedrigen Drehzahlen sehr träge. Daran ist zum einen eine etwas zu lange Getriebeübersetzung Schuld und zum anderen der Umstand, daß der Motor nicht doppelt aufgeladen ist. Je größer der Lader desto träger spricht er bei niedrigen Drehzahlen an. So erreicht der Wagen sein maximales Drehmoment erst bei 1750 Touren. Darunter tut sich nicht viel was bei einem Diesel, der mit niedrigerem Drehzahlniveau als ein Benziner gefahren wird lästig ist weil von unten herauf jeglicher Durchzug fehlt. Das kann die Konkurrenz wie z.B. Opel beim Astra Biturbo dank Doppelaufladung eindeutig besser. Hat man die Drehzahlgrenze erst mal überwunden zieht der Wagen richtig gut und leichtfüßig bis Tempo 200 durch. Von 200 bis 220 ist der Geschwindigkeitszuwachs noch ordentlich. Ab 220 geht es nurmehr extrem träge bis zum Maximaltempo aufwärts.

Zum Thema Spritverbrauch: Hier tun sich Schwankungen auf die nach den gemachten Erfahrungen weniger mit der gefahrenen Geschwindigkeit zu tun haben als mit der Umgebungstemperatur. Minimal wurden Verbrauchswerte von 4,7l erreicht. Maximal 6,6l auf Kurzstrecke. Bei Temperaturen um 25 Grad sind ohne weiteres selbst bei sporadischem Spitzentempo von 170 Verbrauchswerte um 5l möglich. Bei Temperaturen knapp unter 20 Grad stieg dieser Verbrauchswert um ca. 0,5l an. Bei Temperaturen gegen 10 Grad um einen weiteren halben Liter. Einen so stark temperaturabhängigen Verbrauch konnte ich noch bei keinem anderen Fahrzeug beobachten. Der Langzeitverbrauch über 3500 km beträgt gute 5,5l /100 km.

Nervig: Rußpartikelreinigungsintervalle ca. alle 400 km trotz großem Langstreckenanteil. Beginnt der Regenerationsprozess reichen selbst 15km Fahrt nicht aus um den Prozess zu Ende zu bringen. Die Leerlaufdrehzahl erhöht sich um 250 auf 1000 Touren und der Verbrauch steigt spürbar an. Stellt man das Fahrzeug vor Beendigung der Regeneration ab bläst der Ventilator noch locker 5 Minuten und man fürchtet schon um den Zustand der Batterie.

Das Getriebe ist sehr leichtgängig und recht exakt - neigt jedoch gelegentlich dazu in manchen Gängen bei nicht ganz exakter Führung leicht zu blockieren bzw. zu Kratzen insbesondere beim Einlegen des 5. Ganges. Dies hat sich aber nach 3500 km Testfahrt inzwischen merklich gebessert.

Lästig ist der aus Gewichtsgründen viel zu klein gehaltene Kraftstofftank. Er fasst gerade mal 50l was dazu führt, daß man spätestens ab 800 km Wegstrecke über das Tanken nachdenken muß. Wenigstens optional sollte für Vielfahrer ein größerer Tank angeboten werden.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Für einen Diesel sehr leise und laufruhig
  • + Bei hoher Außentemperatur Verbrauchswerte unter 5l / 100 km möglich
  • + Leichtgängige Schaltung
  • - Für die Motorleistung recht mäßige Beschleunigung
  • - Lange Getriebeübersetzung sorgt für schlechten Durchzug bei niedrigen Drehzahlen
  • - Verbrauchswerte temperaturabhängig stark schwankend / bei niedrigen Temperaturen stark erhöhter Verbrauch
  • - Bei nicht ganz exakter Schalthebelführung kratzt das Getriebe gelegentlich
  • - Mit 50l zu kleiner Tank. Maximale Reichte nur 800 - 900 km

Fahrdynamik

3.0 von 5

Fahrdynamisch hält der RS nicht das was er verspricht. Die Fahrwerksingenieure konnten sich nicht so richtig zwischen Sportlichkeit und Komfort entscheiden. Für sportliche Fahrer ist das Fahrwerk zu weich. Es neigt zum Eintauchen über die Vorderachse bei schnell gefahrenen Landstraßenkurven. Derselbe Effekt stellt sich auch auf etwas engeren Autobahnkurven bei hohen Geschwindigkeiten um die 200 ein. Dies sorgt für ein unsicheres Fahrgefühl. Außerdem ist das Fahrwerk nicht besondres agil und fühlt sich beim schnellen Landstraßenkurvenwedeln eher wie ein schwerer Wagen an. Abhilfe könnte hier das aktive Fahrwerk aus dem Golf GTI schaffen, das leider bei Skoda nicht im Angebot ist. Die Progressivlenkung vermittelt zu wenig Gefühl und ist um die Mittellage zu leichtgängig. Dies verbessert sich allerdings etwas im Modus Sport wie auch das Ansprechen auf das Gaspedal. Mehrverbrauch ist im Modus Sport nicht zu beobachten. Dies liegt sicher auch daran, daß die Servolenkung durch die geringere Servounterstützung weniger Energie benötigt. Der Eco-Modus ist nicht zu empfehlen. Die Gaspedalwege werden länger - das führt subjektiv zu noch mehr Trägheit im unteren Geschwindigkeitsbereich. Außerdem wird im Eco-Modus das AFS+ Lichtsystem mit seiner dynamischen Leuchtweitenregulierung abgeschaltet.

Passend zum sportlichen Habitus sind die Bremsen. Sie beißen extrem stark zu und sorgen für kurze Bremswege. Dabei sind sie sehr gut dosierbar.

Alles in allem ist die Fahrdynamik eher auf entspanntes Reisen und weniger auf sportliches Fahren ausgelegt.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Extrem bissig ansprechende Bremse mit kurzen Bremswegen
  • + Fahrpogramm SPORT sorgt für angenehm spontaneres Ansprechverhalten des Gaspedals
  • - Fahrwerk ist ein nicht ganz gelungener Kompromiss zwischen sportlich und komfortabel
  • - Fahrwerk neigt in schnell gefahrenen Kurven zum Eintauchen über die Vorderachse
  • - Progressivlenkung tendenziell zu leichtgängig / gefühllos um die Mittellage
  • - Fahrverhalten vermittelt ein wenig das Gefühl eines schweren Wagens

Komfort

3.5 von 5

Wie schon im Kapitel Fahrdynamik beschrieben ist das Fahrwerk eher komfortabel ausgelegt. Die Straßenbeschaffenheit ist zwar jederzeit gut spürbar aber das Fahrwerk gibt keine lästigen harten Schläge an die Insassen weiter. Empfindlich reagiert das Fahrwerk jedoch auf kleine kurze Wellen im Fahrbahnbelag. Dies führt zu leichtem Stuckern.

Die Sitze sind guter Durchschnitt und durchaus auch langstreckentauglich. Allerdings ist die Rückenunterstützung zu gering und die manuell verstellbare Lordosenstütze zu wenig ausfahrbar. Außerdem ist sie nicht nach oben und unten einstellbar. Der Seitenhalt ist sehr gut. Insgesamt kann der Sitz mit anderen sehr guten Sportspitzen wie sie beispielsweise bei Audi verbaut werden nicht mithalten.

Das Geräuschniveau ist für einen Diesel sehr niedrig in allen Geschwindigkeitsbereichen. Auch sind keine lästigen Windgeräusche an der Karosserie zu beobachten.

Die Klimaanlage arbeitet ordentlich und zugfrei. Einziges Manko: Die Gebläsestufe wird nicht angezeigt und das - allerdings im Regelfall nie benutze - komplette Abschalten der Lüftung geht nur via Setup-Knopf auf dem Touchscreen. Eine nettes Feature ist außerdem die Möglichkeit drei Intensitätsstufen der Klimaanlage einstellen zu können.

Ansonsten ist der Skoda mit jeder Menge Komfortfeatures - teils optional -ausgestattet. Das reicht vom sehr gut arbeitenden aktiven Tempomaten über den Spurhalteassistenten der allerdings nur im normalen Modus zu gebrauchen ist (der adaptive Modus nervt mit ständigen Lenkkorrekturen) über Verkehrsschildererkennung und der serienmäßigen Sitzheizung vorne sowie den chromatisch abblendenden Innen- und elektrisch einfahrbaren Außenspiegeln bis hin zur optional erhältlichen Standheizung.

Ebenfalls sehr gut arbeitet das Lichtsystem AFS+ mit automatischer Leuchtweitenanpassung. Sehr zu empfehlen ist auch der aufpreispflichtige automatische Aufblendassistent. Er arbeitet nahezu fehlerfrei und ist sein Geld wert.

Auch der Regensensor arbeitet einwandfrei.

Weniger gut gefallen kann die große Navigation Columbus II. Zwar ist der 8 Zoll Bildschirm sehr groß und die Menüführung einigermaßen logisch aber die Ausstattung des Navis repräsentiert einen Entwicklungsstand von vor 10 Jahren und ist nicht zu empfehlen. Immer noch gibt es nur das veraltete TMC Pro. Es fehlt die Möglichkeit eine Warnung bei Tempolimitüberschreitung akustisch und optisch ausgeben zu lassen. Das ist im Gegensatz zum Blitzerwarner in Deutschland nicht verboten und kann heutzutage bei jedem Billig-Navi unter 100 Euro eingestellt werden.

Der getestete Wagen ist mit dem Canton Soundsystem ausgestattet. Dies liefert für den Aufpreis von 470 Euro einen sauberen, klaren wenn auch etwas bassschwachen Klang. Ist dafür aber sehr pegelfest. Einziger Wermutstropfen: Die Canton-Surround-Einstellungen sind im Radiobetrieb auch bei DAB+ nicht möglich sondern nur bei Zuspielung externer Quellen wie CD, SD Card oder via Smartphone.

Schlecht gelöst ist auch die Anbindung von Smartphones. Getestet wurde die Anbindung mit einem iphone 5s. Dabei fällt folgendes negativ auf: Die Cover-Darstellung klappt nicht bei allen Alben. Dies liegt daran, daß nur Cover mit einer Auflösung 500x500 und beschränkter Größe dargestellt werden können. Desweiteren ist offline die Gracenote CD-Datenbank integriert. Es werden bevorzugt diese Cover angezeigt was zu Ladezeiten führt. Teilweise wird nur das Musik-Genre mit einem Pseudo-Cover angezeigt. Lästig ist außerdem daß bei Anbindung des iphone per Bluetooth je nach gewähltem Anzeigemodus die Media-Wiedergabe sofort startet. Noch lästiger ist, daß immer mit dem 1. Titel in der Bibliothek begonnen wird und die Playlisten nicht auswählbar sind. Verbindet man das iphone per USB-Kabel sind die kompletten Ordner und Playlists hingegen auswählbar.

Mängel gibt es auch bei der Telefoniefunktion: Koppelt man das Smartphone erstmalig werden sofort ohne Nachfrage alle Kontakte auf den internen Speicher des Columbus kopiert. Desweiteren können zu den Kontakten abgespeicherte Bilder im iphone auf dem Columbus nicht angezeigt werden. Auch bei Android oder Microsoft Phone geht dies nur bei einer kleinen ausgewählten Zahl von Geräten. Die Sprachsteuerung funktioniert ebenfalls nur mäßig und kann mit der eingebauten Sprachsteuerung Siri im iphone nicht im geringsten mithalten. Es kommt ständig zu Fehlinterpretationen.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Sehr leise auch bei hohen Geschwindigkeiten
  • + Trotz zahlreicher Gimmicks recht gut über Touchscreen bedienbar
  • + Klimaanlage spricht recht spontan an und arbeitet weitgehend zugfrei
  • + Für Sportfahrwerk relativ komfortabel
  • - Lordosenstütze der Vordersitze hat zu geringen Verstellbereich
  • - Für Sportmodell ist Fahrzeug zu wenig sportlich abgestimmt
  • - Fahrwerk neigt bei sehr kurzen Bodenwellen zum Stuckern
  • - Klimaanlagenanzeige zeigt die Ventilationsstufe nicht an - nur Temperatur

Emotion

3.5 von 5

 

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Komfortabler Reisewagen mit guter Eignung für die Langstrecke
  • - Sportliche Optik passt nicht zum eher komfortabel orientierten Motor und Fahrwerk

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Alles in allem ist der Skoda Octavia 3 RS 2,0 TDI in Anbetracht des günstigen Preises sehr zu empfehlen. Ein vergleichbar ausgestatteter Audi A4 kostet fast 50% mehr! Da lassen sich die billigeren Materialien und nachlässigere Verarbeitung verschmerzen.

Wer ein Fahrzeug mit sportlichem Habitus, hohem Nutzwert, vielen praktischen Details und guter serienmäßiger Ausstattung sowie geringem Spritverbrauch sucht liegt beim Skoda goldrichtig.

Wer allerdings ein Fahrzeug mit Sportwagen Qualitäten sucht sollte sich besser bei Audi oder BMW umschauen.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 6

19.12.2014 12:02    |    IskatRagnar

Ausgezeichnete detailierte und begründete Beschreibung von Stärken und Schwächen

des Modells. Kein "Schmus", wie so oft bei solchen "Tests".

Sehr gut beobachtete und klar beschriebene Sachverhalte. Beispielhaft!


23.01.2015 13:47    |    Coestar

einen BMW oder Audi (oder irgendeinen Diesel mit 184 PS) als Fahrzeug mit Sportwagenqualität zu bezeichnen sehe ich aber auch nicht...Mein Fazit nach ein paar tsd. KM wäre:

Viele Extras für wenig Geld, gemacht mit dem nötigsten Aufwand aus dem VAG Regal. Meiner kostet Liste 42.000 € und ein ähnlicher 320 D wäre bei ca. 54.000 € gewesen...also auch keine 50% (oder in meinem Fall 63.000 €) teuer.

 

Wer mehr Haptik und einen leiseren Innenraum wünscht muss VW, BMW, Benz oder Audi nehmen.

 

Ich bin zufrieden - sehr gutes Preis/Leistungsangebot.


16.12.2015 10:34    |    gangster0809

Sehr guter/ehrlicher Bericht, der viele Details aufzählt, die sonst bei anderen Tests nicht so ausführlich oder gar nicht besprochen werden!


14.01.2016 18:06    |    sMART_83

Ohne übertriebene Höflichkeit, aber erkennbar um Objektivität bemüht, alle Themenbereiche schön auf den Punkt gebracht. Etwas schade, dass nicht auf den Allradantrieb eingegangen wurde, der m.W. in dieser Kombination für die anderen Golf-Derivate nicht verfügbar ist (höhergelegte Versionen ausgenommen).

 

Auch wenn ich die Auffassung teile, dass der Tank gerne etwas größer hätte ausfallen dürfen: die Kritik an der Reichweite von "nur" 800-900 Kilometern empfinde ich als Meckern auf hohem Niveau. Klar ginge es noch besser, aber für einmal quer durch Deutschland reicht es allemal.


20.01.2016 13:15    |    marcobrockmeyer

Seit wann gibt es denn die RS-Versionen mit Allrad?


25.01.2016 18:21    |    Rheobus

Also bis ich das **Die Fahrwerksingenieure konnten sich nicht so richtig zwischen Sportlichkeit und Komfort entscheiden. Für sportliche Fahrer ist das Fahrwerk zu weich. Es neigt zum Eintauchen über die Vorderachse bei schnell gefahrenen Landstraßenkurven** gelesen hatte konnte ich noch so halbwegs folgen, natürlich ist das Fahrwerk ein Kompromiss, alles andere wäre ja auch unsinnig ;) Das wir bei dem Preis nicht im oberen Qualitätssegment sind sollte jedem klar sein der sich wie ich für 43000€ einen fast voll ausgestatteten Kombi kauft. Der BMW 3er Kombi, ich komme aus dem BMW Lager, war ca. 20000€ teurer der Audi noch mal ne Schüppe mehr.

Das mit dem Tank finde ich persönlich eigentlich als größtes Manko besonders weil ich den 230PS Benziner bestellt habe.

 

 

Bei ein paar anderen Aussagen z.B. bezüglich dem Columbus Navi und Canton Soundsystem kann ich nicht folgen da das MIB 2 welches jetzt verbaut ist sehr gut funktioniert und auch der Canton Sound für nicht mal 500€ ziemlich gut ist.

 

Was ich sehr lustig fand war die Äußerung bezüglich der Sportwagen Qualitäten von BMW und Audi, was schon arg an den Haaren herbei gezogen ist.

 

ansonsten ein recht gut geschriebener Test ohne Schnörkel in dem mir mehrere positive Dinge gefehlt haben denn beispielsweise die Kofferraumgröße ist in dieser Klasse mit die größte und am besten nutzbare.


10.08.2016 16:25    |    Audileid

ja der Motor ist für 184ps wirklich träge. ....empfinde ich auch so....auch oberhalb 230km/h gehts nur müßig weiter......


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