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Seat Leon 1P 2.0 TDI FR Test

17.06.2014 17:43    |   Bericht erstellt von redyaris

Testfahrzeug Seat Leon 2 (1P) 2.0 TDI FR
Leistung 170 PS / 125 Kw
Hubraum 1968
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 92000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 8/2010
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 3 Jahre
Gesamtnote von redyaris 4.0 von 5
weitere Tests zu Seat Leon 2 (1P) anzeigen Gesamtwertung Seat Leon 2 (1P) 4.0 von 5
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Einleitung

Es sollte unser Traumwagen werden, doch machte er uns so manche Sorgen...

 

Gestestet habe ich das Fahrzeug über 12000km im Wohnwagenbetrieb und auch ohne Anhänger im Langstreckenbetrieb mittlerweile über 65000km.

 

Doch auch im Kurzstreckeneinsatz ist der Leon als Diesel voll einsetzbar. Hier muss man natürlich bedenken, dass sich der Verbrauch dann im Vorstadtmix bei ca. 7,5l/100km einpendelt.

Karosserie

3.5 von 5

 

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + modisches Design
  • - Spritzwasser läuft auf den Seitenschwellerbereich. Dadurch verschmutzt die Kleidung beim Ein- und Aussteigen
  • - Durch das Glasschiebedach kommt es zu Karosserieverwindungen und unangenehmen Knackgeräuschen

Antrieb

3.5 von 5

Leider (oder erwartungsgemäß?) wurde das DSG nach 70000km Laufleistung auf 100% Kulanz auf das Material weit nach Ablauf der Garantiezeit von Seat durch ein ATG ersetzt. Deswegen habe ich meine Bewertung des Getriebes massiv nach unten korrigiert. Hier wird der Kunde als Versuchskaninchen missbraucht und wenn was kaputt geht macht man ihm das Leben durch ewiges Gegurke zum Vertragshändler auch noch schwer und man glaubt ihm noch nicht einmal.

 

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.(...)

 

 

 

Das DSG hatte schon nach ca. 30000 ein paar Mucken gemacht wie z.B. Schaltgeräusche von D3 nach D2, was in vielen Foren auch als NORMAL beschrieben wird. DEM IST NICHT SO! Ein intaktes DSG schaltet nahezu geräuschlos!

 

 

 

Da wir jetzt dieses Geräusch nicht mehr haben, zeigte dieses Schaltgeräusch also schon den Anfang vom Ende an.

 

Das Vollbild des Versagens zeigte sich nach der 60000er Inspektion mit DSG-Ölwechsel in der Seat Werkstatt:

 

 

 

Getriebeüberhitzung nach einiger Zeit Vollgasfahrt mit Nichterreichen der Höchstgeschwindigkeit (nur noch mühevolle 205 km/h).

 

An Spitzkehren in den Bergen fabriziert das DSG komische Schaltvorgänge: Kurz vor der Kehre schaltet es wegen des nachlassenden Gaszugs hoch, um dann in der Kehre beim Beschleunigen wieder 2 Gänge runterzuschalten - Der Bocksprung ist gesichert. Hier fährt man besser im S-Mode oder manuell.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + bärenstarker Dieselmotor mit ordentlich Bumms
  • + sparsames Fahren in Verbindung mit dem DSG gut realisierbar - besonders auf Langstrecke
  • + Als Zugfahrzeug im Gespann allerwärmstens zu empfehlen
  • - Schaltzeiten bei manuellem Befehl zu lang
  • - DSG hat nur 70000km gehalten und wurde auf Kulanz getauscht
  • - DSG ist in den Bergen und D-Modus passt nicht
  • - am 4000 u/min. produziert der Motor nur noch heiße Luft. Rechtzeitiges Hochschalten steigert den Fahrspaß

Fahrdynamik

4.5 von 5

wer vom Sauger-Benziner kommt, ist erst einmal mit der geringen Elastizität des Motors überfordert. Hiermit meine ich natürlich dass man ihn nicht bis in den Drehzahlbegrenzer hochfiedeln kann....

 

Einen Diesel muss man früh hochschalten, damit der Turbo weiter Druck in die Brennräume bringt. Oben heraus kommt nur noch heiße Luft.

 

Die Bremsen faden nach harter Rannahme auf dem Nürburgring oder einer sehr flotten Fahrt über 50km auf der Landstraße. Im normalen Fahrmodus absolut gut.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + guter Lenkeinschlag - kleiner Wendekreis
  • + starker Durchzug auf Landstraßen
  • - bei hohen Drehzahlen lässt due Motorleistung spürbar nach

Komfort

4.5 von 5

Am Ende der Garantiezeit im zarrten Alter von 2 Jahren wurde der Klimakompressor gewechselt. Das Ausrücklager war defekt.

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + gut abgestimmtes Fahrwerk (seit 10/12 mit H&RFedern)
  • + bequeme Sitze mit gutem Seitenhalt
  • + tolles Radio
  • - relativ laute Windgeräusche auf der Autobahn
  • - etwas viel Plastik im Innenraum

Emotion

4.5 von 5

 

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + rassiger Kompaktwagen

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 200-300 Euro
Verbrauch auf 100 km 7,0-7,5 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 100-300 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr 200-500 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 28757
Außerplanmäßige Reparaturkosten Getriebe/Kupplung - Doppelkupplungs-Getriebe (4500 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Wer Technik aus dem VAG Konzern sucht, wem der Golf zu bieder, der Audi A3 zu teuer und der Skoda Oktavia zu groß ist, der sollte auf jeden Fall mal bei Seat vorbeischauen.

 

Der Leon FR TDI mit DSG ist die schönere (und auch etwas schnellere) Version des Golf GTD mit guten oder gar besseren Bremsen und sportlich abgestimmtem Fahrwerk.

 

Motorenseitig wurde bewährte Großserientechnik verbaut, die jetzt mit der Commonrail-Technik auch morgens die Nachbarn weiteschlafen lässt.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Traurigerweise haben wir völlig verschreckt den Leon gegen einen Toyota eingetauscht.

Der Grund ist denkbar nachvollziehbar:

im 1. Jahr: Dieseleinspritzanlage defekt (getauscht auf Garantie)

im 2. Jahr: Klimakompressor defekt (getauscht auf Garantie)

im 3. Jahr: DSG defekt (getauscht auf Kulanz)

im 4. Jahr: plötzlich qualmender Lüftermotor der Innenraumbelüftung (ohne Fehlerfindung und -behebung).

 

Jetzt war Feierabend. Auch wenn ich viel in das Auto investiert habe, doch jedes Jahr eine fette Reparatur? Wer weiß, was als nächstes gekommen wäre.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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