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Peugeot 107 P 1.0 Test

24.05.2014 21:27    |   Bericht erstellt von WallE92

Testfahrzeug Peugeot 107 P 1.0
Leistung 68 PS / 50 Kw
Hubraum 998
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 6300 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 9/2012
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von WallE92 3.0 von 5
weitere Tests zu Peugeot 107 P anzeigen Gesamtwertung Peugeot 107 P 3.5 von 5
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Einleitung

Richtig getestet habe ich das Fahrzeug nicht, jedoch musste sich der kleine Wagen im städtischen Alltag bewähren, was er zum Teil gut gemeistert hat. Jedoch gibt es auch Momente, in denen er bitter enttäuschte.

Karosserie

2.0 von 5

Der Bereich Karosserie birgt die größten Vor- und Nachteile des kleinen Cityflitzers. Ich beginne hier mit den Vorteilen, jedoch ist es empfehlenswert, diesen Abschnitt bis zum Schluss zu lesen. Als größten Vorteil der Karosserie ist natürlich zu nennen, dass der Wagen sehr geringe Abmessungen hat, was das Fortkommen und die Parkplatzfindung in der Stadt ungemein erleichtert. Sogar auf Smartparkplätze passt der kleine. Dennoch muss man als Passagier, zumindest auf den Vordersitzen nicht besonders auf Comfort verzichten. Man hat recht viel Platz, solange man nicht wesentlich größer als 1,90m ist. Hinten kann man bei komplett zurückgefahrenen Vordersitzen auch noch jemanden Platz nehmen lassen, allerdings mit Abzügen in der Beinfreiheit. Durch das Platzangebot im Fahrgastraum muss bei solch einem kleinen Fahrzeug natürlich auch ein Abstrich gemacht werden: Dieser ist der Kofferraum. Dieser fällt mit 160l äußerst klein aus (mein 400er Roller hat schon 110l) und ist durch die Rückbank und Ladekante äußerst schlecht zu befüllen. Für Getränkekisten zum Beispiel müssen für dei Beladung die Rücksitze umgeklappt werden. Sind die Kisten drin kann man jedoch wieder hochklappen. Trotzdem habe ich immer einen Wocheneinkauf für zwei Personen problemlos untergebracht.

Die Übersichtlichkeit ist bei so einem kleinen Auto natürlich auch hervorragend. Die Motorhaube ist extrem kurz und beim Rückwärtsfahren hat man das Gefühl, dass man direkt zur Rückscheibe rausgucken kann.

Jedoch gibt es - neben dem äußerst kleinen und schlecht beladbaren Kofferraum - ein extrem großes Manko, mit welchem ich wohl nicht ganz alleine dastehe (Laut Info der Vertragswerkstatt). Dieses Problem führt leider auch zur Rückgabe des Fahrzeugs über einen Prozess. Das Problem ist, dass seit dem Facelift im Jahre 2012 ständig Wasser in die Fahrzeuge eindringt, Peugeot jedoch die Ursache nicht kennt. Nach meinem mittlerweile drittem Werkstattaufenthalt habe ich mehr Wasser denn je im Fahrzeug. Da dies nun schon seit einer Weile so ist, haben sich nun auch übelriechender Schimmel und massenweise Rost im Kofferraum breit gemacht.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Sehr praktisch in der Stadt durch geringe Abmessungen
  • - Mäßig verarbeitete Karosserie, ständig Nässe im Innenraum, Rost nach eineinhalb Jahren

Antrieb

3.0 von 5

Zunächst einmal sei zum Verbrauch des Fahrzeugs zu erwähnen, dass ich zur Berechnung des Verbrauchs zwei Apps für das Smartphone angewandt habe. Zum einen war das Smartphone permanent über einen OBDII-Adapter mit dem Auto verbunden, zum anderen wurden gefahrene Kilometer, Tankkosten, Spritpreise und Literangaben meist genau notiert. Später mehr zu den Ergebnissen.

Der Motor ist mit seinen 68PS gut motorisiert. Da der Wagen schlanke 900kg wiegt, reicht auch das knappe Drehmoment. Im Stadtverkehr und auf der Landstraße kann man gut mitschwimmen und sogar überholen. Erst auf der Autobahn ist im 5. Gang bei 160 (Tacho) Schluss. Im vierten Gang rennt der kleine jedoch noch wesentlich schneller, allerdings steigt dann der Verbrauch auch schnell mal auf 10-12l an.

Im Stadtverkehr zeigt sich jedoch eine Schwäche. Dort ist der Motor wesentlich trinkfreudiger, als der Hersteller behauptet. Im reinen Stadtverkehr erreichte ich beim sparsamen Fahren nie die 5 vor dem Komma. Bei sportlichem Heizen sind es auch gerne mal um die 7,5l. Dabei macht es allerdings auch keinen Unterschied, ob mit Super oder Super+ gefahren wird (beides über längere Zeiträume getestet). Nur von E10 rate ich ab. Der Motor verliert spürbar an Drehmoment und Leistung, was ich mit einem kräftigeren Tritt aufs Gas ausgeglichen habe. Dadurch erreichte ich noch wesentlich höhere Verbräuche, als mit den "normalen" Kraftstoffen.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Motor sehr gut ausreichend für das Fahrzeug
  • - verhältnismäßig durstig

Fahrdynamik

4.5 von 5

Die Fahrdynamik ist als durchwegs positiv zu bewerten. Lediglich die Beschleunigung ist nicht die beste. Das kann man aber meines Erachtens nach von diesem kleinen Motor auch nicht erwarten. Wären die ersten Gänge jedoch etwas kürzer übersetzt, würde der Motor noch etwas besser kompensiert werden. Die ersten Gänge sind nämlich sehr lang.

Ansonsten:

-Der Wendekreis ist winzig (reicht auf einer normalen Straße um ohne zu rangieren zu wenden

-Die Lenkung ist äußerst präzise

-Bremsleistung ist gut

-Vom Fahrverhalten bin ich positiv überrascht: In der Stadt bei langsamen Geschwindigkeiten fährt sich der kleine von ruhig bis sportlich jedoch überfordert der Wagen einen nie, auch auf Langstrecke und Höchstgeschwindigkeit gibt es kein Ruckeln, schlingern oder sonstiges

-Kurvenverhalten ist stark abhängig von der Bereifung: MEine Winterreifen (145er) untersteuert der Wagen extrem, mit den Sommerreifen (195er) klebt der Wagen am Boden und fährt wie auf schienen

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Handliches Fahrzeug
  • - -

Komfort

3.0 von 5

Das Fahrwerk kann man als durchaus sportlich bezeichnen. Der Wagen lässt klärt seine Insassen über jede Unebenheit genau auf. Dies erklärt allerdings wohl auch seine guten Fahreigenschaften.

Die Vordersitze kann man auch als Langstreckentauglich bezeichnen. Selbst auf Fahrten von 500km bekommt man keine Ermüdungen o. ä. Leider hat man nur überhaupt keinen Seitenhalt, was leider zu dem doch eher sportlichen Fahrwerk im Widerspruch steht und man sich beim schnelleren um die Kurve fahren eher am Lenkrad festkrallen muss, als entspannt auf dem Sitz zu sitzen. Hinzu kommt leider auch ein äußerst rutschiger Sitzbezug.

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Sitze bequem und Langstreckentauglich
  • - Federung zu hart, Kein Seitenhalt auf den Sitzen

Emotion

2.5 von 5

Ich empfinde das Fahrzeug als optisch ansprechend, vor allem das Facelift von 2012. Durch das neue Design wirkt der Wagen von außen wesentlich bulliger. Nur schade, dass dies nicht bis zum Innenraum vorgedrungen ist.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Das Design ist Praktisch und modern

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr bis 100 Euro
Verbrauch auf 100 km 6,0-6,5 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 100-300 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Versicherungsregion (PLZ) 86156
Haftpflicht 400-500 Euro (60%)
Vollkasko 400-600 Euro 60%

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Der Wagen ist äußerst Praktisch in der Stadt, hat zwar einen für den Motor hohen Verbrauch, dieser ist aber immer noch geringer als die meisten anderen Autos in der Stadt trinken.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Leider hat das Auto einen viel zu kleinen Kofferaum, ein schlechtes Radio trotz dem hochwertigerem 4-Lautsprecher System(klanglich, Empfang ist gut). Das allergrößte Problem ist jedoch die Feuchtigkeit und Nässe im Innenraum. Leider konnte das Problem in zwei Werkstätten und nach drei Nachbesserungsversuchen nicht behoben werden. Von einem Mechaniker einer Vertragswerkstatt erfuhr ich beim dritten mal auch noch, dass dies bei den "neuen" 107ern (ab 2012) sehr häufig der Fall ist. Da Peugeot oder der Vertragshändler jedoch leider auch in keiner Form kulant ist und sich schlussendlich nicht zu einer Problemlösung bereiterklärte, läuft leider eine Rückabwicklung des Kaufvertrages vor Gericht.

 

Von mir bekommen die Fahrzeuge ab 2012 definitiv keine (!!!) Kaufempfehlung.

Gesamtwertung: 3.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.0 von 5 möglichen Sternen
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