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Opel Insignia B 2.0 Turbo Test

14.12.2017 17:58    |   Bericht erstellt von rubberduck_mpw

Testfahrzeug Opel Insignia B 2.0 Turbo
Leistung 170 PS / 125 Kw
Hubraum 1956
Aufbauart Kombi
Kilometerstand 1000 km
Getriebeart Handschaltung
Nutzungssituation Mietwagen/Leihfahrzeug
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von rubberduck_mpw 4.5 von 5
weitere Tests zu Opel Insignia B anzeigen Gesamtwertung Opel Insignia B 4.0 von 5
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Einleitung

Eine Woche Insignia als Ersatzfahrzeug. Zeit genug, rund 1000 km lang in fast allen Fahrlagen ein Auto zu testen, das sich schon als Erlkönig ganz weit oben auf der Autowunschliste einreihte.

Karosserie

4.5 von 5

Dass das Auto nicht klein ist sieht man auf den ersten Blick. Spätestens beim Einsteigen wird klar, dass der ganze Platz nicht allein in Design aufgeht. Traumhafte Weite in jede Richtung, fast wie im Sessel.

 

Man sitzt erstaunlich tief, „Grand Sport“ ist gar nicht weit hergeholt. Zu allen Seiten ist man von viel Auto umgeben, das distanziert einerseits von „draußen“, wirkt andererseits aber auch hochwertig. Trotzdem fühlt man sich nicht wie im Bunker.

Im Fond merken große Personen die Coupeform. Wenn’s gen 1,90 m geht wird der Kopfraum knapp. Zu den Seiten und nach vorn ist aber Platz en Masse.

Der Kofferraum ist irre, davor stehend kann man praktisch nicht bis ans Ende greifen. Auch in der Höhe ist es erstaunlich geräumig.

 

Die Materialanmutung und Haptik sind bei Opel mMn derzeit über jeden Zweifel erhaben. Man sollte Qualität natürlich nicht mit Prestige verwechseln.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Design
  • + Optik
  • + Ergonomie
  • + Platz
  • - Kopffreiheit hinten

Antrieb

3.5 von 5

Zum Glück war einer der größeren Diesel verbaut. Ob der Wagen mit 136 PS gut zu bewegen ist sollte nach meinen Eindrücken mit 170 PS definitiv vorher getestet werden.

That said, mit der 2l - Maschine ist der Insigna mehr als gut bestückt.

 

Die Beschleunigung hat mich nicht enttäuscht, Elastizität und Durchzug sind stets da. Fahrleistungen also mehr als ausreichend für das Mitspielen auf der linken Spur. Bis 200 km/h muss man sich nicht verstecken, aber das hat der Wagen gar nicht nötig.

 

In Sachen Verbrauch war ich nicht ganz überzeugt. Bin auf 7 l gekommen. Dabei würde ich mich zu den sparsameren Fahrern zählen - Richtig schnell fuhr ich nur testweise, allerdings recht viel Berufsverkehr.

 

Was ich nicht verstehe ist, wieso ein nahezu voll ausgestatteter Wagen der Oberklasse mit Handschaltung bestellt wird. Schon den ersten Insignia bin ich in einer ähnlichen Konfiguration als Vorführer manuell gefahren.

Ein Auto, das derart auf Reisekomfort und Annehmlichkeit ausgelegt ist, sollte mMn definitiv Automatik haben! Keine Diskussion.

Das Getriebe selber stellt technisch aber keine Fragen. Die Gänge sind allerdings recht lang, ich schalte meinen Benzinerturbo z.B. teilweise früher hoch als hier den Diesel.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Fahrleistungen im Allgemeinen
  • - Handschaltung passt nicht zum Fahrzeugkonzept

Fahrdynamik

4.5 von 5

Vorbemerkung: Autos dieser Größe bewege ich nur sehr unregelmäßig.

 

Auf der Stelle ist der Insignia nicht unglaublich wendig, aber damit wahrscheinlich nicht allein in dieser Größenordnung. Zumal gibt es genug Assistenten.

 

Rollt er einmal ist er aber leichtfüßig. Wie in Kap. 4 schon beschrieben ist das Anrollen und Beschleunigen nie ein Problem.

 

Die Lenkung ist direkt, ohne aber einen Smart zu simulieren. Finde ich passend im Gesamtkontext des Autos.

Er ist leicht beherrschbar und liegt gut auf der Straße. Im Vergleich zum Astra insgesamt deutlich satter.

 

Was er nicht so ganz mochte waren Spurrillen bei v>160 km/h, dann fing er das tänzeln um die Längsachse an.

 

Ansonsten meine ich klar einen Reisewagen zu erkennen, keinen krawalligen Sportler.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Sicheres Fahrgefühl
  • + Souverän
  • - Tänzeln auf schlechter Autobahn bei sehr hohen Geschwindigkeiten

Komfort

5.0 von 5

Wurden bisher mindestens zufriedenstellende bis (sehr) gute Leistungen festgestellt, so ist der Punkt Komfort/Ausstattung jener, wo der Insignia erst so richtig auftrumpft.

 

Die Kurzfassung: Der Hammer!

 

Die AGR Sitze sind so gut wie ihr Ruf. Einstellbar bis man keine Lust mehr hat noch mehr auszuprobieren, superbequem bei gleichzeitig ordentlicher Körperhaltung vor dem Lenkrad.

Die Sitzheizung wirkt und die Massagefunktion arbeitet besser als so mancher Fernsehsessel im Möbelhaus. Klasse!

 

Ansonsten klang in den vorigen Kapiteln ja schon an, dass der Insignia auf komfortables Reisen abgestimmt ist. Deshalb reiht sich die gute Ergonomie nahtlos in das Gesamtkonzept ein.

 

Obwohl das Cockpit/der Innenraum recht groß und breit sind erreicht man alles, ohne die Arme zu strecken oder gar sich aufrichten zu müssen. Gleichzeitig ist es wirklich bequem und mehr als langstreckentauglich. Ergonomisch hat sich definitiv jemand Gedanken gemacht.

 

Die Assistenzsysteme sind hier kaum aufzuzählen.

  • Am besten hat mir das HUD gefallen. Alle wichtigen Informationen im Blickfeld ersichtlich ohne zu stören.
  • Das "Fadenkreuz" war so gut, dass ich vom virtuellen Tacho kaum Gebrauch gemacht habe. Dort ist alles anzuzeigen was irgendwie mit dem Auto zusammenhängt, schön in Farbe und ordentlich aufgelöst.
  • Das Multifunktionslenkrad entspricht der üblichen Opelware. Genug Knöpfe, sinnvoll arrangiert, nicht überfrachtet.
  • Die Lenkradheizung will ich nicht mehr missen.
  • Das Infotainment war komplett. Smartphoneintegration klappte mit Applegerät ohne Tadel. Das Navi führt zuverlässig. Die Stauinfos habe ich nicht genauer geprüft. Super die Integration des Navi in Virtuelles Cockpit und HUD!

 

Die Fahrassistenten haben mich selbst im Schneetreiben bei Nacht nicht enttäuscht.

  • Der Spurhalter ist weniger aufdringlich als im Astra, das ist deutlich angenehmer
  • Die Verkehrsschildkamera hat nicht ein Schild übersehen.
  • Das adaptive Tempomat (trotz Handschaltung, nice!) führt sicher. Der Abstand zum Vordermann ist einstellbar und, man muss ehrlich sein, immer deutlich größer als man selber fahren würde. Man könnte etwas an der Weichheit des Abregelns arbeiten, der Wagen bremst recht abrupt und beschleunigt bei freier Bahn ebenso stark. Schaltvorgänge setzen die Einstellung übrigens nicht außer Kraft, das ist bei zähem Verkehr natürlich angenehm.
  • Das Matrix LED Licht fuhr ich erstmalig in einem Auto. Ehrlicherweise verstehe ich den Hype nicht ganz. Klar ist es schön hell und der Leuchtkegel wesentlich breiter als mit herkömmlicher Beleuchtung, aber 1000e € wäre es mir nicht wert (unabhängig davon, dass das bei Opel ja in den attraktiven Ausstattungen eh dabei ist). Die intelligente Verteilung ist relativ träge, funktioniert aber wohl. Gegenverkehr hat sich jedenfalls nicht beschwert. Das Kurvenlicht könnte deutlicher ausfallen.
  • Den Parkassistenten habe ich nur einmal getestet. Technisch hat das geklappt, aber der Vorgang dauert ewig und allzu eng darf es nicht werden. Will heißen: Dort wo es klappt übt man besser das händische Einparken, damit es geht, wenn es drauf ankommt.
  • Der 3D View dagegen ist mega gut. Gefühlt kann man sich zentimetergenau in die Lücken stellen
  • Die Rückfahrkamera mochte leider die Witterung der winterlichen Testwoche nicht so recht und war oft beschlagen bzw. hadert mit Zwielicht
  • Der Ausparkassistent arbeitete dennoch immer gut. Fährt man rückwärts aus einer Lücke erkennt dieser querenden Verkehr und warnt davor
  • Die Totwinkelwarner habe ich nicht intensiv benutzt, schienen aber zu arbeiten wie es soll
Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + AGR Sitze
  • + HUD
  • + Massagesitz
  • - Parkassistent langsam und überflüssig

Emotion

5.0 von 5

Ich fahre privat ja ebenfalls Opel, insofern habe ich kein Prestigeproblem mit der Marke. Im Gegenteil, das aktuelle Konzept finde ich hervorragend.

 

Man muss es ganz deutlich sagen: Man bekommt jede Menge (gutes) Auto.

Ich bin eine Weile beruflich Passat gefahren. Der hat für gleiche Preisvorstellungen wesentlich weniger zu bieten, sowohl Ausstattung, Emotion, Fahrleistung als auch Komfort.

 

Der "Grand Sport" ist ein gelunger "Grand Tourismo" im Sinne eines Langstrecken-/Reiseautos. Man sitzt gerne drin und genießt das Fahren. Ich bin nicht bloß einen Umweg gefahren...

Definitiv hat man nicht das Gefühl, ein Transportmittel zu nutzen. Und darum geht es bei einem Auto letztlich, oder?

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Gesamtkonzept Reiselimousine
  • - Opelhate

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Es sollte klar geworden sein: Ich bin ein Fan!

 

Besitzt man eine grundsätzliche Zuneigung zum Insignia (sei es über das Design, über einen Markenfaible oder schlicht über den Preis) wird man sicher nicht enttäuscht. Im Gegenteil, alle meine Erwartungen wurden übertroffen.

 

Ehrlich zu kritisieren ist praktisch nichts.

 

Wer in dieser Preisklasse nach Autos sucht sollte definitv einen Blick riskieren, besseres gibt der Markt nicht her!

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Definitiv würde ich ein Automatikgetriebe wählen. Im Zweifel zu Ungunsten besserer Ausstattung.

Obwohl ich durchaus die Annehmlichkeiten der großen Austattungslinie zu genießen wusste, nicht schalten zu müssen wäre wesentlich besser gewesen als meinetwegen die Matrixled oder Massagesitze.

 

Vielleicht kann man sich fragen, ob man ein so großes Auto tatsächlich braucht. Auch das ist aber eine subjektive Frage. Viel bis alles der Ausstattung kriegt man auch im Astra, der qualitativ kaum schlechter ist.

Gesamtwertung: 4.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.5 von 5 möglichen Sternen
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