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Opel Corsa C 1.3 CDTI Test

02.10.2019 15:50    |   Bericht erstellt von GSMesum

Testfahrzeug Opel Corsa C 1.3 CDTI
Leistung 69 PS / 51 Kw
Hubraum 1248
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 186000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 2/2005
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von GSMesum 3.5 von 5
weitere Tests zu Opel Corsa C anzeigen Gesamtwertung Opel Corsa C 3.5 von 5
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Einleitung

Ich habe meinen Corsa vor knapp einem Jahr gebraucht erworben und nutze ihn täglich für meine Fahrtstrecke zur Arbeit (35 km / Weg). Da ich durch den übermäßigen Güterverkehr (LKWs) auf meiner Strecke fast nie schneller als 70 - 90 km/h fahre, ist es das ideale Fahrzeug. Der Spritverbrauch liegt zwischen 4,2 und 4,7 Liter - je nach Fahrweise und Jahreszeit, der Ölverbrauch/-verlust ist überschaubar. Karosse nahezu rostfrei, übersichtlich und Ersatzteile sind recht günstig. Selbst Autoverwerter halten große Fahrzeugbestände vor, um Kleinigkeiten gebraucht zu kaufen. Kurzum: Die Ersatzteilversorgung stimmt. In der Summe ein sehr günstiges Auto.

Karosserie

3.5 von 5

 

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Wertige Verarbeitung
  • + Kein/kaum Rost bei der Baureihe
  • + Reparaturen meist recht einfach
  • - Ausbau Scheinwerfer nur mit Aufwand möglich und teils sehr lästig

Antrieb

4.0 von 5

Im unteren Drehzahlbereich könnte er etwas mehr bums haben. Ab 2.500 Touren wird er schon deutlich agiler. Überholmanöver sind dann kein Problem. Aber ab dann steigt auch der Spritverbrauch merklich.

 

Der Isuzu-Motor klingt teils rau, wie ein kleiner Traktor, läuft aber solide und ruhig. Gilt in C-Foren als durchaus langlebig und sparsam.

 

Ein Nachteil von Selbstzündern wird hier sichtbar: Dieselmotoren benötigen länger, um warm zu werden. Die Heizung braucht daher lange (~ 20 km), um auf Temperatur zu kommen.

 

Hakelige Schaltungen (1. und 2. Gang) können durch eine neue Schaltumlenkung behoben werden. Dies Kosten hierfür sind durchaus moderat.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Spritverbrauch sehr niedrig. Reichweiten von 1.000 km sind durchaus machbar.
  • + Ab 1.500 Touren merklich mehr Leistung. Guter Durchzug
  • + Motoren gelten als langlebig.
  • - Im unteren Drehzahlbereich teils etwas träge
  • - Motor klingt rau, wie ein Traktor

Fahrdynamik

4.0 von 5

 

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Direktes Ansprechverhalten der Lenkung, sofern Lenkung noch kein Spiel hat.
  • + Bremsen packen gut zu, dank ABS sind sichere Bremsmanöver kein Problem.
  • - Fahrwerk in manchen Situationen schon fast zu hart.

Komfort

3.5 von 5

 

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Bequeme Sitzposition, Bedienung einfach.
  • + Sobald Motor warm, sehr gute Heizleistung
  • - Fahrwerk in einigen Situationen teils zu hart, könnte weicher sein.
  • - Dieselmotor benötigt (natürlich) einige Zeit, bis er warm ist. Innenraum-Heizung daher auch erst nach gut 20 km vorhanden.

Emotion

3.5 von 5

Für meine Arbeitsfahrten ein gutes und solides Auto. Wer längere Strecken bis 50 km zur Arbeit über Landstraße mit nicht mehr als 90 km/h fährt, findet hier ein solides, sparsames und kostengünstiges Auto. Die Diesel laufen schon recht rau und man macht sich Gedanken, ob alles in Ordnung ist - ist es. :-) Diesel sollen schon mit Laufleistungen jenseits von 400.000 km aufgetaucht sein.

 

Einfache Technik, gute Ersatzteillage, gut ausgestattete Schrottplätze und ein gutes Händler-/Ersatzteilnetz könnten ihn vielleicht zu einem begehrten Klassiker machen. Zudem ist die Ausstattung der Modelle schon recht gut (Lederlenkrad/-Fernbedienung, Alu-Felgen, Spiegel/Stoßstangen in Wagenfarbe, Ledersitze, etc).

 

Einzig das Image älterer Corsas ist ein Problem. Meist dümpeln sie im unteren Preissegment der Bastler- und Exportfahrzeuge rum und werden schon bei etwas höheren Werkstatt-Kosten zum Verwerter geschoben. Gute Modelle sind noch am Markt, echte Liebhaber lassen allerdings noch auf sich warten.

 

Aufpassen beim Kauf:

C-Modelle enden in Endverbraucher-Hände als Pizza-Taxis oder werden mit Wartungsstau verheizt. Service-Hefte mit aktuellen Einträgen selten. Unbedingt auf Historie beim Kauf achten. Endrohre sind dank Kurzstrecken gern gammelig.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Der C-Corsa ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich solider und besser verarbeitet.
  • - C-Modelle enden in Endverbraucher-Hände als Pizza-Taxis oder werden mit Wartungsstau verheizt. Service-Hefte mit aktuellen Einträgen selten. Unbedingt auf Historie beim kauf auchten.

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 100-200 Euro
Verbrauch auf 100 km 4,0-4,5 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 100-300 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr 200-500 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 48432
Haftpflicht 400-500 Euro (70%)
Teilkasko 300-400 Euro

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Günstiger kann man ein Auto nicht fahren.

Wer längere Strecken bis 50 km zur Arbeit über Landstraße mit nicht mehr als 90 km/h fährt, findet hier ein solides, sparsames und kostengünstiges Auto. Bei längeren Strecken würde ich dann aber schon nach einem größeren Auto schauen.

 

Die Diesel hören sich schon recht rau an und man macht sich Gedanken, ob alles in Ordnung ist - ist es. :-) Diesel-Corsas sollen schon mit Laufleistungen jenseits von 400.000 km aufgetaucht sein. Daher sind beim Kauf auch durchaus Langstreckenfahrzeuge mit 200.000 km interessant. Pflege und Wartung sind wichtig, Werkstatt-Rechnungen und Service-Hefte (soweit gepflegt) verschaffen Transparenz.

 

Einfache Technik, gute Ersatzteillage, gut ausgestattete Schrottplätze und ein gutes Händler-/Ersatzteilnetz machen den C-Corsa zu einem beliebten Gebrauchten. Zudem ist die Ausstattung der Modelle recht gut (z. B. Lederlenkrad/-Fernbedienung, Alu-Felgen, Spiegel/Stoßstangen in Wagenfarbe, Ledersitze, etc).

 

Aufpassen beim Kauf:

C-Modelle enden in Endverbraucher-Hände als Pizza-Taxis oder werden mit Wartungsstau verheizt. Service-Hefte mit aktuellen Einträgen sind selten. Unbedingt auf Historie beim Kauf achten. Endrohre sind dank Kurzstrecken leider gern gammelig. Ein weiteres Problem sind die Handbremsseile, die gern mal reißen. In meinem Fall waren beide Seile binnen von 3 Wochen defekt. Es waren aber keine großen Kosten (~ 50,- €).

 

Auch Hinterachsen rosten gerne - sorgen für Probleme beim TÜV. Daher gern mal vor dem Kauf auf die Hebebühne nehmen und von unten begutachten. Modelle mit Kunststoff-Seitenschwellern könnten gern mal zu Rostbefall neigen. Soweit möglich, auch diese Stellen gut unter die Lupe nehmen.

 

Zwecks Hilfe oder Fehlersuche eignen sich einschlägige Corsa C-Foren - gerne auch facebook zur Hilfe nehmen, hier gibt es sehr aktive Gruppen mit großer Bereitschaft zur Hilfe und günstiger Ersatzteil-Versorgung

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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