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Opel Adam S-D 1.4 Test

04.09.2020 14:57    |   Bericht erstellt von 78erEldoBiarritz

Testfahrzeug Opel Adam S-D 1.4
Leistung 87 PS / 64 Kw
Hubraum 1398
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 29900 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 12/2017
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 3 Jahre
Gesamtnote von 78erEldoBiarritz 4.5 von 5
weitere Tests zu Opel Adam S-D anzeigen Gesamtwertung Opel Adam S-D 4.0 von 5
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Einleitung

Hallo zusammen,

 

fahre den Adam seit Dezember 2017 und hatte ihn zuvor nach meinen Wünschen konfiguriert und als Neuwagen bestellt. Habe mich für die Glam Variante und den vielfach bewährten und zuverlässigen 1,4 Liter Sauger mit 87 PS mit 5-Gang Schaltgetriebe entschieden.

 

Farbe ist Cupcake Braun mit Creme weißem Dach. Der Innenraum, sowie die Stoff-/Kunstledersitze sind hellbraun. Zierleisten sind weiß und matt.

 

Anfangs bin ich noch relativ viel gefahren damit, auch in den Urlaub. Mittlerweile ist mir das Auto zum "verbrauchen" und einfach nur stupide zur Arbeit zu fahren, viel zu schade geworden. Dafür habe ich mir ein E-Bike gekauft. Meistens bewege ich den Adam nur an den Wochenenden und meist auf Langstrecken und genieße die Fahrten. Im Winter bewege ich den Adam auch nur, wenn die Straßen trocken sind :-)

 

Der Adam hat mich von Anfang an begeistert. Endlich ein Auto, das aus der Masse heraus sticht. Normalerweise sind eher die alten US-Cars und Straßenkreuzer mein Ding. Deswegen lege ich meinen Fokus auch eher auf Design, eine schöne (vor allem nicht schwarze) Innnenraumausstattung und komfortables und gediegenes Fahren. Ich weiß der Adam ist fürs Cruisen und lässiges Dahingleiten nicht unbedingt das passende Auto, dennoch weiß er zu überzeugen und macht einen sehr ausgereiften Eindruck und viel Freude

Galerie

Karosserie

4.0 von 5

Das Platzangebot vorne ist für die Größe des Autos sehr gut. Es ist sehr luftig, da die Mittelkonsole, sowie das Armaturenbrett nicht zu wulstig ausfallen und nicht einengen (negatives Beispiel zum Beispiel der Peugeot 508, beim der der Mitteltunnel viel zu breit geraten ist und man das rechte Bein nicht nach rechts neigen kann)

 

Besonders zu erwähnen ist die Bein- und Schenkelauflage. Diese fällt Kleinwagen untypisch sehr großzügig aus, sodass man auch auf Langstrecken sehr bequem sitzt.

 

Im Allgemeinen sind die Sitze relativ breit, somit hat man auch als größerer Mensch genügend Platz, außerdem bieten die Sitze zwar Seitenhalt, aber nicht übertrieben viel, sodass man sich nicht eingeengt fühlen muss. Man kann sich auch als normal gebauter Mensch hin und herbewegen und wird nicht in eine bestimmte Sitzhaltung gepresst.

 

Das Platzangebot hinten ist Bauart bedingt sehr beengt. Kleine und zierliche Personen können auch längere Strecken hinten mitfahren. Wenn der Sitz auf mich (1,80 m) eingestellt ist, hat meine Mutter mit Ihren 1,65 m hinten noch gut Platz. Mein Arbeitskollege ist mit seinen 1,88 m auch schon für eine kurze Strecke hinter mir gesessen.

 

Im Großen und Ganzen sind es aber dennoch nur Notsitze und nur bedingt für den Personentransport zu gebrauchen. Dennoch bin ich froh die zwei hinteren Sitze zu haben. So ist man doch noch etwas flexibler, als nur mit zwei Sitzen.

Die Polsterung der Rückbank würde ich aber eher als funktional bezeichnen. Ganz so dick und bequem wie die der Vordersitze ist sie nicht.

 

Der Kofferraum ist ebenfalls Bauart bedingt sehr klein. Außerdem schränkt der Subwoofer der Infinity Soundanlage, der im Kofferraumboden verbaut ist, das Platzangebot zusätzlich (nach unten) ein. Einen Kasten Bier oder Wasser bekomme ich zwar rein, den Kofferraumdeckel kann ich dadurch aber nicht mehr schließen. Entweder klappt man die Rückbank um oder stellt den Kasten in den Fußraum des Beifahrers, wenn man alleine einkaufen geht. Den normalen Wocheneinkauf für zwei Personen bekomme ich aber unter, ohne die Rückbank umzuklappen.

 

Dennoch gebe ich hier fast volle Punktzahl, denn man weiß ja vorher auf was man sich beim Kauf eines Kleinwagen einlässt.

 

Übersichtlichkeit nach vorne geht in Ordnung. Durch die runde Form und kleine abfallende Haube, aber dennoch nicht ganz optimal beim Parken. Stört mich bei der Größe des Fahrzeugs nicht. Finde große Fahrzeuge mit langer Motorhaube zwar in Parkhäusern unpraktischer, aber weitaus übersichtlicher, da man ja die Motorhaube von innen heraus klar erkennen kann.

Ansonsten hat man einen sehr guten Überblick über die Straße und auch die A-Säulen sind nicht zu dick geraten, sodass das Blickfeld schräg vorne nicht zu sehr eingeschränkt wird.

 

Seitlich ist die Übersicht optimal. Die zwei Türen ragen weit nach hinten, sodass keine B-Säule im Weg ist.

 

Schräg hinten stört die breite C-Säule etwas, außerdem ist das Heckfenster auch nicht sehr groß. Übersichtlichkeit ist dennoch ausreichend und man fühlt sich sicher im Verkehr.

 

Qualitätseindruck ist sehr hochwertig. Karosserie ist sehr steif, es knarzt nichts. Die Dämmung ist sehr gut und alles fühlt sich sehr hochwertig an. Man hat eben nicht das Gefühl in einem Kleinstwagen zu sitzen, sondern bezüglich Haptik und Geräuschniveau eher zwei Klassen höher

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Hochwertig, Platzangebot vorne sehr gut

Antrieb

4.0 von 5

Mit dem 1,4 Liter Motor darf man keine Leistungswunder erwarten.

Er gilt aber als langlebig, robust und simpel und darauf kam es mir beim Antrieb an.

 

Opel baut sehr laufruhige kleine 4-Zylinder Motoren. Vorher hatte ich einen Peugeot 207 mit 1,4 Vti Motor und 95 PS. Dieser war schon im Stand viel lauter, vor allem aber bei höheren Drehzahlen.

 

Der Motor ist spritzig genug und reicht mit seinen 87 PS völlig aus. Ich schalte meistens auf der Ebene bei knapp 2200 Umdrehungen und man kommt zügig voran. Wenn es bergauf geht, drehe ich (nur im warmen Zustand) bis 2500-2700 Umdrehungen. Das reicht völlig aus, auch wenn man so wie ich dabei eher unaufgeregt beschleunigt und mit dem Gaspedal sehr behutsam umgeht. Gehöre nicht zu den Fahrern, die hektisch das Gaspedal durchdrücken und immer alles aus den kleinen Motoren rausquetschen möchte.

 

Im 5. Gang dreht der Motor knapp 3000 Umdrehungen. Bei 120 km/h sind es schon 3500. Schneller fahre ich auch nicht, da mir die Drehzahl dann doch zu hoch ist und der Motor für meinen Geschmack dann zu laut wird.

 

Einen 6. Gang vermisse ich nicht, dennoch hätte man den 5. Gang etwas länger übersetzen können.

 

Dennoch muss ich sagen, dass der Motor ausreichend "smooth" ist. Zwar kein Vergleich zu einem Reihensechszylinder oder V8, aber dennoch sehr laufruhig mit sehr wenigen Vibrationen. Bin da für einen 4-Zylinder Motor doch sehr positiv überrascht worden.

 

Außerdem ist er sehr drehfreudig, man kommt gut weg vom Fleck und kann gut im Verkehr mitschwimmen.

Mir gefällt allerdings nicht ganz so gut, dass der erste Gang so überaus kurz übersetzt ist. Man dreht hier doch sehr schnell sehr hoch, ohne dass man überaus viel beschleunigt.

 

Mein Verbrauch hat sich bei 5,6 Liter / 100 km eingependelt. Fahre überwiegend Landstraße und Ortschaften, selten in der Stadt (20%). Wenn ich auf der Autobahn unterwegs bin, schalte ich den Tempomat bei 105-107 km/h ein...nur zum LKW überholen beschleunige ich bis auf knapp 120. Bin eben eher der Cruiser.

 

Der Tank fasst nur 35 Liter. Somit gibt sich eine Reichweite von ca. 630 km laut Bordcomputer. Der kleine Tank hat aber den Vorteil, dass man relativ billig volltankt. Muss jedes Mal dabei grinsen, wenn man für knapp 30-40 € mal schnell "volltanken" kann.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Laufruhig
  • + Drehfreudig
  • + Agil
  • + sparsam
  • + Smooth
  • + Vibrationsarm und leise
  • - Wenig Drehmoment
  • - zu kurz übersetzter 1. Gang
  • - zu kurz übersetzter 5. Gang

Fahrdynamik

4.5 von 5

Der Adam ist sehr wendig bietet aber dennoch eine einigermaßen komfortable Dämpfung.

Habe extra die 16 Zoll Felgen gewählt. Das Sportfahrwerk, welches bei den 17 und 18 Zoll Felgen serienmäßig verbaut wurde, war mir im Geradeauslauf doch zu nervös (Lenkbewegungen wurden sofort umgesetzt).

 

Klar kann man bei europäischen Autos (im Segment Kleinwagen bis Mittelklasse) keine Wunder bei der Dämpfung erwarten, aber der Adam ist dennoch ausreichend komfortabel. Er liegt satt und sicher auf der Straße federt die Unebenheiten super weg. Selbst der Geradeauslauf ist fantastisch. Man denkt, dass man einen viel größeren Radstand hat und in einem viel größeren Auto sitzt.

 

Allerdings rüttelt die Karosserie bei Kopfsteinplaster etwas und man wird etwas durch geschüttelt. Aber das ist auch beim Peugeot 308 eines Freundes mit größerem Radstand auch nicht besser. So straff sind Autos für den europäischen Markt nun Mal ausgelegt

 

Die Lenkung ist sehr direkt, aber dennoch leichtgängig genug. Es wird also keine Pseudo Sportlichkeit vorgetäuscht. Bei dem 320 Ci

Cabrio von meinem Dad zum Beispiel hat man so gut wie gar keine Servo Unterstützung und man meint eher, dass man einen Panzer lenkt :-)

 

So ist es beim Adam glücklicherweise nicht. Zwar kann man nicht so lässig wie im Cadillac drin sitzen und lässig lenken, dennoch ist es keine Schwerstarbeit wie beim BMW meines Vaters und man fühlt sich auch nach langen Fahrten noch relativ frisch.

 

Beim Cruisen fehlt auch durch das straffere Fahrwerk das Gewisse etwas, was ich bisher nur bei großen US Cars hatte. Ich finde da stochern europäische Autos doch so bissl auf der Straße herum und verleiten eher zum Gas geben als zum lässigen dahin gleiten.

 

Bremsen sind super und bissfest. Kurvenverhalten ist auch sehr gut.Da das Auto sehr klein und leicht ist, hat man hier keine Probleme.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + agil und dennoch
  • + komfortabel
  • + guter Geradeauslauf

Komfort

4.5 von 5

Wie schon bei der Fahrdynamik beschrieben ist der Adam agil aber immer noch komfortabel. Es fühlt sich einfach vom Fahren her zwei Klassen höher an.

Ich finde zum Komforteindruck trägt das Fahrwerk einen sehr großen Teil bei

 

Die Sitze habe ich schon beim Karosserie Kapitel beim Platzangebot beschrieben. Sie sind straff aber sehr bequem und verhältnismäßig großzügig.

 

Bedienung ist intuitiv und gibt keine Rätsel auf. Leistung der manuellen Klima ist im Sommer ausreichend. Heizung im Winter funktioniert sehr schnell und sehr effektiv.

 

Dämmung ist auf Mittelklasse Niveau und gestaltet die Fahrten angenehm leise und gediegen.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Fahrwerk ausreichend komfortabel
  • + komfortable Vordersitze

Emotion

4.5 von 5

Der Adam sieht einfach von jedem Blickwinkel, innen wie außen, super aus. Jedes Detail wirkt stimmig, gut durchdacht und passt wunderbar zusammen. Somit ergibt sich ein sehr stimmiges Gesamtbild.

 

Das abgesetzte Dach in Crème wieß sieht einfach stylish aus. Wann gab es sowas cooles zuletzt, vielleicht in den 50ern und 60ern. Es scheint zu schweben. Der seitliche Adam Schriftzug in der C-Säule passt wunderbar dazu und ist einzigartig

 

Von vorne sieht das Auto einfach knuffig aus. Das Heck finde ich sehr stylisch und knackig, ganz besonders mit den LED Rückleuchten.

 

Außerdem finde ich es super, dass der Innenraum auch in in hellbraun wählbar war. Und somit perfekt zu Außenfarbe passt.

 

Das Auto wirkt insgesamt stimmig und macht gute Laune, egal ob man es von seinem Küchfenster aus anschaut oder damit fährt.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + stylisch
  • + stimmiges Innen und Außendesignt
  • + knackiger Hintern

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr bis 100 Euro
Verbrauch auf 100 km 5,5-6,0 Liter
Gebrauchtwagengarantie 24 Monate

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Zuverlässig

Außergewöhnlich

Hochwertig

stimmiges Design

etwas Besonderes

Niedrige Kosten im Unterhalt

Wirkt sehr erwachsen und man hat nicht das Gefühl in einem Kleinstwagen zu sitzen

Motor läuft sehr ruhig und weich

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Würde es nur nicht empfehlen, wenn man mehr Platz braucht. Sonst gibt es meiner Meinung nach kein Grund, warum man sich so einen stylischen Kleinwagen nicht zulegen sollte.

Gesamtwertung: 4.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.5 von 5 möglichen Sternen
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