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Mercedes G-Klasse W463 500 Test

13.12.2015 08:23    |   Bericht erstellt von db7vantage

Testfahrzeug Mercedes G-Klasse W463 500
Leistung 422 PS / 310 Kw
Hubraum 4966
Aufbauart SUV/Geländewagen/Pickup
Kilometerstand 2000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 11/2015
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von db7vantage 4.5 von 5
weitere Tests zu Mercedes G-Klasse W463 anzeigen Gesamtwertung Mercedes G-Klasse W463 4.0 von 5
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Einleitung

Gut 400 klotzig und kultig verpackte Luxus-PS. Mehr braucht man nun wirklich nicht.

 

 

Mein G wird gleichverteilt auf Autobahnen, Landstraßen und in der Stadt, zu je 1/3, bewegt. Ich gehöre eigentlich zu den ruhigen Fahrern und schwimme im Verkehr so mit. Gelegentlich sticht mich aber der Hafer und dann kann es auch gern etwas schneller zur Sache gehen. Will ich bewusst einfach nur einmal schnell fahren greife ich zu einem anderen Fahrzeug.

Galerie

Karosserie

4.5 von 5

Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist die Karosserie im gleichen sehr hochwertigen und grundsoliden Zustand. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger scheint beim aktuellen G das Thema Rostschutz in Graz eine neue Bedeutung bekommen zu haben. Wir wollen hoffen das der Schutz so gut ist wie er aussieht.

Das die vordere Stoßstange nun aus Plastik ist sei verziehen. In wie weit die G´s heute noch Böschungen hinauf oder hinunter getrieben werden, sei an anderer Stelle diskutiert. Der Platz für die Kühler musste geschaffen werden.

Die Verarbeitung ist im Vergleich zu anderen hochpreisigen Fahrzeugen erstklassig. Moderne Karosseriebauarten lassen sicherlich andere Formen, Spaltmaße und Designideen zu, doch die Zweckmäßigkeit und die resultierende Einfachheit einiger Lösungen erinnern beim G an seinen Ursprung und verleihen ihm damit einen unvergleichlichen und ganz individuellen Charakter. Der G zeigt Kante, an allen Ecken und Enden. Damit bietet er eine unglaublich Übersichtlichkeit und ein für seine Größe hervorragendes Raumangebot. Aktuell ist er der schmalste „PKW“ im Mercedesangebot (außer Smart), was sich im Innenraum nicht wirklich bemerkbar macht. Die reinen Außenabmessungen täuschen über den nutzbaren Innenraum hinweg.

Die Verarbeitung im Innenraum ist sehr hochwertig, auch wenn sie meiner Meinung nach nicht an die des Vorgängers heranreicht. Besonders die Mittelkonsole wirkt für diese Preisklasse etwas einfach dank ihrer Plastikhaptik.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Nicht perfekt aber auf ganz hohem Niveau.

Antrieb

4.0 von 5

Der neue G500 ist mit seiner Leistung und seiner Kraftentfaltung über jegliche Zweifel stets erhaben. Ich glaube, dass der Unterschied zum G63 so marginal und für solch ein Fahrzeug irrelevant ist, dass es diesen nicht unbedingt mehr braucht. Auf Landstraße und Autobahnen kann man mit ordentlich mitmischen. Der V8 ist stets auf dem Sprung und bereit um zu zeigen was er kann. Es macht aber auch Spaß entspannt mit dem Gebrabbel im Hintergrund /Untergrund bei mittleren Geschwindigkeiten dahinzurollen, mit der ruhigen Gewissheit das er jederzeit könnte, wenn der Fahrer wollte. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit sind die Windgeräusche bestimmend. Bei einen Cw-Wert wie ihn eigentlich nur noch der Kölner Dom hat ist dies nicht verwunderlich, sondern normal.

Der neue Motor harmoniert mit dem Getriebe sehr gut, das Getriebe erledigt seinen Job unauffällig und ausreichend schnell. Der Spritverbrauch ist angemessen und dem Gewicht des G´s und seiner Fahrleistung entsprechend. Im Verhältnis ist sein Durst sogar völlig in Ordnung.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Der Motor ist ein Gedicht.

Fahrdynamik

3.5 von 5

Dank des neu abgestimmten Fahrwerks rollt der 500er trotz deutlich breiterer Reifen und größerer Felgen ruhiger und harmonische als mein alten 350er BT. Für einen Geländewagen ist das Fahrwerk sehr „straßentauglich“ und gut ausgelegt.

Die Wankneigung in Kurven hat der G brav behalten. Trotz aller Leistung bremsen ihn hier seine Grundkonstruktion, sein Gewicht und sein Aufbau ein. Es ist eben ein G und keine SUV. Ein Kurvenräuber ist eben nicht ca. 1,95 Meter hoch und wiegt etwas beladen auch nicht ca. 2,8 Tonnen.

Die Fahrdynamik auf geraden Strecken ist aber sportwagengleich und damit mehr als zufriedenstellend. Der Antritt ist bei Bedarf unglaublich. Beschleunigungsstreifen auf Autobahnen geraten gern zu kurz, erst recht in einem G >0 500er. Das schnelle Fahren ist sicherlich nicht eine Paradedisziplin des G´s, seiner Grundkonstruktion geschuldet ist und bleibt es ein Geländewagen.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Ein Geländewagen ist ein Geländewagen, bleibt ein Geländewagen.

Komfort

4.5 von 5

Hier sammelt der G aus meiner Sicht seine vielen Pluspunkte. Wenn man ihn erst einmal bestiegen hat, was deutlich weniger schwer fällt als es oft beschrieben wird, sitz, thront man wahrlich erhaben und blick auf das übliche Verkehrsvolk herab. Lediglich die Fahrer eines Range Rover in ihrem fahrenden Castle dürfen hier das Kinn leicht erheben. Wir G-Fahrer bleiben unserer Festung / Ritterburg aber eben treu. Your car is your castle, my car is my safe.

Die verwendeten Materialien sind in Ordnung und aus dem Konzernregal bekannt. Nach wie vor finde ich die Komfortsitze spitzenklasse, besonders bei der im G typisch aufrechten Sitzhaltung. Man sitzt halt gerade und aufrecht, ganz wie es sich gehört. Der G stellt sich für mich als reiner 4-Sitzer heraus. Der Platz in der zweiten Reihe ist ausreichend, aber bei weitem nicht mit einem SUV dieser Preisklasse zu vergleichen. Das ist uns aber egal, wir nutzen ihn nur als 2-Sitzer.

Leider hat man die Hebel für Blinker und Tempomat vertauscht. Entsprechend konditioniert blinke ich immer einmal wieder gern, wenn ich auf der Autobahn fahre. Aber das ist eine Kleinigkeit.

Das Geräuschniveau ist im G sehr gut, trotz Sportauspuffanlage. Der Klang passt hervorragend zum Fahrzeug. Wer seine Ruhe haben will nimmt die normale Serienanlage und ist damit auch bestens bedient. Wer mit dem G ruhig und regelkonform durch den Verkehr rollt wird von der Ruhe überrascht sein.

Die Lenkung hat an Direktheit etwas gewonnen und lässt sich leichter als beim Vorgänger bewegen, dies erfreut zumindest meine Freundin.

Die Positionierung des Display oben am A-Brett ist gut, designtechnisch aber gewöhnungsbedürftig. Alle Bedienungen sind mercedestypisch, hier und da aber nicht immer selbsterklärend und intuitiv. Viele Einstellungen werden ja aber oft nur einmal vorgenommen und dann nur noch selten genutzt, also auch egal.

Ach, und das Schiebedach ist ein Schiebedach und kein Briefschlitz.

Der Klang des Soundpakets ist gut, so etwas geht aber deutlich besser. Der G wird wohl auch nie mehr ein Konzertsaal. Die Kombi mit einem Smartphone, bei mir ein Blackberry, funktioniert für alle Funktionen einwandfrei. Die Telefonqualität ist ausreichend gut bis sehr gut.

Zusammengefasst ist der Sitz- und Bedienkomfort im G hervorragend.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Luxus pur.

Emotion

5.0 von 5

Die Trutzburg aus Graz ist alt ohne alt zu werden. Ich glaube das der G nie jünger und dynamischer war als er es heute ist. Das Klacken der Zentralverriegelung ist aus einer anderen Zeit und passt zum Totewinkelassistenten so gut wie Gummistiefel zum kleinen Schwarzen von Chanel. Das Schließen der Türen erinnert eher an den frühen Landmaschinenbau als ein PKW des Jahres 2015. Aber genau das ist die Mischung. G-Fahrer habe genauso ihre Ecken und Kanten wir ihr Auto. Sound, Auftritt und Statement sind so einheitlich wie widersprüchlich. Und trotzdem, oder gerade deshalb Erfahre ich zum G eigentlich nur ein positives Feedback. Geliebt wird er von fast allen, teilweise bewundert und beneidet.

Der G bewegt! Viel Last, viele Personen und auf jeden Fall die Herzen.

 

Ich freue mich täglich auf die Fahrt in Büro. Eine Fahrt im G läuft bei mir unter Wellness.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Coole Kiste.

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Wer sich einen G leisten kann und möchte, wer den Umweltgedanken wenn auch nur kurz beiseiteschiebt, wer die gegenwärtigen Rohölpreis als Geschenk ansieht, wer Kompromisse bewusst eingeht, aber aufrecht dazu steht / sitzt, ist mir dem G, und besonders mit dem neuen 500er, bestens bedient.

Bei allen Schrulligkeiten die der G mit sich bringt, belohnt er seine Insassen mit jedem Kilometer. Ein kleines fahrendes Wohnzimmer, behaglich, etwas rustikal, gediegen, solide, modern, gemütlich, dynamisch, hier und da die starke Hand fordernd. Der G verwöhnt.

 

Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat sich im aktuellen sehr viel geändert. Für die Puristen sicherlich in die falsche Richtung, für G-Fahrer wie ich einer bin, aber ganz viel in die Richtige Richtung.

 

Viele können einiges besser oder eben anders, aber in der Summe aller Eigenschaften ist ein G gaaaaanz weit oben am KFZ-Zenit angekommen, wenn er da nicht schon immer war.

Ich werde ihn so lange es geht fahren. Und müsste ich mir heute ein neues Auto aussuchen, ich würde ihn wieder genauso nehmen.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Da fällt mir im Moment nicht wirklich etwas ein.

Gesamtwertung: 4.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 2

13.12.2015 09:48    |    571

Gut beschrieben. Die 500er waren immer schon State of the Art im G Segment. Trotz allem erstaunt der Hersteller doch immer wieder durch viele, kontinuierliche Verbesserungen (Geräuschdämmung, Komfort, Langstreckenqualität....) auch Kenner dieses Models. Dazu Euro 6, ohne Komplikationen wie bei den Diesel Modellen, AMG Motorentwicklung, laststabil..da passt wieder alles.


13.12.2015 23:52    |    uwe537

Ich hoffe mal, Komfort und Emotion sind genau so.

Da werde ich ja bald viel Freude haben, warte auf einen G 350d.

Aktuell Subaru Forester 2,0 XActive, Bj. 2006, simpel, aber bisher in 10 Jahren und auf 190 TKm sehr gut bewährt.

MfG Uwe


24.01.2016 15:31    |    Gcab0

db7 - da hast du wirklich alles in den Test beschrieben, was den G ausmacht. Und speziell den

2016- iger G 500 mit dem 422 PS Motor.

Nicht das perfekteste Auto, nicht glatt geschliffen, nicht für jeden Geschmack - aber wer ihn kennt mit all seinen kleinen Macken, wird ihn lieben und kommt vom G nicht mehr los!


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