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Mercedes E-Klasse W211 55 AMG Test

25.05.2020 17:13    |   Bericht erstellt von Grish_Lobo

Testfahrzeug Mercedes E-Klasse W211 55 AMG
Leistung 476 PS / 350 Kw
Hubraum 5439
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 198240 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 10/2003
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von Grish_Lobo 4.0 von 5
weitere Tests zu Mercedes E-Klasse W211 anzeigen Gesamtwertung Mercedes E-Klasse W211 4.5 von 5
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Einleitung

Seit zwei Jahre Standardfahrzeug für die täglichen Fahrten. Stadtfahrten, Überland, Urlaubsfahrten.

- Sommer

- Winter

- Schnee

- Regen

Galerie

Karosserie

4.0 von 5

Die Sitze sind äußerst zufriedenstellend. Es sind keine S-Klasse Sitze, was sicherlich auch niemand erwartete aber ich sitze besser in den W211 Sitzen als in vielen Audi sowie BMW sitzen. Ebenfalls bei neuen Modellen. das Platzangebot und der Schnitt im Innenraum ist sehr gelungen. Lange Strecken zu viert in dem Fahrzeug sind hier für niemanden eine Qual und es gibt keine Planung, wann wie der Beifahrersitz gewechselt wird. Ein Manko, was allerdings nicht schwerwiegend ist, das Fahrzeug bekommt so ab 150kmh die Seitenscheiben nicht mehr hoch. Einfach zuviel Druck und mann muss etwas runterbremsen, um die Scheibe hoch zu bekommen. Allerdings ist die Scheibe bei dieser Geschwindigkeit eher selten offen und eventuell haben noch nicht viele diese Erfahrung gemacht. Der Lack hält sich seht gut. Fahrzeug sieht nach Wäsche und gegebenfalls Politur immer wieder wie aus dem Ei gepellt aus.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Sitze
  • + Anwendungsfreundlichkeit
  • - Ablagemöglichkeiten vorne

Antrieb

3.5 von 5

Die Leistung ist super. Der Motor nimmt je nach Fußtritt einen soften einfachen roller an als auch einen direkten Peitscher. Gedenksekunde ist hier eventuell in millisekunden Bereich vorhanden, bis die Automatik macht was sie soll. Das Fahrzeug reagiert sehr spontan und dreht freudig die Drehzahl aus. Im stehen kann dies zu drehenden Reifen führen, was aber nur eine Sache des Gefühls im Fuß ist. Definitiv nicht wie bei neuen C63, E63 etc. Als daily Driver durchaus zu empfehlen.

 

Durchschnittsverbrauch auf 32.000 KM sind 17.5l. Ich bin damit sehr zufrieden für Motor und Fahrzeuggewicht. Allerdings geht bei zügiger Fahrweise in der Stadt der Verbrauch ohne Probleme auf 24l hoch. Im Winter Stop and Go gab es auch schon die 30l in der Anzeige. Dennoch ist der Durchschnittswert eine verlässliche Sache, die sich so auch im Tanken widerspiegelt.

 

Die Automatik ist einfach etwas älter. Nicht vergleichbar mit den 8-Gang Super Deluxe irgendwas heutzutage aber wenn da erstmal nen Gang drin ist, geht es ordentlich nach vorne. Die Schaltwechsel sind nicht durch ruckeln oder sonstiges Spürbar aber es dauert einen kleinen Moment.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Ansprechverhalten Motor
  • - Gangwechsel bei Lastfahrt

Fahrdynamik

3.5 von 5

Wendekreis ist beeindruckend. Da kommt der E43 nicht im geringsten ran. Hatte mir weit mehr gerechnet. Definitiv positiv zu bewerten.

 

Der Motor beschleunigt sehr gut durch. Ich würde hier gerne volle Punkte geben aber es gibt halt einfach schnellere Autos und das wäre quatsch aus meiner Sicht. Aber die Gasannahme ist sehr spontan, Kompressor ist schnell mit dabei und das Fahrzeug geht einfach nur nach vorne.

 

Auf der Autobahn tuen sich Autos bis 600ps auf jeden Fall nicht leicht mit dem E55. Neue 540i, E400 und sonstiges muss man definitiv in keinster Weise fürchten ^^. Die Porsche Turbo Abteilung lässt einen schon stehen.

 

Der Wagen ist offen und geht ohne Probleme über 300kmh, ich habe den Wagen bisher nicht komplett ausgefahren, Vorbesitzer zeigte Messungsblätter über 318kmh, Richtigkeit kann ich nicht widerlegen aber auch nicht bezeugen. Auf jeden Fall muss hier schon ein starker Renner vorbeikommen, um einen aus der Linken Spur zu vertreiben. Sowas passiert halt auch selten und ich fahre nur Nachts "sehr" hohe Geschwindigkeiten. Das ist mir im normalen Autobahnbetrieb nicht sicher genug und ich möchte nicht aufgrund einer unnötig schnellen Autofahrt sterben oder schwer verletzt werden.

 

Die Kiste ist kein Kurvenjäger. Auf Sport 2 in der Airmatic ist schon alles hart und direkt aber was ich mit nem E30 mache, würde ich mit dem Auto nicht machen...da tut man dem Auto und seinem Geldbeutel keinen Gefallen. Gibt Leute die hier auf Drift umbauen, bzw. in die Richtung aber das kommt für mich mit so einem Fahrzeug nicht in Frage. Zu schwer, zu lang, zu träge für agiles Kurvenrennerei. Hier geht es allerdings um Grenzwerte. Eine zügige Landstraßenfahrt mit vielen gut übersichtlichen Kurven ist hier auf jeden Fall eine spaßige und sichere Angelegenheit.

 

Mit ESP an usw. regelt das Fahrzeug auch sehr gut rein. Man darf halt nicht das typische Kick-Down ausscher Manöver starten. Da hängt man dann eher in der Leitplanke.

 

Die Bremse ist Top! Ich habe nie das Gefühl das diese unterdimensioniert ist oder heiß wird. Ich bin sehr zufrieden damit. Bei einem mal besessenen E39 523i ging nicht eine starke Bremsung auf der Autobahn ohne wubbeln und heiß werden. Also wirklich, eine sehr gute Bremse! Beißt Gefühlt ähnlich wie im GrandCherokee SRT

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Bremsleistung - Absolut!
  • + Sicherheitsprogramme
  • - Bei nässe sollte man ein bisschen drauf acht geben, wo wann Gas reinkommt

Komfort

4.5 von 5

Durch die einstellbare Airmatic immer was dabei. Die Sport-2 kommt nicht auf das Level von modernen Federungen und Fahrwerken. Ist aber in keinster Weise von gestern. Man probiert einfach ein bisschen aus und bekommt ein gutes Gefühl für das Fahrzeug. Man spürt das Fahrzeug beim Fahren und erhält, wenn Aufmerksam, eine Menge Feedback.

 

Die Sitze sind einfach Klasse. Lange Strecken gar kein Thema. Alles anpassbar, beheizt, gekühlt usw. Top!

 

Das Fahrzeug ist bis 180 sehr leise innen, dann geht es langsam los. Ab 260+ hört man schon, was man gerade macht. Aber da der Tank bei Vollgasfahrt vielleicht seine 100 - 150km schafft, erträgt man das ganz gut. Verbrauch geht echt Richtung 80l bei 280+

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Sitze
  • + Aufteilung Innenraum
  • - Ablageflächen im Fahrzeug

Emotion

4.0 von 5

Ich mag es, dass der E55 optisch kaum von der Serie abweicht. Der E63 sieht da schon prolliger aus. Alles Geschmackssache aber ich mag lieber ein Auto was wie ein E200 aussieht und dann abrummst, als ein Auto das schon von weitem Schreit. Auch für das Parken auf der Straße usw vorteilhaft. Man muss schon etwas Ahnung haben, um es zu erkennen. Auspuffanlage kann jeder nachrüsten. Die Bremse verrät es aber wie hoch ist schon der Prozentsatz der sowas registriert und weiß. Ich mag das Design sehr. War damals 16 Jahre oder so alt, als das Fahrzeug auf den Markt kam und war begeistert. Sollte eigentlich ein E500 werden aber bei den Preisen ... da kann man ruhig zum AMG greifen ^^.

 

Image an sich gut, außer Auspuffanlage bringt auch Kommentare von wegen, wer es halt nötig hat usw. Da wird dann die Originalität auch schnell in Frage gestellt. Aber man fährt ein Auto ja, weil es einem gefällt und nicht weil Leute boahr sagen sollen. Muss jeder selber wissen. Viele Fragen, ob ich nicht die E63 Lippe ranmachen will oder die Modellpflege Spiegel. Finde die Spiegel sogar wirklich schöner vom Facelift aber neee, ist nicht original. Da bin ich dann eher eigen.

 

Das Fahrzeug ist nicht laut. Man hört im Stand das da kein Vierzylinder drin ist aber es ist in keinster Weise zu vergleichen mit heutigen AMG's. Der E63 ist auch schon deutlich lauter als der E55. Der E55 braucht bisschen Drehzahl und zeigt dann schon was so los ist.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Abstimmung Auspuffanlage - Sound
  • - Eher sportlicher Komfortwagen als sportler oder komfortler

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 300-400 Euro
Verbrauch auf 100 km über 10 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 700-1.000 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr 500-1500 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 14169
Haftpflicht 400-500 Euro (60%)
Vollkasko 400-600 Euro 60%
Außerplanmäßige Reparaturkosten Sonstiges - Schloss Fahrertür (170 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Traumwagen

- Günstig für das was man bekommt

- Wartbar mit vielen Teilen der W211 Serie

- Bremsen günstiger als man denkt

-> Falls nicht die große Bremsanlage wie vom SL drauf ist

- Verbrauch 30.000km ca. 17.5l

- Außer Schloss Fahrerseite keine Probleme oder Überraschungen

 

Fahreigenschaften hervorragend. Lenkung, Federung, Komfort all das macht viel Laune. Das Fahrzeug hat einen sehr starken Durchzug und hält gut mit allen bis 600PS Autos mit. Die ganz neuen sind dann schon was. RS6 vielleicht einfach überholen lassen.

 

Das Fahrzeug ist im Unterhalt nicht teuer. 1200€ mit Teilkasko und vielen Extras. Benzin so eine Sache. 17.5l auf 100km, kann zuviel sein für ein tägliches Fahren. Muss jeder schauen.

 

Aber wer ein sehr komfortables und leistungsstarkes Fahrzeug sucht, ist hier genau Richtig. Langstrecke, Stadtfahrt alles kein Problem. Super Leistung für einen Super Preis.

 

Ich kann gerne weitere Auskunft geben, wenn es Fragen gibt. Das Fahrzeug wird weiterhin gefahren.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Nichts für Anfänger, die Heckantrieb und Leistung noch nicht kennengelernt haben. Da dreht man sich flugs mal in den Baum und das will ja niemand. Auch sollte vielleicht ein wenig Ahnung von Technik und Mechanik vorhanden sein. Gefühl für Motorwärme, Öltemepratur normal als auch Getriebe sollte ebenfalls vorhanden sein. Die Dinger zerhaut man sich schnell, wenn da stumpf reingetreten wird. Der E63 hat im Menü ein AMG Menü mit Öl usw, das gab es im E55 noch nicht. Hier sollte man auf die innere Stimme vertrauen.

 

Der Wagen verbraucht bei mir 17.5l auf 100km bei 75% Stadtfahrt. Wer mit dem Auto rast und ich meine jetzt wirklich rasen, jede Ampel Kick usw. wird mit dem Auto keine Freude haben technisch und bestimmt bei 25-35l Verbrauch landen. Natürlich alles nur eine Frage des Geldbeutels.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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