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Mercedes CLK 208 Coupé 320 Test

04.04.2016 18:09    |   Bericht erstellt von gizzmo77m

Testfahrzeug Mercedes CLK 208 Coupé 320
Leistung 218 PS / 160 Kw
Hubraum 3199
Aufbauart Sportwagen/Coupe
Kilometerstand 168000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 2/2000
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 3 Jahre
Gesamtnote von gizzmo77m 4.0 von 5
weitere Tests zu Mercedes CLK 208 Coupé anzeigen Gesamtwertung Mercedes CLK 208 Coupé 4.0 von 5
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Einleitung

Ich bin 38 Jahre alt und lebe mit meiner Frau und zwei Kindern in Mönchengladbach.

Nachdem mich mein Mercedes 230CE (W124) 10 Jahre lang treu begleitet hat, habe ich meinen CLK 320 im Februar 2013 bei einem seriösen Gebrauchtwagenhändler gekauft.

 

 

Ich habe lange nach dem passenden Modell gesucht, denn ich bin wählerisch und kleinlich und ich hatte ganz bestimmte Vorstellungen von Farbe, Ausstattung und Pflegezustand.

Ich suchte einen schwarzen 320 CLK Baujahr ab 2000 mit unter 100tkm auf dem Tacho im perfekten Pflegezustand mit nicht mehr als 2 Vorbesitzern.

Der Wagen sollte mindestens eine Lederausstattung, Command 2.0, Sitzheizung, Klimaautomatik und ein Schiebedach haben. Mehr ist immer gut, weniger ging garnicht.

Insgesamt habe ich rund 6 Monate alle Autohandelsplattformen im Internet immer und immer wieder durchforstet, habe viele Telefonate geführt und einige Besichtigungen gemacht, aber irgendwas hat mich immer gestört.

Zwischenzeitlich hatte ich bereits einmal ein Model in Ostdeutschland gefunden, für den ich bereits die mündliche Zusage hatte, der dann aber aufgrund von schwerwiegenden Mängeln doch nicht mehr verkauft werden sollte (is klar) und ein weiterer stand quasi vor meiner Türe, doch ich habe zu lange gezögert...weg war er.

Nachdem ich fast schon aufgegeben habe und nur noch halbherzig die Seiten von mobile, autoscout und Co. durchsuchte, fand ich ein Modell, bei dem ich zwar einen Kompromiss eingehen musste, denn der Wagen hatte bereits 125tkm auf der Uhr, doch ansonsten traf er voll ins schwarze.

Ich vereinbarte einen Termin bei dem zugegeben sehr vertrauenserweckenden Händler namens Pastor (wie paradox) und fuhr nach der Arbeit, in der Dämmerung zur Besichtigung.

Ich fuhr die Einfahrt des Autohauses hinein und dort versperrte mir ein flacher schwarzer Wagen wie ein wachender Dobermann den Weg.

Da stand er....das Regenwasser perlte an ihm ab, der dämmernde Himmel spiegelte sich seidig in seinem hochglanzpolierten Blech und er war einfach nur wunderschön.

Dieser Anblick musste mir meine Vernunft geraubt haben, denn trotzdem ich ein relativ umfangreiches Wissen über die Vorgehensweisen beim Gebrachtwagenkauf habe, habe ich diese Schönheit einfach gekauft. Ohne Probefahrt, ohne detaillierte Inspektion der üblichen Verdächtigen und erst recht ohne DEKRA Gebrauchtwagen-Check oder sowas.

Nur ein Blick ins Innere und auf das Blech, was mittlerweile im Dunkeln kaum noch Kontrast zur Umwelt bot. Mir war irgendwie klar...DAS IST ER!

Ich hatte den richtigen Riecher oder einfach nur Glück. Der CLK war so gut wie neuwertig, vor allem von innen. Er hatte genau die Ausstattung, die ich mindestens wollte und es war ein Avangarde....musste nicht sein, aber so ganz schwarz, ohne Chromleisten und zusätzlich noch ohne jegliche Typenbezeichnung, gefiel er mir umso besser.

Der Motor war ungewaschen aber trocken, kein Rost, keine Dellen, lediglich Steinschlag ist bei der Farbe Obsidianschwarz-metallic unausweichlich.

Wenige Tage nach dem Kauf, verabschiedete ich mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von meinem treuen w124 Coupé, das mich über ein Jahrzehnt stolz und zuverlässig durch den Verkehr trug.

Ich nahm Platz in seinem hoffentlich ebenbürtigen Nachfolger, meinem CLK 320.

 

Seit dem bin ich rund 40tkm mit dem Wagen gefahren. Dabei wurden nicht selten Langstrecken zwischen 700km und 800km absolviert. Ansonsten wird das Auto täglich ca. 30km Stadt / Land bewegt.

Nach nunmehr dreijähriger Erfahrung mit dem CLK wird es nun mal Zeit für einen möglichst objektiven Testbericht.

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Karosserie

3.5 von 5

Die Karosserie des CLK ist ein dynamisches Gewand, welches vollkommen ohne irritierende Sicken und Kanten eine sehr erhabene Anmutung ausstrahlt. Die geschwungene Motorhaube schmeichelt dem Auge und das flache Dach mit seiner elegant abfallenden C-Säule ist es, was den Coupé-Enthusiasten so richtig anmacht.

Die Breite Karosse liegt satt auf dem Asphalt und das Heck wirkt vor allem mit der entsprechenden Sportbereifung besonders bullig.

Auch die Front mit seinem 4-Augen Gesicht strahlt eine kraftvolle Gelassenheit aus. Der CLK hat es nicht nötig böse zu blicken oder einen überdimensionierten Kühlergrill aggressiv aufzureißen. Wer den CLK im Rückspiegel erblickt, der weiß auch ohne drohgebärdende Mimik, dass dieses Auto schnell ist. Sehr schnell!

Eingefleischte W210 Fans mögen mir verzeihen wenn ich behaupte, dass das an der E-Klasse angelehnte CLK-Design die sportliche Optimierung des konservativen Gleiters ist.

Um es mit den Worten eines Mannes zu sagen: Die Kiste ist einfach mega sexy!

 

Qualitativ bewegt sich die schöne Blechhaut auf hohem Niveau. Natürlich wurden mit den Kunststoff-Stoßfängern und dem Plakettengrill teure Metallbauteile eingespart, aber es lässt den Wagen nicht weniger wertig wirken. Die Spaltmaße hätten aber für ein Auto dieser Zeit bereits etwas schmaler sein können.

Hauptproblem der Karosserie stellt eine gewisse Rostanfälligkeit an ganz bestimmten Stellen dar. Dabei steht die Rostblume rund um das Kofferraumschloss an erster Stelle. Dicht gefolgt von den Verschraubungen des hinteren Stoßfängers an den Kotflügeln. Dort krabbelt die Pest irgendwann die Ecke rum ins Licht.

Nicht selten fangen auch oberflächlich gepflegte Modelle an den Innenseiten (Kanten) der Radläufe an zu gammeln, was aber noch ohne großen Lakieraufwand zu beheben ist.

 

Bei der Beurteilung der Platzverhältnisse ist es immer schwer einen geeigneten Maßstab zu finden und nicht zuletzt spielt auch die eigene Körpergröße eine Rolle. Darum sind alle Angaben natürlich sehr relativ.

Grundsätzlich ist der CLK aber in allen Disziplinen überdurchschnittlich, unter der Berücksichtigung, dass es sich hier um ein Coupé handelt.

Das Platzangebot vorne und der Kofferraum haben sicherlich Limo-Format. Das Platzangebot im Fond ist bedingt durch die Bauart natürlich deutlich enger, aber verglichen mit vielen anderen Coupé's durchaus komfortabel.

Die Kopfstützen und die Mittelarmlehne im Fond lässt auch längere Fahrten entspannt überstehen. Schwierig wird es, wenn sowohl vorne als auch hinten große Personen Platz nehmen, denn dann gilt es einen Kompromiss bei der Sitzeinstellung zu finden.

 

Die Übersichtlichkeit ist verglichen mit meinem vorherigen CE230 (W124) deutlich schlechter. Allein die Einführung der B-Säule in dieser Modellreihe zeigt sich als eher hinderlich.

Wer aber schon mal in einem Hyundei Coupé versucht hat beim Abbiegen an den überdimensionalen und fehlplatzierten Rückspiegeln vorbei zu linsen, der wird wissen, dass ich gerade auf hohem Niveau klage.

 

Qualitativ handelt es sich eindeutig um einen Mercedes und das was man von ihm erwartet. Alles ist ordentlich und stabil verarbeitet. Kein Klappern, kein Quitschen, kein Knarzen. Die Türen fallen satt ins Schloss und Knöpfe und Hebel machen einen stabilen, wenn auch nicht filigranen Eindruck.

Dennoch hat die hochwertige Anmutung im Vergleich zu früheren Modellen nachgelassen. Man merkt, dass weniger und günstigere Kunststoffe verarbeitet wurden und mehr Teppich verlegt wurde.

Das Leder der Sitze, als auch die Kunststoffverkleidungen sind recht grob genarbt.

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Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Großer Kofferraum
  • + Komfortables Platzangebot vorne
  • + Geteilte und vom Kofferraum aus umlegbare Rücksitze
  • + Mittelarmlehne hinten
  • - relativ wenig Kopffreiheit im Fond
  • - relativ wenig Beinfreiheit im Fond
  • - keine versenkbaren Fenster im Fond

Antrieb

3.5 von 5

Den Antrieb des 320 CKL kann man wohl mit ruhigem Gewissen als absolut ausreichend bezeichnen. Natürlich gibt es Sportwagen, die doppelt so schnell auf 100km/h beschleunigen als der V6 des CLK, aber damit klebt man auch doppelt so schnell an der Wand.

Der CLK möchte ein Reisecoupé mit Kraftreserven sein, die wenn nötig mächtig Druck beim Beschleunigen machen.

Drückt man beim Ampelstart das Pedal auf den Teppich, brennt die Hütte und während der halbstarke GTI-Fahrer noch den Schleifpunkt sucht, ist der CLK schon über alle Berge. Dabei wirkt der Motor nie überfordert oder am Limit, sondern stets souverän.

Lediglich beim Zurückschalten auf der Autobahn scheint die Automatik immer erst fragen zu wollen, ob das jetzt wirklich ernst gemeint ist und gibt erst nach einer Gedenkminute widerwillig nach.

Hat der faule Automat einmal verstanden was man von ihm will, geht der Wagen auch noch bei hohem Tempo druckvoll vorwärts und schaltet erst kurz vor max. Speed in den schonenden 5. Gang.

Grundsätzlich sollte man sich also darüber im Klaren sein, dass der CLK cruisen und nicht heizen will...auch wenn er es kann.

Der Verbrauch liegt im Schnitt etwa bei 11-13 Litern auf 100km und ist damit zwar akzeptabel, aber nicht wirklich sparsam.

Trotzdem darf man nicht vergessen, dass man einen 1,5 Tonnen schweren V6 mit 218PS bewegt...die wollen natürlich auch gefüttert werden.

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Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Laufruhiger Motor
  • + Gute Beschleunigung
  • + Weiches Schaltverhalten des Automatikgetriebes
  • - Träge schaltendes Automatikgetriebe
  • - relativ hoher Benzinverbrauch

Fahrdynamik

4.5 von 5

Hier sei angemerkt, dass mein CLK mit einem H&R Fahrwerk (blau) jeweils 40mm tiefergelegt wurde und mit einer Mischbereifung 225er vo., 245er hi. auf 18 Zoll Alufelgen über den Asphalt rollt.

Somit sind die fahrdynamischen Eigenschaften sicherlich etwas sportlicher bewertet als es bei einem Serienfahrwerk der Fall wäre.

Das Fahrverhalten des CLK wirkt stets souverän und ausgeglichen. Enge Kurven, Spurwechsel und Passstraßen meistert der Wagen mit einer angenehmen Ruhe. Das Fahrwerk ist ein angenehmer Kompromiss zwischen straffer Sportlichkeit und Komfort.

Bei sehr eng gefahrenen Kurven neigt der Wagen zum Übersteuern, was aber ohne lange Verzögerungen vom ESP unterbunden wird.

Wer berufsbedingt keinen Helm bei der Autofahrt trägt, sollte darüber glücklich sein und keine Bevormundung des Fahrers herbei philosophieren.

Dies wäre nicht zuletzt deshalb ungerechtfertigt, weil sich die Fahrsicherheitssysteme für die schwindelfreie Besatzung auch deaktivieren lassen.

Bei Schnee und Glätte hat sowohl das ESP, als auch das ASR schwer zu kämpfen. Vortrieb wird hier trotz der Getriebeeinstellung "W" (wie Winter) und daraus resultierender Anfahrt im 2. Gang, gerne erst nach kurzzeitiger Deaktivierung der Sicherheitssysteme erreicht.

Zusammenfassend muss man auch die Fahrdynamik unter dem Gesichtspunkt beurteilen, dass der CLK ein komfortables Coupé sein will und kein Kurvenräuber.

 

Die werksseitigen Bremsen wurden bei meinem CLK durch ATE PowerDisk Sportbremsscheiben und ATE Keramik-Bremsbeläge ersetzt.

Die Rillen in den Bremsscheiben dienen dabei der vollwertigen Bremsleistung auch bei nassen Scheiben und sie verhindern eventuelles fading. Die Keramikbeläge zeichnen sich durch eine längere Haltbarkeit aus, aber vor allem reduzieren sie die Entwicklung von Bremsstaub massiv.

Tägliches und von den Nachbarn stets argwöhnisch beobachtetes Felgenwischen am Abend gehört damit der Vergangenheit an.

Die Bremse packt griffig zu und bringt die 1,5 Tonnen sicher zum stehen.

Bei Verzögerungen aus hohem Tempo neigt die Bremsanlage zum leichten"Brummen" was in meinem Fall allerdings der beschriebenen Kombination der Bremskomponenten anzulasten ist.

Der Bremsassistent BAS ist ein Geschenk, welches einem im Fall der Fälle zeigt, zu welch brutaler Verzögerung die Bremsanlage im Stande ist.

So fühlt sich das an - Herrschaften - wenn man bei Tempo 100 den Kettenanker aus dem Fenster wirft!

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Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Sicheres und solides Fahrverhalten
  • + Souveränes Eingreifen der Fahrsicherheitssysteme ESP, ABS und BAS
  • + Gut abgestimmte Lenkung
  • - Leichtes Schieben über das äußere Rad bei vollem Lenkeinschlag

Komfort

3.5 von 5

Beim Komfort ist grundsätzlich abzuwägen, ob man das normale Fahrwerk oder eines mit sportlicher Abstimmung verbaut hat.

Ich persönlich habe H&R Tieferlegungsfedern verbaut, womit meine Eindrücke sicherlich vom Serienstandard abweichen.

Der CLK wurde als komfortables Reisecoupé konzipiert, und ist ab Werk entsprechend weich ausgelegt.

Durch die verbaute Tieferlegung und die 18 Zoll Bereifung wird das Fahrverhalten deutlich sportlicher und straffer aber in keinem Fall hart.

Lange Bodenwellen und sogar Kopfsteinpflaster schluckt das Fahrwerk angenehm. Schlaglöcher kann er dagegen garnicht leiden und meldet dies mit einem unangenehmen Rumms, der nicht nur durchs Blech geht.

 

Die Sitze sind sportlich konturiert und lassen sich entweder voll- oder teilelektrisch verstellen. Wo die teilelektrische Ausführung lediglich die Position des Sessels vertikal und horizontal surrend verstellt, lässt sich das Skelett bei den Vollautomatischen Sitzen inklusive Rückenlehne und Kopfstütze in die bequemste Position bringen. Die Memory Funktion und die optionalen Multikontursitze bleiben ebenfalls der Vollautomatischen Version vorbehalten.

Die Sitzflächen sind für kleine Menschen etwas zu lang geraten, was sich in den Kniekehlen bemerkbar macht und die Sitzwangen der Rückenlehne leiden durch ihre stark ausgeprägte Form nicht selten unter Verschleiß an den Nahtstellen. Stoff und Lederbezug sind aber sehr strapazierfähig und sehen nie speckig oder ausgeleiert aus.

 

Die Sitzposition im Auto lässt sich hervorragend einstellen. Einziges Manko ist die lediglich in der Länge verstellbare Lenksäule. Ich sitze gerne tief im Auto um die Armauflagen in der Mitte und in der Türe bequem nutzen zu können, wodurch das Lenkrad aber für meine Größe etwas zu hoch steht.

Ansonsten fühlt man sich Zuhause...wie es eben immer schon so war. Wer ältere Mercedes Modelle kennt, der weiß das Gefühl zu schätzen.

Alles sitzt am richtigen Platz, alles ist gut erreichbar und logisch angeordnet.

Zugegeben...damals stand das Navigationssystem noch nicht so im Fokus wie heute und befindet sich darum noch ganz unten in der geschwungenen Mittelkonsole, wogegen die selten benutze Klimaautomatik nach wie vor oben tront. Nach heutigen Maßstäben also überholt, aber nicht wirklich störend.

Toll ist die Anordnung der Fensterheberknöpfe in der Mittelkonsole. Nicht nur, dass die rechte Hand ohnehin nichts mit Schalten und Blinken zu schaffen hat, spart man auch den Einbau von Knöpfen in beide Türen und begnügt sich mit der gemeinsamen Nutzung der Knöpfe durch Fahrer und Beifahrer.

So manche Hand soll auf diesem Wege eine andere auf Dauer gefunden haben.

Der Blinkerhebel / Kombischalter ist nach wie vor die eierlegende Wollmilchsau und überzeugt mittlerweile auch mit einer Wisch-Wasch Funktion.

Die Instrumente sind hinterleuchtet und in der Helligkeit dimmbar. Die optionale PDC (ParcDistanceControl) ist vorne etwas unbeholfen auf dem Armaturenbrett aufgesetzt aber hinten durch den Rückspiegel sichtbar und somit gut positioniert. Leider neigt diese gerne zum Streik und ist auch zu Tarifverhandlungen nicht bereit. Hier hilft meist nur die Kündigung des sturen Sensors...aber zum Glück ist die Lage auf dem Ersatzteilmarkt sehr entspannt.

Sehr angenehm fallen auch die ab der Modellpflege im Jahr 1999 präsenten Lenkradtasten und das damit verbundene Kombiinstrument und das Radio auf.

Bei verbautem Comand System erweitert sich der Funktionsumfang der Tasten leicht und ist in jedem Fall ein Zugewinn an Komfort und Sicherheit.

Der Kofferraum lässt sich durch einen Hebel in der Mittelkonsole fernentriegeln und sollte man nach dem Aussteigen vergessen haben die Fenster zu schließen, übernimmt das gerne die Komfortschließfunktion des CLK. Sehr praktisch ist diese Funktion auch umgekehrt, bei heißem Sommerwetter und entsprechenden Innentemperaturen.

Einfach vor dem Einsteigen lange auf den Entriegelungsknopf des Funkschlüssels drücken und alle Fenster öffnen automatisch.

Der CLK ist eben nicht nur heiße Luft!

 

Alles in allem ist der CLK ein Mercedes und Mercedes steht für Luxus und Komfort. Davon hat der CLK ein gutes Stück abbekommen.

So lässt es sich entspannt reisen und immer wieder gerne einsteigen.

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Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Ausgewogenes Fahrwerk
  • + Bequeme Sitze
  • + Komfortable Extras bereits in der Grundausstattung
  • - Hohe Geräuschentwicklung im Innenraum
  • - Heizungsgebläse schwach

Emotion

4.5 von 5

Einem CLK Temperament zu bescheinigen wirkt auf den ersten Blick vermutlich nicht wirklich objektiv und verglichen mit einem rassigen Italiener stellt er nun mal den typischen Deutschen dar....solide, exakt, perfektionistisch und selbstbewusst.

Der CLK ist kein ausgeflipptes Heißblut und prollt nicht an jeder Ecke mit seinem Macho-Gehabe. Er trägt seine Muskeln nicht nach außen und das ist auch gut so.

Ein wenig Understatement hat schließlich noch keinem geschadet.

 

Nun ist es aber so eine Sache mit den Deutschen...wenn man sie reizt, können sie auch so richtig schön versaut und das ist typisch CLK.

Das zeigt sich auch optisch - man muss nur etwas genauer hinsehen.

Dieser Schwung in der Motorhaube mit zwei prallen Erhebungen rechts und links.

Treue Augen die kein Wässerchen trüben, aber hinter denen so richtig die Kolben kreisen.

Eine sexy geschwungene Dachlinie, die so perfekt zum Heck fließt wie die 60cm Taille eines Top-Models zum 90cm Knackpo...und mal ehrlich Leute, der Arsch ist ja mal die Krönung.

Ja, ich hab auch schon mal reflexartig drauf gehauen.

Die Dynamik des CLK zeigt sich während der Fahrt, so wie erst der Tango das Temperament des Tänzers offenbart.

Wenn man einen CLK auf der Straße sieht, ist irgendetwas anders...das ist doch nur eine E-Klasse, mag der Laie denken, aber warum zum Teufel sieht der so sexy aus?

Es sind die ganz eigenen Proportionen des CLK, die die Augen fesseln, die gedrungene Ausstrahlung, das dynamische Selbstbewusstsein.

 

Der CLK ist eine begehrenswerte, sportlich-elegante Schönheit und nichts für eine "Nacht".

Vielmehr ist der CLK vergleichbar mit der perfekten Frau fürs Leben: Wunderschön, wohlerzogen, fleißig, treu, sexy und herrlich versaut.

Das das Gerät bei Benutzung auch einiges weg schlucken kann, ist in diesem Zusammenhang zwar nicht positiv zu erwähnen, aber so ist das eben, wenn man die Deutschen reizt.

 

Na, wenn das keine Emotionen weckt?!

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Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Zeitloses aber extravagantes Design
  • - Jeder will mal fahren

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 200-300 Euro
Verbrauch auf 100 km über 10 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 100-300 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr bis 200 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 41065
Haftpflicht bis 200 Euro (35%)
Außerplanmäßige Reparaturkosten Fahrwerk/Rost - Querlenker (80 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Der CLK ist kein Spielzeug, sondern ein ausgewachsenes Auto von einem der besten Automobilhersteller der Welt und das merkt man in vielerlei Hinsicht.

Wer schon in anderen, vielleicht auch "minderwertigen" Autos unterwegs war bemerkt die vielen Kleinigkeiten, die einen Mercedes so komfortabel machen. Es sind die Details, die das perfekte Gesamtpaket schnüren.

 

Der CLK ist der kompromisslose Kompromiss zwischen einem Sportwagen und einer Familienkutsche. Er kann nicht alles, aber überdurchschnittlich viel und er macht zu jeder Gelegenheit eine gute Figur.

Egal ob im Anzug oder im Sportdress - im CLK fühlt man sich stehts gut gekleidet.

Er verkörpert zeitlose Eleganz und ist zugleich sportlich ohne dabei zu übertreiben.

Seine solide Erscheinung zeugt von der Qualität, die man von ihm erwartet und er wird diesen Erwartungen absolut gerecht.

Man vergisst darum schnell, dass es sich um ein Auto aus dem vorletzten und letzten Jahrzehnt handelt. Viele Modelle seiner Zeit findet man nur noch auf Schrottplätzen oder sie sehen einfach nur alt aus.

Der CLK ist wie seine Vorgänger auf dem Weg zum Klassiker, auch wenn man sich mit dem Gedanken nicht so recht anfreunden kann, denn wie ein Oldie sieht er doch garnicht aus.

 

Natürlich erfordern alle diese positiven Erfahrungen eine ebenso solide Wartung und Pflege des Autos und ja, es geht auch mal etwas kaputt.

Aus meiner persönlichen CLK Geschichte kann ich von folgenden Reparaturen berichten:

-Türsensor der Komfortschließung defekt

-Lenkungsdämpfer defekt

-Gummi der Dachantenne abgerissen

-Rost am Kotflügel der Beifahrerseite

-obere Querlenker vorne ausgeschlagen

-untere Traggelenke vorne ausgeschlagen

-Simmerring der Riemenscheibe undicht (Ölverlust)

-Bremsschläuche porös

-Bremslichtschalter defekt

 

Neben den üblichen Wartungsarbeiten Ölwechsel, Filterwechsel usw. habe ich noch folgende Arbeiten vornehmen lassen:

-Bremsscheibenwechsel auf ATE Powerdisc

-ATE Keramik-Bremsbeläge

-Bremssattellack

-15mm H&R Spurverbreiterungen rechts + links (30mm / Achse)

-PlastiDip schwarz-matt auf Kühlergrill, Haubenemblem und Heckdeckelstern

-Lackierung der Motorhaube aufgrund von unschönem Steinschlag

-Lackierung der Tür und des hinteren Kotflügels Fahrerseite aufgrund von mutwillig verursachten Kratzern

-Lackierung des hinteren Kotflügels Beifahrerseite aufgrund von Rost

-Mischbereifung 225er auf 18 Zoll Felge vorne, 245er auf 18 Zoll Felge hinten

-H&R Fahrwerksfedern blau 40/40

 

Was sich viel anhört ist in meinen Augen ein dezentes Tuning aus optischen Gründen. Es steht dem CLK nicht, wenn er übertrieben aufgebrezelt wird und wenn, dann von einem professionellen Tuner.

 

Ich liebe meinen CLK und pflege ihn bis in den letzten Winkel des Motorraums, was oftmals für verständnisloses Kopfschütteln sorgt.

Sprüche wie: "Das ist doch nur ein Auto.", "Kümmer dich doch mal mehr um mich.", "Wärst du mal so ordentlich im Haushalt." oder noch schlimmer: "Das ist doch nur ein Gebrauchsgegenstand."...stoßen bei mir auf deutlich intensiveres Kopfschütteln.

Ich bin ein Mann und ich liebe mein Auto und mein Hobby!

Der CLK dankt es mit Treue, Zuverlässigkeit und jeder Menge Fahrspaß.

Er meckert übrigens auch sehr selten. ;)

 

Ich kann dieses Auto uneingeschränkt empfehlen und ich hoffe ich konnte euch mit diesem Roman für den CLK begeistern oder euch bei der Entscheidungsfindung helfen.

 

Liebe Grüße,

Euer Andreas

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 2

22.04.2016 11:21    |    rul0rMAX

Sehr gut beschrieben!

Unterschreibe ich auch alles so als Besitzer des gleichen Fahrzeugs.


29.03.2017 17:03    |    Sedge

Super! Eine "Ode" auf das W208er Coupe!


27.07.2017 16:55    |    ColaMix

Besser hätte man es nicht beschreiben können! Ich bin immer wieder zu diesem QP zurückgekehrt und ich hatte schon sehr viele Autos in meinem Leben! Ich verbinde das fahrzeug mit Emotionen... alleine dieses Gefühl, wenn man weiß, gleich fahren zu dürfen... herrlich! Eins der tollsten Fahrzeuge, die jemals gebaut wurden!


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