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Mercedes C-Klasse W204 200 Kompressor Test

31.10.2017 22:20    |   Bericht erstellt von DNAragorn

Testfahrzeug Mercedes C-Klasse W204 200 Kompressor
Leistung 184 PS / 135 Kw
Hubraum 1796
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 98000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 2009
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von DNAragorn 4.5 von 5
weitere Tests zu Mercedes C-Klasse W204 anzeigen Gesamtwertung Mercedes C-Klasse W204 4.0 von 5
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Einleitung

Wie kam ich zu meiner C-klasse?

 

Im Grunde war ich schon länger auf der Suche nach einem Nachfolger für meinen Toyota Auris. Meine Kriterien für das neue Auto waren:

 

- Gebrauchtwagen mit max. 100.000 km

- Automatik

- Komfortabel

- Langstreckentauglich

- Zuverlässig

- Familientauglich

 

In Frage kamen für mich Autos der Marken BMW, Mercedes, Subaru oder Volvo. Ausschlaggebend letztendlich für die Wahl der C-Klasse war einmal die Tatsache, dass mir der W 204 bei seinem Erscheinen in 2007 sofort gefiel und so ein Habenwollen-Gefühl auslöste. Der zweite Grund war der Dauertest bei Autobild, bei der ein W 204 auf inzwischen 500.000 km zufährt. Da ich vorhabe, meine C-Klasse lange zu behalten, gab das den Ausschlag und meine Frau und ich erwarben im August 2016 einen tenoritgrauen W 204 in Avantgard-Ausstattung mit ca. 74.000 km.

 

Die wesentliche Ausstattung meines W 204:

 

- Automatik

- Klimaautomatik

- Nebelscheinwerfer

- Parksensoren vorne/hinten

- Metalliclackierung

- Fensterheber 4-fach

- Außenspiegel elektrisch verstellbar, beheizbar und anklappbar

- Radio/CD incl. Telefonfreisprechanlage

- Sitzheizung/teilelektrische Sitzverstellung

- Rücksitzlehne geteilt umklappbar

- Teilleder

- 225 Reifen auf 17 Zoll-Alufelge

- Allwetterbereifung

- Reifendruckkontrolle

- ABS/ESP/Traktionskontrolle

- Licht-/Regensensor

- Tempomat

- Bordcomputer

 

Zusätzlich nachgerüstet habe ich:

- Anhängerkupplung

- Mobiles Navi

Galerie

Karosserie

4.0 von 5

Das Platzangebot ist in der C-Klasse vorne sehr geräumig, hinten ist der Fußraum unterdurchschnittlich groß für diese Fahrzeugklasse, da ist manches Kompaktklassemodell besser.

 

Der Kofferraum ist mit seinen 475 l groß genug, selbst für eine Urlaubsfahrt mit Kind. Schön ist die Erweiterungsmöglichkeit durch Umklappen der Rücksitzlehnen. Reicht das immer noch nicht, gibt es ja noch die Dachbox ;) Angenehm ist durch das fehlende Reserverad der Stauraum unter dem Kofferraumboden. Hier finden die abnehmbare Anhängerkupplung, Verzurrmaterial, Abschleppseil und anderer Kleinkram ihren Platz.

 

Ablagen sind vorne genügend und in ordentlicher Größe vorhanden, die in den hinteren Türen sind leider nur für Kleinkram geeignet.

 

Der Qualitätseindruck ist sehr gut, die Türen schließen satt, eben das typische Mercedesgefühl "Hier bin ich zuhause"

 

Bei der Übersichlichkeit leidet etwas dadurch, dass das Heck durch den abfallenden Kofferraumdeckel vom Fahrerplatz aus nicht einsehbar ist. Aber dafür gibt es ja Parksensoren hinten. Zu den Parksensoren sei noch gesagt, dass selbst eine montierte Anhängerkupplung die Funktion der Parksensoren nicht beeinträchtigt. Wichtig ist nur, dass man dann beim Rückwärtsfahren spätestens beim Ertönen des akustischen Signals stehen bleibt. Man hat dann vielleicht noch 5 cm Karenz.

Durch die Parksensoren lässt sich das Auto aber auch in recht kleine Parklücken angenehm rein-/rausrangieren.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Verarbeitung und Qualität
  • + Platzangebot vorne
  • + Größe und Variabilität des Kofferraums
  • - Fußraum im Fond

Antrieb

4.5 von 5

Für ein Auto mit dem Leergewicht von 1.500 kg angemessen, ja schon fast souverän motorisiert. Mehr kann man bei Benz bekommen, muss man aber nicht zwingend haben.

 

Toller Gleiter auf langen Strecken!

 

Angenehmes Automatikgetriebe, eines der besten, die ich bisher gefahren bin. Stellt die Kraft des Motors immer zur richtigen Zeit, aber unaufgeregt zur Verfügung.

 

Den Verbrauch halte ich mit 7 bis 7,5 l auf der Langstrecke und mit 9 l im Stadtverkehr für ein Auto mit dem Gewicht und der Leistung für absolut angemessen. Man kann auch unter die 7 l kommen, aber da muss man sich sehr zurück halten.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Die Kraft des Motors
  • + Die 5 Stufenautomatik

Fahrdynamik

4.5 von 5

Die Bremsen sind äußerst standfest, sollten sie bei einem Auto, was 230 km/h fahren kann, aber auch sein.

 

Der Gradeauslauf ist hervorragend, was sehr zur Langstreckentauglichkeit beiträgt.

 

Die wendigkeit habe ich hier mal auf den Stadtverkehr bezogen. Da ist klar, dass hier ein kleineres Auto als C im Vorteil ist. wobei der Wendekreis für so ein Auto recht klein ist, dank Heckantrieb.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Gradeauslauf
  • + Sicherheitsgefühl in langgezogenen, schnellgefahrenen Autobahnkurven

Komfort

4.5 von 5

Die Federung lässt nur wirklich harte Stöße durchkommen. Mein W 204 ist serienmäßig mit 225 Reifen auf 17 Zoll-Felgen ausgerüstet. Noch Komfotabler würde er sichtlich mit 205 auf 16-Zoll Felgen sein.

 

Die Sitze sind teils elektrisch verstellbar und bieten ordentlichen Sitzkomfort.

 

Der Geräuschkomfort ist exzellent. Mercedes weiß eben, wie man Autos für die Langstrecke baut. Verkehrssituationen können anstrengend sein, das Auto selbst wird nie anstrengend.

 

Die Bedienung ist intuitiv, selbst wenn man die typische Einhebelbedienung am Lenkrad oder die Fuß-Feststellbremse von anderen Autos nicht kennt. Einzig den Regensensor würde ich am liebsten aus dem Auto verbannen. Trotz zweier Empfindlichkeitsstufen will er oft nie so, wie ich es gerne hätte. Entweder ist er zu schnell oder reagiert gar nicht. Da lob ich mir die einstellbaren Intervalschaltungen anderer Autos.

 

Überhaupt freut man sich gerade am Anfang über Austattungsdetails, die man gar nicht erwartet hätte, die sich aber als sehr nützlich erweisen. Als Beispiel seien hier automatisch abblendbaren Innenspiegel und linker Außenspiegel genannt.

 

Die Klimaautomatik arbeitet leider nicht ganz zugfrei.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Komfort
  • + Bedienung
  • + Ausstattung
  • - Regensensor

Emotion

5.0 von 5

Der W 204 ist meiner Meinung nach die schönste C-Klasse, die bisher erschienen ist. Gerade und insbesondere die Limousine.

 

Nach den Rostproblemen des Vorgängers W 203 hat Mercedes hier wieder zu alter Qualität zurück gefunden.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Gute Qualität
  • + Zeitloses Design

Unterhaltskosten

Verbrauch auf 100 km 8,0-8,5 Liter
Gebrauchtwagengarantie 24 Monate

Gesamtfazit zum Test

  • + Langstrecke
  • + Komfort
  • + Kofferraumgröße
  • - Platz im Fußraum hinten
Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Wer ein gutes, komfortables und zuverlässiges Langstreckenfahrzeug sucht, ist mit einem W 204 bestens bedient. Auch und gerade mit dem Benzinmotor!

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Wer regelmäßig längere Strecken mit Erwachsenen auf der Rückbank unterwegs ist, sollte vielleicht einen Blick auf die etwas größere E-Klasse werfen.

Gesamtwertung: 4.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 0

31.12.2019 14:58    |    DNAragorn

31.12.2019 - Nachtrag zum Testbericht:

 

Eigentlich wollte ich die C-Klasse länger fahren, aber ein Totalschaden stand dem im Wege!

 

Leider hat sich die C-Klasse als sehr unzuverlässig rausgestellt:

 

- Dritte Bremsleuchte (LED-Lampe) defekt; 180 €

- Lenkradschloss defekt; 550 € Fahrzeug musste abgeschleppt werden. Dieser Defekt ist eine typische Mercedeskrankheit, die in bestimmten Baujahren durch alle Baureihen geht

- Steuergerät linke Hintertür; 550 €

 

Das sind alles Defekte, die nicht sein müssten, weil alle diese Teile auf ein Autoleben ausgelegt sein sollten.

 

Bei der Zuverlässigkeit würde ich heute deutliche Abstriche machen.


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