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Mercedes C-Klasse S202 220 CDI Test

05.12.2014 11:17    |   Bericht erstellt von dvw1977

Testfahrzeug Mercedes C-Klasse S202 220 CDI
Leistung 125 PS / 92 Kw
Hubraum 2151
Aufbauart Kombi
Kilometerstand 180000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 4/1999
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 5 Jahre
Gesamtnote von dvw1977 4.0 von 5
weitere Tests zu Mercedes C-Klasse S202 anzeigen Gesamtwertung Mercedes C-Klasse S202 4.0 von 5
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Einleitung

Das Fahrzeug war unser Alltagsfahrzeug und einzigster Wagen. Es wurde in den Wintermonaten zum Pendeln eingesetzt. Ansonsten wurden die normalen Alltagsfahrten und selbstverständlich auch die Ferien- und Ausflugsfahrten mit dem Fahrzeug bestritten.

Der Wagen wurde von meinem Vater mit 20.000km von MB direkt gekauft, Einsatz bei MB war Begleitfahrzeug für Wintertestfahrten.

Bei km 75.000 gab mein Vater das Auto bei einem VW-Händler in Zahlung für einen Neuwagen, bei dem VW-Händler stand der MB dann ca. 1.5Jahre herum bis ich den Wagen mit dem identischen Inzahlungsnahme KM-Stand zurückkaufte, für knappe 4.000€ weniger als mein Vater dafür als Inzahlungnahme erhalten hatte ;)

Wir fuhren die C-Klasse dann ohne Problem von 75.000km - 180.000km

Karosserie

4.0 von 5

Die Baureihe W/S202 ist der Nachfolger des unverwüstlichen W201 auch bekannt als Baby-Benz/190er. Dieses schwere Erbe übertrifft die C-Klasse in den ersten Lebensjahren. Unser 220 CDI war ein MOPF in der sportlich ausgelegten Esprit Linie und hatte für die damalige Zeit schon fast alle Extras die heute bei der oberen Mittelklasse Standard sind. Das Fahrzeug war unter Anderem mit Xenon (inkl. SRA mit Scheibenwischern) PDC und Sitzheizung ausgestattet. Vom spartanischen Golf 3 kommend war das alles puerer Luxus.

Das Platzangebot ist besonders auf den vorderen Sitzen und im Kofferraum sehr gut, die Rückbank war allerdings gefühlt mit weniger Beinraum aisgestattet als ein vergleichbarer Golf aus der Zeit.

Die Verarbeitung und Materialisieriung im Innenraum ist absolut "bulletproof" und wies nach 180.000km so gut wie keine Abnutzungserscheinungen auf.

Die Baureihe W/S202 ist wie der zeitgleich gebaute grössere Bruder W/S210 für ihre Rostproblematik bekannt. Dessen bewusst wurde der Wagen bei km 80.000 komplett mit Fluid-Film behandelt. d.h. alle Hohlräume wurden mittels Sonde geflutet. Trotz dieser Massnahme gab es ab km 150.000 die typischen Stellen in verminderter Form zu beklagen (Heckklappe, Zierleisten Türen).

Technisch war das fahrzeug bis zum Verkauf absolut top, es war die erste AGA und die ersten Stossdämpfer verbaut. Innerhalb der familieninternen Nutzungsdauer von 9 Jahren und 160.000km gab es keine ausserplanmässigen Reparaturen, es wurden lediglich Öl, Benzin und Verschleissteile getauscht.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Sehr hochwertige Verarbeitung im Innen- und Aussenraum
  • + gut nutzbarer Kofferraum
  • - Rostproblematik
  • - sehr enge Rückbank
  • - merkwürdige Stofffarbe und -muster

Antrieb

4.0 von 5

Der verbaute 220CDI (OM 611 DE) mit 125PS und 300nm ist für heutige Verhältnisse keine Übermotorisierung. Allerdings ermöglichte der günstige Drehmomentverlauf eine subjektiv gute Leistungsentfaltung und hormonisierte sehr gut mit der 5-Gang Automatik. Die Motorisierung ist eben der Vernunftsmotor....

Der Motor verbrauchte über die gesamte Haltungsdauer ca. 8.5l/100Km

Galerie
Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Gute Abstimmung Motor-Getriebe
  • - könnte mehr Punch haben

Fahrdynamik

4.0 von 5

Das schwere Auto mit dem Vernunftsdiesel ist kein Rennwagen. Auf der Autobahn reicht der Diesel zum mitschwimmen bis ca. 160km/h dann ist Schluss. Auch besonders wegen dem kurzen Radstand und der bei höheren Geschwindigkeiten sehr kippeligen Hinterachse macht schnellfahrenoberhalb von 180km/h wirklich keinen Spass. Störend ist auch hier die ausgeprägte Windanfälligkeit selbst mit 225er Reifen.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + kleiner Wendekreis dank HR-Antrieb
  • - etwas schlapper Durchzug, kein Motor zum heizen
  • - durch kurzen Radstand etwas unruhig bei hohen Geschwindigkeiten
  • - trotz serienmässigem Sportfahrwerk nicht besonders dynamisch

Komfort

4.0 von 5

Verbaut war das bei Esprit serienmässige Sportfahrwerk mit 15mm Tieferlegung. Von mir wurden noch 17" Felgen mit 225er Reifen aufgezogen. die aber auch keinen Sportwagen aus dem Auto machten. Der Komfort ist Mercedes typisch sehr hoch und der Wagen ist absolut Langstreckentauglich. Die Sitze Vorne wie hinten sind bequem, der dritte hintere Sitz ist allerdings für Strecken über 30km eine Zumutung. Das Geräuschniveau steigt wegen der Reling ab ca. 120km/h stark an, auch geben die Aussenspiegel ein Rauschen ab 150km/h von sich. Die Bedienung ist wie bei MB gewohnt, alledings sitzt der Schalter für den Heckwischer auf der Mittelkonsole (?). Vorbildlich gelöst sind bei MB immer die PDC-Anzeigen.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + eher komfortabel trotz Sportfahrwerk > typisch Mercedes
  • + bequeme Sitze
  • - laute Windgeräuche durch Reling

Emotion

3.5 von 5

Der W/S202 ist einer der letzten Sacco-Benze, die Designsprache der Vorgängermodelle ist schön weitergeführt und besonders die MOPf Stossstangen und Schweller werten das Fahrzeug optisch sehr auf. Das T-Modell hat eine schöne Proportion und eine gut gezeichnete Linie, die Limousine will mir nicht gefallen....

Das Temperament ist evtl bei einem C43 AMOG oder mit einer höheren Motorisierung vorhanden, der 220 CDI ist aber kein Sportmotor.

Das Image war zu Verkaufszeitpunkt 2010 Taxi/Restnutzung totfahren....... Bei Kauf 2005 eher unauffällig.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Designsprache Bruno Sacco
  • - Taxi-Image

Unterhaltskosten

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

- hohe Inneraumqualität

- hohe technische Qualität

- als MOPF sehr ausgereift

- sehr zuverläsig

- geringe Unterhaltskosten (keine ausserplanmässigen Reparaturen innerhalb von 160.000km (!!)

 

Der C220 CDI war mein bisher zuverlässigstes und über die Haltungsdauer gesehen günstigstes Auto. Es gab keinerlkei Ausfälle oder Pannen. Der Inneraum war bei 180.000km und entsprechender Pflege bei Abgabe wie neu.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

- Rostproblematik trotz Vorsorge (haben fast alle Benz dieser Baujahre)

- befremdliches Stoff-Design und -Farbe der Sitze (lachsrot mit 80er Jahre-Sofamuster)

 

Ein MB darf eigentlich nicht rosten.....tun sie aber und das nicht zu knapp. Trotz aufwändiger Vorsorge mit Fluid-Film rostete mir die Heckklappe und Fahrertür fast durch.

Im Inneraum sorgen MB dieser Baujahre immer wieder für Verstörung. Die Polsterfarbe- und Muster sorgte bei allen Mitfahrern für Lacher und/oder Augenkrebs.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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