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Mazda MX-5 RF 2.0 SKYACTIV-G 160 Test

25.02.2017 23:54    |   Bericht erstellt von CentaXx

Testfahrzeug Mazda MX-5 4 (ND) RF 2.0 SKYACTIV-G 160
Leistung 160 PS / 118 Kw
Hubraum 1998
Aufbauart Cabrio/Roadster
Kilometerstand 5000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 2/2017
Nutzungssituation Probefahrt
Testdauer ein Wochenende
Gesamtnote von CentaXx 4.0 von 5
weitere Tests zu Mazda MX-5 4 (ND) RF anzeigen Gesamtwertung Mazda MX-5 4 (ND) RF 4.0 von 5
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Einleitung

Im Rahmen der "RF Driving Experience" von Mazda konnte ich den Mazda MX-5 RF einen Tag auf einer Rennstrecke bewegen. Zusätzlich nahm ich mir bei einem Besuch bei einem Händler viel Zeit, um Stärken und Schwächen des MX-5 herauszufinden.

Galerie

Karosserie

2.5 von 5

Der MX-5 möchte ein Sportwagen sein. Das Konzept macht sich im Innenraum positiv und negativ bemerkbar. Zuerst zum Positiven:

 

Man sitzt wirklich toll im Auto, hat genug Seitenhalt, alles Wichtige ist super zu erreichen. Nach vorne blickt man über die lange Motorhaube, die viel zum Fahrgefühl beiträgt, die Sicht nach hinten ist beim RF geschlossen deutlich besser als beim Cabrio. Das Multi-Media-Display ist hoch angebracht, wie es sein sollte. Die Bedienung ist relativ flüssig, jedoch etwas zu verschachtelt. Im Stand lässt es sich als Touchscreen bedienen, was ich gut finde. Das Kombiinstrument ist toll, aufgeräumt und konzentriert sich auf das Wesentliche, während der zentrale Teil ein großer Drehzahlmesser ist.

 

 

Bei den negativen Aspekten kommt konzeptbedingt leider einiges zusammen:

 

Das Handschuhfach sitzt hinten zwischen den Sitzen, ist zwar hoch, hat aber eine kleine Grundfläche. Davor gibt es ein mini-Fach in der Mittelkonsole, wo nicht einmal mein Handy reinpassen würde, und vorne unten in der Mittelkonsole ist eine kleine gummierte offene Ablage. Das ist alles an Ablagemöglichkeiten im Innenraum, was mir etwas zu wenig ist. Die Flaschenhalter sind vor dem Handschuhfach platziert - zwar nützlich, aber für Kaffeebecher nicht unbedingt geeignet.

 

Den Drehknopf für das Multimedia-Interface betätigte ich mehrmals versehentlich, weil dieser hinter dem Schalthebel gefühlt etwas zu hoch steht.

 

Mit meinen knappen 1,80m - und ohne dass ich ein Cabrio gewöhnt wäre - ist das Fahren eine Umstellung. Offen fühlt es sich so an, als wäre der Scheibenrahmen schon nah an meinem Kopf, geschlossen fällt das durch den schwarzen Dachhimmel zum Glück weg. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass das Auto für 1,90m große Personen zu klein ist. Gefühlt muss ich meine Rückenlehne etwas zu weit nach hinten kippen, um angenehm im Auto zu sitzen.

 

Der Kofferraumboden ist mit einer weichen, nachgebenden Matte bedeckt, was sich nicht sehr stabil anfühlt. Generell merkt man, dass beim Leichtbau Kompromisse gemacht werden mussten, das schlimmste Negativbeispiel sind hier die Sonnenblenden (s. Bilder). Dass sie nicht ausgepolstert sind - völlig okay. Dass sie nur auf einer Seite ausgeformt und ausgeklappt hohl sind, auch okay. Aber den unregelmäßigen Abschnitt des Spiegels möchte ich wirklich nicht sehen, 2mm mehr Plastiküberhang über dem Spiegel hätten vielleicht 5 Gramm gekostet. Der Überhang des Mitteltunnels über den Teppich ist rechts schlecht befestigt und gar labberig, dass ich Angst habe, ich breche dort aus Versehen etwas ab. An anderen Teilen des Innenraums wie zB der Türverkleidung habe ich jedoch überhaupt nichts auszusetzen, im Gegenteil: Sie fühlt sich jederzeit stabil an und ist leicht gepolstert. Genau richtig, und das trotz Leichtbau - umso schlimmer, das an Teilen wie den Sonnenblenden so gespart wurde. Das verdirbt den Eindruck etwas.

 

Die Drehregler in der Mittelkonsole geben zu wenig Feedback. Die Knöpfe am Lenkrad haben teilweise unterschiedliche Druckpunkte und fühlen sich beim Drücken unterschiedlich an, was mich verunsichert.

 

Ich bin an dieser Stelle sehr kritisch, möchte aber betonen, dass der Innenraum bei dem MX-5 keine so große Rolle spielt. Es geht um den Fahreindruck, und da ist die Wahrnehmung vorallem auf das Fahrgefühl und das Kombiinstrument beschränkt - und genau bei diesen wichtigen Aspekten zeigt Mazda, dass sie das beherrschen.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Man sitzt schön integriert ins Fahrzeug
  • + Sehr tolle, tiefe Sitzposition
  • - An manchen Stellen extrem billiger Qualitätseindruck
  • - Schon mit 1,80m fühlt sich der Wagen eng an
  • - Zu wenig Ablagemöglichkeiten

Antrieb

5.0 von 5

Auf der Rundstrecke kann man den Verbrauch des MX-5 schlecht beurteilen, deshalb greife ich hier auf Spritmonitor-Werte zurück: 6,94 Liter verbrauchen alle ND (mit- und ohne iEloop, Roadster und RF, Schaltgetriebe). Das entspricht in etwa dem NEFZ-Verbrauch. Der RF braucht vielleicht 0,2 Liter mehr, bedingt durch das schwerere Dach. Bei ca. 7 Liter Normverbrauch ergibt sich bei 45 Liter Tankinhalt eine maximale Reichweite von 640km, was für das kleine Auto in Ordnung ist.

 

Trotzdem möchte ich den Verbrauch nicht als überragend gut bewerten. Für ein Auto, das sehr wenig wiegt, ist dieser Verbrauch nichts besonderes. Im Gegenteil, ich hätte mir weniger erhofft. Doch auch auf dem Verbrauch muss man nicht rum reiten, wenn man jetzt zum Aspekt kommt, den der MX-5 am besten kann: Fahren!

 

Ich fahre sonst einen absolut typischen Kompaktsportler: Ca. 1,4 Tonnen, 230ps Turbo-Fünfzylinder, 320nm Drehmoment. Da klingen die 160 Sauger-PS, die der Mazda bietet, erst einmal unspektakulär. Doch das Leistungsgewicht - PS pro Tonne - ist nahezu identisch. Das merkt man dem MX-5 auch an, denn er geht mühelos in jeder Situation vorwärts, sehr elastisch. Während er auch bei niedrigen Drehzahlen gut anspricht und beschleunigt, dreht er sehr sauber und gleichmäßig bis nach oben. Als kleiner Negativaspekt: Ich hätte mir schon gewünscht, dass er etwas höher dreht. Bei gut 6000 Umdrehungen muss man schalten, da kommt nichts mehr - für einen sportlichen 2 Liter Sauger hätte ich mir schon mehr gewünscht.

 

Generell halte ich den Motor für eher unspektakulär. Jedoch passt er außerordentlich gut zum MX-5 und passt sich schön in das Gesamtkonzept ein - er funktioniert einfach. Er klingt dabei auch sehr gut, etwas knurrig. Und er hängt gut am Gas.

 

Das Schaltverhalten des Getriebes wird in der Fachpresse zwar viel gelobt, mir persönlich hat es jedoch nicht gefallen. Ich finde die Schaltung etwas künstlich hart, sodass man den Gang praktisch reinprügelt, ohne viel Gefühl dafür zu haben. Das mag sich zwar sportlich anfühlen, meinen Geschmack trifft es aber nicht. Die Schaltwege sind angenehm kurz und die Gassen schön zu treffen.

 

Leider bietet er kein Rev-Matching, wie es zum Beispiel der aktuelle Mini Cooper S kann: Dabei wird beim Einlegen des Ganges in die Schaltgasse der Motor auf die passende Umdrehung gebracht, sodass absolut jeder Schaltvorgang 100%ig sitzt und viel mehr Spaß auf mehr Schalten macht. Dafür gelingt die Heel-Toe-Technik sogar auf der Rennstrecke auf Anhieb, sodass man selber die Drehzahl gut anpassen kann. Das klappt überraschend gut und intuitiv.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Motor passt super zum MX-5
  • + Tolles Drehverhalten
  • + ca. 600km Reichweite
  • - Schaltung sehr hart
  • - Maximale Drehzahl gefühlt etwas zu gering

Fahrdynamik

4.5 von 5

Der MX-5 hat mich trotz meiner hohen Erwartungen noch einmal sehr überrascht, was sein Fahrverhalten anging. Das kommt vorallem durch das niedrige Gewicht und die ausgeglichene Gewichtsverteilung (2.0 Roadster: 53% / 47%) zustande.

 

An der Stelle möchte ich vorschieben: Aufgrund des niedrigeren Gewichts würde ich mich persönlich wohl nicht für den RF, sondern für den Roadster entscheiden. Der RF als 2.0 wiegt ab 1.155 kg, als Roadster sind es ab 1.015 kg - 140kg Gewichtsdifferenz! Abschwächend muss man allerdings sagen, dass der RF immer eine höhere Grundausstattung als der Roadster hat, was sich auch im Gewicht bemerkbar macht. Genaue Daten konnte ich jedoch nicht finden.

 

 

Als Hauptaspekt zum Fahrverhalten: Was den MX-5 für mich so gut macht, ist, dass er so weich ist. Gerade der Verzicht darauf, den MX-5 auf "hart" zu trimmen, damit er sich sportlich anfühlt, bringt dem Fahrverhalten so viel. Auch die schmalen 205er Reifen mit begrenzter Haftung sorgen für einen sehr breiten Grenzbereich. So fährt sich der Wagen auf der Rennstrecke - während man ihn vorher vielleicht 3 Minuten gefahren ist - absolut beherrschbar und spielerisch, wie in einem Computerspiel. Und das bei Renntempo!

 

Der breite Grenzbereich bei aktiviertem ESP erlaubt auch noch in der Kurve viele Spielchen: Man kann jederzeit das Fahrverhalten ändern. Ob untersteuernd (das muss man jedoch provozieren), absolut neutral über alle vier Räder nach außen schiebend (meistens) oder ob man ein etwas leichtes Heck haben möchte - es geht alles. Mit ganz kleinen Anpassungen am Lenkrad.

 

Sogar die rein elektrische Lenkung ist für mich - erstmalig in einem Auto - mal kein Negativaspekt! Das Fahrwerk gibt jederzeit sehr viel Rückmeldung darüber, über welche Räder der MX-5 gerade rutscht und wie belastbar die anderen Reifen noch sind. Ich würde sogar behaupten, die leichtgängige Lenkung ohne Rückmeldung trägt gar zum guten Fahreindruck bei, denn sie verleitet dazu, einfach mal etwas zügiger oder etwas provozierender einzulenken, als man es sonst tun würde.

 

Die Bremsen, die auf den ersten Blick so unterdimensioniert wirkten, zeigten auch nach mehreren Runden Rennstrecke absolut keine Auffälligkeiten und hielten die Bremskraft außerordentlich gut. Hier besteht überhaupt kein Bedarf, irgendwas zu verbessern. Hier macht sich Leichtbau wirklich bezahlt!

 

 

Leider ergibt sich beim Fahrverhalten für mich ein komplett anderes Bild, wenn man den Wagen ohne ESP fahren möchte. Hier finde ich den Wagen viel zu zickig und gefährlich, auf öffentlichen Straßen würde ich mich nicht so trauen. Trotz "nur" 160ps und Sperrdifferential neigt er am Kurvenausgang insbesondere bei den Bodenwellen stark zum Übersteuern. Die professionellen Rennfahrer konnten auf der Rennstrecke viel mit dem Fahrwerk anstellen, doch auf öffentlichen Straßen hat sowas nichts zu suchen. Wenn man sich damit abfinden kann, dass das ESP an bleibt und es keinen Modus gibt, der nur kleine Drifts erlaubt (entweder man wird sofort eingefangen oder überhaupt nicht), funktioniert das Konzept sehr gut und zeigt doch, wie wichtig ESP in so einem Fahrzeug ist. Für wirklich sportliches Fahren auf der Landstraße würde mir beim MX-5, dessen Fahrwerk vielleicht etwas zu sehr auf das herausrutschende Heck ausgelegt ist, jedoch das Vertrauen fehlen.

 

Das Schwesternmodell, der Fiat 124, hat eine komplett andere Fahrwerksabstimmung und soll sich deshalb weniger intuitiv-spaßig mit sofort herausrutschendem Heck, dafür eher vertrauenserweckend fahren lassen.

Galerie
Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Durch das komplett weiche Fahrverhalten: Sehr weicher, weiter Grenzbereich
  • + Absolut neutral und spielerisch steuerbar
  • + Sperrdifferential ab Werk!
  • - Ohne ESP durch die Abstimmung extrem giftig und gefährlich zu fahren

Komfort

3.5 von 5

Wie bereits im vorherigen Teil beschrieben, ist das Fahrwerk des MX-5 sehr weich abgestimmt. Dazu kommt noch das leichte Gewicht. Das macht sich natürlich auch beim Fahrkomfort bemerkbar! Der Wagen poltert nicht, federt souverän und fährt sich generell sehr angenehm. Hier ist das Fahrwerk ein wirkliches Alleskönner.

 

Schade finde ich, dass die "Ledersitze" des MX-5 sich sehr billig anfühlen und nur aus einem Plastikleder bestehen können, denn organisch fühlt sich das nicht an. Dafür gibt es jedoch eine tolle Option im Konfigurator: Für 1800€ lässt sich das Sport-Paket hinzubuchen. Das beinhaltet tolle Alcantara-Sitze, die dann auch sehr hochwertig aussehen, sowie das von uns gefahrene Bilstein-Fahrwerk mit einer Domstrebe.

 

Die Bedienung des Multimedia-Systems schaute ich mir bei einem Händler noch einmal in Ruhe an, um einen richtigen Eindruck kriegen zu können. Ich halte sie für "ganz gut", sehr intuitiv ist die Bedienung über den Drehregler im Mitteltunnel für mich jedoch nicht. Meine Vorliebe sind Tasten - das passt leider nicht zum MX-5.

 

Im Innenraum ist insbesondere der RF mit seinem Stahldach auch gut gedämmt und fühlt sich an wie ein geschlossenes Auto. Die Klimatisierung kann ich, abgesehen von der guten Sitzheizung, leider nicht beurteilen.

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Dank der weichen Fahrwerksabstimmung schafft der MX-5 einen einmaligen Spagat aus Komfort und Sport
  • + Für mich sehr empfehlenswert: Sportpaket (schöne Sitze, Bilstein Fahrwerk, Domstrebe)
  • - "Ledersitze" sind billiges Plastikleder

Emotion

4.5 von 5

Als der MX-5 ND erstmalig vorgestellt wurde, war ich enttäuscht. Denn der ND guckte jetzt genauso böse, wie es anscheinend jedes neue Auto tun muss - schade, Chance vertan, war doch der MX-5 immer als das "lächelnde Auto" bekannt. Mit dieser Einstellung bin ich auch zu dem Event gefahren.

 

Schlussendlich muss ich aber sagen, dass das Design des ND wirklich erst auf einen wirken muss. Es funktioniert - insbesondere weil der MX-5 ND das etwas feminine Frauenautoimage etwas abgelegt hat.

 

Ansonsten ist der MX-5 ein Sportwagen der alten Schule. Leicht, schön herumzuschleudern, Heckantrieb. Als einzige Alternative in einem ähnlichen Preisbereich fallen mir der Toyota GT86 / Subaru BRZ ein. Wobei ich den MX-5 als noch spaßiger einschätze.

 

Positiv hervorzuheben ist, dass der ND gegenüber dem NC bis zu 100kg leichter wurde, sowie kürzer als der NA wurde. Ja, Autos werden tatsächlich noch kleiner, anstatt immer weiter aufgepustet zu werden - das beherrscht Mazda mit dem MX-5 sehr gut!

 

Das Image des MX-5 ist positiv. Ein kleines, meist rotes Cabrio - wie schon früher der Traum vieler junger Fahrer*innen. Und ich muss sagen, dass mir nach dem Event der ND auch sehr ans Herz gewachsen ist.

 

Der RF bringt darüber hinaus noch ein komplett neues Konzept zu Mazda: Leute wie ich, die eigentlich keine Cabriofahrer sind, aber einen leichten kompakten Sportwagen haben wollen, finden jetzt eine wirklich formschöne Karosserie, die nicht nur funktioniert, sondern dem MX-5 eine ganz neue Linie verleiht. Als RF sieht der MX-5 auch geschlossen endlich toll aus, ohne dass ein Buckel des Hardtops oder ein schwarzes Stoffdach die Optik beeinträchtigt. Es ist vorstellbar, den RF dauerhaft geschlossen zu fahren, denn so funktioniert er auch - während der Roadster dann immer etwas fehl am Platz wirkt.

 

Auf den Bildern fiel mir auf, wie unterschiedlich die Front doch wirken kann. Der metallic-graue wirkt mit seinen Spiegelungen, die die Form betonen, sehr schön. Bei dem Weißen in der Reihe geht leider viel unter und der Wagen wirkt etwas zu plump. Im Direktvergleich finde ich es beeindruckend, was die Farbe und der Lichteinfall aus dem Auto machen - das Metallicgrau gehört zu den Farben, die ich deutlich schöner am ND finde.

Galerie
Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Durch die aggressive Front weniger Frauenimage
  • + Erschwinglicher kleiner Sportwagen
  • + Real (insbesondere in grau-metallic) deutlich hübscher anzusehen als auf Fotos
  • - Optisch etwas kleine Scheinwerfer
  • - Stilbruch mit den früheren Generationen, die fröhlich und nicht aggressiv guckten

Gesamtfazit zum Test

  • + Als RF erstmalig gut für nicht-Cabrio-Menschen geeignet
  • + Völlig uneingeschränkt ganzjährig fahrbar
  • + Einzigartiger kleiner Sportler in diesem Preisbereich
  • + Auch für ungeübte Fahrer sehr fahraktiv und spaßig zu fahren
  • - Konzeptbedingt ist es ein unpraktisches Auto
Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Das Fahrzeug würde ich jedem empfehlen, der ein sportliches Spielzeug fahren möchte. Single oder Paare ohne Kinderwünsche werden ein fahraktives, spaßiges Auto für die täglichen Fahrten kriegen. Auch Einkaufen kann man mit dem MX-5, auch wenn dies durch die hohe Kofferraumklappe und dem begrenzen Platz (2 Kästen Bier :) ) nicht zu seinen Stärken gehört. Doch es funktioniert.

 

Für tägliche Strecken Überland könnte ich mir kaum ein schöneres Fahrzeug vorstellen.

 

Falls schon ein alltagstaugliches, praktisches Auto vorhanden ist und der MX-5 diesen Fuhrpark ergänzen soll, könnte ich mir kein besseres Auto vorstellen. Ich möchte an der Stelle noch betonen, dass man mit kaum einem anderen Fahrzeug mehr Spaß auf Landstraßen haben kann. Die Kompaktsportler sind dafür bereits viel zu schnell - ein besser geeignetes Spielzeug mit vier Rädern für die Landstraße gibt es nicht. Schon gar nicht in diesem Preisbereich!

 

Beeindruckt hat mich sehr, wie viel mehr Spaß man in einem MX-5 hat, wenn man dies mit einem typischen Kompaktsportler à la GTI vergleicht. Ja, der GTI geht besser vorwärts, fährt schneller und hat einen spektakuläreren Motor. Aber an das Fahrwerk und das geringe Gewicht des MX-5 kommt so etwas nie heran. Jeder, der sich den Kauf eines Kompaktsportlers überlegt und damit auch Kurven und nicht nur geradeaus fahren möchte, sollte einmal den MX-5 probefahren und sich überlegen, ob dieses Konzept nicht besser zu seinen Wünschen passt.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Falls schon ein unpraktisches Auto - wie zum Beispiel in meinem Falle ein 3-türiger Kompaktsportler - im Fuhrpark vorhanden ist, passt der MX-5 einfach nicht dazu. Auch wenn ich ihn mir als Fahrzeug für meine Freundin wünschen würde, würden zwei so unpraktische Autos mich in den Wahnsinn treiben und den Spaß an dem Auto nehmen. Auch fürchte ich, dass der Spaß am MX-5 reduziert sein könnte, wenn schon ein deutlich leistungsstärkeres Auto vorhanden ist.

 

Für lange Autobahnfahrten halte ich den MX-5 als ungeeignet. Ohne es beurteilen zu können, schätze ich das weiche Fahrwerk als störend bei höheren Geschwindigkeiten ein, das Platzangebot ist zudem sehr beschränkt und nimmt bei Langstrecken viel Komfort. Fehlende Ablagemöglichkeiten tun ihr übriges.

 

Zum RF im Speziellen würde ich wahrscheinlich nicht greifen, auch wenn ich eigentlich kein Cabrio-Typ bin. Ich würde lieber das geringere Gewicht des Roadsters haben wollen, weil ich die Querdynamik eher genießen würde. Hier würde ich gerne den RF gegen den Roadster vergleichend fahren.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 0

05.03.2017 18:40    |    sMART_83

Danke für deinen ausführlichen Bericht! ;)

 

Neben dem Handling ist die Ergonomie für mich das Sahneschnittchen an diesem Auto. Insbesondere die Position der Pedale zueinander, die ohne Eingewöhnung und völlig intuitiv ein sauberes Heel and Toe erlaubt, unterstützt vom schön direkten Ansprechverhalten des Motors, macht den MX5 zu einem wirklichen Fahrerauto.

 

Ich muss ehrlich sagen, dass beim MX5 - noch mehr als bei jedem anderen Fahrzeug - für mich eigentlich nur der Antrieb und das Fahrwerk zählen. Alles andere ist bei einem solchen Konzept nebensächlich. Das gilt umso mehr, als es insbesondere zum Roadster auch gar keine Alternative gibt. Gut, mit dem 124 Spyder hat man sich quasi selbst eine Konkurrenz geschaffen, aber die Zielgruppe ist wohl am Ende doch eine andere.

 

Für mich stellt sich das so dar: wer einen erschwinglichen, echten und ehrlichen Sportwagen oder Roadster fahren will, der kommt am MX5 sowieso nicht vorbei. Die Macken oder Unzulänglichkeiten, die das Auto dann ggfs. hat, wie etwa ein umständlich zu bedienendes Mediasystem, muss man dann einfach in Kauf nehmen.

 

Das einzige echte Argument gegen einen ND ist eigentlich die Existenz der Vorgängermodelle. Ich würde wohl lieber nach einem schönen gebrauchten NC suchen, denn all das, was bei einem solchen Auto wichtig ist, konnten auch die Vorgänger schon ausgezeichnet.


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