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Mazda 3 (BM) 2.0 Skyactiv-G 120 Stufenheck Test

25.02.2018 01:19    |   Bericht erstellt von Sunlord

Testfahrzeug Mazda 3 (BM) 2.0 Skyactiv-G 120
Leistung 120 PS / 88 Kw
Hubraum 1998
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 1000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 1/2018
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von Sunlord 4.5 von 5
weitere Tests zu Mazda 3 (BM) anzeigen Gesamtwertung Mazda 3 (BM) 4.0 von 5
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Einleitung

Dieser Testbericht wurde aktualisiert.

 

Es handelt sich um einen Neuwagen aus der mexikanischen Produktion.

Ich habe mittlerweile (nach 10 Monaten) rund 9.000km auf dem Tacho.

Galerie

Karosserie

3.5 von 5

Der Mazda 3 ist 1.795 mm breit, was ein guter Mittelwert ist.

Der Audi A3 hat als Limousine beispielsweise fast identische 1.796 mm.

 

Es gibt sicher noch breitere Vertreter der unteren Mittelklasse, aber erstens brauche ich das nicht und zweitens sind sehr breite Autos im Stadtverkehr manchmal unpraktisch.

Schon bei der Probefahrt hatte ich in der Stadt einen Lastwagen neben mir, der plötzlich in meine Spur reingefahren ist, und es wurde einige Sekunden sehr eng. Das sind so Momente, in denen man lieber in einem Kompakten sitzt.

 

Der Radstand des Mazda 3 beträgt 2.700mm, ein absoluter Spitzenwert in der Golfklasse.

Das ist gut vergleichbar mit den 2.699mm Radstand eines Mercedes CLA (basiert auf der A-Klasse), aber der CLA kostet natürlich auch deutlich mehr. Die allermeisten Wettbewerber in diesem Segment bieten den Insassen (vielleicht mehr "Raumgefühl" aber tatsächlich) viel weniger Platz:

Ein Skoda Octavia oder ein Opel Astra kommen z.B. "nur" auf rund 2.685mm, in einem Audi A3 oder einem aktuellen Golf VII sind es dann sogar nur noch 2.637mm.

 

Kurzum, ich bin 1,90m groß und meine Frau hat nur im Mazda 3 genügend Freiraum für ihre Knie hinter dem Fahrersitz.

Insgesamt ist das Platzangebot im Mazda 3 hervorragend für vier Erwachsene.

Zur Not könnten sich auch fünf Erwachsene reinquetschen, aber das ist in der unteren Mittelklasse immer eine Tortur, zumindest wenn man von der Körperstatur eines Mitteleuropäers ausgeht.

 

Der Kofferraum in meinem Stufenheck fällt mit 419l etwa 55l größer aus als im Schrägheck, allerdings können das die Stufenhecks anderer Hersteller wirklich noch viel besser.

Es ist auch beim Einkauf unbequemer, wenn man die Sachen immer durch diese enge Kofferraumlucke einreichen muss, aber das Stufenheck ist einfach schicker und manchmal bin ich für die extra 55l auch dankbar.

Ich hatte bislang u.a. eine 2m lange Matratze und mehrere Bausätze von großen IKEA-Regalen transportiert, für eine Familie mit 1-2 Kindern reicht es.

 

Die Übersichtlichkeit ist zumindest im „langen“ Stufenheck nach hinten so schlecht, dass man sich ernsthaft mit Assistenzsystemen auseinandersetzen sollte.

Ich selber fahre die Center-Line mit Touringpaket, was eigentlich ausreicht.

Trotzdem habe ich eine Rückfahrkamera und vordere Parkpiepser später beim Händler nachgerüstet, und das war bis Anfang 2018 noch die billigere Variante.

Mittlerweile hat Mazda die Exlusive-Line mit vorderen Parkpiepsern aufgewertet und in 2018 würde ich daher zur Exlusive-Line mit iActivesense-Paket greifen, welches u.a. schon die Rückfahrkamera ab Werk mitbringt.

Auch die Rundumsicht ist nicht wirklich gut und ich habe z.B. den Tote-Winkel-Warner und den "Ausparkradar" sehr zu schätzen gelernt.

 

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass der Mazda 3 trotz des großzügigen Radstands immer noch die Maße eines Wagens der unteren Mittelklasse ("Golfklasse") hat.

Das bedeutet, dass man selbst in der Großstadt beim Rangieren meistens noch genug Platz hat. So manch einer wird daher vielleicht auf die Assistenzsysteme verzichten wollen.

 

Abschließend der Qualitätseindruck.

Dank der wirklich fantastischen Vordersitze (eine Wohltat), dem Lederlenkrad und der belederten Mittelkonsole ist der Innenraum vorne „spürbar“ hochwertig, und auch das Plastik fühlt sich nicht billig an. Ich habe ein schlechtes Spaltmaß gefunden (siehe Photo), was mich überhaupt nicht stört.

Die Türen rasten alle satt ein, aber Kofferraumdeckel klappert und scheppert beim Zumachen bzw. Einrasten.

Ich fahre gerne mal BMW oder Audi auf Geschäftsreisen und der gefühlte Qualitätseindruck ist insgesamt nicht wirklich schlechter als bei diesen Premiummarken.

Auch nach 10 Monaten bzw. 9.000km klappert oder vibriert nichts während der Fahrt.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Platzangebot hinten überdurchschnittlich
  • - Übersichtlichkeit nach hinten

Antrieb

4.0 von 5

Ich nutze den Wagen hauptsächlich in der Stadt, hatte aber schon mehrere längere Autobahnfahrten mit bis zu 190km/h.

 

Ich muss sagen, dass mir die 120 PS völlig ausreichen und ich im Alltag keinen spürbaren Unterschied zu besser motorisierten Premiumautos bemerke, die mit 150-250 PS ausgestattet sind.

 

Der Motor ist sehr laufruhig und spritzig, Überholvorgänge auf der Autobahn mache ich "in Ruhe" im 6. Gang.

 

Auch die knackige Gangschaltung muss sich vor BMW, Audi und Co. nicht verstecken.

Ich könnte das Auto im Stadtverkehr wahrscheinlich schaltfaul fahren, aber es macht einfach richtig Spass zu schalten.

 

Ich bin natürlich kein professioneller Tester und ich fahre meinen Wagen nicht auf der Nordschleife im Grenzbereich, ich beschleunige an Ampeln nicht von 0 auf 100 usw. usw.

 

Ich fahre ein Auto ausschließlich ganz normal im Alltag und hier habe ich subjektiv das Gefühl in einem 3er BMW mit 180 PS zu sitzen.

 

Eine Überholung auf der Autobahn, ein Durchwieseln im Stadtverkehr macht mir im Mazda genauso viel Freude wie in einem 3er BMW.

Manchmal kann ich der Versuchung nicht wiederstehen und lasse die anderen Autos beim Ampelstart hinter mir zurück, wenn mehr als 50 km/h erlaubt sind. Der zweite Gang ist eher lang übersetzt und man hat schnell 80km/h auf dem Tacho, wenn man will.

Kurzum: Mir reichen die 120 PS wirklich.

 

Müsste ich täglich mit 220km/h von A nach B rasen, dann würde sich die schwächere Motorleistung sicher bemerkbar machen.

 

Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich aus beruflichen Gründen seit vielen Jahren öfter mal einen Mietwagen nehme und ich bin mittlerweile wirklich ein breites Spektrum der Premiummarken gefahren (u.a. 1er, 3er, 5er, 430/435 BMW, Audi A4, Audi TT, Jaguar XE, Scirocco, Mercedes CLA etc etc…). Im Alltag spüre ich bei der Motorisierung keinen nennenswerten Unterschied zum "höher" motorisierten Premiummarken, also für mich ist was PS angeht "höher" nicht gleichbedeutend mit "besser".

 

Ansonsten:

 

Beim Verbrauch habe ich nach fast 9.000km aktuell 6.7l/100km (bei Händlerübergabe waren es 7.5l/100km). Da ich früh hochschalte und auch gerne i-Stop nutze, hätte ich hier einen deutlich niedrigeren Wert erwartet.

Im Stadtverkehr habe im Schnitt meistens etwas um die 7.0l/100km, manchmal sind es auch über 8.0l/100km oder weniger als 5.5l/100km und mein persönlicher Rekord liegt bei 4.8l/100km bei Nachtfahrten (ich hatte zwischenzeitlich sogar 4.6l/100km auf der Anzeige).

 

Insgesamt ist der Verbrauch weder schlecht noch gut und liegt im Mittelfeld.

 

Eine Tankfüllung reicht für etwa 700km-800km, auch kein Spitzenwert, aber okay.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Die Gangschaltung ist premium.

Fahrdynamik

4.5 von 5

Ich bin wie gesagt kein Profitester, der den Wagen im Grenzbereich fährt, ich rase nicht in die Kurven oder mache eine Vollbremsung.

 

Ich mache es kurz:

Im Alltag macht der Mazda seinem Fahrer einfach sehr, sehr viel Spaß!

Man freut sich wirklich schon beim Einsteigen auf die Fahrt.

 

Das Auto fährt sich allgemein natürlich sehr gutmütig und sicher, hat aber eine sehr spitze, direkte Lenkung und beschleunigt trotz lediglich 120 PS souverän in allen Situationen.

Lenken macht Spass, Schalten macht Spass, der Wagen ist nicht untermotorisiert, und das Kurvenverhalten ist dank G-Vektoring eine Mischung aus "gelassen" und "spassig"... ich empfehle jedem einfach eine Probefahrt, weil es mit Worten etwas schwer zu beschreiben ist.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Perfekte Balance aus Agilität und gutmütigem Fahrverhalten. Hoher Spaßfaktor im Alltag.

Komfort

4.5 von 5

Am besten gefallen mir die ergonomisch perfekten Vordersitze, in denen ich als Fahrer wirklich sehr bequem sitze und die definitiv langstreckentauglich sind.

 

Auch die intuitive Bedienung gefällt mir sehr gut.

Bei einigen anderen Marken (besonders bei Mercedes) muss man vor Fahrantritt ja nochmal einen Blick in die Anleitung werfen, weil manche Hersteller offenbar glauben, sie müssen alles anders machen als der Rest.

Im Mazda sind alle Knöpfe und Schalter genau da, wo ich sie auch von einem Golf, Peugeot oder BMW kenne.

Auch das Multifunktionslenkrad ist zumindest bei Center-Line mit rund sechs Knöpfen nicht "überfrachtet".

 

In dem heißen langen Sommer 2018 hat die Klimaanlage perfekt gearbeitet. Es fehlen leider Lüftungsschlitze im Fond, aber auch im hinteren Bereich wird es binnen weniger Minuten schnell angenehm kühl.

Kaum anders verhält es sich im Winter:

Die Sitzheizung auf den Vordersitzen ist sehr angenehm und die Scheiben sind blitzschnell entfrostet.

Allerdings bleibt es im Fussraum zumindest für den Fahrer ein bisschen kühl.

 

Innengeräusche sind guter Durchschnitt, aber auch nichts besonderes.

 

Zu der Federung kann ich nur sagen, dass ich nicht wüsste wie es besser geht. Vielleicht liegt es auch an den guten Straßen in meiner Umgebung, aber ich bekomme gerade noch ausreichend Rückmeldung von der Straße und bin ansonsten sehr komfortabel gefedert.

 

Auf der Autobahn merke ich bei höheren Geschwindigkeiten deutlich über 140km/h dann doch einen leichten Unterschied zu deutschen Premiumautos.

Es werden manchmal *etwas* mehr Stöße/Vibrationen an das Lenkrad und den Sitz durchgegeben, was allerdings auch vom Bodenbelag abhängt.

Ich empfinde hierbei keine Einschränkug im Komfort und zumindest beim Lenkrad würde ich soweit gehen zu sagen, dass ich es tatsächlich mag, wenn das Lenkrad im Mazda etwas mehr Rückmeldung von der Strasse weitergibt, denn es ist für mich ein Bestandteil des Fahrspasses.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Die Vordersitze sind ein Traum.
  • + Sehr intuitive Bedienung
  • - Im Fußraum bleibt es recht kühl

Emotion

5.0 von 5

Ich habe auch mit Autos von Skoda geliebäugelt, und tatsächlich war am Ende u.a. auch das Design ein Zünglein an der Waage.

 

Für mich ist das Stufenheck des Mazda 3 ein direkter Konkurrent zum Mercedes CLA, beide sicherlich wunderschöne Stufenhecks mit einem tollen Mix aus Komfort und Sportlichkeit.

 

Ich drehe mich nach dem Aussteigen immer noch gerne einmal zu meinem Auto um und ich halte das Design der aktuellen Modellreihe für zeitlos schön (was ich von der Vorgängern des 3er leider nicht behaupten kann).

 

Den Punkt "Temperament" finde ich schwierig.

Für mich ist der Mazda 3 zumindest in der 120 PS Variante primär ein sehr komfortables Auto, mit ergonomischen Sitzen, vernünftiger Federung und leichter Bedienbarkeit.

Trotzdem habe ich "sportlich" angeklickt, weil die knackige Gangschaltung, die direkte Lenkung und die souveräne Motorisierung für den Fahrer eine wahre Freude sind.

 

Mit anderen Worten:

Im Mazda 3 wäre ich nicht gerne Beifahrer, da möchte ich am Lenkrad sitzen.

Beifahrer wäre ich z.B. gerne im Skoda Superb, der ist einfach nur komfortabel, den kann man als Beifahrer genauso genießen wie als Fahrer.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Das Stufenheck ist natürlich ein Exot auf deutschen Straßen

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Den Mazda 3 (Modellreihe 2017) kann ich uneingeschänkt an Menschen mit einem gelassenen Fahrstil empfehlen, die für kleines Geld primär ein sehr zuverlässiges und geräumiges Auto suchen, das sich eigentlich sehr brav fährt, aber dem Fahrer viel Freude bereitet und den anderen Insassen insgesamt überdurchschnittlichen Komfort.

Für Familien mit 1-2 Kindern bietet zumindest die Stufenheckvariante gerade noch genug Platz.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Familien mit mindestens drei Kindern kann ich eine Limousine der unteren Mittelklasse generell nicht empfehlen.

Auch Fahrer, die es wirklich sportlich mögen (also eher unkomfortabel und mit ordentlich Druck unter der Haube), sollten sich vielleicht lieber die 165PS Variante ansehen, die aber erst bei hohen Geschwindigkeiten bzw. ab 4.000 Umdrehungen Vorteile bietet.

Sehr umweltbewussten Käufern würde ich auch abraten, da der Konsum um die 6,7 Liter zwar nicht total schlecht ist, aber auch nicht vorbildlich

Gesamtwertung: 4.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 1

19.03.2018 15:22    |    Polo9n40kW

Hey du hast das Auto ja schon ein bisschen und ich bin auch am überlegen mir den Mazda zu kaufen :) Stimme die km noch und wie ist das Autobahnfahren so?

Warst du schon in der Werkstatt (außer wegen der Inspektion)?

 

Grüße


24.04.2018 15:59    |    Sunlord

UPDATE

 

Ich bin in den letzten drei Monaten rund 2.700km mit dem Mazda gefahren, hatte zwischendurch aber auch einen Audi A4 und einen 3er BMW.

 

Im direkten Vergleich ist mir aufgefallen, dass der Mazda bei höheren Geschwindigkeiten > 140km/h etwas härter gefedert zu sein scheint.

Jedenfalls habe ich subjektiv das Gefühl, dass abhängig vom Bodenbelag manchmal etwas mehr Vibration/Rückmeldung ans Lenkrad und Fahrersitz durchgegeben werden als bei den deutschen Fabrikaten.

 

Das ist jetzt allerdings auch sehr feinfühliges Jammern auf hohem Niveau.

Ich finde beim Mazda 3 den Kompromiss aus Komfort und Fahrspass immer noch perfekt.

 

Bei den deutschen Premiummarken hatte ich den Totwinkelwarner stark vermisst, den der Mazda 3 ab Werk mitbringt.

Ansonsten bin ich unverändert der Meinung, dass die 120 PS für das Stufenheck völlig ausreichen, auch wenn man wie ich meistens auf der linken Spur fährt.

 

 

Probleme habe ich bislang keine.


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