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Kia Niro 1.6 GDI Plug-In-Hybrid Test

19.12.2018 21:33    |   Bericht erstellt von JumpN

Testfahrzeug Kia Niro DE 1.6 GDI Hybrid
Leistung 141 PS / 104 Kw
Hubraum 1580
HSN 8253
TSN AGF
Aufbauart SUV/Geländewagen/Pickup
Kilometerstand 13000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 12/2018
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 3 Jahre
Gesamtnote von JumpN 4.0 von 5
weitere Tests zu Kia Niro DE anzeigen Gesamtwertung Kia Niro DE 4.0 von 5
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Einleitung

Der Nachfolger des Sportvans meines Vaters. Nach E-Bikes, E-Roller, sollte nun auch das Auto etwas mit "E" sein. Für die einen ist der Plug-In die schlechteste Kombination aus beiden Welten (Wartung, Anfälligkeit, Gewicht ...), für die anderen der genau richtige Anwendungsbereich (rein elektrisch innerstädtisch bzw. Strecken bis zu 60km, Lade-Infrastruktur und Ladezeit egal)

Etwas früher als eigentlich angedacht, den Umständen geschuldet (Restwert VW noch ok+Förderung für E-Autos) wurde der Kia Niro Plug-In als Nachfolger gekauft.

Im Prinzip, das erste nicht deutsche Auto meiner Eltern. Geplante Haltedauer 6 Jahre um ihn noch mit einem Jahr Garantie weiter zu verkaufen.

Da es in unseren Augen keinen richtigen Vergleichskonkurrenten gibt, wird in diesem Test oft der vorher gefahrene VW Sportsvan als Vergleich herangezogen. Das Fahrzeug ist noch neu, der Test wird stets aktualisiert.

 

Nun also doch ein SUV, oder eher ein SUVchen?

Mit Kaufentscheidend waren nämlich, neben dem Plug-In Hybriden Antrieb, die Abmaßen die sehr ähnlich zum Sportsvan sind.

Hoch einsteigen, viel Platz auf der Rückbank, kompakte Außenmaße.

Äußerst reizvoll waren natürlich die rund 60 km rein elektrisch fahrbare Reichweite, die wir tatsächlich bei einer Probefahrt "erfahren" haben.

Die Innenraumanmutung, die Probefahrt an sich überzeugten, dazu serienmäßig 7 Jahre Garantie. Konkurrenz in dem Segment, zu dem Preis? Nicht wirklich.

Mitgeholfen zur Kaufentscheidung haben Videos auf Youtube wie dieses hier.

 

Ein paar Abstriche zum nicht gerade alten VW muss man allerdings auch hinnehmen. Fängt bei der Konfiguration an. Bei Kia hat man nicht die ellenlangen (und teuren) Aufpreislisten. Bei Kia kann man im Prinzip nur in 3 Austattungen bestellen, viele Optionen gibts dort jeweils nicht. Enttäuschend ist die Lackauswahl. Unsere Wunschfarbe Oceanblue ist für den PHEV nicht verfügbar. In Europa ist diese Farbe nur für den Vollhybriden zu bekommen. Dann gibts Kuriositäten wie beispielsweise eine Fußfeststellbremse. Oder die Anhängerkupplung, die bei Neubestellung zum Selbsteinbau in den Kofferraum gelegt wird. (Rest hängt vom Händler ab)

Die Innenraumanmutung ist im Vergleich zum Sportsvan etwas schlechter. Im Gegensatz zum T-Roc Vorfacelift allerdings ganz und gar nicht.

 

Insgesamt stellt dieser Kia aber ein attraktives Gesamtpaket und den idealen Nachfolger für den Sportsvan dar, für meine Eltern ohne viel Konkurrenz. Mitsubishi, Hyundai und Toyota waren von der Karosserievarianten unattraktiv. Entweder zu groß oder zu tief, der Kia stellte die goldene Mitte dar.

Eigentlich fahren meine Eltern so gut wie gar keine Kurzstrecken. Mit dem PHEV wird sich das wohl ändern. hat sich das geändert. Da ich mir den Wagen regelmäßig ausleihe, denke ich kann ich den Test einigermaßen objektiv schreiben.

Galerie

Karosserie

3.5 von 5

Obwohl SUV nie gewünscht war, eher verabscheut, sehen wir insgesamt den Wagen als ideales Fahrzeug für meine Eltern. Kompakte Abmaße und Verhältnismäßig viel Platz. Lediglich der Kofferraum ist nicht der größte, was hier und da mal ein echtes Manko darstellt. Gerade als PHEV ist der Kofferraumboden etwas höher und im Vergleich zum Vorgänger VW, minimal schmaler. Dazu ist die Laderraumabdeckung (er hat eine richtige ;)) etwas tiefer als im VW. Und man schleppt zu allem Überfluss noch das Ladekabel im Kofferraum rum, weil man die leider nirgendwo clever unterbringen kann in einem extra dafür vorgesehenen Platz. Ich denke das hätte ein deutscher Hersteller cleverer gelöst. Ergo Kofferraum ein klarer Nachteil gegenüber dem VW.

Das einzige, was ihn als SUV kennzeichnet, sind außen die schwarzen Kunststoff Radläufe und die Unübersichtlichkeit (Im Vergleich zum Sportsvan). Insgesamt ist er sogar etwas tiefer, als der Sportsvan. Auf der höchsten Sitzposition wie bei meinem Vater eingestellt, stoße ich (1,83m) mir regelmäßig den Kopf beim einsteigen.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + kompakte Außenmaße, viel Platz im Innenraum
  • + Verarbeitung hochwertig, Spaltmaße korrekt, keine Verarbeitungsmängel wie beim vorherigen Fahrzeug
  • + nichts klappert oder poltert...
  • + Position der Rückfahrkamera hat keine Folgeprobleme, wie z.B. bei VW Wassereinbruch, Fingerklemmgefahr
  • - für uns echt schade: das fehlen von Occean Blue Metallic für den PHEV, obwohl für normal Hybrid möglich
  • - Kofferraum ziemlich klein
  • - Rückfahrkamera schutzlos am Scheibwischer montiert, verschmutzt vergleichsweise schnell bzw. nerven Regentropfen hin und wieder und ist insgesamt nicht von bester Bildqualität
  • - etwas unübersichtlicher als der Vorgänger, dank der langen hohen Schnauze, der hohen Fensterlinie, der A-Säule und dem winzigem Heckfenster
  • - etwas tiefer als der Vorgänger-VW
  • - Tagfahrlicht wirkt, rein optisch gesehen, wie billig nachgerüstet

Antrieb

4.5 von 5

Das Herzstück des Wagens und DAS Kaufargument des Kias ist der Hybrid Antrieb gewesen.

Rein elektrisch lässt er sich theoretisch bis 120 KM/H fahren bei einer Reichweite bis zu 56 KM. Die Ladedauer dafür beträgt 2 1/2 Stunden an einer normalen Steckdose. Bisher im Winter, hatte er meist eine Reichweite von ungefähr 50 KM rein elektrisch. Nutzt man dazu noch die technischen Spielereien wie Navi, Sitzheizungen und Lenkradheizung sinkt die Reichweite recht schnell. In der Regel schafft er an normalen Tagen seine 45-50 km rein elektrisch. Da ich aktuell häufig mit dem Wagen nach Düsseldorf pendel, kann ich sagen bei Geschwindigkeiten 100-120 km/h + stockender Verkehr, schafft der Wagen 51 KM rein elektrisch! Ganz wenig stockender Verkehr, und überwiegend 120 km/h schaff er um die 42 km. Auf Langstrecke im Hybridmodus lag der Verbrauch bis jetzt zwischen 4,5 und 4,9L auf 100 KM. Geht in Ordnung. Langzeit Durchschnittsverbrauch 4,6 L (mix). Ohne Stromanteil liegt der durschnittsverbauch zwischen 5-6 L. Der höchste Verbrauch war, als ich ihn fuhr, 6,5 L auf 100 km, Vollgas wo es ging auf Langstrecke mit ordentlicher Nutzung des Sportmodus .

 

Man hat zwar einen PHEV Knopf zum rein elektrisch fahren, dieser ist aber im Prinzip nur von theoretischer Natur.

Bei stärkeren Beschleunigungen, etwa bei Steigungen oder bei Geschwindigkeiten über 120 km/H schaltet der Verbrenner sich zu.

Sinkt die Akkuleistung unter 40%, schaltet sich ebenfalls automatisch der Verbrenner ein, um den Akku wieder aufzuladen.

Ein echtes Manko ist dazu noch, dass es nicht möglich ist, rein elektrisch zu fahren, wenn man die Heizung ein schaltet. Die Heizung nutzt nämlich die Abwärme des Verbenner Motors, was nicht sonderlich schlau gelöst ist. Ein elektrischer Zuheizer wäre da netter. Gleichzeitig ist aber anzumerken, mit Sitz- und Lenkrad Heizung allein, lässt es sich auch gut aushalten auf Kurzstrecken.

Wirklich schade, dass man nicht selber bestimmen kann, wann welche Energie eingesetzt wird. So würde ich gern während der Autobahnfahrt festlegen können, wann ich den Akku verbrauche, beispielsweise wenn ich abfahre in der Stadt. Allerdings sinkt die Akkureichweite schon im Hybrid-Modus auf der Autobahn.

 

Insgesamt funktioneren Elektro Motor und Verbrennungsmotor super im Verbund. Ich glaube bis 30 Km/h fährt der Wagen immer im Elektro-Modus an, selbst wenn keine Restreichweite mehr vorhanden ist. Das erspart das nervige Start-Stop Prozedere.

Wenn sich der Verbrennungsmotor zu schaltet, ist subjektiv der Verbrenner ganz schön brummig. Wir meinen allerdings, dass der VW im Vergleich genauso brummig ist. Es fällt allerdings nach rein elektrisch gefahrenen KM deutlich mehr auf, wenn nach "Totenstille" plötzlich angestrengte Verbrenner Geräusch dazu kommen.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Antrieb und Getriebe machen einen erstklassigen Eindruck, Getriebe ist an der Stelle besonders erwähnenswert, bisher der einzige Plug-In SUV mit DSG
  • + rein elektrisch fahren macht schon Spaß
  • + E-Motor ist auch gleichzeitig ein Powerboost
  • + kein nerviges Start-Stopp-Gedöns
  • - ein dickes Minus : Heizleistung erfolgt über die Abwärme des Verbrennermotors, dadurch ist im Winter rein elektrisch fahren praktisch nicht möglich (außer man fährt nur mit Lenkrad- und Sitzheizung, so wie wir :D)
  • - leider hat man keine vollkommende Kontrolle über den Fahrmodus rein elektrisch oder Hybrid

Fahrdynamik

4.0 von 5

Bei ungefähr 170 km/h ist Ende (Tacho knapp über 180). Für meine Eltern kein Problem, die fahren eh eher langsamer. Für mich war im Sportsvan 160 km/h die angenehmste Reisegeschwindigkeit, liegt im Kia nun wahrscheinlich eher niedriger. tatsächlich auch bei 160 km/h. Relativ unangestrengt und Verbrauch noch effizient, hätte ich beides nicht gedacht. Völlig überrascht hat mich der Sportmodus. Im Normalmodus wirkt der Wagen manchmal träge, im Sportmodus spürt man wie der Elektromotor als Boost eingesetzt wird. Die Gasannahme spricht sofort an.

In Kurven merkt man die rund 1,6 Tonnen deutlich im Vergleich zum Vorgängerfahrzeug. Allgemein ist die Fahrdynamik nicht seine Stärke.

Die rein elektrische Beschleunigung ist jetzt auch nicht, dass "sie einen in den Sitz drückt". Aber alles auf jeden Fall vollkommen ausreichend und in Ordnung!

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Die Lenkung als solche gefällt uns sehr gut, vielleicht sogar ein bißchen besser als die vom VW
  • - man merkt ihm seine 1,6 Tonnen hier und da schon an, in Kurven jetzt nicht so dynamisch wie der VW

Komfort

4.5 von 5

Das Fahrwerk ist schön sanft und komfortabel abgestimmt, wenig sportlich. Es passt zur Zielgruppe! Er lädt zum komfortablen gleiten und reisen ein.

Hier und da merkt man schon, dass es "nur" ein Kia ist.

Sitzbelüftung und Sitzheizung hinten hätten wir gerne bestellt, wenn das ohne Lederzwang möglich gewesen wäre.

 

Die Fußfestellbremse wirkt für uns wie ein Relikt aus vergangener Zeit und ist zudem für meine Mutter mit künstlichem Knie nicht zu bedienen. Der Winkel ist in dem Fall zu steil und der Kraftaufwand gleichzeitig zu hoch.

Die ruppige Auto-Hold Funktion des Vorgängers, wird an dieser Stelle schmerzlich vermisst. Unverständlich, die Technik wäre ja aus anderen Kias vorhanden... Das ACC vom VW wird auch vermisst. Der Abstandtempomat des Kias ist leider etwas unstimmiger als das vom VW. Der geringste Abstand beim Kia ist deutlich höher als beim VW, was im dichten Alltagsverkehr doch etwas stört. Zudem kann es anscheinend nicht komplett zum Stillstand, beispielsweise an einer Ampel, runterbremsen. Das Erkennen von Fahrzeugen erfolgt manchmal recht spät. Kurven mag der Abstandstempomat des Kias auch nicht so gerne. Von der Bedienung her ist es aber intuitiv.

Der Spurhalteassistent ist im Kia allererste Sahne, greift sowas von sanft ein, dass es einem selber kaum auffällt. Wenn man das Lenkrad loslässt, lenkt er einige Sekunden völlig eigenständig und das erste Sahne. Ich persönlich habe keine Erfahrung mit dem Spurhalteassistenten vom VW, da Kenne es mittlierweile gut von meinen dienstlichen Reisen mit Firmenpoolwagen bzw Mietwägen. Für meinen Geschmack ist der Spurhalteassi im Kia klar besser als in diversen VAG Modellen.

 

Ansonsten lässt die Austattungsvariante Spirit kaum Wünsche offen, verfügt über Highlights wie : Induktivladestelle für Smartphones, JBL Soundsystem, beheiztes Lederlenkrad, ist aber auch abgesehen vom Lederpaket und Schiebedach "absolut volle Hütte".

Der Kia hat zwar im Gegensatz zum Vorgänger, eine richtige Kofferraum-Abdeckung statt einer Papp-Hutablage, allerdings ist die auch nicht gerade von höchster Qualität. Sie klappert hin und wieder, und muss zudem unlogisch von unten nach oben eingehakt werden. Wenn man den Kofferraum hochbelädt und die Abdeckung drüber ziehen möchte ist dies kontraproduktiv. Ein Gepäcknetz gibts auch hier nicht. Die zahlreichen Ablagemöglichkeiten des Vorgängers, werden schmerzlich vermisst. Beim Kia sieht das im Vergleich wirklich mau aus.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Die Bedienung ist ähnlich zu älteren VWs mit Knopfbedienung, recht intuitiv
  • + Enorme Austattung (Spirit) mit Highlights wie die induktive Ladestation für Smartphones oder JBL Anlage oder die Lenkradheizung
  • + Die PDC Sensoren sind deutlich besser (eingestellt) als die vom Vorgänger. Autos können an einem vorbeifahren ohne, dass es im Innenraum wild piept
  • - Sitzbelüftung und Sitzheizung hinten ist nur im rund 2000€ teuren Lederpaket bestellbar
  • - Fußfestellbremse
  • - fehlende Auto-hold Funktion, obwohl Technik in anderen Modellen vorhanden
  • - wenige Ablageflächen/Verstaumöglichkeiten
  • - Heckscheibenheizung schwach
  • - Lenkradheizung ist ein tolles extra, allerdings braucht sie im Vergleich zur Sitzheizung deutlich länger um warm zu werden
  • - etwas störend: Mittelarmlehne ist im Grunde nur der Deckel einer Box, nicht Höhen verstellbar. Das kann VW eindeutig besser

Emotion

4.0 von 5

Ist wie immer recht subjektiv. In unseren Augen keine Schönheit, aber mir persönlich gefällt er deutlich besser als sein Vorgänger, dem VW Sportsvan. Immerhin wurde er auch mit dem Red-Dot Award ausgezeichnet. Insgesamt ein gefälliges, nicht aufdringliches Design.

"Robert, der Niro" weckt abgesehen vom Spitznamen, nicht so die richtigen Emotionen, außer eines sehr netten, vernünftigen Alltagsautos.

Er hat kein so starkes Rentner-Image, wie der Vorgänger Wagen. edit: Laut Autobild beliebtester Wagen der Silverager : Klick

Etwas schade ist, dass das Topmodell nicht die 18 Zöller serienmäßig hat. Die hätte mein Vater gern (inklu) gehabt, aus optischen Gründen. Klar, ist eben ein Öko-Auto. Aber der normale Hybrid hat die 18 Zöller als Spirit und auch der E-Niro hat 17-Zöller, und nicht so billig wirkende 16 Zöller mit Radkappen.

Meine Eltern haben Spaß daran möglichst viel rein elektrisch zu fahren und möglichst wenig Benzin zu tanken. Kann mich nicht erinnern, dass sie das jemals bei einem anderen Auto hatten. (also Spaß)

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Eigentlich sagen die meisten ziemlich gutes über Kia in den letzten Jahren
  • + etwas Fahrspaß kommt im E-Modus schon auf
  • - die emotionslosen Farben weiß oder grau waren im Endeffekt die einzige Auswahl für uns. Rot wäre in Frage gekommen, sieht aber nur in Verbindung mit 18 Zöllern stimmig aus

Unterhaltskosten

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Wer ein Kompakt-Fahrzeug mit hohem Einstieg und alternativen Antrieben sucht, ist bei einem KIA Niro an der richtigen Adresse. Ob Voll-Hybrid, Plug-In oder reines E-Auto, den Niro gibts nicht ohne. Die 7 Jahre Garantie auch auf den Hybridantrieb gibts serienmäßig dazu. Eine tolle Alternative zu denen sonstigen typischen Rentnerfahrzeugen wie Sportsvan, B-Klasse und 2er Active Tourer. Auch mir gefällt der Wagen richtig gut, und würde sich ideal für mein Fahrprofil eignen, wenn ich denn eine Lademöglichkeit zu Hause hätte. Einen richtigen Konkurrenten, speziell im Kompakt Bereich, aber mit hohem Einstieg, als PHEV, gab es 2018 aus unserer Sicht nicht.

In Summe aller Nachlässe und Förderungen ist der KIA Niro Preisleistungstechnisch ein attraktives Gesamtpaket, auch wenn die Negativpunkte im Test in der Überzahl sind. Ein normaler Voll-Hybrid wäre nochmals deutlich günstiger gewesen.

Die Endsumme die letzendlich berappt wurden ist ähnlich hoch zum Vorgänger Sportsvan oder einem "vergleichbarem" T-Roc. Preislich sind die VWs auf ähnlichen Niveau, nur halt ohne Plug-In Technologie und 7 Jahren Garantie und nahezu Vollaustattung. Zudem scheint ein vergleichbarer T-Roc auch nicht mehr den tollen Innenraumverarbeitungs Vorteil zu bringen, dort ist noch mehr Hartplastik verbaut als im Kia! Billig ist der Kia nicht, aber war meinen Eltern seinen Preis wert! Ich persönlich bin sehr angetan von dem Kia, und Kia´s Entwicklungs insgesamt, sodass ein Kia für mich immer mehr in Frage käme.

Und zuletzt was ganz simples : der erste Neuwagen meiner Eltern überhaupt, der nicht sofort in die Werkstatt muss und einfach nur zufriedenstellt... edit: nach 3 Jahren nun der erste Ausfall : Starterbatterie tot. Ersten Recherchen nach zur Folge gibt es das Problem beim Niro des öfteren und es gab einen Rückruf, zumindest bis Einführung MJ 2019. Unserer ist theoretisch MJ 2019, weiß aber auch nicht genau wann der produziert wurde.

 

Mir gefällt die Lernfähigkeit von Kia. Mittlerweile gibt es den Niro als Facelift, und so gut wie alle negativen Punkte, die ich hier im Test angemerkt habe bzw. mir gefehlt haben wurden veändert/verbessert :

-elektrischer Zuheizer? (bin ich mir nicht ganz sicher)

-Parkbremse mit Holdfunktion statt Fußfestellbremse

-Farbe Ocean Blue bestellbar

-Fernlichtassistent

-Verkehrszeichenerkennung

-Stauassistent

-etwas feineres Ambiente innen

 

edit: Nach exakt 4 Jahren vollster Zufriedenheit verkauft, für das Nachfolgermodell. Dank hoher Nachfrage in NL, geringster Wertverlust aller je besessener Autos meiner Eltern.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

So richtig günstig sind die rund 40000€ Listenpreis für unseren KIA nicht, auch mit hohem Rabatt, ist eine ordentliche Summe zu berappen. Objektiv ist dies, schlicht und ergeifend eine hohe Summe für "nur" einen KIA und vielleicht fragwürdig.

Ohne eine Lademöglichkeit, macht der Plug-in keinen Sinn. Ein normaler Vollhybrid kostet gute 7000€ weniger als die Plug-In Variante. Diese Kosten werden meine Eltern bei ihren Laufleistungen vermutlich nie wieder einfahren. Bei dem Preisaufschlag, muss man zwischen Nutzen und Kosten abwägen, oder das ganze halt als "Spielzeug" sehen oder den "Pioniergeist" leben. Ein E-Niro kostet ähnlich viel wie der Plug-in (war Sommer 2018 noch nicht bestellbar und preislich nicht einschätzbar).

Evtl. werden die ein oder Ersatzteilpreise oder Werkstattpreise teurer als bei vorherigen Fahrzeugen. Versicherungstechnisch ist er auch teurer als der Vorgänger. Die Restwertfrage speziell bei einem Plug In Hybrid ist zumindest kritisch zu betrachten.

Wer häufig Platzbedarf im Kofferraum hat, für den ist der Niro nichts.

Unser "Robert" scheint kleine Probleme mit den Schließmuskeln äh Mechanismen zu haben. Manchmal sperrt er nach Beenden der Fahrt die hinteren Türen nicht auf. Laut Kia Händler ein "Sicherheitsfeature" :confused: Einmal hat er mich trotz geöffnetem Zustand, die Ladeklappe nicht aufmachen lassen und ich hatte die Klappe lose in der Hand. Nach schließen und öffnen dann wieder alles normal.

Wer sich an das ACC von VW und co. gewöhnt hat, wird von diesem Abstandstempomaten enttäuscht werden.

Insgesamt muss man sagen, könnte das Auto etwas durchdachter sein. Sachen wie die Parkbremse, der Abstandstempomat und der fehlenden elektrischen Zuheizer trüben das Gesamtbild, wenn auch nur wenig, zumindest etwas. Auch beim Handbuch könnte sich Kia etwas mehr Mühe geben. Es gibt exakt ein Handbuch mit > 300 Seiten, für alle Ausführungen des Niros. Es ist super nervig, in diesem riesen Schinken etwas zu finden. Und dann steht an der betroffenen Stelle meist "trifft nur auf Vollhybrid zu."

Unser Exemplar hat scheinbar auch ein Problem mit der Starterbatterie . Toll, da kann man dann von der Fahrerseite in den Kofferraum klettern um die Notentriegelung zu ziehen um an die Batterie zu kommen, da sich sonst nichts öffnen lässt.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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