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Hyundai i20 1 (PB) 1.2 Test

13.05.2018 23:59    |   Bericht erstellt von 3Xodus

Testfahrzeug Hyundai i20 1 (PB) 1.2
Leistung 78 PS / 57 Kw
Hubraum 1248
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 94000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 3/2009
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 5 Jahre
Gesamtnote von 3Xodus 2.0 von 5
weitere Tests zu Hyundai i20 1 (PB) anzeigen Gesamtwertung Hyundai i20 1 (PB) 3.5 von 5
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Einleitung

Der i20 1.2 "Comfort", ein EU-Reimport und unser erster Hyundai, befindet sich seit über 9 Jahren als Zweitwagen in Familienbesitz. Er löste einen 18 Jahre alten Ford Fiesta 1.1i ab. Einsatz findet der i20 in der Stadt für den Weg zur Arbeit oder für den wöchentlichen Einkauf, andererseits aber eben auch für längere Autobahnstrecken. Pro Monat können also schon einmal mehrere 1000 km abgespult werden - der Rekord waren über 5000 km im Monat. Wenn er nicht so oft und lange in der Werkstatt gestanden hätte, wären sicherlich noch mehr Kilometer zusammen gekommen. In den letzten Jahren fiel die Jahresfahrleistung auf klägliche 5000-7000 Kilometer. Längere Strecken nehme ich lieber mit anderen Fahrzeugen in Angriff und in der Stadt - dank gutem ÖPNV ist dort ein Auto sowieso selten notwendig - kommen kaum noch Kilometer zusammen.

 

Der angelegte Bewertungsmaßstab ist neutral, allgemein (nicht klassenbezogen) und ehrlich. So lässt sich erklären, dass ihm kaum die Topbewertung zuteil werden kann. Ich versuche dennoch, das Fahrzeug zu relativieren.

 

Als Nachfolger dient seit März 2018 ein Seat Ibiza FR 1.5 TSI evo.

Karosserie

2.5 von 5

Für einen Kleinwagen ist das Platzangebot üppig. Vier Erwachsene finden auch auf längeren Strecken angenehm Platz, die Kopffreiheit geht vorn wie hinten in Ordnung. Der Kofferraum ist mit 295 Litern angenehm groß und gut bemessen. Leider fehlt es an praktischen Verstaumöglichkeiten wie Haltenetze oder Ösen. Die dünn befilzte Hutablage wirkt etwas primitiv und rutscht leicht aus der Halterung. Der Kofferraum lässt sich auf 1060 Liter erweitern, so dass der i20 zur Not auch ein Fahrrad oder kleinere Möbel schluckt. Es bleibt lediglich eine kleine Stufe übrig. Lehne und Sitzfläche können getrennt geklappt werden. Beim vollständigen Umklappen müssen die Kopfstützen umständlich entfernt werden. Eine Halterung gibt es dafür leider nicht. An Ablagemöglichkeiten gibt es offene Fächer zwischen Fahrer und Beifahrer, eine Klappe für die Sonnenbrille über dem USB-Port sowie ein groß bemessenes Handschuhfach. Seitenfächer gibt es leider nur vorn und ein Haltenetz befindet sich nur an der Rückenlehne des Beifahrers. Da besteht also noch etwas Potenzial...

 

Die Karosserie weist insgesamt vordergründig praktische Züge auf. Die Übersichtlichkeit fällt gut aus, die Front lässt sich angemessen abschätzen. Das ist auch besser so, denn die komplett lackierten Schürzen sind kratzempfindlich und ein Park-Distanz-System ist nicht im Angebot.

 

Der Qualitätseindruck wirkt leider nur im Neuzustand respektabel. Bereits nach kurzer Zeit trüben tiefe Gebrauchsspuren außen wie innen den vormals guten Eindruck. Der hohe Hartplastikanteil im Innenraum verkratzt sehr leicht. Die Spaltmaße der Karosserie können teilweise als abenteuerlich betrachtet werden. Das sieht im Falle der Motorhaube beispielsweise so aus, als sei sie nicht richtig verschlossen. Im Detail gibt es auch hier also noch Entwicklungsmöglichkeiten für Hyundai. Zur Verteidigung bleibt jedoch zu sagen, dass unser Exemplar noch aus dem indischen Werk kommt. Spätere Modelle aus der Türkei sind bezüglich der Qualität wohl entschieden besser.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + einfacher Zustieg
  • + fast ebener Ladeboden
  • + gute Übersichtlichkeit
  • + angemessenes Platzangebot
  • - Klappergeräusche
  • - kratz- und schmutzempfindliche Oberflächen

Antrieb

2.0 von 5

Eines vorweg: Für 78 PS macht der 1.25-Liter-Vierzylinder einen guten, brauchbaren Eindruck. Dennoch ist für Vergnügen allenfalls in der Stadt gesorgt. Die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h sowie eine Beschleunigung in 12,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h - beides Werksangaben - ist nunmehr lediglich guter Klassendurchschnitt. Es ist und bleibt eben eine Einstiegsmotorisierung. Dank niedrigem Fahrzeuggewicht von rund 1050 kg fühlt man sich selten untermotorisiert, insbesondere in der Stadt reicht die Motorleistung völlig aus. Und zur Ehrenrettung soll noch gesagt sein, dass zumindest unser Exemplar teils erheblich besser lief als die Serienangabe. Als Höchstgeschwindigkeit waren in der Regel 173 km/h (Tacho 178) drin - einmal wurden in der Ebene sogar 182 km/h (Tacho 187) gemessen. Bergab stehen fast 200 auf dem Tacho. Dann wird der Kleine bei 190-193 km/h sanft, aber fühlbar abgeregelt. Und bei der Beschleunigungszeit - die ja stets ein guter Indikator für die Längsperformance eines Fahrzeuges ist - lag man eher zwischen 11,6 und 12,3 Sekunden. Nein, untermotorisiert ist man mit dem i20 nicht unbedingt, auch wenn man damit keine Rennen fahren und die linke Autobahnspur beherrschen kann.

 

Die etwas unausgewogene Charakteristik fällt insgesamt jedoch negativ auf. Die Gasannahme wirkt sehr künstlich und verzögert, so dass das Langsamfahrverhalten (z.B. im Stau) sehr dürftig ausfällt. Nach einer deutlichen Anfahrschwäche bis 2000 U/min kommt er langsam und ein wenig unspritzig in Gang, ehe er dann bei 5000 U/min deutlich einknickt. Ein Ausdrehen bis zum roten Bereich bei 6500 U/min gleicht einer Folter, obwohl die Nennleistung erst bei einer Drehzahl von 6000 U/min anliegen soll. Da wirkt der ebenfalls 1,25 Liter große Motor im Ford Fiesta, dort mit 60 kW/82 PS, deutlich quirliger und drehfreudiger. Zum Glück ist die Getriebeabstufung perfekt auf den leichten, auf Ökonomie getrimmten Alu-Motor abgestimmt, der im mittleren Drehzahlbereich dank nicht zu geringem spezifischem Drehmoment (119 Nm bei 4000 U/min) akzeptabel läuft. So ist der 1. Gang angenehm kurz gehalten, um die Anfahrschwäche zu kaschieren. Und der lange 5. Gang senkt auf Autobahn und Landstraße die Drehzahl auf ein erträgliches Niveau, obwohl dieser bereits in der Stadt eingelegt werden kann. Die Gangstufen sind jeweils sehr linear und gleichmäßig abgestuft.

 

Die Schaltbarkeit stellt in der Regel keine Probleme dar: Die Gänge rutschen leicht hinein und die relativ kurzen Wege erlauben schnelle Gangwechsel. Allerdings gibt es auch hier Schatten: So lassen sich der 1. Gang sowie der Rückwärtsgang manchmal nur nach ein oder zwei Versuchen einlegen. Die Sychronisation hakt also ein wenig. Nicht selten fällt das Getriebe durch laute Schaltgeräusche auf. Mitunter vernimmt man ein deutliches Krachen beim Einlegen des Rückwärtsganges. Die Kupplung verdient auch mehr Kritik als Lob: Sie besitzt einen undefinierten Schleifpunkt, neigt zum Durchrutschen und kommt erst auf den letzten Zentimetern des Kupplungspedals. Das ist das komplette Gegenteil von 'präzise'. Selbst mit reichlich Erfahrung kann man ein Anfahr- und Schaltruckeln nicht immer vermeiden. Als Resultat bleibt der typische Bonanza-Effekt...

 

Der Verbrauch bewegt sich im Schnitt zwischen 6 und 7 Litern, je nach Einsatzgebiet und Jahreszeit. Das Vollgasprogramm auf der Autobahn mündet in zweistellige Verbräuche (10-12 l/100 km). Auffällig ist ein eklatanter Mehrverbrauch bei niedrigen Temperaturen in den kalten Monaten. Bei höheren Temperaturen ab 20° C sinkt der Verbrauch deutlich. Im Sommer ist so dann der Normverbrauch von 5,2 Litern wieder erreichbar - das ist allemal effizient für einen Wagen dieser Kategorie. Aufgrund des bei Kleinwagen üblichen kleinen Tanks - beim i20 beträgt er 45 Liter - liegt die Reichweite in der Regel zwischen 600 und 750 km, wobei der Bordcomputer immer deutlich zu wenig Restreichweite berechnet und die Tankanzeige nur als grober Richtwert dienen kann. So ist der Tank laut Anzeige nach dem Volltanken stets "übervoll" und erst nach rund 110 km liegt die Nadel auf der 1. Dass die Nadel dann ab der zweiten Hälfte gefühlt deutlich stärker nach unten fällt, lässt sich wohl technisch auch nicht vermeiden. Manch andere Tankanzeigen gehen allerdings etwas genauer. Und wenn wir schon beim Thema sind: Leider stellt sich der Bordcomputer-Verbrauchswert immer automatisch zurück, sobald man die Tankklappe über den unter dem Fahrersitz angebrachten Hebel fernentriegelt. Das ist zwar nett gemeint, für meinen Anwendungsfall aber hinderlich - mich interessieren die einzelnen Verbräuche pro Tag oder pro Fahrt und nicht etwa die pro Tankfüllung. Wie es besser geht, zeigt der Volkswagen-Konzern: Dort hat man zum Beispiel im Polo oder Ibiza gleich drei verschiedene Bordcomputer-Variationen (Langzeit, ab Start, ab Tanken), aus denen diverse Informationen hervorgehen.

 

Im Groben und Ganzen ist der Hyundai i20 1.2 ein recht sparsames Fahrzeug, bei dem unter optimalen Bedingungen der Bordcomputer-Verbrauch auch mal einen niedrigen 4 Liter-Wert anzeigt. Trotz fast doppelter Leistung und rund 150 kg Mehrgewicht kommt sein Nachfolger, wie erwähnt ein Seat Ibiza 1.5 TSI, dank Direkteinspritzung und Zylinderabschaltung tendenziell aber sogar noch sparsamer über die Runden. Der Unterschied ist aber wirklich nicht groß und es ändert nichts an meiner Einschätzung, dass es sich beim Einstiegsbenziner des Hyundai i20 um eine ökonomische Antriebsquelle handelt.

Galerie
Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + einfache Schaltbarkeit
  • + optimale Getriebeabstufung
  • + sehr gutes Kaltstartverhalten
  • + kurze Warmlaufphase
  • + niedriger Teillastverbrauch im Sommer
  • + ausreichende Motorleistung für den urbanen Alltag
  • + Motor ist für E10 freigegeben
  • - unelastische Kraftentfaltung
  • - sehr lautes Motorgeräusch ab 3000 U/min
  • - gänzlich fehlende Drehfreude
  • - problematischer 1. Gang und Rückwärtsgang
  • - Motor erfüllt nur EU4 (bis 2010)
  • - ungenügendes Kupplungsgefühl mit diffusem Schleifpunkt

Fahrdynamik

2.5 von 5

Der i20 ist ein praktischer Einkaufswagen, die leichtgängige Lenkung und der kompakte Wendekreis ermöglichen einfache Rangiermanöver. War dies das erklärte Entwicklungsziel?

 

Denn sobald man es etwas dynamischer meint, kommt der i20 schnell an seine Grenzen. Dann untersteuert er stoisch und demotivierend mit nachdrängendem Heck, insbesondere mit der montierten Kumho-Basisbereifung 175/70 R14. Dann wankt er wie ein alter Öltanker in jeder Kurve und rasch bemerkt man die Gefühlslosigkeit der etwas zu indirekten Lenkung, für die Rückmeldung ein Fremdwort zu sein scheint. Sportlichkeit ist nicht seine Stärke, dafür ist das Fahrwerk sehr sicher abgestimmt. So sind auch die Bremsen durchaus akzeptabel. Seit einer gewissen Zeit fällt mir jedoch ein teigiges Pedalgefühl auf, die Verzögerungsleistung fällt bei nur leicht getretenem Pedal sehr mau aus. Und dabei wurden hinten im Rahmen einer Inspektion bereits die Bremsbacken gewechselt.

 

Eine klare Empfehlung: Breitere 15"- oder gar 16"-Räder montieren. Dann wirkt das Fahrverhalten deutlich ausgewogener. Mit den später gefahrenen 15"-Ganzjahresreifen (Goodyear Vector 4Seasons Gen-2 in 185/60 R15 - die 14"-Sommerräder waren einfach zu alt und die 15"-Winterräder auch schon reif zum Austausch) hat sich das Fahrverhalten schon spürbar zum Positiven verändert - bei gleichzeitig ca. 10 % höherem Verbrauch.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + hohe Servounterstützung
  • + stadtfreundliche Wendigkeit
  • + gut dosierbare Bremse
  • - diffuse, rückmeldungsarme Lenkung
  • - hohe Untersteuerungs- und Wankneigung
  • - mäßige Bremsleistung

Komfort

2.5 von 5

Das Fahrwerk weist gewisse Mängel in der Feinabstimmung auf. So federt er bei jeder kleinsten Bodenwelle übermotiviert mit einem etwas zu kurzen Federweg ein, um dann trocken auszuteilen. Insbesondere bei kleinen Querfugen wirkt der i20 somit unnötig hölzern. Dieser Mangel an Fahrkomfort erkauft er sich nicht einmal mit einem sportlichen Fahrverhalten. Dafür wankt er nämlich zu stark.

 

Die relativ harten, etwas zu hoch montierten Sitzen überzeugen mit einem guten Rück- und Seitenhalt. Auf die Dauer sind Ermüdungserscheinungen jedoch nicht auszuschließen - etwa zwei Stunden am Stück habe ich immer noch ganz gut ausgehalten -, der Sitzkomfort auf Langstrecke ist nur mäßig. Aber er ist allemal klassenüblich.

 

Der Geräuscheindruck enttäuscht. Im Stand vernimmt man bis auf lästige Vibrationsgeräusche von der Fahrerseitenverkleidung praktisch nichts. Doch bei höheren Drehzahlen jault der Motor kläglich auf, die Dämmung könnte besser sein. Bei Autobahntempo kommen zudem deutliche Windgeräusche zum Tragen. Schaltgeräusche wurden bereits im Kapitel 'Antrieb' thematisiert. Da die Boxenqualität der Serienboxen unterirdisch ist (sehr schwach herausgebildete Höhen, blecherner Sound), bleibt das Radio seit Kurzem meistens aus, so dass man jedes Geräusch unverblümt hört.

 

Dafür klappt die Bedienung zum Großteil absolut unproblematisch. Hierbei nervt nur, dass die Random-Funktion der USB-Musik sich ständig deaktiviert - nicht nur bei jedem Ausschalten der Zündung, sondern auch beim Wechsel auf das Radio, um den Verkehrsfunk zu hören. Das nervt umso mehr, weil beim Aktivieren der Random-Funktion ein nerviger Piepton ertönt und der aktuell gespielte Titel abgebrochen wird. Schade, denn der serienmäßige USB-Port ist ein praktisches und nicht selbstverständliches Ausstattungsdetail des i20.

 

Die Heiz- und Klimatierungsleistung ist ingesamt gut, auch wenn die Klimaanlage allenfalls in voller Stufe erfrischend arbeitet. Nur dann stören laute Lüftergeräusche, so dass an eine Unterhaltung nicht mehr zu denken ist. Das Entfeuchten klappt jedoch sehr zügig und unkompliziert. Bei der ungeregelt arbeitenden Klimaaanlage ist auf eine regelmäßige Wartung zu achten, dann kühlt sie auch.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + gute Heizwirkung
  • + Sitze mit befriedigendem Seitenhalt
  • + insgesamt einfache Bedienung und problemlose Ablesbarkeit
  • - Radiobedienung mit Schwächen
  • - lauter Geräuscheindruck
  • - geringer Langstreckenkomfort
  • - trocken ansprechendes Fahrwerk

Emotion

1.5 von 5

Insbesondere im Allerweltsgrau wirkt der massentauglich designte i20 langweilig, unscheinbar und verwechselbar. Das Design zeigt klare Parallelen zum ebenfalls in Rüsselsheim gezeichneten Opel Corsa und nimmt auch Designelemente von Modellen anderer Marken (Toyota, Renault) auf. Allgemein fehlt es an einem speziellen Charakter, an Ecken, an Kanten. Sportliche Akzente kann er nicht setzen - aber das war auch nicht sein Ziel. Er wirkt somit ehrlich und vernünftig. Wer nicht auffallen will, liegt mit dem i20 goldrichtig. Dennoch könnte man sich etwas mehr Pepp wünschen, wie es der modische Kia Rio auf gleicher technischer Basis anschaulich vormacht.

 

Hyundai hat daraus gelernt und den i20 der zweiten Generation attraktiver gestaltet. In einer der peppigeren Farben (Electric Green, Sparkle Blue) ist der i20 aber auch in seiner ursprünglichen Version kein hässlicher Kleinwagen. Für große Emotionen reicht es bei mir jedoch nicht, da ist ihm etwa der 2018er Seat Ibiza deutlich voraus.

 

Das Image von Hyundai und Kia verläuft steil bergauf. Das liegt jedoch vordergründig an anderen Modellen wie eben dem i30. Der i20 spielt in seiner Klasse immer noch ein Schattendasein, obgleich der Nachfolger durch gutes Abschneiden in Tests deutlich an Beachtung gewonnen hat. Wenn es um Design und Image geht, übertrumpft der i20 der zweiten Generation den alten i20 meines Erachtens deutlich.

Galerie
Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Hyundai tendiert zu einer ernstzunehmenden Marke
  • - innovationsloses, kopiertes Design
  • - innerhalb der Kleinwagenklasse nur geringe Bedeutung

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr bis 100 Euro
Verbrauch auf 100 km 6,5-7,0 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 500-700 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr 200-500 Euro

Gesamtfazit zum Test

  • + ausreichendes Platzangebot
  • + gute Sicherheitsausstattung
  • + unkompliziertes Fahrverhalten
  • + harmonische Motor-Getriebe-Kombination
  • + simple Bedienung
  • - temperamentloser Motor
  • - trockenes Federungsverhalten
  • - mäßige Verarbeitungs- und Langzeitqualität
  • - anfällig für Marderschäden
Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Wenn ein günstiges, anspruchsloses Fahrzeug verlangt ist, erfüllt der i20 auch in seiner Basisversion alle Wünsche. Vor allem in Bezug auf Sicherheit und Platzangebot liefert er ein vernünftiges Paket. Zu empfehlen ist er jedoch nur, wenn die Werkstatt taugt.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Und leider taugt unsere Werkstatt da offensichtlich weniger. Die Reparations- und Inspektionskosten könnten etwas niedriger ausfallen. Innerhalb der 3-jährigen Garantiezeit gab es diverse Probleme (Motorschaden, ständig aufleuchtende Motorkontrolleuchte, Benzinpumpe, defekter Innentüröffner, knackende Boxen, etc.). Und nun, kurz nach dem Ablauf der Garantie, bricht bei 100 km/h plötzlich die Aufnahme für die Dachantenne ab. Reparaturkosten: ca. 330 €. Die Erwartungen an eine hohe Zuverlässigkeit konnten leider nicht erfüllt werden. Offensichtlich ein klassisches Montagsauto...

Gesamtwertung: 2.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 2.0 von 5 möglichen Sternen
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