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Ford S-Max 2 (WA6) 2.5 Duratec FHEV Test

12.12.2022 18:57    |   Bericht erstellt von amiga4ever

Testfahrzeug Ford S-Max 2 (WA6) 2.5 Duratec FHEV
Leistung 190 PS / 140 Kw
Hubraum 2488
HSN 8566
TSN BVI
Aufbauart Van
Kilometerstand 1051 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 12/2022
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von amiga4ever 4.0 von 5
weitere Tests zu Ford S-Max 2 (WA6) anzeigen Gesamtwertung Ford S-Max 2 (WA6) 4.0 von 5
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Einleitung

Lange drauf gewartet und endlich da. Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich nur um einen ersten Eindruck. Für mehr habe ich das Fahrzeug noch nicht lange genug. Ich werde diesen Bericht mit der Zeit aber for(d)schreiben (sorry aber das bot sich gerade an).

Galerie

Karosserie

4.5 von 5

Der Grund für das Fahrzeug war der Platz. Wir hatten davor schon einen Ford S-Max und noch sind unsere Kinder so klein, dass der Platz für uns eines der wichtigsten Kriterien war. Und wie zu erwarten erfüllt auch die neue Generation diese Anforderung zu 100%. Sowohl der Platz in Reihe eins als auch Reihe zwei ist sehr großzügig. In Reihe drei, ja wir haben einen Siebensitzer, geht es etwas knapper zu und die dritte Sitzreihe taugt nur für Kinder oder Menschen mit kurzen Beinen. Vor allem die niedrige Sitzposition über dem Bodden schränkt die Nutzbarkeit ein. Der Kofferraum ist sehr groß und sehr gut nutzbar. Die elektrische Entriegelung der Rücksitze ist praktisch aber sie erleichtert einem die Arbeit nicht übermäßig. Vor allem wenn die Kinder die Kopfstützen draußen haben muss ich eh nach vorne um die Kopfstützen einzufahren, damit der Sitz umgeklappt werden kann. Das schöne und für uns ein wichtiger Kaufgrund ist die Tatsache, dass ich die Fahrräder der Kinder wieder, nur mit Ausbau des Vorderrades, bequem im Fahrzeug mitnehmen kann. Die Fahrräder der "alten Herren" kommen auf den Heckträger (AHK). Trotzdem haben wir genügend Platz für 14 Tage Gepäck.

 

Auch der Raumeindruck ist sehr gut. Wir haben diesmal auf das Panoramadach verzichtet und mit der ST-Line Ausstattung einen anthrazitfarbenen Himmel. Das lässt den Wagen schon ein wenig kleiner wirken aber durch die großen Fensterflächen und das schiere Volumen im Innenraum wirkt der Wagen trotzdem sehr groß.

 

Schade ist, dass Ford bei der Kombination ST-Line, Hybrid und Anhängerkupplung die Standard Heckschürze verbaut. Da der Platz für eine schwenkbare AHK fehlt (da sitzt die Batterie) muss die Steckbare AHK her und das geht wohl nicht mit dem Diffusor. Dadurch verliert der ST schon ein wenig von seiner Sportlichkeit. Ford verzichtet auch auf die roten Bremssättel, warum auch immer.

 

Die Verarbeitungsqualität ist Ford, nicht wirklich doll. Das stört um so mehr wenn man das Fahrzeug mal preislich einordnet. Ein Biligheimer ist das mit weit über 50k€ sicher nicht mehr. Hier hätte ich mir etwas mehr erwartet. Ich habe bei Übergabe auch zwei Punkte vermerkt, die noch beseitigt werden. Zum einen saß der Kotfügel hinten links schlecht (Übergang zum Seitenteil) und die Klappe im Armaturenträger muss neu eingestellt werden. Es sind aber auch einige Grate an Plastikteile zu finden, die nicht so sein sollten. Aber wenn ich ehrlich bin habe ich das so erwartet. Wenn es zum Bereich Karossrie Ergänzunge gibt werde ich sie hier eintragen.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Platz ohne Ende
  • - Abstimmung Hybridsystem, Verarbeitung, Assistenten

Antrieb

3.0 von 5

Die letzten Jahre fahre ich durchweg Diesel mit viel Drehmoment unten herum. Daran habe ich mich halt gewöhnt. Das Fahren mit dem Hybrid ist ganz anders. Hier muss ich vorweg aber sagen, dass sich Verhalten momentan noch ändert und hier noch mehr als bei den anderen Punkten eine Vorläufigkeit gilt.

 

Noch unterstützt der E-Motor recht wenig. Wie oben geschrieben scheint die Unterstützung aber zuzunehmen und die Abstimmung gefällt mir mittlerweile etwas besser. Das größte Problem oder die größte Umgewöhnung ist das fehlende Drehmoment und dass der Motor schon bei mittleren Lastanforderungen relativ hoch dreht und damit akustisch in den Vordergrund tritt. Beim Fahren mit kleinen Geschwindigkeiten in der Stad oder 30er Zonen funktioniert das noch ganz gut. Bei kleinsten Steigungen, vor allem auf der Autobahn, dreht der Motor sofort auf 3.000 bis 4.000 U/min. Das fällt besonders auf, wenn man den Tempomaten drin hat. Dann schwant die Drehzahl strakt ohne, dass sich an der Geschwindigkeit was tut. Richtig nervig wird das, wenn man den Abstandsregeltempomat aktiviert. Dann kommt es immer wieder zu kleinen Geschwindigkeitsverlusten, die der Tempomat viel zu aggressiv wieder auszugleichen versucht und dabei immer wieder sehr starke Drehzahlschwankungen verursacht. Das ist sehr unharmonisch und nervig. Hat dazu geführt, dass ich diese Einstellung nicht mehr nutze. Ist schade aber der Verlust hält sich in Grenzen, da der Tempomat auch nicht mit der Schildererkennung gekoppelt ist und einen bei Tempomat 150km/h seelenruhig mit 150km/h in einer 120 Zone weiterfahren lässt. Die Schildererkennnung greift nur beim Geschwindigkeitsbegrenzer, den man aber nicht zusammen mit dem Tempomaten aktivieren kann. Nach Aussage von Ford ein Feature und kein Bug. meiner Meinung grober Schwachsinn. Das Thema Assistenzen hätte ich sicher auch unter Komfort bringen können aber hier haben sie für mich gerade besser gepasst.

Da ich die Assistenten hier angefangen habe mache ich hier auch damit weiter. Störend ist auch, dass Die Tempobegrenzung oder Aufhebung immer erst kurz nach dem Schild greift. Bedeutet z.B. Man fährt 100 auf der Landstraße, es kommt ein 70km/h Schild und der Wagen verzögert erst, wenn man das Schild passiert hat. Andere Hersteller lösen das eleganter, in dem sie schon vorher vom "Gas" gehen. und am Schild die Ziel-Geschwindigkeit erreicht haben. Die Erkennungsrate bei mir ist gut bis sehr gut. Da gibt es nichts zu meckern.

 

Der Verbrauch ist, soweit eine Aussage bei der geringen Laufleistung überhaupt aussagekräftig ist, absolut gesehen sicher in Ordnung. Momentan liege ich bei 7,8l/100km und damit etwas über meinem alten Diesel. Wie oben geschrieben passt Sich das Fahrzeug momentan noch an und ich hoffe es geht noch so einen halben Liter runter. Erhofft hatte ich mir um die sieben Liter. Daher bin ich momentan noch etwas enttäuscht.

 

Positiv erwähnen möchte ich aber das Verhalten des Getriebes bei kurze Stopps z.B. an einer Einmündung oder halt einen Stoppschild. Hier kann man ohne jegliche Verzögerung weiterfahren. Nicht wie bei dem alten Doppelkuppler bei dem es eine gefühlte Ewigkeit gedauert hat bis wieder Vortrieb kam.

 

Auf jeden Fall bin ich noch am lernen und ich glaube mit einer angepassten Fahrweise lässt sich da noch was rausholen.

 

2becontinued...

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Laufruhe
  • - Getriebeabstimmung; Assistenzsysteme

Fahrdynamik

4.0 von 5

Das Fahrverhalten ist Ford typisch souverän und grundsätzlich sportlich. Der Wendekreis ist relativ groß aber für das Fahrzeug noch in Ordnung. Zur Vergleichbarkeit muss ich sagen, dass ich vorne und hinten 44mm (2 x 21mm) Distanzscheiben drauf habe. Ob und wie sich das auswirkt kann ich nicht sagen. Die hinteren sicherlich gar nicht aber vorne ergibt sich durch die andere Geometrie bestimmt ein anderes Einlenkverhalten. Auf dem alten hatte ich kürzere Federn und hinten 60mm und vorne 55mm Distanzen drauf. Die haben dem Wagen nicht gut getan und ich habe die Vorderen wieder runtergenommen, da sich die Reifen extrem einseitig abgefahren haben und das Einlenkverhalten sehr spitz wurde. Ich muss auch ergänzen, dass ich das erste mal einen Ganzjahresreifen fahre. Wie sich dieser auf das Geschriebene auswirkt kann ich leider nicht beurteilen. Das Kurvenverhalten ist sehr angenehm und mit für einen so großen Wagen wenig Rollneigung. S-Max halt.

 

Die Lenkung ist schön direkt aber nicht spitz oder nervös. Der Wagen fährt trotz seiner Dynamik auf der Autobahn ruhig ohne jeder Spurrille hinterherzuziehen. Gefällt mir sehr gut. Die Beschleunigung ist ausreichend (sehr relativ). Allerdings kann man wie oben beschrieben nicht aus dem Drehzahlkeller rausbeschleunigen. Wenn man es auf Zeiten anlegt muss man mit hohen Drehzahlen und entsprechendem Krach leben.

 

Die Bremsen verzögern gut. Sie lassen sich auch gut dosieren. Ob sie bei Belastung nachlassen kann ich noch nicht sagen. Beim Kriechen muss ich mich noch ein wenig an den Druckpunkt gewöhne. Da setzt sie für meinen Geschmack etwas zu aggressiv ein. Das ist aber eine Gewöhnungssache.

 

....

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Fahrverhalten

Komfort

4.0 von 5

Der Wagen fährt, bis auf besagtes Drehzahlthema sehr ruhig. Sowohl Wind-als Auch Abrollgeräusche sind sehr gut gedämmt. Vom Fahrwerk her ist der Wagen eine ganze Klasse besser als mein alter S-Max von 2013. Die Federung ist angenehm straff aber komfortabel. Ich habe die 18" Felgen mit eine 50er Querschnitt drauf. Die 19" Variante ist bei kurzen Anregungen etwas direkter oder härter. Die hatte ich zur Probefahrt drauf. Wie ein nicht Titanium mit 55 Querschnitt fährt weiß ich nicht. Die Kombi hier ist ein sehr angenehmer Kompromiss. Die Sitze vorne sind sind gut und durchaus langstreckentauglich. Ich habe aber auch schon bessere gefahren. Aber auch das Sitzthema lässt sich durchaus strittig diskutieren. Ich empfinde sie als sportlich straff mit genügend Seitenhalt und Komfort. Die hinteren Sitze sind etwas schmaler. Sind halt drei Einzelsitze. Für die Kids aber sehr gut. Sie sind aufgrund der abfallenden Dachlinie etwas flacher über den Boden und für meine Beine etwas flach aber nur etwas. Ich bin halt 1,92m. Die meisten haben da keine Probleme. Die Dritte Sitzreihe ist nur für kleine Menschen etwas. Auf kurzen Strecken können aber auch Menschen bis 1,80 brauchbar unterkommen.

 

Die Bedienung ist einfach. Mir fehlt nur ein kabelloses Android Auto und ein Möglichkeit zum kontaktlosen Laden. Das Mitteldisplay ist etwas klein und echt gering in der Auflösung. Da geht heute sicherlich mehr. Trotzdem bieten die hintere und die vordere Kamera gute Bilder. Eine 360° Ansicht fehlt. Die Heizung ist ausreichend. Die el. Zuheizer lassen sich leider nicht von außen steuern um den Wagen vorzuheizen.

 

Das Thema der Assistenten habe ich oben schon teilweise Thematisiert. Sonst fehlt eigentlich nichts Essentielles. Die Schildererkennung funktionier gut allerdings in meinen Augen zu spät. Erst direkt nach dem Schild kommt die Erkennung und der ggf. notwendige Eingriff oder die Warnung. 50m vor dem Schild wäre angenehmer. Der Fernlichtassistent ist vielleicht einen Ticken zu spät arbeitet aber sonst zuverlässig. Da es sich nicht um Matrix LED handelt, die einzelne Module ab oder zu schalten ist das Licht nicht ganz so adaptiv wie die Matrix Teile. Absolut ist das Licht sehr gut. Ab und zu aber eher selten bekomme ich ein Zeichen, dass ich wohl ein wenig blende.

 

Mal sehen was mir bei weiterem Gebrauch noch so auffällt. Dann werde ich es hier schreiben.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Komfortabel und trotzdem sportlich, bei langsamer Fahrt leise
  • - Ab mittlerer Beschleunigung und an Steigungen laut

Emotion

4.0 von 5

Design ist Geschmackssache, das Temperament sehr subjektiv und was das Image angeht beides zusammen. Ich mag das Auto sehr. Mir gefällt es. Sonst hätte ich ihn nicht bestellt. Im Gegensatz zu früher bin ich viel ruhiger geworden und das Temperament passt jetzt zu mir und das Image war mir schon immer egal. Das muss in der Rubrik reichen.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Die schönste Kombination aus Platz, Design und Bezahlbarkeit

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Sehr gute Kombination aus Sportlichkeit, Komfort und Platz und sieht dabei noch sehr gut aus.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Unharmonische Abstimmung des Getriebe und der Assistenten.

 

Ach und wer Rechtschreibfehler findet darf sie gerne behalten :-)

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 0

13.01.2023 10:17    |    iNiemand

Hallo amiga4ever

Dein Test trift den Charakter des Wagens seehr Gut.

Ich hatte auch schon einen S-Max Diesel mit 163 PS.

Da ich vor zwei Jahren in Rente gegangen bin, kam ich nicht mehr so oft auf die Autobahn.

Jetzt überwiegend Stadtverkehr und Überland. Ich muste daher auf einen Sparsamen Benziner wechseln,

und habe mir den S-Max Hybrid gekauft, bis jetzt finde ich das ist für meine Fahrten das richtige Auto. Autobahn erfahrung werde ich wohl ers im Urlaub machen.

Deinen Test finde ich sehr Aufschlußreich.

MfG.