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Ford Galaxy Mk1 (WGR) 2.3 Ghia Test

19.03.2017 00:31    |   Bericht erstellt von whgreiner

Testfahrzeug Ford Galaxy Mk1 (WGR) 2.3
Leistung 145 PS / 107 Kw
Hubraum 2295
Aufbauart Van
Kilometerstand 208000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 7/2002
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 5 Jahre
Gesamtnote von whgreiner 4.0 von 5
weitere Tests zu Ford Galaxy Mk1 (WGR) anzeigen Gesamtwertung Ford Galaxy Mk1 (WGR) 3.5 von 5
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Einleitung

Ich habe den Wagen 2010 bei 95.000 km übernommen, bin bis heute weitere 113.000 km damit gefahren. Bei 100.000 km ließ ich eine Autogas-Anlage (Prins) einbauen.

Karosserie

4.0 von 5

Die Ghia-Ausstattung umfaßt 6 Einzelsitze in 3 Reihen, alle verstellbar mit Armlehnen. Selbst bei Vollbelegung auf Langstrecken hat sich bei mir nie jemand über mangelnden Sitzkomfort beschwert. Baut man die hinteren Sitze aus, dann kann man sogar mehrere Fahrräder aufrecht ohne Vorderradausbau transportieren oder den Laderaum zu zweit als bequemen Schlafplatz nutzen. Die Sitze sind allerdings ziemlich schwer, das Ein- und Ausbauen deshalb etwas mühsam. Die Qualität der Innenausstattung ist nicht sonderlich hoch. Die hinteren Fenster lassen sich nur halb versenken. Nach vorne ist die Wagenlänge schwer zu schätzen, nach hinten unten bleibt ein großer, auch mit den Spiegeln nicht einsehbarer Bereich - ich habe mir da mit einer auf die Heckscheibe geklebten Fresnellinse beholfen. Rundumsicht ansonsten gut. Die serienmäßigen Lautsprecher waren jämmerliche Tröten; ich ersetzte sie durch bessere, was wegen der Verkabelung aufwendig war.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Sehr bequeme Sitze auch hinten.

Antrieb

3.5 von 5

Der Motor zieht für einen Benziner schon ab 1200 Touren schön kräftig von unten raus und dreht willig hoch, hat aber angesichts der Wagengröße auch ordentlich zu tun. Sportlich ist das nicht, aber man kann durchaus auch Laster überholen und auf der Autobahn zügig Reisetempo 160 ohne ungebührlich lange Beschleunigungszeiten fahren. Im Leerlauf und bei niedrigen Drehzahlen ist er Vierzylinder-typisch brummig, ab mittleren Drehzahlen läuft er dank Ausgleichswellen angenehm ruhig.

 

Bei 130.000 km wurde als Spätfolge einer kaputten Wasserpumpe der Zylinderkopf undicht: Reparaturkosten mit gebrauchtem Ersatz-Zylinderkopf 1900 Euro. Dieser Zylinderkopf-Defekt scheint aber NICHT typisch für das Auto zu sein - die kaputte Wasserpumpe dagegen schon. Ansonsten erwies sich das Auto als recht zuverlässig.

 

Benzinverbrauch bei mir 10-11 Liter (flott gefahren). Mit Autogas braucht er 11-12 Liter LPG - bei dann geringfügig langsamerer Fahrweise wegen ca. 10% Leistungsverlust. Reichweite mit Gas ca. 450 km (Tank 55 Liter netto, Reserveradmulde). Das Fünfganggetriebe schaltet sich im Prinzip gut - nur den zweiten Gang muß man mit ein bißchen Nachdruck einlegen, sonst springt er beim Einkuppeln gelegentlich mal raus. Die Übersetzung ist okay; angesichts des sehr elastischen Motors lasse ich oft sogar den 2. und 4. Gang einfach aus.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Ab mittleren Drehzahlen schön laufruhig
  • + Für Benziner sehr elastisch
  • - Bei niedrigen Drehzahlen brummig
  • - relativ durstig, nur mit LPG wirtschaftlich

Fahrdynamik

4.0 von 5

Für einen Wagen dieser Größe erfreulich handlich und wendig. Im Grenzbereich gutmütig leicht untersteuernd, erlaubt ziemlich hohe Kurvengeschwindigkeiten, schaukelt sich aber bei heftigen Lenkmanövern seitlich auf. Geradeauslauf auch bei hohen Geschwindigkeiten tadellos, Lenkung exakt und feinfühlig, wenig empfindlich gegen Seitenwind. Mit guten Winterreifen auch auf Schnee/Eis für einen Fronttriebler relativ problemlos zu fahren. Bremsen wirksam und standfest, aber leicht teigiges Pedalgefühl.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + gutmütig und handlich
  • + für die Größe wendig
  • + wenig Seitenwind-empfindlich
  • - Beschleunigung nur ausreichend
  • - Neigung zum Aufschaukeln bei heftigen Ausweichmanövern

Komfort

4.5 von 5

Federung angenehm, ohne schwammig oder teigig zu wirken. Sitze vorne für die Wagenklasse guter Durchschnitt, hinten exzellent (2 + 2 einstellbare Einzelsitze mit Armlehnen, sehr komfortable Platzverhältnisse). Motor bei niedrigen Drehzahlen brummig, ab ca. 2000 Touren angenehm. Windgeräusche relativ leise; auch nach 200.000 km keine nervigen Vibrationen, Klappereien oder Knarzgeräusche. Bedienung einfach, durchdacht und praxisgerecht, gute Instrumente. Mein Exemplar hat die Klimaautomatik, die sich von der Regelung her sehr gut bewährt; Heiz- und Kühlwirkung allerdings für die hinteren Fahrgäste nur knapp ausreichend.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Sitze und Platzverhältnisse hinten erstklassig
  • + Geräuschniveau insgesamt angenehm
  • - Bei niedrigen Drehzahlen brummig

Emotion

4.5 von 5

 

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Wer's praktisch mag, findet ihn pfiffig
  • - Wer's sportlich mag, findet ihn spießig

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 100-200 Euro
Verbrauch auf 100 km über 10 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 100-300 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr 500-1500 Euro
Haftpflicht 300-400 Euro (30%)
Außerplanmäßige Reparaturkosten Motor/Kraftstoffversorgung/Abgasanlage - Zylinderkopf (2000 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Massig Platz und sehr variabel, für bis zu 6 Personen sehr angenehmes Reiseauto auch auf Langstrecken. Mit Autogas-Anlage unterm Strich sogar etwas wirtschaftlicher als die Diesel-Versionen, bei insgesamt ruhigem, elastischem, spritzigem Antrieb. Werkstattkosten halten sich trotz relativ häufiger, kleinerer Defekte im Rahmen, weil die wesentlichen Komponenten (Motor, Getriebe, Karosserie) zuverlässig und langlebig sind und nur wenig Wartungsaufwand erfordern. Der Motor braucht z. B. dank Steuerkette keinen teuren Zahnriemenwechsel, und da er keinen Turbolader hat, kann der auch nicht kaputtgehen. Fahrwerk gut und sicher, Ausstattung in der Ghia-Version luxuriös.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Kein Sportwagen :-) Verarbeitung insgesamt nicht sonderlich solide - es gibt relativ häufig kleinere Defekte, die sich aber meist preiswert beheben lassen und die Wirtschaftlichkeit deshalb nicht grundsätzlich in Frage stellen. Benzinverbrauch relativ hoch, nur mit Gasanlage wirklich wirtschaftlich.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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