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Ford C-Max 2 (DXA) 2.0 TDCi Test

04.02.2014 21:15    |   Bericht erstellt von Tobias-81

Testfahrzeug Ford C-Max 2 (DXA) 2.0 TDCi
Leistung 140 PS / 103 Kw
Hubraum 1997
Aufbauart Van
Kilometerstand 19500 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 2/2011
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von Tobias-81 3.5 von 5
weitere Tests zu Ford C-Max 2 (DXA) anzeigen Gesamtwertung Ford C-Max 2 (DXA) 4.0 von 5
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Einleitung

Ich bin seit Mitte Dezember 2013 stolzer Besitzer des C-Max. Zum Kaufzeitpunkt hatte der Wagen knapp 15.000 km auf der Uhr und stand die letzten zwei drittel seines noch jungen Lebens ungenutzt in einer Garage.

Ich fahre das Fahrzeug wöchentlich ca. 700 km aus dem Südharz nach Berlin und zurück. Die Strecke unterteilt sich in 25 km Landstraße, 25 km Ortschaft (Halle und Berlin) und 270 km Autobahn.

Karosserie

3.5 von 5

Über das Platzangebot im Fahrzeug kann ich mich bisher nicht beschweren. Bei 176 cm Körpergröße habe ich vorne sehr viel Platz und Kopffreiheit, hinten kann ich (bei auf meine Größe eingestelltem Fahrersitz) auch recht gut sitzen.

Der Kofferraum wirkt von der Grundfläche her recht klein, dafür aber hoch (im Vergleich mit dem Octavia II Combi). Wie groß er wirklich ist, wird sich beim "bepacken" für den Sommerurlaub zeigen.

Das umklappen der und herausnehmen der hinteren Sitze vergrößert die Fläche deutlich. Leider entsteht hier (bedingt durch das Notrad) eine recht hohe Kante.

Die Übersichtlichkeit des Fahrzeugs - bezogen auf die Rundumsicht - ist Van-typisch eher mäßig. Dank Rückfahrkamera und PDC rundum hab ich damit aber bisher keine Probleme.

Die Übersichtlichkeit im inneren ist - nach ein paar Tagen Eingewöhnungszeit - recht gut. Die vielen Tasten am Lenkrad sind jedoch etwas ungünstig plaziert, in der vorschriftsmäßigen"viertel vor drei" Haltung der Hände komme ich eigentlich an keinen einzigen der Knöpfe. Auch der Schalter für die Innenraumbeleuchtung, rechts über hinter mir ist nicht unbedingt "blind" zu erreichen. Aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Der Qualitätseindruck ist zweigeteilt. Alles was sich im direkten Sicht- und Grifffeld der Insassen befindet wirkt recht hochwertig und schick. Schaut man aber mal hinter die Kulissen kommt man unter Umständen etwas ins staunen. Das fängt beim ausgefransten vorderen Abschluss des Dachhimmels an, zieht sich über die kratzempfindlichen unteren Türverkleidungen und undefinierbares knacken und knistern aus allen möglichen Ecken und endet im Kofferraum. Die Verkleidungen und auch die Grundplatte wirken wie aus dünner Pappe, die Teppiche fangen hier schon beim anschauen an zu fusseln und die Haken für die Einkaufstaschen sind völlig fehl platziert und zu klein. Die "Hutablage" ist extrem scharfkantig und hobelt bei Unachtsamkeit gerne mehrere Hautschichten vom Handrücken oder Unterarm. Kurz gesagt: "vorne hui, hinten pfui" Hier hat Ford meiner Meinung nach enormen Nachholbedarf.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + sehr geräumiger, luftiger Fahrgastraum vorn
  • + dank elektronischer Helferlein (PDC, Kamera, BLIS) recht gute Übersichtlichkeit
  • - katastrophale Qualitätsanmutung der Materialien im Kofferraum
  • - scharfkantige Hutablage
  • - kratzempfindliche Türverkleidungen

Antrieb

3.5 von 5

Wer vom "klassichen" Pumpe Düse Diesel kommt, wird ersteinmal mit Erschrecken den fehlenden Tritt in den Hintern bei 2000 Umdrehungen vermissen und denken "der Motor zieht ja gar nicht". Der Blick auf den Tacho wird ihn dann aber eines besseren belehren. Kurz gesagt, der Motor zieht unauffällig aber kräftig durch das gesamte Drehzahlband. Das Fahrzeug ist damit keinesfalls untermotorisiert.

Der Verbrauch ist für mein Empfinden allerdings recht hoch.

Bei meiner wöchentlichen Strecke und gesitteter Fahrweise (150 km/h maximum) liege ich bisher im Schnitt bei 7,8 l/100km. Mein Octavia hat sich bei identischer Fahrweise nur 6,3 Liter gegönnt. Selbst bei Dauervollgas bin ich nie über 7,6 Liter gekommen. Da hatte ich mir vom Umstieg von 105 PS PD auf 140 PS TDCI etwas anderes erhofft. Gut, der Skoda hatte ein manuelles Getriebe und keinen Partikelfilter. Vielleicht war er auch aerodynamisch etwas günstiger geformt, aber einen zumindest ähnlichen Verbrauch hatte ich doch schon erwartet.

Langer Rede kurzer Sinn: für Spritsparer ist das Fahrzeug mit dieser Motor / Getriebekombination eher nix!

 

Zum Getriebe: Das Powershift macht das was es soll. Es nimmt mir die Schalterei ab. Gerade im Stau oder Berufsverkehr eine deutliche Hilfe!

Allerdings macht es dies nicht immer perfekt. Rolle ich zum Beispiel auf eine rote Ampel zu und diese schaltet kurz vor Stillstand auf grün um - dann passiert beim Gas geben erst einmal - nichts. Tritt man das Pedal dann verwundert weiter durch, rast man mit quitschenden Reifen davon, weil die Automatik instinktiv noch mal einen Gang runter schaltet. Gleiches Phänomen auch bei der Ausfahrt aus langsamen Kurven. Da "denkt" die Elektronik wohl einfach zu langsam.

Es gibt aber auch das gegenteilige Beispiel: Wer auf der Autobahn bei 150 km/h unbedacht beim beschleunigen einen Tick zu viel Gas gibt, wird erleben, dass das Getriebe einen Gang zurück schaltet und sich die Drehzahl für einen kurzen Moment dem roten Bereich nähert, woraufhin wieder hochgeschaltet wird. Hier handelt das Getriebe wohl unüberlegt.

Auch hier wieder kurz gesagt: Wer entspannt von A nach B kommen will, ist mit dem Getriebe recht gut bedient. "Sportliche" Fahrer sollten davon eher Abstand nehmen.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Leistungsstarker Motor mit gutem Durchzug
  • - bei Geschwindigkeiten über120 km/h recht durstig
  • - etwas wirr und unüberlegt schaltendes Getriebe

Fahrdynamik

3.5 von 5

Der Wendekreis ist für ein Fahrzeug dieser Größe schon wirklich sehr groß. Das erfordert mitunter einiges rangieren beim Einparken.

Im öffentlichen Straßenverkehr kommt es aber zu keinen Einschränkungen (Ausnahme: In der Altstadt von Wernigerode gibt es einen Kreisverkehr (sicherlich nicht genormt) den ich mit vollem(!) Lenkeinschlag durchfahren musste)

 

Zu etwas deutlich positiverem: Beschleunigung; Lenkung und Fahrwerk sind fast perfekt. Dank Powershift beschleunigt das Fahrzeug nahezu ohne Zugkraftunterbrechung. Das Fahrwerk ist recht straff, federt aber kurze Stöße sehr gut weg. In Verbindung mit der direkten, gut rückmeldenden Lenkung fährt sich der Max ähnlich agil wie ein Kleinwagen. Auf schnell gefahrenen Autobahnetappen, kann diese direkte Lenkung für den einen oder anderen Fahrer allerdings schon wieder zu direkt sein...

Zum Thema Bremsen und Kurvenverhalten kann ich mich nicht wirklich äußern. Bisher brauchte ich noch keine Vollbremsung durchzuführen und auch die Notwendigkeit von Kurvenfahrten im Grenzbereich bot sich glücklicherweise bisher noch nicht. Hier kann ich nur sagen, dass sich die Bremsen gut dosieren lassen und sich das Fahrzeug in Kurven kaum zur Seite neigt...

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + sehr gutes Fahrwerk
  • + direkte Lenkung
  • + überraschend wendig
  • - Wendekreis

Komfort

4.0 von 5

Insgesamt ist das Fahrzeug recht komfortabel, der Stein der Weisen ist der Max aber nicht:

Die vorderen Sitze sind sehr bequem, nicht zu weich und nicht zu hart und bieten einen guten Seitenhalt. Leider lassen sich aber die Kopfstützen nicht in der Neigung verstellen. Das führt zu leichten Problemen bei der Findung der richtigen Sitzeinstellung.

Zu den Rücksitzen kann ich nichts sagen. Beschwert hat sich aber noch niemand, wirklich schlecht können sie also nicht sein.

Die Fahrgeräusche waren für mich mit ein Hauptgrund für den Kauf des C-Max. Der Wagen ist unglaublich leise! Außer von Wind- und Abrollgeräuschen ist eigentlich nichts zu hören. Naja, fast nichts. Es knistert und knackt mitunter in oder hinter den Verkleidungen. Ich bin eigentlich ein ruhiger und ausgeglichener Mensch, aber bei leisen Geräuschen deren Herkunft ich nicht deuten kann werde ich zum Hulk! Ach wäre der Motor doch ein paar dezibel lauter - dann würde ich das sicher gar nicht hören :-D

Die Bedienung des Wagens gestaltet sich nach kurzer Eingewöhnung intuitiv. Ich find's gut wenn jede Funktion einen einzelnen Knopf hat und ich mich nicht durch zig Untermenüs wählen muss um eine Funktion zu erreichen. Ich guck da derweil doch lieber auf die Straße.

Eine Funktion, welche die Bedienung weiter vereinfachen sollte ist die Sprachbedienung. Die Idee dahinter ist gut, die Umsetzung aber leider nicht. Beispiel: Ich kann dem Auto die gewünschte Temperatur mitteilen. Hierzu gibt es sicher einen Direktbefehl, den ich aber nicht kenne. Also Taste drücken, "Klimaanlage" sagen, "Temperatur" sagen, "21,5 Grad" sagen, 25° quittiert bekommen, von vorn beginnen. Man kann natürlich auch einfach das Drehrad für die Temperatur einen Klick nach rechts drehen. Ähnlich verhält es sich mit den meisten anderen Sprachbefehlen - es funktioniert zwar meistens, geht aber "händisch" deutlich schneller und komfortabler. Zur Info - mein MAX hat S&C nicht(!) Sync. Mag sein, dass es dort komfortabler geht.

Zur Heizung: Durch den elektrischen Zusatzheizer kommt nach spätestens zwei Minuten die erste warme Luft aus den Düsen, der Innenraum wird schnell angewärmt. Die "richtige Heizung" schaltet sich erst zu, wenn der Motor ein wenig Temperatur erreicht hat. Das dauert jetzt im Winter gern einmal 6-7 Kilometer, bei Geschwindigkeiten um die 100 km/h.

Bis der Motor Betriebstemperatur erreicht hat vergehen gern 20 km Landstraße oder Autobahn. Kommt man nun in einen Stau ist der Motor dafür aber auch ganz schnell wieder kalt, was sich auch entsprechend in der Heizleistung widerspiegelt. Dieses Verhalten kenne ich von keinem anderen bisher von mir gefahrenen Fahrzeug! Wenn der Motor dort einmal warm war, dann blieb er es auch bis zum Ende der Fahrt und lange darüber hinaus. Wenn der Motor doch so effizient ist, dass er kaum mehr Abwärme produziert, warum säuft er dann so viel mehr als ein alter Motor der auch eine Stunde nach abstellen noch auf Betriebstemperatur war? Oder anders gefragt: wie kann ein Motor effizient sein, wenn er ständig kalt gefahren wird???

Schließlich soll es ja auch Menschen geben, die nicht immer 300 Kilometer auf Arbeit fahren...

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + gute Federung, sportlich aber komfortabel
  • + bequeme Sitze
  • + sehr leise
  • - geringe Heizleistung des Motors
  • - Sprachsteuerung bei Sound & Connect unausgereift

Emotion

4.0 von 5

"Was dem einen sin Uhl, ist dem anderen sin Nachtigall"

Ich denke das hier hat nichts mit einem Test zu tun. Mir gefällt der MAX, sonst hätte ich ihn sicher nicht gekauft. Andere mögen seine Erscheinung nicht und kaufen sich daher ein anderes Fahrzeug. Fertsch!

 

Nur eines gefällt mir an der Optik nicht: die Rücklichter. Die wirken irgendwie altbacken und passen nicht so recht zum Rest des Fahrzeuges. Aber glücklicherweise sehe ich mein Auto ja nur selten von hinten :)

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + stimmiges Gesamtkonzept
  • - altbackene Rückleuchten

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Ich würde ein Auto grundsätzlich erst nach 5 Jahren und 150.000km empfehlen oder eben nicht empfehlen. Mängel und Schwachstellen und Probleme zeigen sich leider selten während der Garantiezeit...:p

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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