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BMW 5er G31 530d Test

24.01.2020 20:58    |   Bericht erstellt von XZ68

Testfahrzeug BMW 5er G31 530d
Leistung 265 PS / 195 Kw
Hubraum 2993
Aufbauart Kombi
Kilometerstand 3000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 12/2019
Nutzungssituation Dienstwagen
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von XZ68 4.0 von 5
weitere Tests zu BMW 5er G31 anzeigen Gesamtwertung BMW 5er G31 4.5 von 5
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Einleitung

Das Fahrzeug habe ich als Dienstwagen im Dezember übernommen und bewege ihn im Drittelmix "Stadt/Land/Autobahn" bei zügiger, aber gelassener Fahrweise.

Karosserie

4.0 von 5

Die Karosserie ist auf den ersten Blick wie eine Burg, da gibt es nichts auszusetzen. Im Detail fallen teilweise die 100 kg weniger Fahrzeuggewicht im Vergleich zum Vorgänger F11 auf. Es macht beim Bedienen häufiger eher "Knarz und Klapper" als "Wupp".

Die Gesamtoptik finde ich eher einfallslos. BMW war schon mal eleganter. Aber ich habe in ja trotzdem so ausgesucht.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Verarbeitung insgesamt
  • - Eine Tür hinten quietscht beim öffnen
  • - Klavierlackoptik ist extrem verschmutzungsanfällig.

Antrieb

4.5 von 5

Ein Bullenmotor, klingt im unteren Drehzahlbereich immer etwas nach Schiffsdiesel (positiv); ist aber auf langen und schnellen Strecken subjektiv deutlich präsenter und im Gesamtgeräuschempfinden unangenehmer, als der zuvor gefahrene 525d 4-Zylinder. Die Beifahrerproteste haben bei gleicher Fahrweise zugenommen ...

 

Die Lenkung ist etwas synthetisch, aber immer noch Spitzenniveau.

 

Das M-Fahrwerk ist zusammen mit der Hinterachslenkung nochmals deutlich agiler und gleichzeitig verschliffener abgestimmt, als in meinen zuvor gefahrenen F10/F11

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Sehr souveräner Antrieb
  • - Etwas laut und basslastig innen, F11 525d war innen angenehmer

Fahrdynamik

4.0 von 5

Fährt sich handlich wie früher ein Dreier BMW. Die Bremsen könnten fester und sensibler zupacken.

 

Bremse hinten quietscht.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Sehr handlich (mit Hinterachslenkung)
  • - Bremsenquietschen hinten

Komfort

4.0 von 5

Das iDrive ist auch in der neuen Fassung über jeden Zweifel erhaben. Die Komfortsitze bleiben das Beste, was man zum Sitzen kaufen kann.

 

Die Assistenzsysteme nerven überwiegend und sind ungenau, insbesondere das PDC-Kamerasystem ist völlig unbrauchbar. Urplötzliche Notbremsungen gepaart mit Manövrierunfähigkeit, weil nicht vorhandene Hindernisse "erkannt" werden, Dauerpiepen bei 40 cm Abstand zum seitlichen Hindernis. Einparken im Parkhaus ist ohne Dauerton nicht möglich.

 

Schon bei Auslieferung hat der Händler die Hälfte der Systeme deaktiviert bzw. die Empfindlichkeit herabgestuft, weil "es sonst in der Stadt immer Probleme macht" (Zitat).

 

Das neue ID7 Instrumentendisplay nervt mit unnötigen Lichteffekten und sinnlosen Dreifach-Informationen. Sieht so aus, als hätte ein 15-jähriger alles reingepackt, was die PlayStation so hergibt. Im "beruhigten Modus" hat man weniger Informationen, als vor 50 Jahren im VW Käfer. Aber ein dickes fettes D zeigt einem immer an, in welcher Fahrstufe man fährt. Das kann man sich fast noch so merken. Der Informationsgehalt und die abrufbaren Daten sind völlig identisch wie bei den früheren Analoginstrumenten mit Bordcomputer. Wo ist hier jetzt der Mehrwert des neuen Displays.

 

Mich nervt auch der in der Türverkleidung integrierte Flaschenhalter, der in den Fußraum rein ragt und immer irgendwie am linken Bein "schubbert". Hat im 5'er nichts zu suchen. Passt vielleicht eher zum 1'er oder 2'er Active Tourer.

 

Der Parkassistent braucht Parklücken für LKW's. In Wohnvierteln einer Großstadt völlig unbrauchbar.

 

Ich fand die Temperaturregelung der Mittenausströmer im Amarturenbrett über das Einstellrädchen immer ganz nett. Das geht jetzt auch nur umständlich über das iDrive. Bei den neueren BMW-Modellreihen ist es wieder da ...

 

Diese negativen Punkte überlagern leider im täglichen Fahrbetrieb den positiven Eindruck, den der gesamte Antriebsstrang und das Fahrwerk hinterlassen. Wenn das bis zum nächsten Leasingwechsel nicht besser wird, kaufe ich bei aller Begeisterung über die Fahrdynamik keinen BMW mehr.

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + M-Fahrwerk sehr gut abgestimmt (wie vor 10 Jahren bei BMW das Standardfahrwerk
  • + iDrive wie immer Klasse!
  • - Innen etwas lautes Motorengeräusch, F11 525d war angenehmer
  • - ID7 Instrumentendisplay ist ergonomischer Firlefanz
  • - Assistenzsysteme ungenau und fehleranfällig; nicht praxistauglich

Emotion

3.5 von 5

Wie zuvor schon geschrieben, ärgere ich mich über das Auto mehr, als dass ich mich freue. Jetzt gilt es die drei Jahre bis zum Ablauf des Leasingvertrags durchzuhalten.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Fahreindruck ist perfekt
  • - Assistenzsysteme nerven mit Ungenauigkeit und Fehlfunktionen

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Das Fahrzeug hat den perfekten Antrieb und ist mit 7l/100 km im gemäßigten Drittelmix unschlagbar effizient.

 

Motor, Fahrwerk und Getriebe haben echte Kilometerfresserqualitäten, insbesondere auf langen Strecken.

 

Bei den klassischen, fahrerorientierten BMW-Tugenden punktet dieser Wagen auf ganzer Länge!

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Gegenüber dem Vorgänger F11 fehlt dem G31 der unzerstörbare Qualitätseindruck und die "innere Ruhe und Gelassenheit". Die Assistenzsysteme sind hypernervös und ungenau. Das Anzeigen- und Bedienumfeld wirkt über-designt und verliert damit an Prägnanz und nervt eher, als dass es unterstützt. Da wollte man wohl alles besser machen und ist dabei deutlich über das Ziel hinaus geschossen.

 

Das Innenraumdesign mit extrem verschmutzungsempfindlicher Klavierlackoptik auf den teilweise wackeligen Bedienelementen wirkt wie bei einem Billig-Fernost-Kleinwagen.

 

Wer einen souveränen, unkomplizierten und über jeden Zweifel erhabenen "Autobahnelefanten" sucht, wird ihn mit dem G31 nicht finden. Behaltet dann besser euren F11!

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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