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BMW 5er E39 523i Touring Test

26.04.2018 22:21    |   Bericht erstellt von der.rubbel

Testfahrzeug BMW 5er E39 523i Touring
Leistung 170 PS / 125 Kw
Hubraum 2494
Aufbauart Kombi
Kilometerstand 300000 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 11/1999
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als 3 Jahre
Gesamtnote von der.rubbel 4.0 von 5
weitere Tests zu BMW 5er E39 anzeigen Gesamtwertung BMW 5er E39 4.0 von 5
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Einleitung

Daily Driver, wenn man so will unter härtesten Bedingungen. Keine Garage, bergische Gegend, Großstadt, Ampeln, jedes Jahr mehrfach in der prallen Sonne für mehrere Tage auf Festivals, teilweise laufender Motor da die Anlage als Beschallung diente.

 

Hälfte der Fahrten sehr kurze Strecke, ein Viertel Langstrecke. Gaspedal wird häufig ausgereizt. Mit 250000 gekauft, mit 300000 jetzt schrottreif, aber der BMW selbst kann nichts dafür, es ist unfallbedingt.

 

Selbst unter diesen Bedingungen ein strapazierfähiges Auto und keine Kostenfalle. Einzige Ausnahme: Fehlende Garage. Das tut dem Auto sehr weh, und: zu viel Sonne geht auf die Gummidichtungen der Frontscheibe.

 

Der Motor schnurrt noch immer wie ein Kätzchen, keine Anzeichen von gelbem Schleim, Ölverlust, etc. Spur passt, Verzögerung gut, Längs- und Querdynamik wie am ersten Tag, durch neues Fahrwerk eventuell besser. Beschleunigungswerte mit GPS gemessen und Höchstgeschwindigkeit ebenso, sind bis heute wie Werksangabe.

 

Er bekam vor zwei Jahren ein neues Fahrwerk, mit dem er deutlich stabiler durch die Kurven und auch entspannter jenseits der 200 km/h zu bewegen ist.

 

Wenn man ihn sehr gemütlich über die Bahn bewegt, also zwischen 90 und 120 km/h bewegt, schafft man Strecken von Köln/Düsseldorf nach Venlo, oder nach Berlin gut und gerne unter 7 Litern. Unter 8 mit Leichtigkeit. Laut Boardcomputer sind es nur 5,8 gewesen nach Holland, aber ich denke dass das nicht ganz hin hauen dürfte, habe ich aber nicht nachgemessen an der Tankstelle. Unter 7 aus Berlin nach Köln/Düsseldorf hab ich aber auch laut Tanke geschafft.

 

Die Karosserie nimmt es, sollte man einen Gebrauchten kaufen, nicht so gerne an Jahre ohne Garage auszukommen. Die letzten 5-10 Jahre musste er ohne auskommen, da auch mein Vorbesitzer keine Garage besaß, und in dieser Gegend regnet es. Oft. Und auch bei gestreuter Straße musste er her halten. Slaz ist bekanntlich sehr gut.

 

Die Heckklappe müsste komplett neu, die vier Türen müssten auf jeden Fall behandelt werden, da sie erste Anzeichen von Rost haben.

 

Das Gummi an der Frontscheibe wurde wenig gepflegt und hat die Witterungen auch nicht gut überstanden und müsste gewechselt werden.

 

Davon ab sind die Wagenheberaufnehmer auch eine bekannte Schwachstelle rostender BMW. Mein Wagenheber ist letztens im Seitenschweller versunken.

 

In meinem besonderen Falle hatte ich einmal Pech und ein Teil der Schiebedachmechanik (nicht der Motor) brach durch, so dass die Klappe nie ganz geschlossen war, bei Bodenwellen und hoher Geschwindigkeit ein Klappern und erhöhter Windzug zu vernehmen war und mein KfZ bei Regen feucht wurde. Hatte direkt einen Termin gemacht, und eine Plane über das Fahrzeug gelegt, so dass es wenigstens trocken blieb. Die Rep war aufwendig da der ganze Himmel runter musste und nicht ganz billig, seitdem einwandfrei. Leider musste die gesamte Mechanik ausgetauscht werden, da die Rep des Schiebedachs nicht sehr anwenderfreundlich ist. Das ist aber etwas was den wenigsten BMW passieren dürfte. Der Schrottplatz gibt da einige gute Teile her, ändert nichts am Repumfang. Am besten keine Vertragswerkstatt aufsuchen sondern eine günstige Werkstatt, da es kein komplizierter, aber ein aufwendiger Eingriff ist.

 

Meinem relativ sportlichen Fahrverhalten, bei dem man mit Verschleiß leben muss, geschuldet ist, dass die Hardyscheibe etwas Spiel hat. Das merkt man bei Lastwechseln an einem leichten Knirschen, ist aber zu verschemerzen und in der Rep auch nicht besonders teuer.

 

Die Bremsen verschleißen auch recht gesund, müssen in der Regel ja gut 2 Tonnen gebremst werden, sobald er betankt und mit 2 Personen besetzt ist.

 

Leider habe ich einen defekten Synchronring am Dritten Gang mitgekauft, der sich gelegentlich beim Runterschalten in den dritten Gang bemerkbar macht, mit ein paar Gasstößen oder Geduld kuppelt er aber weich wie Butter ein, also am Gang selbst liegt es nicht, die Zahnräder sind vermutlich für schlimmere Szenarien entwickelt als einen Vollast 2,5 Liter R6. Auch hier gilt aber natürlich bei einem gebrauchten mal vorsichtshalber das Öl zu wechseln, wenn der Vorbesitzer nicht nachweisen kann wann es das letzte mal gemacht wurde, selbst bei einem Handschalter. Ein neues Getriebe kostet mehr.

 

Jetzt bei 300000 ist meine Kupplung fällig, ist auch noch die erste. Wird aber aufgrund eines weiteren nicht verschuldeten Unfallschadens nicht mehr gemacht.

 

Bis hier hin haben wir aber ein KfZ was unter mir an sich leiden musste, aber immer fleißig geölt und gewartet wurde.

 

Wäre es ein Garagenfahrzeug und von Unfällen verschohnt kann ich nur sagen: Die e39, auch Vorfacelift, sind an sich absolut empfehlenswerte grundsolide Fahrzeuge. Das weiß insbesondere ich, weil ich Autos zwar warte und pflege, aber absolut ausreize, und er dem definitiv Stand hielt.

 

(Abgesehen von der sich quälenden Servo, aber die schreit schon seit vier Jahren, ich habe sie regelmäßig mit Öl befüllt, der Vorbesitzer hat sie vermutlich mal trocken laufen lassen, trotz dessen dass sie angeschlagen war hielt sie sich die fünf Jahre bei mir wacker und ohne Probleme)

 

Ach ja: Die Türklinke Fahrerseite ist mir abgebrochen. Die fällt in diesem Test defeinitiv durch. ;D

 

Ich würde also abschließend sagen dass man eigentlich nur auf ein Garagenfahrzeug hoffen und die Wartung checken sollte wenn man sich einen gebrauchten e39 holt, Baujahr 99 und 300000 km bei rasanter Fahrweise und guter Pflege haben dem 523i zumindest überhaupt nicht geschadet.

 

Problem das fast jeder BMW hat und ich auch hatte, neben dem Rost: Kalte Lötstelle am ABS Steuersystem. Kann man idR für kleines Geld einschicken und reparieren lassen.

 

Ansonsten in der Zeit angefallene Reparaturen:

-Bremsblöckeverschleiß

-Tonnenlager hinten (wenn in Kurven insbesondere das Heck zwischenzeitlich "fliegen" geht und sich wieder fängt, kann es neben Reifen udn Stoßdämpfern das Tonnenlager sein, war es bei mir, mit Sportfahrwerk verbesserte sich das Verhalten erneut maßgeblich für einen Kombi ohne Niveauregulierung)

-ABS Sensor hinten

-Irgend so 'n Igel für die Klimaanlage

-Zündspule (Motor unruhig)

-Krümmer geschweißt (Motor unruhig)

-Kühlschlauch aufgerieben durch Klimamotor, Kühlwasserverlust, neuer Schlauch

-Ein Radlager

-Stoßdämpfer waren laut TÜV (DEKRA) noch okay, wäre durchgekommen, habe ich vor 2 Jahren aber dennoch gewechselt, aufgrund meiner Fahrweise fühlte ich mich nicht gut aufgehoben

-Leder war verschlissen, scheinbar war der Wagen vorher auch viel Kurzstrecke gefahren, anders ist der enorme Verschleiß bei 270000 km wenig zu erklären. Habe die Sitze komplett ausgetaucht und damit ein Upgrade von manuell verstellabren Sitzen auf elektrisch verstellbare vollzogen.

 

Top Reisefahzeug mit ausgewoenem Komfot/Agilitätsverhalten, ausreichendem Kofferraum (bin bis dato den Mondeo gewöhnt gewesen und kenne einen Volvo vom Kollegen, die schlagen den e39 nunmal, aber im Gegensatz zu nem A4 ist er sehr geräumig, bei umgeklappter Rückbank konnte ich da hinten bequem pennen auf meinen Roadtrips und auf Festivals. Ist halt Familienkutsche, Pampersbomber und Sportwohnwagen in einem, je nach Fahrer)

Karosserie

4.0 von 5

Nach 19 Jahren und 300000 km als Daily Driver und bei allen Bedingungen ohnd Garage macht sich der Rost langsam an den Türen bemerkbar. Die Heckklappe ist schrottreif, ein Wagenheberaufnehmer hat sich kürzlich als durchgerostet erwiesen.

 

Davon ab tolle Karosserie. Ohne Wintereinflüsse (Streusalz) und mit Garage hätte der gut und gerne noch 15 Jahre halten können, Heckklappe ausgenommen.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Ohne Garage nach vielen Jahren doch Rostprobleme
  • - Super agil und geräumig, Heckantrieb und schöne Gewichtsverteilung die durch ein neues Fahrwerk noch heraus gekitzelt werden kann

Antrieb

4.0 von 5

Unter BMW Fahrern, und unter Leuten die viel Geld für eine stabile Motorisierung ausgeben mag der 523i unterste Toleranzgrenze sein, und die 170PS Ausbeute bei 2,5 Litern Hubraum ist auch auf den ersten Blick recht mager, ist aber der Motorpalette und der Preispolitik von BMW geschuldet, ist bei dem 528 i der Motorblock doch der selbe und dank andere Ansaugbrücke/Elektronik/etc 193 PS möglich, ohne das von "Tuning" die Rede sein kann.

 

Im Alltag aber lässt man dennoch die meisten stehen, und muss sich nicht mit jedem rum ärgern der einen beabsichtigt oder unbeabsichtigt ausbremst und kann entspannt seiner Wege fahren.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Bei sehr bedachtem Fahren unrealistisch spritsparend zu fahren, <8l/100km muss drin sein, für einen alten R6, bei viel bergischem Stadtverkehr ist man aber auch mal 13l/100km gewöhnt
  • - Es ist halt der 523i und damit der zweitkleinste Motor den der e39 hatte unter den Benzinern, zumindest Vorfacelift, der 520i danach hatte ebenso viel PS, fühlte sich bei einer Probefahrt aber schwächer an

Fahrdynamik

3.5 von 5

War anfangs ne Umstellung, da die Wendigkeit des Mondeos gefühlt etwas höher war, zumindest beim Rangieren, aber spätestens beim Fahren spielt der Wendekreis keine Rolle, und im Gegensatz zu manch FWD ist der BMW, abgesehen von seiner generell agileren Fahreigenschaften, als RWD natürlich viel geneigter nicht zu untersteuern.

 

Die Bremsen sind top, aber ich kann auch nicht sicher sagen welche ich verbaut habe. Wenn man mal sehr stark und gut beladen abbremsen muss stößt der Karren schon mal an seine Grenzen. Hatte in 5 Jahren zwei bitterböse Überraschungen auf der Bahn, beide bei voller Beladung, wo man schon gemerkt hat dass die Bremsen sehr heiß gelaufen waren.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Sehr ausgewogenes Fahrverhalten, sicher zu berechnen, und in Ausweichsituationen werden Impulse des Fahrers souverän auf den Asphalt gezaubert

Komfort

5.0 von 5

Ist durchaus leise, ist aber auch klar. Ist zwar heute ein altes Auto, der e39, aber damals ein sehr komfortables, und qualitativ hochwertig gebaut. Ein niegelnagelneuer 20000€ Wagen ist vom Material her bestimmt nicht besser gedämmt als ein e39, weswegen viele meiner Bekannte teurere Fzg haben, die weit schlechtere Lautstärkeeigenschaften bieten.

 

Auch die Heizung und Klimatisierung funktioniert bis heute top. Während andere ihre Frontscheibe wischen, ist es bei mir ein einfacher Tastendruck und nach wenigen Sekunden ist die Sicht frei, sollte sich doch mal etwas Feuchtigkeit über die Kleidung uins Fahrzeuginnere verloren haben

 

Wer als Vergleich eine e39 Limo kennt: Vorsicht, Der Touring neigt dazu lauter zu sein, da die Radkästen wie bei der Limo im Kofferraum liegen, der Kofferraum beim Touring aber gleichzeitig die Fahrerkabine ist.

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Die Komofortsitze lassen keine Wünsche übrige, die Massagefunktion habe ich nie angeschlossen/ausprobiert. Lordoseunterstützung ist nichts für

Emotion

4.5 von 5

Ein zeitloses Design, ein schöner, schlichter, sportlicher und rundum gelungener Wagen. Klar sieht ein e38 mehr nach Chef aus, aber ide Proportionen beim e39, gerade beim touring, suchen ihresgleichen.

 

Schöner gepflegter Lack, weiße Blinker sind auch sehr wichtig, und schon sieht der Wagen zeitlos schön aus.

 

Niemand glaubt einem wie alt so ein Auto ist, und in Ausstattung und Komfort den meisten neuen Wagen <20000€ weit voraus.

 

Mein Auto, in einer ganz besonderen Farbe vor allem, wurde überall als schön empfunde, unter Leuten die sportliche Fahrzeuge mögen, unter Leuten die schlichte und elegante Fahrzeuge mögen, und zumeißt überrascht war ich davon wie viele Menschen die sich gar nicht für Fahrzeuge interessieren mich darauf ansprachen, als hätte ich ein Bild spazieren getragen. Aber das wird auch viel der Farbe geschuldet gewesen sein. Wer auch immer der Erstbesitzer war: Gute Wahl, mein Freund.

 

Eein schlichter Scarab Green Metallic Lack der ein wenig Perleffekt hatte und zwischen Silberfragmenten und schwarzem Grundlack einen Wechsel aus Grün- und Lilatönen zu bieten hatte, war schlicht wie schön zu gleich, und die beigen/weißen Nappasitze untermalten dies hervorragend.

 

Da ich kein Fan von Holzdekor bin kam mir mein schwarzer Pianolack an den Innenzierleisten sehr entgegen.

 

 

 

Ein kleines Naviradio nachgebaut und man hat als was man brauch.

 

Top, einfach klasse, bestes Auto dass ich je hatte, und bei meiner jetzigen KfZ Suche ist mein Maßstab jetzt so hoch, dass ich einfach nicht glücklich werde.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Sportlich, schlicht, vorallem für diese Größe und Geräumigkeit

Unterhaltskosten

Außerplanmäßige Reparaturkosten Sonstiges - Insgesamt (2000 €)

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Derzeit auf dem Gebrauchtwagenmarkt ein unschlagbares KfZ.

 

 

Pflegt das Auto, fahrt den Motor ordentlich warm (nicht nur die Wasseranzeige) und wechselt auch beim Handschalter mal das Getriebeöl, das Servoöl, etc. Dann verzeiht euch das KfZ auch den ein oder anderen "Missbrauch"

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Achtet wie bei jedem KfZ auf hinreichende Wartung.

 

Es sollte ein Garagenfahrzeug sein. Rost!

 

Lasst euch von rostenden Heckklappen nicht beeindrucken, das ist normal, wird aber wenn es bereits angefangen hat innen zu rosten in 2-3 Jahren auch von außen sichtbar sein, und dann ist eine neue Heckklappe fällig.

 

ABS Steuersysteme neigen dazu mit der Zeit zu sterben, es handelt sich meist um kalte Lötstellen die man durch Einschicken zu Bosch oder ählnichen Konsorten relativ kostengünstig repariert bekommt, ein paar hunderter fallen dennoch an.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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