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BMW 3er F34 320d Test

04.01.2014 00:36    |   Bericht erstellt von Pieeet

Testfahrzeug BMW 3er F34 GT 320d
Leistung 184 PS / 135 Kw
Hubraum 1995
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 14500 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 10/2013
Nutzungssituation Mietwagen/Leihfahrzeug
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von Pieeet 3.5 von 5
weitere Tests zu BMW 3er F34 GT anzeigen Gesamtwertung BMW 3er F34 GT 4.5 von 5
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Einleitung

Und täglich grüßt der Weihnachtsschlitten.

 

Driving home for Christms - Irgendwie muss man zum Frohen Feste ja nach Hause kommen. Die Bahn ist chronisch unpünktlich und die Tickets saugen das Geld aus der Tasche wie Servietten die Bratensauce. Fernbusse sind der neueste Schrei und Tickets nicht mehr zu bekommen. Die Flugangst verhindert das Abheben an einem der überfüllten Airports im Lande. Unflexbibel vor Ort sind alle diese Reisevarianten. So bleibt das Auto alternativlos. Das Mietwagenroulette beschert am Counter von Sixt einen schneeweißen BMW 320d Gran Tourismo als selbst gemachtes Weihnachtsgeschenk. Er wird in den nächsten 15 Tagen für gut 3000 Kilometer mein Begleiter sein.

Galerie

Karosserie

3.0 von 5

Die Lust am Lastern

 

BMWs Konzept, die einfache Limousine durch mehr Radstand und ein hohes Dach zum Raumgleiter umzugestalten, funktioniert schon beim 5er GT recht ordentlich. Bei der Gestaltung der Karosserie scheiden sich die Geister. Die einen sehen in ihm ein aufgeblasenes Stück Blech ohne Charakter mit Schweinenase. Die andere Seite freut sich an der polarisierenden Masse, mit der das Fahrzeug als Statement auf der Straße steht. Fakt ist: In der Welt von glattgebügelten Allerwelts-Autos sticht ein GT von BMW heraus. Dieses Rezept nehmen die Bayern beim F34 als Basis, runden es geschmackvoll ab und würzen die Schwachstellen des großen Bruders stilvoll nach. Den gestreckten Radstand der in China angebotenen 3er Langversion bekommen die Fondpassagiere zu spüren. Hier können sie die müden Beine locker übereinander schlagen ohne an die Vordersitze zu stoßen. Selbst im Fünfer gibt es nicht so viel Beinfreiheit in der zweiten Reihe. Alle Passagiere reisen auf bequemen und straff gepolsterten Sitzgelegenheiten. Dank der Sportsitze in der ersten Reihe steigt man auch nach 600 Kilometern lächelnd aus.

 

Nachholbedarf besteht in der Materialanmutung und Verarbeitung. Für den gehobenen Anspruch eines Gran Tourismo sind die stellenweise harten Plastikverschalungen und knarzenden Zierleisten eine Zumutung. Sicher hat dieses Exemlar als Mietwagen einen härteren Alltag als ein Privatauto. Dennoch kann der Käufer bei einem Bruttolistenpreis von knapp 60.000 Euro Premiumqualität nicht nur erwarten sondern auch fordern. Bei einer beherzten Landstraßen-Partie auf einer bekannten Hausstrecke sind deutliche Karosserie-Bewegungen zu merken, was der Fahrstabilität aber keinen allzu heftigen Einbruch bringt. Der Unterschied zum F30 oder F31 (Limousine und Touring) ist aber im direkten Vergleich erfahrbar und zeigt die Schwächen im teils nachlässig ausgekleideten Innenraum gnadenlos auf. Die Hutablage klappert bei Kopfsteinpflaster-Straßen in ihrer Fassung. Selbst ist der Mann: Polsterschichten aus Pappe schaffen Abhilfe, lassen aber die dumpfen Poltergeräusche an beiden A-Säulen in den Vordergrund treten. Bei höherem Tempo auf der Autobahn singen Windgeräusche ihre Lieder durch die Gummidichtungen der rahmenlosen Seitenscheiben.

 

Insgesamt wirkt der F34 stämmig und sehr präsent in seiner Erscheinung. Speziell in der Sportline-Ausführung kommen die hochglänzenden schwarzen Akzente am weißen Lack besonders gut zur Geltung. In der Verarbeitung muss BMW aber noch an der Feinjustierung schrauben. Mit einem Facelift sollten dann alle Detailschwächen auszumerzen sein. Das Konzept hat nach wie vor auch im Dreier viel Potential.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Platzangebot mehr als üppig auf allen Plätzen
  • + Beinfreiheit=Firstclass zum Übereinanderschlagen
  • + Clevere Variabilität des Kofferraums
  • + Doppelter Ladeboden mit 2 großen Fächern
  • + Langer und ebener Ladeboden bei umgelegter Rückbank (2,10 m lang)
  • - Unübersichtlich nach vorne und hinten
  • - Rückfahrkamera fast ein Muss, Einparkhilfe sowieso
  • - seltsam hohe Sitzposition
  • - Breite A- und C-Säulen schränken Rundumsicht ein

Antrieb

3.5 von 5

Knattern um zu Knausern

 

Der 20d ist die Allzweckwaffe von BMW. Über viele Baureihen hinweg sorgt der einfach aufgeladene Turbodiesel mit seinen 4 Zylindern für ein günstiges Verhältnis aus Freude am Fahren und Kraftstoffknausern. Vom kleinen 1er bis hoch zum 5er und X3 drückt er ordentlich Drehmoment auf die Antriebswelle und den Flottenverbrauch nach unten. Er liefert willig seine 184 PS und lässt die Räder auf Wunsch mit Nachdruck galoppieren. Noch viel eindrucksvoller ist sein Drehmoment von 380 NM, das schon früh bei 1750 Umdrehungen/Minuten voll anliegt. Die 8-Gang-Automatik weiß diese Kraft fast immer treffend zu sortieren. Mit dem Gasfuß kann der Fahrer wunderbar "schalten". Je weiter das Pedal zum Teppich gedrückt wird, desto mehr Gänge schaltet die Automatik zurück. Nimmt die Last wieder ab, ist sofort die nächste Fahrstufe parat und das Surfen auf der Drehmomentwelle geht weiter.

 

Wo Licht ist, fällt auch Schatten. Der 20d verhält sich ein bisschen wie der Musterschüler früher in der Schule. Jeder stellt sich gut mit ihm und will seine Hausaufgaben abschreiben. Seine Weste ist weiß und politisch immer korrekt. Er trinkt auf Partys fast nichts und brüllt trotzdem am lautesten in einer peinlich schnatternden Stimme. Soll heißen: Der Dieselverbrauch des 20d hält sich mit seinen Trinksitten vornehm zurück und brilliert trotz des etwas klein geratenen 57-Liter Tanks mit Reichweiten um 900 Kilometer. Das erlaubt entspanntes Reisen ohne ständig nach Kraftstoff Ausschau halten zu müssen.

 

Echter Reisegenuss will aber trotz der augenscheinlich hervorragenden Eigenschaften nur optisch aufkommen. Automobile Genussmenschen müssen ihre Lauscher mit lauter Musik oder Ohrenschützern vorm Tickern und Dröhnen der Maschine ablenken. Anders als im 5er ist der Dieselmotor im Innenraum des 3er GT akustisch präsent bis er oberhalb von ca. 160 Stundenkilometern von Windgeräuschen übertönt wird. Feingeister spüren unter Last auch noch dezente Vibrationen im Lenkrad und Gaspedal. Sind einem Geräuschentwicklung und pure Drehfreude eher zweitrangig, kann ein gleitender Fahrstil aber für Entspannung am Volant sorgen.

 

In Limousine und Touring ist der 20d als Arbeitstier deutlich besser aufgehoben. Hier passt das etwas harte Verbrennungsgeräusch zum Vertreter-Alltag. In einem Lustobjekt wie dem 3er GT sollte ein sehniger Sechszylinder seine Arbeit verrichten dürfen. Ein 30d wäre meine Idealbesetzung als Symbiose aus Reichweite, Drehmoment-Souveränität und sattem Punch aus allen Lagen. Der neue Dreizylinder kann aber auch als effiziente und klanglich interessante Kraftquelle zur Modellpflege herhalten. Mal sehen, was BMW hier noch aus dem Hut zaubern wird.

Galerie
Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Leistung ausreichend im Alltag
  • + Großer Aktionsradius
  • + Tolles Getriebe mit weiter Spreizung und optimalen Schaltzeiten
  • + Lässiges Gleiten auf der Drehmomentwelle
  • + Absolut umweltverträglicher Verbrauch
  • - Klang und Laufruhe lassen zu Wünschen übrig
  • - Dieselverbrennung jederzeit präsent
  • - Motor-Vibrationen im Gaspedal und Lenkrad unter Last dezent spürbar
  • - zähes Drehverhalten

Fahrdynamik

3.5 von 5

Gleiten, Schaukeln und Kurven schneiden

 

Die Abstimmung und das Zusammenwirken der Komponenten im Dreier GT hinterlässt einen ebenso zwie gespaltenen Eindruck wie der Motor, der seinen Teil dazu beiträgt. Am Kotflügel steht "Sportline". Mit aggressivem Design und dem ausfahrbaren Heckspoiler markiert der Gran Tourismo im Sportlerdress sein Revier auf der Straße. Und doch fährt er sich völlig anders, als er aussieht. Eine Mogelpackung ist er dennoch nicht. Doch der Reihe nach.

 

Per serienmäßigen Fahrerlebnisschalter lässt sich die Charakteristik des Autos von jetzt auf gleich anpassen. Gestartet wird immer im Comfort-Modus. Hier sind Lenkung und Gaspedal daruf ausgelegt, den GT und seine Insassen entspannt ans Ziel zu bringen. Beim Klick Richtung Eco-Pro wird die Gaspedal-Kennlinie entschärft und die Segelfunktion aktiviert. So zeigt der Fahrassistent vor Kurven oder Abfahrten an, wann der Fahrer vom Gas gehen kann, um kraftstoffsparend vom Antriebsstrang entkoppelt dahin zu gleiten. Hält man sich komplett an die Vorschläge des Assistenten, steht ein sensationeller Verbrauch als Belohnung mit erhöhter Reichweite - allerdings braucht man ein dickes Fell. Die anderen Verkehrsteilnehmer reagieren auf das vermeintliche Verkehrshindernis teils sehr gereizt. An Mittelfingergesten und wildes Hupen muss man sich gewöhnen. Im Sport- oder Sport+ Modus sind diese Sorgen passé. Hier werden Gasannahme und Lenkung nachgeschärft. Beim optionalen Adaptiv-Fahrwerk versteifen sich zusätzlich die Dämpfer. Der Dreier sollte dann wie die sprichwörtliche Sau um die Ecke gehen. Im Testwagen war allerdings keine Verstellung der Dämpfer zu merken.

 

Zum 320d GT passt eine gemäßigte und entspannte Fahrweise im Comfort-Modus am besten. Die sehr weichen Dämpfer bügeln recht souverän über faltige Straßen. Gelegentlich poltern Gullideckel und Querfugen auf Autobahnen durch den Innenraum. Dennoch liegt der Bayer wunderbar ruhig und einfach zu beherrschen auf der Straße. Die Lenkung ist typisch 3er direkt und mitteilsam. Lässt man es jedoch mal fliegen, zeigen die montierten Winterräder frühzeitig eine fahrsichere Neigung zum Untersteuern. Die bleibt aber immer kalkulierbar. Ein sportliches Eindrehen mittels Leistungseinsatz per Gaspedal funktioniert aber nur bedingt und nicht immer zuverlässig. Vielleicht verschwindet diese Tendenz mit Sommerreifen und M-Fahrwerk oder den Adaptiv-Dämpfern. Für die hier gefahrene Sportline ist das Serien-Fahrwerk aber zu weich, ein Kreuz in der Optionsliste also empfehlenswert. Bei hohen Autobahntempi schaukelt sich der leicht werdende Vorderwagen seltsam auf. Dieses Verhalten ist reproduzierbar und ich unterlasse deshalb allzu schnelle Etappen auf geflickten Asphaltbahnen.

 

Nimmt man den GT beim Namen, nämlich als Wagen für die große Reise, passt er wie Ar*** auf Eimer. Die Lenkung ist feinfühlig und das komfortable Fahrwerk unterstützt optimal Reisegeschwindigkeiten bis ca. 170 Stundenkilometer. Darüber beginnt der Vorderwagen leicht zu schwimmen. Wenn man es mal krachen lassen möchte, braucht der GT die richtigen Reifen und ein Kreuz beim M-Paket oder den Adaptiv-Dämpfern.

Galerie
Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Entspannter Gleiter
  • + gut dosierbare Bremsen ohne erkennbares Fading
  • + hoher Federungskomfort
  • + Intuitive Lenkung und schnelle Umsetzung von Richtungsänderungen
  • + Genug Leistungsreserven für den Alltag
  • - etwas zu weiches Fahrwerk für Sportline
  • - langgezogene Bodenwellen lassen Vorderwagen aufschaukeln

Komfort

4.0 von 5

Komfort ohne Höflichkeitsfloskeln

 

Manchmal hilft ein Schritt vor, wenn man zwei zu weit nach hinten gegangen ist.

 

Diesen Leitsatz sollte BMW bei der künftigen Überarbeitung des 3er GT berücksichtigen. Das Fahrwerk wirkt für die Stadt gerade passend. In drückenden Verkehrssituationen und hitzigen Stau-Schlachten zur Rushhour gleitet man regelrecht über alle Hindernisse hinweg und dirigiert mit einem Finger am iDrive die Richtung im Navigationssystem Professional. Der ohnehin schon perfekte Dreh-Drück-Teller ist im großen Navi um eine Touchfläche ergänzt worden. Die Schrifterkennung funktioniert meistens zuverlässig und lernt die jeweilige Handschrift ziemlich schnell. Kurioserweise bin ich aber nach einer gewissen Testphase zurück zur Sprachsteuerung gewechselt, die nach wie vor fantastisch arbeitet und mit einer angenehmen Stimme antwortet. So kann man sich viel besser auf's Fahren konzentrieren.

 

Die feinfühlige Lenkung schafft genau den Mittelweg aus Leichtgängigkeit und Rückmeldung. Der Fahrer genießt das Gefühl der völligen Beherrschbarkeit des Autos. Wenn es allerdings zur schnellen Landstraßen-Hatz oder auf zügige Autobahnetappen weit jenseits der Richtgeschwindigkeit geht, fallen ein paar Unzulänglichkeiten auf. Das Fahrwerk wirkt bei härterer Gangart etwas überfordert und zuweilen schwammig. Bei langgezogenen Wellen im Straßenbelag giert der 3er in der Längsachse und kann erst durch Tempowegnahme beruhigt werden. Zwar sind diese Schaukelbewegungen weit weg von einer Gefährdung der Verkehrssicherheit aber für schnelles Reisen sind die Dämpfer eben nicht verbindlich genug. Beim F30/F31 sind diese Tendenzen nicht vorhanden ohne dass dort erhebliche Komforteinbußen gegenüber dem F34 zu spüren gewesen wären. Die Marschregel für die Autobahn lautet also: Gasfuß zügeln und immer schön entspannt gleiten. Dann wird der Komfort im Gran Tourismo spürbar besser während die Windgeräusche wieder mehr in den Hintergrund treten.

 

Zum Wohlfühlambiente tragen auch die straff gepolsterten aber sehr bequemen Sportsitze bei. Durch die Wangenverstellung, die ausziehbare Schenkelauflage und Neigungsjustierung sollte sich eine Sitzposition für alle Vorlieben und Statuten finden lassen. Fahrgäste, die auf der Rückbank mitgenommen werden, können über zu wenig Platz beim besten Willen nicht klagen. Ganz im Gegenteil. Selbst in (Fond-)Platzhirschen wie dem Skoda Superb oder der Mercedes E-Klasse hat's nicht mehr Beinfreiheit. Lediglich die Ausformung der Rückbank im 3er GT könnte etwas stärker ausfallen und damit mehr Seitenhalt bieten.

Galerie
Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Tolles Reiseauto mit hohem Komfortreserven
  • + Federung beinahe auf 5er-Niveau
  • + Sportsitze mit gutem Seitenhalt und sicherer Rückenunterstützung
  • + Sitzposition passend
  • + 3er-typisch gute Integration des Fahrers im Cockpit
  • + Ausgereiftes und intuitives i-Drive Bedienkonzept
  • - Etwas zu straffe Polsterung der Rücksitzbank
  • - Mehr Ausformung der Rücksitze wünschenswert
  • - Laute Windgeräusche bei hohem Tempo i.V. zum F30/F31
  • - Präsenter Motor

Emotion

4.0 von 5

Formensprache hoch Drei

 

Nach langen Absätzen können wir es hier kurz machen: Mir gefällt der 3er GT. Seine Formensprache spricht mich an. Er holt das graue Straßenbild aus seiner Langweile und teilt seine Betrachter in zwei Lager. Die einen hassen ihn und die anderen trauen ihren Augen kaum. Er hat Schwächen, die BMW aber ganz locker mit einer Modellpflege ausmerzen kann. Baut mir einen ordentlichen Motor in den Bug und stellt ihn auf adaptive Federbeine - schon steht dort ein faszinierender Begleiter für den Alltag. Bekomme ich ihn einmal wieder als Mietwagen vorgesetzt, sage ich bestimmt nicht nein.

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Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Optisch ein polarisierender Hingucker
  • + Schöne Details (Scheinwerfer, Rückleuchten, Air-Breather)
  • + Ausfahrbarer Heckspoiler sorgt für Lebendigkeit
  • + Spannende Wechsel von konkaven und konvexen Karosserieflächen
  • + Ökologisches Fahren wird mit EcoPro erlebbar
  • - Weckt zum Teil Aggressionen bei anderen Verkehrsteilnehmern trotz entspannter Fahrweise
  • - Haptik des Cockpits bleibt hinterm Anspruch zurück

Gesamtfazit zum Test

  • + Trotz Fehler ein Auto mit Charakter
  • + Sieht hinreißend aus und polarisiert
  • + Fährt gediegen und komfortabel
  • + Grandiose 8-Stufen-Automatik von ZF
  • + Als 20d sparsam und ausreichend kräftig
  • + Sehr viel Platz und Beinfreiheit
  • - stets präsenter Motor (20d)
  • - Windgeräusche bei hohem Tempo
  • - Fällt auf - manchem eine Schippe zu viel
  • - kein Sportler, kein typischer Dreier
  • - Unübersichtliche Karosserie, Parksensoren sind Pflicht
  • - Lange Optionsliste mit notwendigen und überflüssigen Extras
Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

KOMFORT und EMOTIONEN groß geschrieben

 

Als BMW in der 5er Baureihe das Fließheck neu erfand und den viel eleganteren Namen Gran Tourismo aus der Taufe hob, waren die Unkenrufe unüberhörbar. Sie sind bis heute nicht verstummt und genau das macht den Erfolg aus. Das Auto ist kontrovers, weil es bei den einen Begehrlichkeiten weckt und von anderen als Blech gewordene Hässlichkeit angesehen wird. So auch beim 3er GT. Der Wagen für die große Reise punktet mit Platz auf allen Sitzen, viel Kofferraum, Liebe zu manchem Detail und vor allem einer individuellen Form. Puristen würden ihn nie als 3er bezeichnen. Und damit haben sie nicht ganz Unrecht. Er fährt beinahe schon wie ein (Basis-)5er.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Auf leisen Sohlen geht nicht

 

Der BMW 3er GT fällt auf. Besonders in der hier gefahrenen Variante wird der Fahrer schnell zur Zielscheibe der allgemeinen Autobevölkerung. Wer damit nicht umgehen kann, nimmt besser eine schwarze Limousine, die zudem noch ein waschechter Dreier bleibt. In der GT-Variante nähert sich der 3er dem 5er und steigt in vielen Punkten um zwei Klassen auf. Genau deshalb besteht im Detail aber auch Nachholbedarf seitens BMW. Denn Qualität auf Mittelklasse-Niveau reicht nicht mehr für ein Auto mit Oberklasse-Auftreten.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 5

12.01.2014 15:19    |    vulkan1990

sehr ausführlicher und interessanter Bericht. Deine Bilder sind wirklich Klasse!


20.01.2014 15:36    |    Pieeet

Danke! Freut mich, wenn's gefällt.


28.09.2014 13:09    |    newsman

Super Bericht, hast Dir echt viel Mühe gemacht. Die Textqualität spricht für sich. Darf ich raten? Ein Journalistenkollege?

 

was den GT anbetrifft: Entspanntes Reisen ist genau mein Fall. Werde mir das gute Stück auf jeden Fall näher ansehen, auch wenn ich über die Ästhetik sehr zu meckern habe. Einen A5 sollte man besser nicht daneben stellen.


02.10.2014 16:13    |    Pieeet

Sagen wir mal Auto-Enthusiast. Kein Jourlnalisten-Kollege. Aber freut mich wirklich, wenn der Stil gut ankommt. Eine Weile mache ich das jetzt auch schon nebenher.


06.01.2015 19:53    |    TePee

Kann mich nur anschließen, ein wirklich informativer und gut geschriebener Test! Nach einer eigenen Probefahrt kann ich alle Punkte absolut nachvollziehen. Das Schlimmste sind die Motorgeräusche, aber das ist momentan bei allen N47-Dieselmotoren eine peinliche Schwachstelle (im besser gedämmten 5er nicht so sehr). Hoffentlich wird das mit dem neuen B47-Diesel auch im 3er abgestellt.

Ich mag den 3er GT, auch (oder gerade) die etwas höhere Sitzposition. Eine gute Mischung aus Komfort, Nutzwert, Rest-Sportlichkeit, Rarität und mit dem Panoramadach eine tolle Innen-Atmosphäre. Aus manchen Blickwinkeln wirkt er zwar etwas plump, aber mit einer guten Farbwahl, M-Paket und zur Fülle des GT passenden Felgen kann man gut Abhilfe schaffen :)


04.07.2017 17:45    |    Audilenzio

Wirklich sehr guter Bericht wie ich finde. Lässt sich sehr gut lesen und gefällt mir auch gut.

Ich habe den Artikel gerade rein zufällig gefunden, weil ich mich über genau das FFW entfernt, welches sich ein Kollege gekauft hat, etwas näher informieren wollte. Der F34 320d ist wirklich ein Schmuckstück - und das sage ich als Audi-Fan ;)

 

Danke nochmal und ich freue mich auf weitere Tests!


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