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BMW 3er F30 340i Test

23.08.2017 21:30    |   Bericht erstellt von BMWRider

Testfahrzeug BMW 3er F30 340i
Leistung 326 PS / 240 Kw
Hubraum 2998
Aufbauart Limousine
Kilometerstand 1600 km
Getriebeart Automatikschaltung
Nutzungssituation Probefahrt
Testdauer ein Wochenende
Gesamtnote von BMWRider 4.0 von 5
weitere Tests zu BMW 3er F30 anzeigen Gesamtwertung BMW 3er F30 4.0 von 5
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Einleitung

Ich hatte die Gelegenheit, dieses Fahrzeug bei den Testdays von MotorTalk und mobile.de zu fahren.

Karosserie

4.0 von 5

Von außen betrachtet: Viel Chrom, eher unüblich für ein heutiges Fahrzeug, speziell einen BMW. In meinen Augen eher altbacken bis konservativ. Aber das ist Geschmackssache und per Konfiguration lässt sich auch ein ganz anderes Bild zeichnen.

 

Die inneren Werte:

Ein großzügiges Platzangebot war in der Vergangenheit nicht unbedingt ein Punkt, der BMW-Limousinen im Vergleich zur Konkurrenz auszeichnete. Auch das aktuelle Modell mit der internen Bezeichnung F30 ist kein Raumwunder, allerdings können 4 Erwachsene auch längere Strecken bewältigen, ohne dass die Hinterbänkler übermäßige Zugeständnisse an die Bein- und Kopffreiheit machen müssen. Ich war sogar überrascht, wie viel Platz da mittlerweile herrscht.

 

Die verbauten elektrischen Sportsitze sind bis hin zur Lehnenbreite vielfältig und stufenlos einstellbar, so dass jeder eine für sich passende Sitzposition finden sollte. Auch wenn man sein Fahrzeug eher komfortabel konfiguriert, sind die Sportsitze aus meiner Sicht ein Muss. Bei verbauter Lederausstattung wäre eine Sitzbelüftung wünschenswert.

 

Der Kofferraum ist klassenüblich groß, prinzipbedingt ist er aber weniger gut zu beladen und weniger variabel als bei einem Kombi.

Die Übersicht ist für heutige Fahrzeuge gut, man kann das vordere Ende recht gut erkennen/erahnen, auch die Sicht nach hinten liefert keinen Grund zur Beanstandung. Die verbauten Parksensoren helfen, wenn es einmal enger wird, auf dem Bildschirm wird zudem dargestellt, an welcher Stelle wieviel Platz um das Auto ist. BirdView etc ist aus meiner Sicht verzichtbar.

Die Verarbeitungsqualität ist ebenfalls gut, die direkte Konkurrenz - und hierbei insbesondere Mercedes - steckt die Fahrzeuge aber etwas liebevoller zusammen.

Galerie
Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Platzangebot auch für 4 Erwachsene ausreichend
  • - Verarbeitung bietet Raum für Optimierungen

Antrieb

4.5 von 5

Der 340i ist abgesehen vom M3 das einzige Modell der 3er-Baureihe, welches über das Triebwerk verfügt, das die Marke BMW für viele Fans auszeichnet: Einen Sechszylinder-Reihenmotor.

Im konkreten Fall hat dieser drei Liter Hubraum und wird durch einen Turbolader zwangsbeatmet.

Aufgrund des Hubraums und der relativ sanften Aufladung fällt das Turboloch kaum wahrnehmbar aus; bei höheren Drehzahlen gleicht das Ansprechverhalten dem eines Saugmotors.

Apropos Drehzahlen: Der Motor mit der internen Bezeichnung B58 scheut diese nicht, sondern dreht freudig bis an die 7.000 Touren, ohne dass die Leistung im oberen Bereich nachlässt. Dementsprechend gut sind auch die Fahrleistungen, die für alles Alltägliche sehr souverän sind und auch auf der schnellen Runde auf der Rennstrecke die Mundwinkel nach oben ziehen.

Dazu trägt auch der Klang bei, der beim Motorstart und höheren Drehzahlen durchaus präsent, aber nie unangenehm ist. Im Gegenteil, er verleitet dazu, den Drehzahlmesser über den Zenit der Skala zu treiben, um dem Aggregat bei der Arbeit zuhören zu können. Bei niedrigeren Touren hält sich die Abgasanlage dezent im Hintergrund.

 

Die Automatik sortiert ihre 8 Zahnräder für den Vortrieb schnell, ruckfrei und so sicher, dass jederzeit der passende Gang anliegt. Insbesondere das Herunterschalten bei Kickdown verdient ein Extralob.

 

Der Verbrauch hält sich für das Gebotene absolut im Rahmen. Bei ruhiger Gangart auf der Landstraße ist eine 7 vorm Komma kein Akt der Selbstgeißelung, bei der Autobahnhatz darf es dann natürlich etwas mehr sein. Hier dürfte der Tank dann etwas größer sein, um die Reichweite nicht allzusehr zu beschneiden.

Galerie
Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Starker, drehfreudiger Motor
  • + Klang
  • - Tank könnte größer sein

Fahrdynamik

4.5 von 5

Auch beim Fahrverhalten wird der 340i dem dynamischen Anspruch der Marke gerecht. Das verbaute adaptive Fahrwerk ist grundsätzlich straff ausgelegt. Im Sport- Modus wird dann noch einmal nachgestrafft und die Wankbewegungen reduziert. Für meinem Geschmack könnte die Spreizung zwischen Comfort und Sport etwas größer sein, wobei ich insbesondere auf sehr schlechtem Geläuf oder auf Autobahnabschnitten mit kurz hintereinander folgenden Querfugen schon sehr froh um den Comfort-Modus war.

 

Die variable Sportlenkung strafft sich analog zum Fahrwerk ebenfalls im Sport-Modus. In allen Modi ist die Lenkung sehr direkt und entsprechende Bewegungen werden vom Fahrzeug zeitnah und willig umgesetzt. Der notwendige Lenkwinkel für Kurskorrekturen sowie die Bedienkräfte ändern sich abhängig von der gefahrenen Geschwindigkeit, sind manche einem aber vielleicht grundsätzlich etwas zu hoch.

Aus meiner Sicht passen sie gut und harmonieren mit der grundsätzlichen Auslegung des Fahrzeuges.

 

Die Bremse ist gut dosierbar. Hinsichtlich des Verhaltens bei hoher Belastung kann ich nichts sagen; im Zweifel empfehle ich, die optionale Sportbremse zu ordern.

Galerie
Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Für Größe und Gewicht agiles Fahrverhalten
  • - Lenkung im Sportmodus für Manchen vielleicht zu schwergängig

Komfort

4.5 von 5

Zu Fahrwerk, Sitzen und Klang habe ich meine Sicht der Dinge ja bereits dargestellt.

 

Da ich selbst seit Jahren BMW fahre und das Infotainment-System des 340i identisch zu dem in meinem Privatfahrzeug ist, war die Eingewöhnungsphase gleich Null.

Die Klimatisierung wird - zum Glück - komplett und übersichtlich an der Mittelkonsole bedient; auch für alle anderen grundsätzlichem Funktionen finden sich sinnvoll angeordnete Schalter.

Die Bedienung des iDrive erfolgt entweder über Spracheingabe oder über den gut erreichbaren Dreh-Drück-Controller mit zusätzlichem Touchpad auf der Oberseite. Für die grundsätzlichen Menüpunkte gibt es zudem "Schnellwahltasten". Die Spracheingabe erkennt frei gesprochene Eingaben (z.B. "navigiere mich in die X-Straße Nummer Y in Z-Stadt", "Spiele Radiosender XY", "zeige mir den Reifendruck an") schnell und zuverlässig, das frühere Auswendiglernen starrer Befehle entfällt.

 

Der Bildschirm ist hochauflösend und groß genug, um sich 2 Infos parallel anzeigen zu lassen. Die neue Instrumentenkombination ändert ihre Optik je nach gewähltem Fahrmodus. Kann man mögen, mir reicht ein "normaler" Tacho voll umd ganz.

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + IDrive perfekt zu bedienen
  • - Federung für sanfte Gemüter evtl etwas straff

Emotion

3.5 von 5

Ein BMW 340i weckt bei mir durchaus Emotionen, allein auf Grund seines grandiosen Motors und des dynamischen Handlings, ohne dabei an Reisequalität einzubüßen.

 

 

Die Farbkombination des Testwagens ist mir zu altbacken und das Aufrüsten der Luxury-Line mit sportlicher Ausstattung für micht teils widersprüchlich.

Andererseits entspricht das Auto nicht dem tiefer-breiter-härter-Image, das BMW teils anhängt. Modellschriftzug entfernt, evtl. dezentere Auspuffblenden dran gesteckt und das Potenzial des Wagens wird noch mehr verschleiert.

Vielleicht ist die äußere Erscheinung doch nicht so falsch gewählt...

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Sechszylinder-Sahnemotor
  • - Image ist teils fragwürdig

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Wer eine dynamische Mittelklasselimousine mit einem Motor abseits mehr oder weniger aufgeblasener 2-Liter-Vierzylinder sucht, wird hier fündig.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Für Leute mit höherem Platzbedarf alá Passat oder Superb ist der 3er wohl etwas eng geschnitten.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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