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BMW 1er F40 116d Steptronic Test

25.05.2020 09:33    |   Bericht erstellt von SchRott3r

Testfahrzeug BMW 1er F40 116d Steptronic
Leistung 116 PS / 85 Kw
Hubraum 1496
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 13000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 1/2020
Nutzungssituation Dienstwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von SchRott3r 3.5 von 5
weitere Tests zu BMW 1er F40 anzeigen Gesamtwertung BMW 1er F40 3.5 von 5
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Einleitung

 

Karosserie

4.5 von 5

Verarbeitung allgemein.

Deutlich besser als beim F20. Das fiel mir schon direkt bei den Türen und der Heckklappe auf, ohne es aufmerkam zu beobachten. Beim F20 war die Heckklappe, seit Markteinführung, wohl das Nervigste überhaupt. Das Scheppern der ersten Version ist wohl legendär und ist beim Facelift nicht wirklich besser geworden. Das Schließgeräusch der Türen am F20 war auch mehr ein plöpen und scheppern. Damit wirkt der F40 schon mal wertiger.

 

Die Dämmung des Innenraums ist ebenfalls besser, während ich gesprochene Inhalte oder Telefonate im F20 immer auf Anschlag habe laufen lassen müssen, steht der Regler nun meist auf 30-50%

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Türen schließen satt und bollern nicht mehr, wie beim Vorgänger
  • - Bei vollem Tank (Sonderausstattung größerer Tank) schwappt es.

Antrieb

3.5 von 5

Antrieb

 

Der 116d ist mit dem gleichen Motor unterwegs, wie der F20. Nur eben jetzt mit Adblue, wovon ich ca. einen Liter auf 1000 km verbrauche. Dank der Doppelkupplung kommt mehr Leistung vom Motor auf der Straße an, wobei auch beim F40 deutliche Unterschiede zwischen Komfort und Sport bzw D- und S-Stellung des Getriebes bestehen. Da ich gerade davon spreche: Der Fahrerlebnisschalter hätte gerne ein Wippschalter, den ich erfühlen kann, bleiben können, statt drei einzelne Tasten, für die ich den Blick von der Straße nehmen muss.

 

Mit diesem Setup bin ich gut unterwegs, kann auf der linken Spur mithalten und komme schneller vom Fleck, als andere Kompaktfahrzeuge. Der Wechsel von RWD auf FWD macht sich kaum bemerkbar. Nur beim Wenden brauche ich mehr Platz. Die Vorderräder drehen zwar beim zügigen Anfahren gelegentlich durch, aber das hat der F20 auch gemacht. Nur eben hinten.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Trotz niedriger Motorisierung, kann ich im Verkehr mithalten und bin schneller, als andere Kompaktfahrzeuge
  • - Seh hakeliges Anfahrverhalten. Insbesondere beiWendemanövern wird Schwangeren schnell schlecht.

Fahrdynamik

2.0 von 5

Fahwerk

 

Ich bin ne kleine Prinzessin auf der Erbse und ein Fahrwerk, dass mir die Schlaglöcher wegfedert freut mich mehr, als Kurvenräubern.

 

Dass das Fahrwerk dem Fahrer suggeriert, bereits am Limit zu fahren, obwohl alles in Ordnung ist, kann ich Bestätigen. Meine Frau bemängelt, dass ich mit dem Neuen wesentlich nervöser fahre.

 

Weil es nicht so oft vorkommt, ist es eher zu vernachlässigen. Wichtiger ist beim Punkt Fahrwerk, und damit auch Fahrverhalten, dass es endlich einen Driving Assistent gibt und der Wagen wesentlich entspannter im Berufsverkehr zu bewegen ist.

 

Als Ruhrgebietler, der oft über die langsamen 40er muss, ist es ein Segen, wenn du den Gesamtverkehr beobachten kannst, oder auch mal das Infotainment, und dein Wagen stop&go für dich regelt bzw. verzögert und beschleunigt.

 

Generell freut es mich, dass man im 1er jetzt alle gängigen Helferlein bestellen kann und nicht eingespart werden, weil es "nur" ein 1er ist.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Als Brot und Butterfahrzeug muss der Wagen nur die Unebenheiten weg federn und das macht er ausgezeichnet
  • - Durch Fahrwerk und Sitzposition, fühlen sich harmlose Kurven schnell gefährlich an und das Tempo wird unnötig verzögert.

Komfort

4.5 von 5

Innenraum

Durchweg positiv. Allein schon die Tatsache, dass es nach 9 Jahren im 1er endlich mal was Frisches gibt.

Am meisten habe ich mich, seit Ankündigung, darauf gefreut, dass das Navi endlich CarPlay kann, während ich im F20, wegen des Business-Navis, darauf verzichten musste. So kann ich endlich auf Google Maps Routen planen, starten und im Fahrzeug bequem abrufen. Ganz davon abgesehen, dass das BMW Navi hinsichtlich Staus und Verkehrsaufkommen ne Vollkatastrophe ist. Selbst das aktuelle realtime Navi macht mich wahnsinnig, wenn es mich dreimal die Autobahnen wechseln lässt, obwohl die direkte Route im Endeffekt gleich schnell gewesen wäre.

 

Neben Maps kann ich auch endlich, als Musikjunkie, Spotify bequem auf dem Display bedienen.

 

Abseits des Infotainments finde ich den Innenraum erfirschend überdacht. Selten bediente Knöpfe sind in das Betriebssystem verbannt. Nur das Wichtigste als Knopf vorhanden. Der neue F40 ist, wie der F20, mit dem Comfort-Paket ausgeliefert worden. Während ich beim F20, trotz Tempomat, das Kunststofflenkrad hatte, kommt der neue mit einem Lederlenkrad. Das hat zur Folge, dass ich nicht mehr solange kalte Finger habe. Lenkradheizung habe ich zwar nicht, aber sie ist immerhin endlich optional erhältlich. Die Knöpfe und Oberflächen sind zwar sehr anfällig für Fingerabdrücke, aber der ambitionierte Autofahrer hat sowieso ne Flasche Koch Chemie MultiInteriorCleaner und Microfasertücher dabei.

 

Das Raumgefühl im Neuen ist besser. Man hat selbst vorne gefühlt mehr Platz. Hinten muss man darüber nicht sprechen. Das ist wesentlich mehr Platz. Den Kofferraum habe ich in Breite und Tiefe noch noch nicht mit dem Alten verglichen, aber wirkt größer. Der neue Zwischenboden ist fast einer der besten Neuerungen, denn die gekaufte Spülmaschine, konnte ich bequem über die Kante in den Innenraum schieben, während sie beim Alten im Kofferraum gelegen hätte, wie nen Stück Sperrholz im Müllcontainer. Wenn du täglich etwas da rein legst und raus nimmst, nervt dich die Ladeboardkante des F20 irgendwann extrem.

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Endlich ein moderner Innenraum. Mein Mobiltelefon ist voll integriert und Inhalte werden barrierefrei abgesprielt
  • - Neues Realtime Navi ist weiterhin katastrophal und Stauumfahrungen sind weiterhin wirkungslose Odysseen

Emotion

3.5 von 5

Als Brot und Butterfahrzeug sind emotionen nicht wichtig.

Emotionen, die sich beim Fahren einstellen, sind bisher nur die Emotion, dass ich einen der wenigen F40 fahre und die Vorteile eines Dienstwagens.

 

Durch die gute Verarbeitung und die Vielzahl an Extras, fühlt man sich etwas erhaben gegenüber den restlichen Kompaktfahrzeugfahrern. Eben ein 3er oder 5er in kurz.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Besser als der Rest
  • - Kein Fahrspaß durch Agilität

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Entspannt, auf dem Stand der Technik und mit ausreichend viel Kraft ankommen.

Während die kleinste Motorisierung bei VW oder Ford etc eigentlich nur für Frust und Erniedrigung sorgt, ist man bei BMW immerhin besserer Durchschnitt. Der Wagen erreicht im Alltag selten seine Grenzen und umweltunbewusstes Fahren ist durchaus möglich. Dabei nimmt einem der Driving Assistent eine große Portion Verantwortung und Aufmerksamkeit ab.

Seit dem Wechsel von F20 auf F40, komme ich wesentlich entspannter am Ziel an. Eine Ermüdung durch die Fahrt, ist kaum noch zu spüren.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Für alle Kurvenräuber, die ein gefühlt endloses Drehmomentband lieben, und den Klang eines BMWs, ist der 116d nichts. Hier wird nur ein Transportmittel geliefert. Dafür gibt es aber den wahrscheinlich besten Kompaktler.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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