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Audi RSQ3 F3 quattro Test

12.04.2021 20:11    |   Bericht erstellt von audirsq3

Testfahrzeug Audi RSQ3 F3 quattro
Leistung 400 PS / 294 Kw
Hubraum 2480
Aufbauart SUV/Geländewagen/Pickup
Kilometerstand 7000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 3/2021
Nutzungssituation Dienstwagen
Testdauer einige Monate
Gesamtnote von audirsq3 2.0 von 5
weitere Tests zu Audi RSQ3 F3 anzeigen Gesamtwertung Audi RSQ3 F3 2.0 von 5
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Einleitung

Zunächst zu dem Auto, das ich vorher hatte:

Das war ein Golf 7 R mit (eingetragenem) Tuning von APR.

 

Dummerweise baut VW aber nur noch den Golf 8 und nicht mehr den Golf 7. Und der „8er“ ist bei Auswahl der Bedienelemente und den Materialien dermaßen "kostenbewußt" konstruiert, dass er für mich nicht mehr in Frage kommt.

 

Den Q3 habe ich dann nach Aktenlage bestellt - sprich: ich habe den Wagen nicht Probe gefahren vor der Bestellung. Grund dafür war, dass kein Audi- Händler auf Anfragen reagiert hat.

 

Nachdem ich in den letzten Jahren aber keines meiner Autos Probe gefahren habe dachte ich auch, dass das wohl gut gehen wird. Denn die Testberichte zum RS Q3 waren zwar nicht überschwänglich aber doch positiv.

 

Aber Ich habe den Audi jetzt seit drei Monaten und muss sagen - je länger ich den Audi fahre desto mehr wünsche ich mir den Golf zurück.

 

Die Probleme fingen schon bei dem Versuch der Bestellung an.

Zunächst habe ich bei dem größten Audi-Händler in Düsseldorf versucht, überhaupt eine Reaktion zu bekommen. Es wurden mir dabei von den Damen an der Rezeption jeweils Rückrufe versprochen.

Die habe ich aber nie bekommen. Versucht habe ich es via Telefon, E-Mail, Kontakt im Webinterface und zu guter Letzt bin ich sogar hingefahren und habe meine Visitenkarte abgegeben mit der Bitte um Kontaktaufnahme. Aber dieser Händler hat wohl keine Lust.

 

Dann habe ich bei Audi in Leverkusen bestellt.

Aber der Händler hat sich auch nicht mir Ruhm bekleckert.

Auf der ersten Auftragsbestätigung wurde Ingolstadt als Lieferort benannt, obwohl Leverkusen vereinbart war. Diese Bestätigung wurde dann sechs Wochen später korrigiert, dann stand aber ein falscher Preis drauf. Das Auto wurde dann prompt auch erst nach Ingolstadt geliefert und kam dann erst mit wochenlanger Verspätung in Leverkusen an. Dort hat der Händler dann knapp vier Wochen für die Zulassung gebraucht und nach der Zulassung wollte er dann, dass ich vor der Übergabe das Geld schon bezahle. Eine Rechnung hatte ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht.

Mails wurden auch nur in ungefähr 50% der Fälle bearbeitet.

Aber der Verkäufer war sehr stolz darauf, dass er extrem viel zu tun hatte.

Das glaube ich ihm ohne Diskussion. Für mich hatte er jedenfalls keine Zeit.

 

Diese Erfahrungen mit den Audi Händlern waren also schon einmal durchweg schlecht.

Und um den Tenor dieser Bewertung vorweg zu nehmen: Das Auto ist ein Bananenauto.

Ich hoffe jedenfalls noch, dass es bei mir noch reift, bin aber skeptisch.

 

 

Warum ich zu dieser Meinung komme steht in den folgenden Kapiteln.

 

Und ich möchte voraus schicken, dass dieser Bericht zu 100% subjektiv ist. Keine der Bewertungen ist objektiv. Wer damit leben kann kann gerne weiter lesen. Wer lieber Fakten liest sollte hier abbrechen :-)

 

Nachtrag vom 18.8.2021:

Mein Auto war nun in Summe schon 12 Tage in der Werkstatt.

Es wurde ein zentrales Steuergerät getauscht und auch die Steuergerät für die Rückfahrkamera.

Das MMI (Version 3.0) funktioniert leider noch immer nur sporadisch. Eingaben via Tastatur sind fast nie möglich und die Spracherkennung weiß noch immer nicht, dass es in Düsseldorf einen Hauptbahnhof gibt. Klappern aus dem Motorraum gehört auch noch immer zum Handwerk und die Kupplung weiß auch noch immer nicht, wann sie ein- und wann besser auskuppeln soll.

 

Gerade eben wurde mir telefonisch mitgeteilt, dass einige Probleme bei Audi bekannt sind und man dort an einer neuen Software arbeitet. Alle Probleme hängen wohl mit der Software des Notrufsystems zusammen, die dummerweise buggy ist. Die neue Software kommt bald - aber nicht vor Ende des Jahres 2021. Und ich glaube noch nicht, dass die Probleme damit behoben sind. VAG und Software sind einfach Themen, die nicht zueinander passen. Siehe Software im Golf 8 oder den IQ Modellen.

 

Nachtrag vom 20.8.2021:

Als Ersatzauto während des Werkstattaufenthalts meines RS hatte ich auch einen Q3.

Mit Dieselmotor.

Aber offensichtlich auch dem MMI Version 3.0.

Das hat während einiger Fahrten immer wieder mitgeteilt, dass es das Navigationsdaten aktualisieren müsste. Anschließend folgte dann immer die Mitteilung, dass die Navigation nicht zur Verfügung steht, danach kommt dann immer ein Neustart des MMI. Mein Auto ist also kein Einzelfall. Wie so eine Software frei gegeben werden kann ist mir absolut rätselhaft.

 

Es ist also ein Bananenauto - nur wird das bei mir nicht mehr reifen.

Der Wagen muss weg, so schell es geht.

Galerie

Karosserie

2.0 von 5

Zunächst das positive: die gesamte Karossierte ist wirklich richtig gut zusammen gebaut. Alle Fugen haben gleiche Breiten und auch der Lack ist richtig gut.

 

Das Platzangebot ist "klassenüblich". Man sitzt halt etwas höher als in einem Golf. Da die Autos vergleichbare Abmessungen haben sind sie auch vergleichbar geräumig im Innenraum.

 

Absolut negativ ist aber die Material-Anmutung des Innenraums. Die verwendeten Materialien sind vielleicht für ein Auto von 30k€ gerade noch passend.

 

Das Auto, das mein Brötchengeber mir hier aber spendiert hat, hat 80 k€ gekostet! Dazu kommen nach nun 3000 km schon einige klappernde Geräusche aus dem Bereich des Lenkrads und des Fahrwerks.

 

Das passt überhaupt nicht mehr zum Preis und auch nicht zu dem gehobenen Image, das Audi gerne hätte.

 

Noch einige Details:

Ich habe nicht die „Sportsitze plus“ gewählt, denn die gibt es leider nur mit Lederbezug. Leder finde ich im Auto aber nicht so toll, denn im Sommer wird's zu heiß, im Winter kommt die Sitzheizung nicht richtig durch und rutschig ist's auch. Zumindest brauche ich bei Ledersitzen auch eine Ventilation, die gibts für den Q3 aber weder gegen Geld noch gegen gute Worte.

 

Also bezieht sich meine Bewertung auf die Seriensitze, die habe ich mit elektrischer Verstellung re+li.

Die finde ich ausgesprochen bequem und auch tauglich für lange strecken.

Etwas mehr Polsterung hätte ich noch besser gefunden, aber das ist Ansichtssache.

 

Dass es zu der Zeit, also ich bestellt habe, noch kein Sitzmemory gab, das dann aber 10 Tage später im Programm war, fand ich schon eher ärgerlich. Denn ich hatte mich extra vor Bestellung mit Audi in Verbindung gesetzt, um zu klären, ob Sitzmemory in der Serie kommen würde.

 

Antwort: "nichts bekannt". Na, da hat wohl jemand in der Serie plötzlich und unerwartet das Sitzmemory dazu konstruiert. In 10 Tagen :-)

Nachbestellen konnte ich nach den 10 Tagen aber auch schon nicht mehr.

Also habe ich jetzt ein 80k€-Auto ohne Sitzmemory. Schon seltsam, der Golf vorher hatte so was schon. Und der hat „nur“ 60 k€ gekostet.

 

Aber auch andere Optionen gibts nicht für den Q3, die ich schon vermisst habe. So hatte mein Golf auch eine beheizte Windschutzscheibe. Auch die ist für den Q3 nicht lieferbar. Und in diesem Frühjahr wäre es gut gewesen, dieses Feature zu haben.

 

Und der Kofferraum ist bei dem Auto ungewohnt flach. Denn es gibt keinen höhenverstellbaren Ladeboden. Das ist beim einem großen Blumeneinkauf schon unangenehm aufgefallen. Wieso ist der Boden nicht verstellbar? Klar, da ist die Batterie im Weg. Aber hätte man nicht den Boden darum herum designen können? So ist zwar die Gewichtsverteilung etwas ausgewogener - aber dann hat man nicht mehr weiter entwickelt, das hätte ja auch Geld gekostet.

 

Was vermutlich Geschmacksache ist, was ich aber nicht verstehe und so bisher nicht kannte: Das Schiebedach hat bei meinem Auto eine "Verdunkelung" und keinen Sonnenschutz! Einen Sonnenschutz kann man bei geöffnetem Schiebedach vorziehen und der läßt Luft und etwas Licht durch. Ich habe keine Ahnung, wann man die Verdunklung benutzen soll.

Das Schiebedach ist so jedenfalls für mich in meinem Auto unbrauchbar - ich habe nur noch zu wenige Haare auf dem Kopf und hole mir dort schnell einen Sonnenbrand. Schiebedach öffnen ging aber bei allen Autos bisher trotzdem - dank Sonnenschutz.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Es klappert nichts.
  • - Für die Größe und Gewicht des Autos ausgesprochen wenig Platz.

Antrieb

1.0 von 5

ich habe da einen Audi RS.

Und RS steht eigentlich für Rennsport.

Dieses Auto hat von RS aber nur eines geerbt:

Den phänomenalen Klang des Motors.

Aber das war’s auch schon.

 

Für die nominale Leistung von 400 ps finde ich, dass sich dieses Auto unglaublich träge anfühlt.

 

Wenn man bei 2000 Umdrehungen auf's Gas geht dann braucht der Motor erst einmal 2 Sekunden, bis er überhaupt wach wird.

Und lebendig wird er erst bei 4000 Umdrehungen oder mehr.

Dabei macht aber die Elektronik aus dem kleinen Lautsprecher an der Spritzwand so viel unnötigen krach, dass es keinen Spaß macht, so hoch zu drehen. Aber diesen künstlichen Krach werde ich noch abschalten, das VCDS ist schon angekommen.

 

In einem Kommentar auf YouTube habe ich auch schon gehört "Ansprechverhalten kann man bei dem Auto nicht bewerten, das hat er nicht".

Stimmt, no comment.

 

Und nachdem ich auf YouTube gerade ein Video gesehen habe, in dem ein RS Q3 auf dem Rollenprüfstand im Auslieferungszustand gerade einmal 370 PS geliefert hat, habe ich mein Auto auch prüfen lassen.

Aber er hat formal sogar knapp 10 PS mehr, als er haben müsste.

Wo er seine Leistung versteckt ist mir aber rätselhaft. Er fühlt sich an, als h-Tee er 250 PS.

 

Außerdem braucht der Wagen richtig viel Benzin. Weniger als 10 Liter habe ich noch nicht hinbekommen. Bei Schleichfahrt!!!

Im Mittel bin ich jetzt bei entspannter Fahrweise bei knapp über 11 Liter / 100 km.

 

Und das bei einem Motor, den Audi scheinbar großzügig überarbeitet hat mit einem Block aus Alu und hohl gebohrter Kurbelwelle.

 

Das ist nicht zeitgemäß und ich weiß wirklich nicht, was dieser Motor mit dem guten 102 Oktan macht, die ich ihm zum Fraß vorwerfe.

In superstarken Vortrieb setzt er den Sprit jedenfalls nicht um.

 

Und noch zum Getriebe: ich habe manchmal den Eindruck, dass Audi es geschafft hat, einen Zufallsgenerator zu bauen.

 

Manchmal schaltet es drei Gänge zurück, obwohl man das Gaspedal fast nicht bewegt und manchmal bleibt es unglaublich lange im höchsten Gang.

 

Bis man dann in de Bereich des Kickdown kommt. Dann schaltet es drei Gänge zurück, brauch dafür aber eine gefühlte Ewigkeit.

Und speziell solange es kalt ist ist jede Schaltung mit einem Ruck verbunden.

 

Wenn man manuell schaltet hat man sowieso das Gefühl, das die Elektronik partout prüfen möchte, was die Lager im Getriebe aushalten können.

 

Richtig doof ist’s für mich persönlich, wenn ich bei kaltem Motor aus meiner Tiefgarage raus möchte. Da reagiert die Kupplung nämlich zickig.

Und das ist auf einer schmalen Rampe, die ich dann um eine Kurve herum steil herauf fahren muss, jedes mal eine Herausforderung.

Denn der Wagen kuppelt erst ein, dann wieder etwas aus. Dabei bleibt das auto auf der Rampe fast stehen. Wenn ich dann auch nur ein wenig mehr Gas gebe, damit ich überhaupt weiter komme, fällt der Kupplung aber auf, dass man einkuppeln könnte - und der Wagen macht einen Satz nach vorne. Auf der Rampe. In einer engen Kurve mit Wänden rechts und links.

Mutprobe. Jeden Morgen.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Der Klang vom Motor ist ein Hammer.
  • - Von Ansprechverhalten sollte man nicht sprechen. Er hat keines.
  • - Der Verbrauch ist für due gebotenen Fahrleistungen viel zu hoch

Fahrdynamik

2.0 von 5

Bei der Bewertung der Beschleunigung muss ich vorsichtig sein.

Ich bin wie schon geschrieben einen Golf gewöhnt, der mehr Leistung und mehr Drehmoment hatte bei deutlich geringerem Gewicht.

 

Deshalb kommt der Q3 mir unglaublich zäh vor und an Stellen, an denen der Golf schon mit 280 unterwegs war stehen bei dem Audi erst 230 auf dem Tacho - bei Kickdown in beiden Autos an gleicher Stelle.

 

Dazu kommt noch, dass der Wagen eine eklatante Anfahrschwäche hat.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob das an dem Motor oder an dem Getriebe liegt. Denn das kuppelt zu hart ein, so dass die Drehzahl beim Einkuppeln deutlich absinkt - es sei denn, ich gebe Vollgas. Und bei niedriger Drehzahl hat der Motor einfach zu wenig Drehmoment für das Auto.

 

Laut den Messwerten von Audi ist er aber nicht wirklich langsam - obwohl ich noch keinen Test gesehen habe, der diese optimistischen Werte des Herstellers bestätigt hätte. Ich selber habe aber nichts nachgemessen.

 

Die Lenkung hat mich bei dem Auto aber wirklich ziemlich positiv überrascht.

Sie ist präzise und straff. Leider läuft der Wagen aber Spurrillen hinterher, bei großen Rädern ja üblich. Das trübt die Freude auf schnellen Strecken deutlich, denn man muss dauernd korrigieren.

 

Insgesamt ist auch das Handling eine positive Überraschung: Man kann den Wagen tatsächlich um die Kurven werfen und die Geschwindigkeiten von dem Q3 in scharfen Kurven sind nur unwesentlich geringer als die von dem Golf vorher - ja, ich fahre immer wieder die selben Strecken und vergleiche einzelne Stundenkilometer :-)

 

Leider ist der Wagen aber immer untersteuernd, die Hinterachse bekomme ich einfach nicht dazu, auch nur ansatzweise Leben zu zeigen. Das hat mir RS nix zu tun, ist aber eine Abstimmung, mit der auch Senioren gut klar kommen.

 

Und der Wendekreis ist auch deutlich über dem des Golf:

In meiner Tiefgarage muss ich jetzt mit dem Q3 immer zwei mal Rangieren, wo ich mit dem Golf mit einem Zug hingekommen bin.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Jederzeit sicheres Fahrverhalten
  • + Starkes Untersteuern ist gut beherrschbar
  • - Angesichts der Leistung sehr überschaubares Temperament
  • - Agil ist das Auto nicht

Komfort

2.0 von 5

Was will man erwarten?

21 Zoll Räder mit flachen Flanken kann auch ein verstellbares Fahrwerk nicht kaschieren. Sprich: Der Wagen ist nicht komfortabel, auch nicht in Einstellung Comfort.

 

Als meine Tochter das erste mal den Wagen gefahren hat hat sie anschließend gefragt, wie man das Fahrwerk auf comfort schalten könnte - da stand es aber schon.

 

Die Inngengeräusche finde ich derzeit besonders im Leerlauf extrem störend. Kann aber sein, dass man das noch ändern kann, denn ich habe neben dem eigentlich schönen Klang der 5 Zylinder seit 10 Tagen eine Schwingung drin, die sich anhört wie ein alter Frachter auf dem Rhein.

Das Geräusch ist hinten noch viel lauter als vorn, es gab schon Beschwerden von Mitfahrern. Vielleicht ist schon was mit dem Auspuff kaputt. Als der Wagen ganz neu war war das jedenfalls noch anders.

Bei Audi ist man aber nach Prüfung der Meinung, dass dies der Stand der Technik wäre. Na ja, bei meinem Auto ist das der Stand der Technik, ein anderer von mir zum Vergleich heran gezogener RS Q3 dröhnt nicht so. Also nur eine gute Ausrede, um eine Reklamation abzubügeln.

 

Und ein blechernes Scheppern unter der Motorhaube bei warmem Motor bekommt der Audi-Händler auch nicht in den Griff, er weiß einfach nicht, was da scheppert.

 

Die Bedienung ist grundsätzlich gut - dank "echter" Schalter und Hebel. Dass nur das Navi Touchbedienung hat war für mich tatsächlich einer der Gründe, warum ich noch dieses Auto gekauft habe. Sonst wäre es ein RS3 geworden - aber der hat schon die Billig-Version der Bedienelemente.

Also das selbe wie bei Octavia, Leon und Golf.

 

Und auch die Lüftung hat im aktuellen Q3 noch die Stellrädchen für die Einstellung der Luftmasse an den Ausströmen im Armaturenbrett.

Diese Einstellmöglichkeit wird ja bei den ganzen neuen Modellen vom VAG Konzern gerade - vermutlich aus Kostengründen - "wegoptimiert". Damit sind dann zukünftig Luftrichtung und -masse am Ausströmer nur noch kombiniert einstellbar. Aber wie gesagt bei diesem Auto ist noch alles gut :-)

 

Aber vieles gefällt mir nicht wirklich:

- Warum kann ich z.B. den Tempomaten nicht in 1 km/h Schritten verstellen?

Oberhalb von 100 geht nur noch 10 km/h Schritte.

Für Strecken, auf denen oft Blitzer stehen, ist das echt doof.

Damit fährt man dann, wenn man auf den Wert laut Tempolimit einstellt, meist deutlich langsamer, als erlaubt. Denn laut GPS-Vergleich ist mein Auto bei Tacho 100 gerade einmal mit 93 km/h unterwegs. Tempomat auf 110 wäre aber schon knapp oberhalb der Auslöseschwelle der Blitzer.

 

- Und warum ist das MMI scheinbar in einem Vorserien-Status???

Als ich das erste Mal in der Audi-App gesehen haben, dass angeblich das Schiebedach in meinem Auto offen ist, bin ich tatsächlich raus gegangen und habe nachgesehen. Es war natürlich nicht offen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass diese Anzeigen scheinbar nur zufällig mit dem Status des Autos übereinstimmen.

Das MMI hat bei mir mittlerweile diverse Fehlermeldungen gemacht. Das reicht von mehreren plötzlichen Versuchen, während der Fahrt persönliche Daten zu laden bis hin zu der einfachen Meldung, dass Online-Services nicht installiert werden konnten.

Der Händler hat sich zumindest diesem Thema angenommen. Dumm nur: Als ich mein Auto wieder abgeholt habe war das MMI tot. Keine Anzeige mehr. Nichts. Der nächste Versucht hat dann wieder drei Tage gebraucht und endete mit der Aussage, dass man das MMI tauschen müsse, wenn das noch einmal passiert.

Der Fernzugriff funktioniert dabei auch nach den Werkstatt-Aufenthalten noch immer nicht.

Und seit einigen Tagen funktionieren auch die Umgebungkameras auch nicht mehr richtig: Manchmal flackert das Bild hektisch, ist teilweise ganz weiß, dann ganz aus, dann sieht man wieder für einige Sekunden ein Bild. So, als hätte ein alter Röhrenfernseher einen Wackelkontakt.

 

- Es ist bei dem Navi des Q3 nicht mehr möglich, POI-Listen online zu importieren und darzustellen. Ich hatte in den letzten 10 Jahren immer die fest installierten Blitzer als POI in der Ansicht auf dem Navi, das geht mit Vorsprung durch Technik nicht mehr.

 

- und mit dem Modelljahreswechsel zu 2021 ist auch der SIM-Kartenslot ersatzlos entfallen. Wenn ich online sein möchte muss ich also für einen im Preisvergleich extrem hohen Preis Datenvolumen beim Kooperationspartner von Audi einkaufen, obwohl ich eine Datenflat auf meinem Handy habe. Und dieser Kooperationspartner bekommet es nicht hin, eine Rechnung an eine Firmenadresse auszustellen, das hat der Support schon bestätigt. Und die Netzabdeckung hat auch Luft nach oben.

Jedenfalls kann ich an Stellen, an denen ich meine Lieblingssender nicht mehr via DAB hören kann diese auch nicht via Internet hören. An der selben Stelle zeigt mein Telefon Handy-Empfang Vollausschlag mit LTE!

 

- die Möglichkeit, das GSM-Modul des Audi auch für direkte Telefonate ohne Kopplung des Handy zu benutzen, entfällt damit natürlich auch.

 

- Ebenso wie die Sprachbedienung, die einfach nur enttäuschend ist.

Mich versteht der Assistent jedenfalls nur gelegentlich. Einzig die Anweisung, dass er mich nach Hause bringen soll, klappt fast immer.

Wer die Fähigkeiten von Mercedes oder BMW in dem Bereich kennt hat jedenfalls im Q3 den Eindruck, in die Steinzeit der IT zurück versetzt zu werden.

Noch nicht einmal zum "Hauptbahnhof Düsseldorf" möchte mein MMI mich leiten. Es meint einfach, dass dieses Ziel nicht gefunden werden kann.

Der ist ja auch noch nicht so lange da ...

 

- Und warum kann ich in den RS-Modes nicht auswählen, dass ich gerne die "klassische" Tachodarstellung haben möchte?

Das sind doch genau die Modes, in denen ich das Auto nach meinen Wünschen einstellen können soll - und dann glaubt Audi scheinbar, zu wissen, welche Einstellung ich im Tacho haben will?

Und das Ansprechverhalten des ACC gibt's dann auch nicht.

Wenn man sein persönliches Setup im RS mode einstellt dann hat man auch das ACC im Race Mode zu haben! Seeehr seltsam.

Die beiden Race modes werde ich damit wohl ungebraucht weiter verkaufen können ;-)

 

- Der Lane-Assistent nervt in dem Auto auch einfach nur.

Er erkennt bei mir jedenfalls auf etwa 10% der Landstraßen und auch in vielen Tunneln nicht, wo die Fahrspuren sind und möchte deshalb, dass ich in der Mitte der Fahrbahn fahre! Das könnte aber zu Konflikten mit dem Gegenverkehr führen. Gehorche ich ihm nicht und bestätige nur mit "OK" dann bimmelt er die ganze Zeit. Da hilft nur Ausschalten, auch das Ding ist also ein klarer Rückschritt gegenüber dem Golf 7 FL.

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Klassische Bedienung mit echten Knöpfen und Schaltern
  • + Lüftungsdüsen mit Einstellmöglichkeit für Luftmasse
  • + Schnelles Navi
  • - Schwingungen scheinbar im Auspuffstrang
  • - Online-Services funktionieren nur gelegentlich korrekt
  • - Navi lädt während der Fahrt gerne einmal wieder Benutzereinstellungen
  • - Umgebungskameras funktionieren nur teilweise
  • - Lane-Assist nicht zu gebrauchen

Emotion

2.0 von 5

Mein Auto ist grün. Das mag ich sehr und ich habe die Garantie, dass ich mein Auto auf jedem Parkplatz direkt finde.

 

Und insgesamt ist der Wagen bestimmt auch sonst nicht langweilig.

 

Weder ihn zu fahren noch in "Benzingesprächen". Er führt einfach zu Diskussionen - aber nicht immer mit positiven Assoziationen.

 

Stichwort „wer braucht denn sowas“.

Die Frage ist berechtigt. Das braucht niemand.

Aber ich hatte gehofft, dass mir das Auto Spaß machen würde.

Was aber nicht der Fall ist, ich bin einfach sehr enttäuscht von diesem für mich ersten Audi.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Das Image der Marke ist hervorragend.
  • - Warum das so ist erschließt sich mir nicht.

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Ich habe lange darüber nachgedacht. Der einzige Punkt, den ich nach wie vor klasse finde, ist der Sound vom Motor. Aber kann man damit den Kauf eines Autos begründen?

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Preis und Gegenwert passen für mich einfach nicht zusammen.

Denn es ist das das unfertigste Auto, das ich jemals gefahren habe - und das waren einige, immerhin bin ich über 50.

 

Auch passt billiges Plastik in den Türen nicht zu einem Auto, das 80k€ Liste kostet.

Selbst ein Mazda 3 hat bessere Materialien!

 

Dazu kommt, dass zu vieles einfach nicht so funktioniert, wie ich es möchte oder auch einfach erwarte.

Stichwort tagelange Werkstatt-Aufenthalte wegen des MMI und der Kameras, Zufallszahlen-Getriebe, Ansprechverhalten und jetzt schon aktuelle, weitere Mängel.

 

Ausserdem ist der Verbrauch für die gebotenen Fahrleistungen und das Platzangebot einfach sehr deutlich zu hoch.

Vergleichbare Fahrleistungen bekommen andere bei mehr Platz mit sehr viel weniger Benzin hin.

Bei meinem Golf waren es zb über 3 l/100km weniger - zugegeben bei deutlich leichteren und kleineren Auto.

 

Aber warum wiegt der Q3 so viel?

Ein Cupra Ateca ist größer, bietet deutlich mehr Platz - und wiegt deutlich weniger.

Es muss also irgendwie gehen, auch einen mini-suv leichter zu bauen.

Aber dafür würde es Vorsprung durch Technik brauchen - sorry, konnte ich mir nicht verkneifen.

 

Der ist deswegen auch mindestens gleich schnell bei 100 PS weniger Leistung.

Der kommt für mich nur deshalb nicht in Frage, weil er schon die neue konzernweit ausgerollte und billige Version von Bedienung und Lüftung hat.

 

Ich werde den Q3 jedenfalls entweder wandeln, wenn er weiter Zicken macht oder verkaufen, sobald die Leasing-Gesellschaft (nicht Audi) das möglich macht.

 

Für mich lautet das Fazit damit zusammen gefasst:

Einmal Audi - nie wieder Audi.

 

Der nächste wird dann ein Alpina B3.

Schade nur, dass der 10 Monate Lieferzeit hat.

Gesamtwertung: 2.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 2.0 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 0

12.05.2021 08:45    |    vanduke_

Erstmal danke für den ausführlichen Test und ja, er ist sehr subjektiv. Denke das ist auch immer davon abhängig, welches Fahrzeug man vorher hatte bzw. welche Fahrzeuge man parallel noch so bewegt.

 

Eines der ganz großen Themen beim RS Q3 ist wohl das Getriebe, welches die Performance subjektiv sehr stark begrenzt. Es ist in der Tat so, dass leider beim spontanen Tritt aufs Gas ersteinmal nicht, also rein garnichts passiert. Je nachdem wieviel % Gas man dann tatsächlich gegeben hat wird manchmal ein Gang runtergeschalten, können aber auch zwei oder drei sein. Das bekommt man mit der Zeit ein wenig ins Bein, aber hin und wieder reagiert das Getriebe doch eigenwillig. Kleiner Tipp daher, warum nicht bei der flotten Kurvenhatz manuell schalten? Da reagiert das Getriebe im manuellen S Modus sogar tatsächlich wie ein Handschalter. Es wird nicht manuell hochgeschalten und runter auch nur wirklich wenn nötig. Klar, kann man jetzt sagen, deswegen habe ich mir kein Automatikgetriebe gekauft., abe das ist wohl scheinbar tatsächlich nur auf zwei Einsatzzwecke "optimiert". Alltagsfahrten mit möglichst wenig Spritverbrauch, sprich Drehzahl oder Rennstrecke mit möglichst optimalen Drehzahlbereich. Ansonsten würde das Getriebe beim Bremsen vor einer Ortschaft (S-Modus) nicht bei 55 schon in den 2. Gang wechseln. Spätestens jetzt sind alle die an der Ortstafel wohnen wach ;-) Geht man aber kurz vorher auf D und beim Ortsausgang wieder auf S, ist alles OK.

 

Vom Platzangebot würde ich behaupten es ist klassenüblich. Spürbar mehr als im A3 und nicht viel weniger als im Q5. Der Kofferraum mit 530 Liter ist nun auch nicht zu klein. Den Kofferraumboden könnte man theoretisch zwiefach absenken. Im RS Modell klappt das aber nicht wirklich, weil die Batterie in den Kofferraum gewander ist. Wenn ich aber auf Landstraßen hatz bin, möchte ich sowieso nichts im Kofferraum haben, das "umherfliegt". Auf der Fahrt in den Familienurlaub habe ich dank verstellbarer Rücksitzbank und verstellbarer Lehne in der 2., Reihe bis immer alles untergebracht für 3 Personen.

 

Noch eine Anmerkung zur Sprachbedienung, ja die ist nicht auf dem neuesten Stand und ja manchmal wird man auch missverstanden. Aber hey, wir haben hier uns ein Auto ausgesucht, das tatsächlich noch über Bedientasten verfügt. Daher muss die Sitzheitzung, Scheibenheitzung oder Temperaturwahl nciht per Sprachbedienung funktionieren. Ich muss nämlich nicht wie beim neuen Leon/Golf z.B. in ein Untermenü für die Sitzheitzung oder die Heckscheibe.

 

Letztendlich sind aber auch meine Kommentare natürlich rein subjektiv. Aktuell fasziniert mich an dem Wagen schlichtweg das Design. Fahre den Sportback in Kyalamigrün. Man wird regelmäg angesprochen und das zu 99% positiv. Auch das Klangerlebnis des 5-Zylinders ist mal was ganz anderes als beim 2 Liter eines Golfs ;-) (Trotz OPF). Natürlich ist der Verbrauch bei einem CUV (offiziell ist es kein SUV) und diesem Aggregat nicht wirtschaftlich, auch wenn man unter 9 Liter kommen kann. Soll das ganze Spaß machen landet man bei 11-12 und auch gerne mal im Bereich 14-15. Ich würde mal behaupten grob 2-3 Liter mehr als bei meinem TT. Das sollte einem aber vorher bewusst sein.

 

Autos sind für mich generell emotionale Tehmen (wenn es nicht stur um A nach B geht). Beim Autor des Tests ist absolut kein Funke übergesprungen. Ich hatte mir den Wagen auch aus dem Bauch heraus ohne Probefahrt, ohne Ihn einmal in echt gesehen zu haben bestellt. Das erste Aufeinandertreffen war tatsächlich noch schwierig, teils sehr gewöhnungsbedürftig. Im Alltag oft ein hin und her zwischen dem gefühl der Trägheit und brutaler Leistung. Zumal ich von einem 3.0 TDI im A6 gewechselt bin, der gut im Futter stand.

 

Aber inzwischen sind wir unzertrennlich, die fehlende Materialqualität wurde durch individuelle Anpassungen optimiert und rein fahrdynamisch hat Audi hier schon was ordentliches auf die Beine gestellt.

 

Es ist und bleibt ein Spagat zwischen Erwartungen, Tatsachen und dem Arrangieren im persönlichen Einsatzbereich.


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