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Audi e-tron GE 55 quattro Sportback Test

02.10.2020 19:03    |   Bericht erstellt von Dermitdeme

Testfahrzeug Audi e-tron GE 55 quattro Sportback
Leistung 408 PS / 300 Kw
Aufbauart SUV/Geländewagen/Pickup
Kilometerstand 2500 km
Erstzulassung 9/2020
Nutzungssituation Dienstwagen
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von Dermitdeme 5.0 von 5
weitere Tests zu Audi e-tron GE anzeigen Gesamtwertung Audi e-tron GE 4.0 von 5
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Einleitung

Nachdem ich mich 1,5 Jahre mit einem Mercedes G500 rumgeärgert habe, konnte ich diesen vorzeitig an Mercedes zurückgeben.

 

Zu Elektroautos hatte ich eine negative Einstellung. Mich stört, dass unsere Regierenden das Thema unbedingt in den Markt drücken wollen und bereit sind, unsere Industrie dafür zu opfern. Die Vorzeichen standen daher nicht gerade auf e-tron.

 

Die Vorfahrzeuge 2 x Audi A8 4.2 Liter Benziner, ein Audi 4.2 Liter Diesel, ein Audi RS6 und am Schluss ein G 500, zeigen keine Affinität zum Elektroauto. Das hat sich geändert, als ich mal mit einem gefahren bin. Das war ein Polestar 2, den ich zunächst überzeugend fand. Diese Meinung habe ich dann aber geändert.

 

Die Beschleunigung, die Ruhe und das stimmige Fahrverhalten fand ich sehr überzeugend. Da wollte ich den Mercedes schnell loswerden. Also rief ich den Händler an, er verstand wohl gleich das es mir ernst war und eine Woche später waren wir uns einig, der Leasingvertrag für den G 500 wird vorzeitig beendet.

 

Nun fehlte nur noch das Auto. Flugs bei Mobile.de rumgesucht und schnell hatte ich tatsächlich einen gefunden, der ziemlich exakt meinen Vorstellungen entsprach. Da habe ich mich doch gleich mal beim Händler gemeldet, die freundliche Rückmeldung vom Autohaus Singer in Marktoberdorf erfolgte prompt. Das vertragliche war schnell geregelt, das Auto wurde vom Autohaus zugelassen, mir ausführlich erklärt und übergeben. Mit dem Autohaus war ich schon mal sehr zufrieden.

 

Die Fahrt von Marktoberdorf nach Hause war klasse, der Verbrauch je 100km lag bei 21,2 KW. Ich hatte ca. 250 Autobahn zu fahren. Unterwegs habe ich vorsichtshalber mal geladen, da ich keine Ahnung hatte, ob die Ladekarte von Audi funktioniert. Sie funktioniert immer problemlos. In zahlreichen Youtube Videos hatte ich im Vorfeld viele Horrorstorys über grausige Ladestationen angeschaut. Das hatte mich schon ein wenig irritiert.

 

Die erste Ladung des Fahrzeugs war völlig unproblematisch. Stecker ein, Karte rangehalten, 40 Sekunden später wurde mit 150 KW geladen. Ich habe den Akku nicht voll gemacht, denn eigentlich hätte ich gar nicht laden müssen.

 

Dann ging es weiter. Die virtuellen Außenspiegel waren am Anfang nicht einfach, daran musste ich mich gewöhnen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, nur zum einparken in der Garage sind sie für mich bisher nicht geeignet. Das erledige ich mit den 360 Grad Kameras.

 

Mein Durchschnittsverbrauch liegt derzeit bei 24,6 KW. Hierzu muss man sagen, dass ich mich sehr oft von den Assistenzsystemen fahren lasse, auf Autobahnen funktioniert das perfekt. Auf Landstraßen ebenfalls, allerdings übernehme ich dort das Lenkrad lieber selbst. Manchmal erinnere ich mich auch an den RS6, dann zeigt der Tacho auch mal die 200 ;-).

 

Ich habe genau gar nichts zu meckern. Das Auto ist fantastisch, ich genieße das ruhige Fahren und die funktionierenden Assistenzsysteme. Alles ist einfach zu bedienen, man braucht keine Schulung und alles funktioniert perfekt. Die Laderei ist absolut unkompliziert, es stört mich auch überhaupt nicht, ab und zu mal die Autobahn zu verlassen, um 20 Minuten Strom zu laden. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist doch super, alle 2 Stunden mal kurz Pause zu machen, die E-Mails zu checken, auf die Toilette zu gehen oder einfach ein paar Meter rumzulaufen. Für mich perfekt.

 

Mit keinem Auto habe ich jemals ein derart entspanntes Fahren erlebt. Hierbei muss ich sagen, dass die Messlatte hoch liegt. Speziell der Audi A8 4.2 Liter Diesel war ein super Auto, der RS6 eine sensationelle Spaßmaschine. Trotzdem habe ich mehr Freude am e-tron, weil ich merke, dass er mir guttut. Das ist ein sehr entscheidender Faktor.

 

Dass man nebenher noch was für die Umwelt tut und einige hundert Euro monatlich spart, wenn es ein Geschäftsauto ist, sind angenehme Nebeneffekte. Genauso wie die Verbrauchskosten, die in meinem Fall bei 5 Euro je 100 km liegen und beim G 500 bei 21 Euro lagen. In der Stadt darf ich umsonst parken, die Busspur benutzen und fühle mich moralisch auch besser.

 

Übrigens habe ich mir vor dem Kauf alles reingezogen, was es an Infomaterial gab. Ich habe unzählige Videos angeschaut und m.E. alle Fachzeitschriften gelesen. Mittlerweile habe ich auch verstanden, dass man sich das sparen kann. Wichtig ist zu überlegen, was an eigentlich braucht. Denn jeder tut so, als würde er ständig riesige Langstrecken fahren oder Pferdeanhänger hinter sich herziehen.

 

Wer oft einen Pferdeanhänger lange Strecken bewegt, wird kein Freund es E-Autos werden. Wer nur 4.000km pro Jahr fährt, braucht auch keinen riesigen Akku.

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mit dem e-tron extrem zufrieden bin. Nach der G Klasse hatte ich mir schon Sorgen um die deutsche Automobilindustrie gemacht, denn der war richtig schlecht. Nachdem ich auch Tesla angeschaut habe und nun den e-tron fahre weiß ich, dass zumindest Audi ganz weit vorne ist.

 

Glückwunsch auch an die Entwickler, das habt ihr richtig gut gemacht. Ihr habt ein wenig viel Geld bei der Entwicklung verballert, ich hoffe ihr könnte die Kosten bei anderen Fahrzeugen verwerten. Gruß auch an das Team vom Autohaus Singer in Marktoberdorf, ein toller Betrieb. Habt ihr gut gemacht :-).

 

Eine kleine Bitte hätte ich an Audi. Bietet doch Autos ohne dieses Hochglanzplastik an. Es gibt Menschen wie mich, die hassen das.

Galerie

Karosserie

5.0 von 5

 

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Alles super
  • - Ich mag kein Hochglanzplastik
  • - Die Mittelkonsole ist irgenwie unstimmig

Antrieb

4.5 von 5

 

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Alles prima
  • - Nichts zu meckern

Fahrdynamik

5.0 von 5

 

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Alles prima
  • - Alles prima

Komfort

5.0 von 5

 

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Alles prima
  • - Alles prima

Emotion

5.0 von 5

 

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Alles prima
  • - Alles prima

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Nachdem ich mich 1,5 Jahre mit einem Mercedes G500 rumgeärgert habe, konnte ich diesen vorzeitig an Mercedes zurückgeben.

 

Zu Elektroautos hatte ich eine negative Einstellung. Mich stört, dass unsere Regierenden das Thema unbedingt in den Markt drücken wollen und bereit sind, unsere Industrie dafür zu opfern. Die Vorzeichen standen daher nicht gerade auf e-tron.

 

Die Vorfahrzeuge 2 x Audi A8 4.2 Liter Benziner, ein Audi 4.2 Liter Diesel, ein Audi RS6 und am Schluss ein G 500, zeigen keine Affinität zum Elektroauto. Das hat sich geändert, als ich mal mit einem gefahren bin. Das war ein Polestar 2, den ich zunächst überzeugend fand. Diese Meinung habe ich dann aber geändert.

 

Die Beschleunigung, die Ruhe und das stimmige Fahrverhalten fand ich sehr überzeugend. Da wollte ich den Mercedes schnell loswerden. Also rief ich den Händler an, er verstand wohl gleich das es mir ernst war und eine Woche später waren wir uns einig, der Leasingvertrag für den G 500 wird vorzeitig beendet.

 

Nun fehlte nur noch das Auto. Flugs bei Mobile.de rumgesucht und schnell hatte ich tatsächlich einen gefunden, der ziemlich exakt meinen Vorstellungen entsprach. Da habe ich mich doch gleich mal beim Händler gemeldet, die freundliche Rückmeldung vom Autohaus Singer in Marktoberdorf erfolgte prompt. Das vertragliche war schnell geregelt, das Auto wurde vom Autohaus zugelassen, mir ausführlich erklärt und übergeben. Mit dem Autohaus war ich schon mal sehr zufrieden.

 

Die Fahrt von Marktoberdorf nach Hause war klasse, der Verbrauch je 100km lag bei 21,2 KW. Ich hatte ca. 250 Autobahn zu fahren. Unterwegs habe ich vorsichtshalber mal geladen, da ich keine Ahnung hatte, ob die Ladekarte von Audi funktioniert. Sie funktioniert immer problemlos. In zahlreichen Youtube Videos hatte ich im Vorfeld viele Horrorstorys über grausige Ladestationen angeschaut. Das hatte mich schon ein wenig irritiert.

 

Die erste Ladung des Fahrzeugs war völlig unproblematisch. Stecker ein, Karte rangehalten, 40 Sekunden später wurde mit 150 KW geladen. Ich habe den Akku nicht voll gemacht, denn eigentlich hätte ich gar nicht laden müssen.

 

Dann ging es weiter. Die virtuellen Außenspiegel waren am Anfang nicht einfach, daran musste ich mich gewöhnen. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, nur zum einparken in der Garage sind sie für mich bisher nicht geeignet. Das erledige ich mit den 360 Grad Kameras.

 

Mein Durchschnittsverbrauch liegt derzeit bei 24,6 KW. Hierzu muss man sagen, dass ich mich sehr oft von den Assistenzsystemen fahren lasse, auf Autobahnen funktioniert das perfekt. Auf Landstraßen ebenfalls, allerdings übernehme ich dort das Lenkrad lieber selbst. Manchmal erinnere ich mich auch an den RS6, dann zeigt der Tacho auch mal die 200 ;-).

 

Ich habe genau gar nichts zu meckern. Das Auto ist fantastisch, ich genieße das ruhige Fahren und die funktionierenden Assistenzsysteme. Alles ist einfach zu bedienen, man braucht keine Schulung und alles funktioniert perfekt. Die Laderei ist absolut unkompliziert, es stört mich auch überhaupt nicht, ab und zu mal die Autobahn zu verlassen, um 20 Minuten Strom zu laden. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist doch super, alle 2 Stunden mal kurz Pause zu machen, die E-Mails zu checken, auf die Toilette zu gehen oder einfach ein paar Meter rumzulaufen. Für mich perfekt.

 

Mit keinem Auto habe ich jemals ein derart entspanntes Fahren erlebt. Hierbei muss ich sagen, dass die Messlatte hoch liegt. Speziell der Audi A8 4.2 Liter Diesel war ein super Auto, der RS6 eine sensationelle Spaßmaschine. Trotzdem habe ich mehr Freude am e-tron, weil ich merke, dass er mir guttut. Das ist ein sehr entscheidender Faktor.

 

Dass man nebenher noch was für die Umwelt tut und einige hundert Euro monatlich spart, wenn es ein Geschäftsauto ist, sind angenehme Nebeneffekte. Genauso wie die Verbrauchskosten, die in meinem Fall bei 5 Euro je 100 km liegen und beim G 500 bei 21 Euro lagen. In der Stadt darf ich umsonst parken, die Busspur benutzen und fühle mich moralisch auch besser.

 

Übrigens habe ich mir vor dem Kauf alles reingezogen, was es an Infomaterial gab. Ich habe unzählige Videos angeschaut und m.E. alle Fachzeitschriften gelesen. Mittlerweile habe ich auch verstanden, dass man sich das sparen kann. Wichtig ist zu überlegen, was an eigentlich braucht. Denn jeder tut so, als würde er ständig riesige Langstrecken fahren oder Pferdeanhänger hinter sich herziehen.

 

Wer oft einen Pferdeanhänger lange Strecken bewegt, wird kein Freund es E-Autos werden. Wer nur 4.000km pro Jahr fährt, braucht auch keinen riesigen Akku.

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mit dem e-tron extrem zufrieden bin. Nach der G Klasse hatte ich mir schon Sorgen um die deutsche Automobilindustrie gemacht, denn der war richtig schlecht. Nachdem ich auch Tesla angeschaut habe und nun den e-tron fahre weiß ich, dass zumindest Audi ganz weit vorne ist.

 

Glückwunsch auch an die Entwickler, das habt ihr richtig gut gemacht. Ihr habt ein wenig viel Geld bei der Entwicklung verballert, ich hoffe ihr könnte die Kosten bei anderen Fahrzeugen verwerten. Gruß auch an das Team vom Autohaus Singer in Marktoberdorf, ein toller Betrieb. Habt ihr gut gemacht :-).

 

Eine kleine Bitte hätte ich an Audi. Bietet doch Autos ohne dieses Hochglanzplastik an. Es gibt Menschen wie mich, die hassen das.

Gesamtwertung: 5.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 5.0 von 5 möglichen Sternen
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2 fanden das hilfreich
Hilfreich Nicht hilfreich

Kommentare: 1

01.12.2020 23:34    |    elektrify

toller Beitrag, der mir auch in meiner kommenden Entscheidung weiterhelfen wird ;)


28.01.2021 09:04    |    rosswell

Schöner Bericht. Da ist einer sehr begeistert. =)

 

Bis auf den Verbrauch (liege bei 31kwh) teile ich Deine Meinung. Das könnte aber an dem Wetter liegen und an meinem Fahrprofil.

 

Ich habe meinen 55iger e-tron (kein Sportback) am 13.01. diesen Jahres übernommen. Ansonsten bin ich nach rund 1.300 km (90% BAB mit 130) auch zufrieden. =)

 

Ich habe jedoch folg. Kritikpunkte.

 

1.) Steinzeitlicher Tempomathebel:

Ich fahre seit 12 Jahren hochmotorisierte BMW (M135i, M3, G31 530d, G20 M340i). Da ist es mir noch nie passiert das ich aus Versehen Lichthupe gebe. Und ich fahre zu 90% mit den Assistenzsystemen. Dieser separate Hebel sollte wirklich verschwinden und die Bedienung sollte ins Lenkrad wandern. Das wäre deutlich ergonomischer.

 

2.) Die Übernahme der Geschwindigkeitslimits über die Kamera oder von den Kartendaten:

Das läuft leider nicht rund. Immer wieder holt der Audi ein nicht mehr vorhandenes 80iger Tempolimit aus den Kartendaten (obwohl die Kameras nichts erfasst haben) und bremst massiv runter. Das ist mit auf den 1.300km wirklich 4-5x passiert und nervt etwas. Das umgekehrte hatte ich auch schon in Baustellen. Obwohl die Kamera zuverlässig die 60iger Begrenzung erkannt hat meint der e-tron mitten in der Baustelle (wahrscheinlich weil die Kartendaten das sagen) das wieder aufgehoben sei und versucht wieder auf 130 zu beschleunigen. Auch sehr unangenehm und bereits 2x passiert in den 1.300km. Deswegen habe ich dieses System auch abgeschaltet und übernehme das Limit manuell (ich fahre eh immer 6-8 mehr als erlaubt um flüssiger im Verkehr mitzuschwimmen. Auch ein einmal manuell verändertes Limit wird wieder heruntergezogen sobald er das nächste Schild erfasst. Auch das könnte besser gelöst werden (z.B. mit einem leichten Offset das man einstellen kann). Hier sind die aktuellen BMW G-Modelle definitiv besser und angenehmer zu fahren. Wie sagt man so schön, wo Licht ist ist auch Schatten. Ich bereue die Entscheidung den e-tron genommen zu haben dennoch in keinster Weise. Der e-tron hat andere Vorzüge. Ich liebe diese Ruhe und das erhabene in dem Auto und natürlich die Optik und Qualität. =)

 

So long

rosswell


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