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Audi A6 C8/4K 50 TDI quttro tiptronic Test

23.10.2018 22:28    |   Bericht erstellt von starfishy

Testfahrzeug Audi A6 C8/4K 50 TDI quattro Avant
Leistung 286 PS / 210 Kw
Hubraum 2967
Aufbauart Kombi
Kilometerstand 15000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 7/2018
Nutzungssituation Mietwagen/Leihfahrzeug
Testdauer wenige Wochen
Gesamtnote von starfishy 3.5 von 5
weitere Tests zu Audi A6 C8/4K anzeigen Gesamtwertung Audi A6 C8/4K 4.0 von 5
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Einleitung

Ich habe den A6 im Moment als Mietwagen, seit ungefaehr 5 Wochen und 7500km, mehrheitlich Autobahn.

Karosserie

4.0 von 5

Der Audi A6 C8 wäre ein schöner Autobahncruiser wenn, ja wenn die Elektronik dem Standard der restlichen Technik angepasst wäre. Audi's Versuch, wie Tesla alles per touch-screen zu machen, schlägt sich in einem verfehlten, unpraktischen Bedienkonzept nieder. Dazu kommt, dass die Technik ziemlich unausgereift ist. Aber der Reihe nach:

 

Auf der Autobahn brauch man gelegentlich am Stauende die Warnblinkanlage. Dazu hat jeder Kleinwagen einen Warnblinkschalter. Audi nicht, die haben ein Sensorfeld zwischen Sensorfeldern für andere Funktionen. Unpraktisch und mitunter gefährlich.

 

Dann die Bedienung des Navis. Oft muss man zweimal oder dreimal drücken bis der Computer die Eingabe frisst. Die Internetsuche ist von eher bescheidenem Wert, allzuoft findet das Navi nichts. Aber das alles waere noch verschmerzbar, wenn das Ding wenigstens zuverlässig wäre oder man es zu allermindest resetten könnte. Wir hatten einen Totalausfall fuer mehrere Stunden, bis sich das Ding mal selber resettet hat. Basteln am Autobahnparkplatz hat da nicht geholfen, und fahren ohne Staumeldungen und Navi ist auch nicht wirklich der Brüller.

 

Und weil wir gerade von Zuverlässigkeit sprechen: Immer wieder kommen auf der Autobahn meldungen, dass der Kreuzungsassistent(!), Spurhalteassistent (wozu?), Abstandsassistent oder sonst ein Assistent nicht geht. Oder eine pauschale Meldung, dass die Audi-Sensorik wieder mal nicht mag. Rettungsgasse mag sie besonders wenig. Dann klingelt der Warner dass man links zu nah dran ist, bis es dem System reicht und die Sensorik wieder mal die Grätsche macht.

 

Gut: Sitzkomfort, Raumgefühl, generelle Verarbeitung ausser der Elektronik. Die Scheinwerfer sind auch gut, die Scheibenwaschanlage dagegen nicht. So hilflos gegen ein paar Insektenleichen war bisher kaum ein anderes Auto. Die Scheibenwischer spritzen direkt vom Wischerarm, aber so kurz vorher, dass die Fluessigkeit offensichtlich nicht genug 'einwirken' kann.

 

Und wo wir gerade bei Zuverlässigkeit waren: Manchmal fährt die linke Scheibenwaschdüse nicht ein.

 

Insgesamt fuehlt sich das ganze ein bisschen an wie ein Prototyp, aber nicht wie ein 100k Euro Premium-Modell.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Geraeumig
  • + Guter Sitzkomfort
  • + Gute Verarbeitung
  • - Schlechtes Bedienkonzept
  • - Touch screen ist von minderer Qualität
  • - Gefaehrlich: Warnblinkschalter als touch element ausgefuehrt, nicht ertastbar.
  • - Unzuverlässige Elektronik

Antrieb

3.5 von 5

Fahren auf der Autobahn ist recht angenehm, zumindest solange man nicht gemässigt beschleunigen will. Wenn man draufsteigt ist der Kickdown ja in Ordnung, aber dass beim sanften Gasgeben das Getriebe gleich mal hektisch zwei Gänge zurückschaltet nervt eher. Der Motor hat wirklich genug Drehmoment, dass das unnötig ist.

 

Dafür ist das Anfahren erstmal mit einem ordentlichen Turboloch und einem Getriebe das erstmal nicht zurückschaltet etwas tráge, gerade wenn man bei kaltem Motor kein Vollgas geben will. Einfädeln wird zum Glücksspiel, und dann entscheidet sich das Getriebe plötzlich doch, dass es runterschalten soll und ab geht die Luzi, daführ dreht dann auch der kalte Motor richtig hoch. Bei glatter Strasse besonders witzig.

 

Quattro - so wie immer halt. Fängt zumindest die plötzlichen Leistungsspitzen ab.

 

Ab 230 wird das Auto mit den serien-Winterreifen (bis 240) nervös. Das ist sicher mit den Sommerreifen besser.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Gute Fahrleistungen
  • + Klang nicht nervtötend
  • - Getriebe schaltet tráge beim Beschleunigen von 0
  • - Grosses Turboloch
  • - Hektisches schalten beim Beschleunigen bei höhrerer Geschwindigkeit

Fahrdynamik

3.5 von 5

Ordentliche Fahreigenschaften, gute Beschleunigung, hinreichend handlich. Nicht herausragend, aber ziemlich gut. Ab 230 nervös, liegt aber wahrscheinlich an den Winterreifen.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Ordentliches Fahrverhalten
  • + Gute Bremsen
  • + Für ein grosses Fahrzeug im Dynamic Modus recht agil.
  • - Mehr als Gleiter ausgelegt, wirklich dynamisches Fahren liegt ihm nicht

Komfort

3.0 von 5

Wie vorher schon aufgeführt, ist die Bedienung des Navis und der nichtessentiellen Funktionen schlecht gelöst. Umstándliche Menüführung, ein schlechter Touchscreen (vielleicht mal bei Apple oder Samsung abschauen) und unzuverlássige Elektronik verhageln das Gesamtbild.

 

Dabei sind die Sitze bequem, das Innengeräusch ist bei warmem Motor recht angenehm, obwohl immer prásent. Bei kaltem Motor nagelt es vernehmlich von vorne. Heizung und Klime sind auch ok, jedoch ist die Bedienung mit dem Touchscreen unpraktisch, weil man nichts ertasten kann,

 

Gefáhrlich: Warnblinkschalter als Touchscreen-Element.

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Bequeme Sitze
  • - Schlechtes Bedienkonzept

Emotion

3.0 von 5

Der Funke will nicht überspringen. Schlecht ist das Auto abgesehen vom Bedienkonzept nicht, aber Emotionen weckt es auch nicht. Das Design ist eher abgestanden, der Wagen ist weder wirklich sportlich noch richtig komfortabel. Das schlechte Bedienkonzept tut sein übriges, um den positiven Gesamteindruck zunichte zu machen. Merkwürdige Eigenheiten, wie ein Spurhalteassistent, der sich im abgeschalteten Zustand manchmal gegen Spurwechsel sträubt oder Elektronik die oft macht was sie will, gibts gratis dazu.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Brauchbaresn
  • - Das Design ist irgendwie bei Audi immer das gleiche

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Generell guter Komfort, gute Fahrleistungen, insgesamt ein schneller Reisewagen.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Die Elektronik macht jeden positiven Eindruck zunichte. Bei einem Auto in dieser Preisklasse erwarte ich Zuverlässigkeit und ein durchdachtes Konzept. Beides kann der A6 C8 leider nicht bieten. Man wird das Gefühl nicht los, dass jemand versucht hat, bei Tesla abzuschauen und das ist ordentlich danebengegangen. Die gesamte Bedienung des Nav/Entertainment systems ist unpraktisch. Aber was am meisten stört ist, dass mitunter bei 200+ ein paar Warnbongs kommen und die Sensorik wieder mal die Grätsche macht. Auf den nächsten Parkplatz, ausschalten, einschalten und zumindest die Sensoren gehen wieder. Beim Navi hilft das leider nicht, da muss man warten bis es wieder Lust hat.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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