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Audi A5 8T Coupe 2.0 TFSI Test

22.03.2016 14:04    |   Bericht erstellt von Stumpen88

Testfahrzeug Audi A5 8T Coupe 2.0 TFSI
Leistung 180 PS / 132 Kw
Hubraum 1984
Aufbauart Sportwagen/Coupe
Getriebeart Automatikschaltung
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von Stumpen88 3.5 von 5
weitere Tests zu Audi A5 8T Coupe anzeigen Gesamtwertung Audi A5 8T Coupe 4.0 von 5
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Einleitung

Der Wagen wurde von mir im Juli 2014 mit 80.000km privat gekauft.

 

Im März 2016 ging der Audi A5 mit 105.000km als Anzahlung für einen neuen Wagen an ein Autohaus.

Galerie

Karosserie

3.0 von 5

Der Audi A5 stand jahrelang ganz oben auf meiner Haben-Will-Liste. Einfach ein super schönes Coupe. Klassisch, sportlich, nicht zu abgehoben (wie ein Porsche oder ähnliches), klare Linien, zeitlos. Nach ein paar Jahren des Sparens habe ich mir den Wagen im Juli 2014 gebraucht gekauft.

 

Bj. 2009 - 80.000km - Sehr guter Zustand

KeyLess, B&O, schwarzer Himmerl, HoldAssist, Xenon, MMI 3G High etc.. Die Austattung fand ich die ganze Haltezeit über als sehr angenehm und ausreichend. Mir hat nichts gefehlt.

 

Es verging eigentlich kein Tag, wo ich mich nicht auf eine Fahrt mit dem A5 gefreut habe. Auch andere haben sich am A5 erfreut. Gerne wurde bei mir mitgefahren oder an der Tankstelle ein kurzes Gespräch zum Wagen aufgenommen. Meine Kumpels fanden die Farbe (Sphärenblau Metallic) nicht "cool" genug. Trotzdem wurde ich häufig von Fremden auf die Farbe angesprochen. Vielen gefiel, dass der Wagen nicht Schwarz-Einheitsbrei war.

 

Thema Seitenscheiben:

Im Winter gefrieren die Scheiben. Durch die Bauform des Coupes kann man somit nicht mehr die Türen öffnen. Bei Minusgraden lautet das feste Ritual, erstmal tonnenweise Enteiser auf die Fahrerseitenscheibe zu sprühen. Dann 5-10min neben seinem Wagen warten (Als Nichtraucher sehr spannend...). Irgendwann geht die Scheibe dann runter.

Im Sommer über 28° fangen die Scheiben munter an zu quietschen beim Hoch- und Runterfahren. Alle Versuche das Schmierens haben leider nichts gebracht.

Bei Regen hat man nach dem Öffnen der Tür erstmal einen halben Liter Wasser auf dem Sitz. Auch dort gibt es einen Workaround: Zweimal mit dem Finger über die Aluzierleiste wischen. Dann hat man das meiste Regenwasser ablaufen lassen und der Sitz bleibt weitesgehend trocken.

Im Gegenzug kann man durch die Bauform die Fenster auch außerorts offen lassen. Die Verwirbelung und Geräuschkulisse hält sich hier erstaunlich in Grenzen.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Außendesign
  • + Sport-Stoffsitze
  • + Innenraumdesign
  • - Wenig Platz hinten - wenn auch bequem
  • - Einsteigen hinten schwierig
  • - Alles was mit dem Thema Seitenscheiben zu tun hat!
  • - Bremsen quietschen
  • - Übersichtlichkeit durch A- und C-Säule sehr schlecht

Antrieb

2.0 von 5

Klar. Mehr Leistung geht immer. Untermotorisiert ist der A5 mit dem 2.0 TFSI aber nicht - eher über dem dt. Durchschnitt. Sportliche Zwischenspurts sind immer drin. Auf 140kmh ist man recht schnell. Bis 200 kommt man relativ flüssig. Danach wird es zäher. Trotzdem dreht er sauber und ohne Unterbrechung bis ca.230kmh. Schneller bin ich mit dem Wagen nicht gefahren.

 

Eine Tour Nachts um 3 über die leere Autobahn über 1h mit ca. 200-220kmh hat er ohne Probleme mitgemacht. Keine Überhitzung oder sonstige Probleme. Nur der Tank dankt es einem.

Generell ist der Verbrauch doch anders als erwartet. Einem modernen TFSI (in einem windschnittigen Coupe) habe ich deutlich mehr Effizienz zugetraut. Außerorts kann man nicht meckern. Je nach Fahrweise stehen 6-8l im Boardcomputer. Innerorts im Stadtverkehr sind einstellige Werte praktisch nicht machbar. Und auf dem täglichen Weg zur Arbeit trage ich den Wagen fast. Langsames Anfahren, vorrausschauendes Fahren. Trotzdem nichts machbar. Ein wenig tippe ich aber auch auf das Zusammenspiel mit der Automatik.

 

Ölverbrauch:

Kommen wir zum ersten großen Minuspunkt. Der Ölverbrauch. Vor Kauf war mir das schon bekannt. Der Vorbesitzer versicherte mir, dass bei seinen Langstreckenfahrten 1l Öl auf 8.000km nachgekippt werden müsse. Unschön, aber noch im Rahmen des vertretbaren. Ich fahre Wochentags Kurzstrecke und am WE Mittel- bis Langstrecke. Dadurch stieg der Ölverbrauch. Zunächst waren es um die 4.000km bis neues Öl rein wollte, später bei über 100.000km Laufleistung wollte 1l auf 2.000km nachgefüllt werden. Ein Unding für einen modernen Motor!

 

Automatik:

Und hier der nächste dicke Minuspunkt an meinem Wagen - die Multitronic, oder das, was Audi ein Automatikgetriebe nennt. Als ich mich über den Kauf des A5s informiert hatte, habe ich zum ersten Mal von einem CVT-Getriebe gehört. Also ein komplett dynamisch-stufenloses Getriebe. Gänge gibt es hier nicht. Anstatt wie bei normalen Getrieben die Drehzahl nach oben zu bewegen, bis die nächste Übersetzung reinkommt, wird hier die Drehzahl gehalten und dafür das Getriebe kontinuierlich angepasst. Klingt verrückt. Funktioniert aber.

Leider nur ergeben ergeben sich im Alltag 2 Probleme. Für mich am meisten störend sie die Lastwechsel. Das hat das Getriebe einfach nicht drauf. Z.B. das Anfahren. Bei jeder normalen Automatik würde man das Gaspedal ungefähr 1/5-1/4 durchdrücken, um gemütlich an der Ampel loszufahren. Bei der Multitronic passiert folgendes: 2s Wartezeit, dann macht der Wagen einen Sprung nach vorne, dass man aufpassen muss niemanden reinzufahren. Hier gewöhnt man sich an, das Gaspedal anzutippen (wirklich nur tippen und loslassen) und zu warten bis der Wagen langsam losrollt. Dann erst kann man normal Beschleunigen. Ähnlich im Fahrtbetrieb. Zurollen auf einen Kreisverkehr. Der Wagen verlangsamt, man will in die Lücke huschen und gibt sachte Gas... Es passiert 2s nichts, dann geht es vorwärts. Sehr nervig. Häufig kommt es so zu brenzligen Situationen, da man Lücken locker schaffen würde, das Getriebe aber solange Pause macht, bis sich die Verkehrssituation unter Umständen schon geändert hat. Spaß macht das ganze absolut nicht!

Nächster Punkt: Auspuffsound. Klar hängt vorrangig nicht am Getriebe. Jedoch klingt das Beschleunigen mit Sportauspuff merkwürdig und nicht "realistisch", da der Motor von 0-100kmh die ganzen Zeit 1.500U/min hält. Man kommt sich vor, als wenn man eine Ufo fährt.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Fahrleistungen reichen aus
  • + Außerorts guter Verbrauch (7l)
  • - Multitronic!!
  • - Innerorts und Autobahn hoher Verbrauch (9-13l)
  • - Ölverbrauch

Fahrdynamik

3.5 von 5

Fahrdynamisch ist der A5 gut im Futter. Kurven können auch im höheren Tempo sicher durchschritten werden. Das lässt Freude aufkommen. Empfohlen werden kann an dieser Stelle die Dynamiklenkung. Im Stadtverkehr locker leicht und auf der Autobahn stramm. Das Fahren ist dadurch angenehmer. Eine normale Servolenkung kommt einem dagegen teils wie aus dem Mittelalter vor.

 

Die Beschleunigung hängt hierbei wieder stark am Getriebe. Im M-Modus drehen die Gänge schön aus und selbst bei niedrigen Drehzahlen zeigt der Motor dank Turbo gut Drehmoment.

Das ändert sich schlagartig im D-Modus, wenn die Multitronic stufenlos arbeitet. Man hat das Gefühl man hat Sirup oder einen großen Kaugummi im Getriebe. Oder als wenn jemand 100PS geklaut hat. Für die täglichen Arbeitsfahrten reicht das immer noch aus. Schön ist aber anders. In der Freizeit wird der Wagen dadurch lieber im M-Modus bewegt. (Auch wenn nicht hoch gedreht wird.)

 

Als negativ Stufe ich den Wendekreis ein. Für einen Wagen dieser Größe ohne Allrad könnte er deutlich kleiner sein. Ich drehe jeden Tag auf einer 4-spurigen Straße. Das passt meist gerade so nicht. Man muss immer ein paar cm zurücksetzen und einen erneuten Anlauf starten.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Kurvernfahrten sicher
  • + Beschleunigung ausreichend
  • + Dynamiklenkung
  • - Hoher Wendekreis

Komfort

4.0 von 5

Ich habe extra einen Wagen ohne S-Line Fahrwerk gewähl, da mir dies zu hart vorkam. Die normale Federung ist weich, Schlaglöcher und Bodenwellen erreichen den Passagier trotzdem merklich.

 

Die Sportstoffsitze nehme ich als optimal dar und würde sie bei einer Neubestellung als klaren Favoriten sehen.

Leder ist bei mir und meiner Freundin unbeliebt. Die normalen Stoffsitze haben kaum Seitenhalt und unangenehmeren Stoff. Teilleder ist die einzig teure Alternative.

 

Häufig liest man in Foren vom veralteten MMI und dass es dringend eine Überarbeitung benötigt. Ja, Bluetooth-Streaming, Spotifiy und ähnliche Spielereien gehen nicht. Hat mich aber nie gestört. Das MMI 3G High besticht mit einem sehr gut ablesbaren Bildschirm und einer einfach und intuitiven Bedienung. Hier sollte sich jeder zurechtfinden.

Die Sprachsteuerung durch die Menüpunkte ist gut durchdacht und funktioniert. So brauch man nicht auf die Menü-Tasten gucken und hat den Blick auf der Straße.

 

Nicht so gut weg kommt das Navi. Häufig liege ich mit der guten Dame im Diskurs. Im besten Hochdeutsch befeuere ich sie mit einer dt. Großstadt, sie überlegt kurz und bietet mir erstmal 10 Nester hinter Buxtehude, bis dann endlich die Millionenstadt als Auswahl erscheint. Was soll das?

Die Darstellung und Animation ist gelunden. Hier gibt es nichts auszusetzen. Die Navigationsführung hingegen schon. Googlemaps berechnet mir 2h Fahrt. Das MMI spricht auf einmal von 4h. Für die gleiche Strecke. Wo kommt das her? Meist haben dann die Zeiten von Googlemaps gestimmt und das MMI lag ewig daneben.

Mehrfach ist es auch vorgekommen, dass mich das Navi von der Autobahn runtergeführt hat und mich eine verwegene Landstraße langgeschickt hat, anstatt die gut ausgebaute, parallel verlaufende Autobahn zu nutzen...

Unkommentiert muss auch der Sachverhalt dastehen, dass das teure MMI 3G High mit Festplatte nicht selber geupdated werden kann und Audi stolze 350€! dafür haben möchte.

 

Das B&O gewinnt auch nicht gerade einen Preis. Hätte es nicht drauf gestanden, hätte ich gedacht, es ist das mittlere Soundsystem. Im Vergleich zum ASS kann es sich auch nur wenig absetzen. Unverständlich ist auch die Monate des Subwoofers in der Hutablage. Wer kommt auf sowas? Kaum dreht man ein wenig lauter auf, fängt hinten die ganze Ablage zu vibrieren und es stellen sich unschöne Störrfrequenzen ein.

Galerie
Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Sportstoffsitze
  • + MMI
  • + Gut gedämmt
  • - Fahrbahnunebenheiten dringen in die Fahrgastzelle
  • - B&O weit unter den Erwartungen
  • - Navigation teils nicht nachvollziehbar

Emotion

4.5 von 5

Emotion ist eine Kategorie, die der A5 ganz klar für sich gewinnt. Ich habe den Wagen gekauft, weil er mich mehr angesprochen hat, als alle Kontrahenten - egal in welchem Preissegment. Einfach ein sehr schöner Wagen, der einen jeden Tag nochmal auf dem Parkplatz umdrehen lässt, um dem Wagen hinterherzuschauen. Genau so muss das sein!

 

Es passt hier einfach alles. Egal aus welcher Position man den Wagen betrachtet. Nichts missfällt. Auch auf Dauer kann man sich nicht sattsehen. Häufig wurde ich auf den Wagen angesprochen. Interessanterweise wurde ich auch häufig an Tankstellen oder Parkplätzen auf die außergewöhnliche Farbe angesprochen (Sphärenblau Metallic). Gefällt nicht jedem. Frisch gewachst, funkelt er aber wie ein Diamant. Je nach Sonneneinstrahlung hellblau, grau und ein wenig gold. Dreckig im Winter driftet der Ton leider Richtung Babyblau ab.

 

Was absolut keine Emotionen weckt ist der Sound des 2.0 TFSI. Selbst ältere 1.6er Sauger klingen sportlicher. Hier kommt leider nichts.

Dem wurde jedoch auf die Sprünge geholfen, nachdem bei uns in der Straße häufiger ein A6 BiTDI vorbeigefahren ist. Diese besitzt ab Werk ein Auspuffsoundsystem. Unterm Strich ein Lautsprecher im Auspuff, welcher V8 Sound generiert. Klingt abstrus. Wenn man es aber mal live gehört hat, sieht man das anders. Ich war begeistert! Daher wurde dies an meinem Wagen nachgerüstet. Samt WLAN-Modul. So kann der Sound stufenlos in Lautstärke und Frequenz angepasst werden. Ich wähle hier meist tief und relativ leise. Laut und aufdringlich passt eher zu Kategorie-3er-Golf.

Mit dem Activ Sound System kann man mächtig Spaß haben. Im Sommer macht es einfach jeden Tag Spaß, die Fenster runter zu machen und dem "V8" beim runtertouren zuzuhören. Toll was Audi bzw. Eberspächer hier gezaubert hat.

Das einzige was nervt, ist wie immer die Multitronic. Durch die gleichbleibende Drehzahl beim Beschleunigen klingt auch der Auspuffsound gleichbleibend. Unrealistisch und auch dröhnig. Daher werden die Gänge meist im M-Modus manuell eingelegt. Dann bekommt man auch das, was einem Audi verspricht. Einen tollen und halbwegs realistischen Sound.

Galerie
Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Zeitloses, elegantes, klassisches und modernes Design zugleich
  • + Schöner Innenraum
  • + Activ Sound
  • - Motorsound 2.0 TFSI

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 100-200 Euro
Verbrauch auf 100 km über 10 Liter
Inspektionskosten pro Jahr 100-300 Euro
Gebrauchtwagengarantie keine vorhanden
Werkstattkosten pro Jahr bis 200 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 4103
Haftpflicht 300-400 Euro (35%)
Vollkasko 400-600 Euro 35%

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Der A5 ist keine Vernunftsentscheidung sondern eine emotionale. Er sieht einfach gut aus und macht Spaß.

 

Bis auf die Versicherung ist er günstig im Unterhalt. Vor allem auf den Umstand hin, dass er laut Fahrzeugschein ein Sportwagen ist. :)

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Empfehlen würde ich den A5 nur in gewissen Konstellationen nicht. Der 2.0 TFSI ist wegen dem hohen Ölverbrauch nicht zu empfehlen. Die Multitronic hat mir wegen der Charakteristik und objektiv wegen den nervigen und langsamen Lastwechseln gar keine Freude bereitet. Übersichtlich ist der Wagen nach hinten nicht wirklich. Mit PDC lässt es sich aber gut einparken.

 

Die Versicherung ist nicht die günstigste. Bremsenquietschen, Scheibenquietschen, zufrierende Türen/Scheiben, dass der Innenraum bei Regen immer nass wird... sind Sachen mit denen man sich vielleicht noch anfreunden kann, die aber auch nicht gerade für die "Premium"-Marke Audi sprechen.

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 3

18.05.2016 18:46    |    seestern2

Ich bin seit März 2015 Besitzer eines Renault Mégane Grandtour, in welchem das von Nissan entwickelte Antriebssystem aus einem 2,0 Liter-Motor und einer mittels Drehmomentwandler angehängten CVT-Automatik werkelt. Viele, wenn nicht alle Autobauer, welche CVT-Technik einsetzen, haben daran herum gebastelt und bieten ihren Wurf unter geschützter Bezeichnung an. Audi also als Multitronic, Renault eben als sog. X-Tronic.

Nun, mit dem Audi A5 habe ich keine Erfahrung. Und diese brauche ich eigentlich gar nicht, da die CVT-Technik aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen auch in der Autopresse so schlecht wie nur möglich geredet wird. Es gibt dafür nur einen Grund, nämlich der vermeintliche Gummibandeffekt beim Anfahren und Beschleunigen, welcher jedoch bloss eine durch das getriebebedingte Drehzahlverhalten des Motors akustische Wahrnehmung beschreibt. Ich hatte bisher und im Vergleich mit den vorher gefahrenen Stufenautomaten noch nie den Eindruck, dass die Motordrehzahl beim Beschleunigen dem Auto tatsächlich davon rennt. Der vorherige Mégane hatte einen auf die Motorleistung sehr gut abgestimmten 4-stufigen Automaten (es fehlte leider der 6.Gang). Auch ich wusste bis zum Kauf des aktuellen Fahrzeugs nichts über CVT-Technik, also auch nicht, dass eine solche darin verbaut ist.

Somit konnte ich unbefangen die Probefahrt vor dem Kauf antreten und zweifelte zu keinem Zeitpunkt an der Leistung von 140 PS zu 135 PS von vorher. Nicht einmal das typische Hochdrehen des Motors beim Beschleunigen wäre mir besonders aufgefallen. Ich hätte es als normales Zurückschalten durch Mehrlast aufgefasst.

Ich würde ohne weiteres wieder eine CVT-Automatik kaufen. Sie beschleunigt eben wirklich stufen- bzw. ruckfrei, halt schon in der Art eines Elektroantriebs. Einziger Wermutstropfen bei der CVT ist für mich das sofortige Hochdrehen des Triebwerks schon bei leichtem Gaspedaldruck im D-Modus. Da hängt der Stufenautomat schon noch etwas länger am eingelegten Gang, bevor er zurückschaltet. Und ich bin kein Freund von lärmenden Höchstdrehzahlen. Immerhin aber wird das Auto durch den Variator zügig beschleunigt, wenn halt auch mit zunächst heulender Maschine.

Noch etwas: Das verzögerte Anfahren des Audi A5, wie hier beschrieben, darf nicht der CVT angelastet werden. Das hängt mit der Elektronik bzw. dem Steuergerät der Automatik zusammen.


19.05.2016 16:26    |    gizmo1979

Das Thema mit dem ruckeligen Anfahren hatte ich bei mienem FL 1.8TFSI Cabrio auch. bei mir wurde im Zuge der Garantie ein Systemtracker installiert der eine Woche lang bei mir im Auto die Daten aufzeichnete und ich dazu per Mikrofon die Situation aufgezeichnet habe. Nach einer Woche wurde es wieder ausgebaut und mir wurde ein paar Wochen später eine neue Motor/Getriebesoftware installiert und seitdem ist es fast abgestellt. Eine TPI habe ich dazu aber keine.


20.05.2016 14:00    |    Stumpen88

Grundsätzlich finde ich die Idee des CVT auch echt interessant. Für Alltagsfahrer und Cruiser wahrscheinlich auch eine sehr gute Wahl.

 

Hier beschreibe ich aber nicht prinzipiell eine CVT, sondern den A5 2.0 TFSI Multitronic. Bei meinem Wagen war das Getriebe ein großer Nervfaktor. Abgesehen von der Charakteristik (subjektiv) empfand ich die Lastwechsel (objektiv) als nervend. Als ich mit verschiedenen A5 Multitronic-Besitzern geredet hatte, haben diese von Ähnlichem berichtet und sich auch eine "getriebevorrausschauende" Fahrweise zugelegt.


15.11.2016 10:08    |    vincent767

Herzlichen Dank für diesen Testbericht.

So etwas hilft wirklich weiter, wenn man beabsichtigt sich dieses Modell

zu kaufen.

Viele Grüße

R.


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