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Audi A3 8VA Sportback e-tron Test

28.05.2020 10:56    |   Bericht erstellt von Anzugmensch

Testfahrzeug Audi A3 8VA Sportback e-tron
Leistung 204 PS / 150 Kw
Hubraum 1395
Aufbauart Schrägheck
Kilometerstand 6800 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 2/2015
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von Anzugmensch 4.0 von 5
weitere Tests zu Audi A3 8VA Sportback anzeigen Gesamtwertung Audi A3 8VA Sportback 4.0 von 5
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Einleitung

Ich erwarb das Fahrzeug vor ca. 1,5 Jahren mit 42.000km Laufleistung und bin seitdem knapp 25.000km gefahren.

Galerie

Karosserie

4.0 von 5

An sich ist das Fahrzeug wie ein normaler A3 oder Golf. Vorne ist das Platzangebot gut, es ist übersichtlich, die Qualität ist Audi-typisch sehr hochwertig. Im Vergleich zu einem normalen A3 ist der Kofferraum etwas kleiner; außerdem handelt es sich insgesamt immer noch um einen Kompaktwagen.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Sehr hohe Qualität
  • + an sich von der Größe und Übersichtlichkeit ein ganz normaler Kompaktwagen
  • - Kofferraum im Vergleich zum normalen A3 etwas kleiner, aber dennoch groß genug

Antrieb

4.5 von 5

Der Motor ist im normalen Modus ziemlich unspektakulär. Er hat einen guten Durchzug und fährt ruhig, hat auch genug Leistung, bietet aber erstmal nichts besonderes. Gleiches gilt für den E-Motor, nur, dass dieser nur bis 130kmh fährt (dafür bis dahin aber auch ausreichend anzieht). Richtig Spaß macht das Auto erst im Sportmodus; wenn beide Motoren zusammen genutzt werden, liegen bis zu 204PS und 350NM auf der Vorderachse. Nicht selten dreht diese beim Anfahren durch (Tieferlegung ist bei dem Auto vielleicht wirklich sinnvoll), dafür zieht das Auto aber wirklich sehr brachial an, egal ob auf der Geraden oder bergauf. Insgesamt kann das Fahrzeug von der Leistung (nicht unbedingt von der Agilität) mit einem Golf GTI mithalten - soll heißen: der e-tron kommt mit einem GTI mit, kann ihn aber nicht unbedingt überholen. Dafür verbraucht er aber auch wesentlich weniger. Wenn man das Getriebe in M schaltet, ist überholen in jedem Gang möglich dank der Boost-Funktion des E-Motors. Schaltet das Getriebe automatisch, dann schaltet es für mein Emfpinden etwas schnell runter, woran man sich aber gewöhnen kann.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + bei normalem Fahren ganz gewöhnliche, mehr als ausreichende Fahrwerte aber sehr geringer Verbrauch
  • + im Sportmodus bekommt der Antrieb einen völlig anderen Charakter und fährt sich durchaus sportlich
  • - 50km e-Reichweite sind nicht unrealistisch aber etwas mehr wäre dennoch wünschenswert

Fahrdynamik

3.5 von 5

Das Fahrzeug ist grundsätzlich agil, was auch an dem niedrigen Schwerpunkt wegen der Batterie liegt. Jedoch ist das Auto ziemlich weich gefedert, wodurch man das Mehrgewicht in den Kurven durchaus merkt. Auch beim schnellen Beschleunigen verliert die Vorderachse schnell Grip und beim Schaltvorgang 1. auf 2. Gang kann das Auto durchaus mal Wippen. Nichts davon ist wirklich schlimm, zumal das Fahrwerk definitiv komfortabel ist. Wer es aber sportlicher haben möchte, sollte über eine Tieferlegung nachdenken. Die Lenkung ist etwas synthetisch aber in Ordnung. Am Ende handelt es sich immer noch „nur“ um einen normalen A3, nicht um einen S3. In Anbetracht dessen gibt es wenig zu kritisieren.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Komfortabel
  • + niedriger Schwerpunkt
  • + für normales Fahren definitiv agil genug
  • - für sportlicheres Fahren etwas zu weich gefedert, wodurch auch das Mehrgewicht schneller spürbar wird

Komfort

4.5 von 5

 

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Vorteil des e-tron: Vorheizen (Standheizung) per Timer und per App möglich

Emotion

3.5 von 5

 

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Audi-Typisch sportliches Auftreten
  • - Dafür aber insgesamt etwas zu komfortabel in der Fahrdynamik (zumindest mehrere Optionen beim Fahrwerk wären wünschenswert)

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr bis 100 Euro
Verbrauch auf 100 km 5,0-5,5 Liter
Gebrauchtwagengarantie 12 Monate
Werkstattkosten pro Jahr bis 200 Euro

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Wenn der Antrieb zum Fahrprofil passt und man sich auf ihn einlassen will, kann man gut Sprit sparen, ohne an Leistung einbüßen zu müssen. Selbst, wenn man mit der elektrischen Reichweite nicht hinkommt, kann man seinen Verbrauch halbieren. Es gibt die Möglichkeit, das Auto selbstständig zwischen Elektro- und Verbrennerantrieb umschalten zu lassen, wodurch man schon deutlich weniger verbraucht. Wenn man aber irgendwann die Strecken kennt, weiß man, welche Abschnitte man mit dem Verbrenner fahren kann und welche mit dem Elektromotor. Ein bisschen Mitdenken ist also erforderlich, man wird dafür aber belohnt. Außerdem ist man mit dem Antrieb wesentlich flexibler unterwegs: man kann auch mal Kurzstrecken fahren, ohne den Verbrenner zu verschleißen, man kann auf der Autobahn aber auch mal Knallgas geben. Das Auto kann sich jeder Situation anpassen.

Im Übrigen ist der e-tron auch nur ein ganz normaler A3: ein deutlich hochwertigerer Golf; ein echt schönes Auto; ein Auto, was viele technische Funktionen bietet; ein Auto, was einem definitiv Freude bereiten dürfte

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Man darf sich von den 204PS nicht täuschen lassen und ein Auto erwarten, was in der Liga eines etwas schwächeren S3 spielt. Zwar sind die Fahrleistungen definitiv ordentlich und sportlich, der e-tron ist aber nicht als Sportwagen gedacht, was man in seinem Fahrverhalten merkt. Ein etwas härteres Fahrwerk kann das definitiv ausbessern, man wird aber dennoch 300kg Zusatzgewicht mitschleppen. Insgesamt ist der e-tron halt auch „nur“ ein normaler A3 und daher auch nicht an den Ansprüchen des S3 zu messen.

Ob sich ein PlugIn-Antrieb wirtschaftlich lohnt, ist außerdem stark vom Fahrprofil abhängig; im Ergebnis wird bei Strecken über 100km der Hybridantrieb nicht viel Spirt sparen, bei allem darunter hingegen kann man, je nach Fahrweise, seinen Verbrauch aber gut halbieren, auch ohne ein Verkehrshindernis zu sein. Die Reichweitenangabe ist machbar, meistens dürfte sie aber bei intakter Batterie bei etwas mehr als 40km liegen. Das reicht für die meisten Strecken aus, doch wären 10, 20km mehr Reichweite wünschenswert. Wirklich lohnen tut sich der Antrieb außerdem erst dann, wenn man das Fahrzeug auch zuhause - am besten sogar kostenlos - laden kann. Öffentliche Ladesäulen sind oftmals zu teuer, da kann man genauso gut für den gleichen Preis tanken. Eine Ausnahme davon ist, wenn die Ladesäulen an teuren Parkplätzen stehen, dann zahlt man meistens das Gleiche, wie wenn man einfach nur parkt, bekommt aber ein vollgeladenes Auto dazu.

Gesamtwertung: 4.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.0 von 5 möglichen Sternen
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