Piaggio APE 50 C80 Test

31.07.2011 16:44    |    Bericht erstellt von jschie66

Testfahrzeug Piaggio APE 50 C80
Leistung 3 PS / 2 Kw
Hubraum 50
Aufbauart SUV/Geländewagen/Pickup
Kilometerstand 8900 km
Getriebeart Handschaltung
Erstzulassung 1/2010
Nutzungssituation Alltagsbetrieb
Testdauer mehr als 3 Jahre
Gesamtnote von jschie66 2.5 von 5
Gesamtwertung Piaggio APE 50 2.5 von 5
Hat Dir dieser Testbericht geholfen?
einer fand das hilfreich
Hilfreich Nicht hilfreich

Einleitung

Im Alltag getestet

Galerie
Ape 50 zapc

Karosserie

3.0 von 5

Es ist nur für 1 Person zugelassen.

Zwei schlanke Personen passen zur Not in die Kabine, wobei es dann eng wird (und nicht zulässig ist).

Der Kofferraum ist eine Pritsche mit 114x119mm, je nach Modell nur Pritsche oder mit Blechkasten-Aufbau.

Bei Kauf sollte Korrosionsschutz gleich aufgetragen werden.

Heizung ist keine werkseitig eingebaut. Wer Heizung will empfiehlt sich Wärmetauscherheizung selbst um Auspuffrohr zu bauen und in Kabine zu führen.

Leergewicht ist 230-260 kg. zulässiges Gesamtgewicht 510 kg.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + relativ stabil gebaut
  • - kein Korrossionsschutz werkseitig
  • - keine Heizung ab Werk

Antrieb

1.0 von 5

Das Fahrzeug hat nur 1,8 KW Leistung.

Geschwindigkeit wird mit 38 km/h angegeben. Auf Ebene werden nach Tacho 45-50 km/h erreicht. Geschwindigkeit fällt aber bei Gegenwind und Steigung schnell ab. Bei 7% Steigung und nur 1 Person ohne Zuladung werden nach Tacho nur noch 25-28 km/h erreicht.

Wer sparsam fahren will fährt nur 37-40 km/h nach Tacho als Höchstgeschwindigkeit (Verbrauch dann etwa 4,0-4,5 ltr in der Stadt).

Wer immer Vollgas fährt braucht etwa 5,0-6,0 ltr in der Stadt, was für so ein kleines Fahrzeug eindeutig zu hoch ist.

Beschleunigung hat das Fahrzeug so gut wie keine.

Da das Fahrzeug über Züge gesteuert wird müssen Bowdenzüge immer gut eingefettet werden.

Reichweite beträgt je nach Fahrweise und Strecke 150-250 km mit 10 Litern im Tank.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + relativ niedriger Verbrauch bei sparsamer Fahrweise
  • + als 2-takter kann man mit bissl Geschick fast alle Reparaturen selbst ausführen
  • - sobald es Steigung hoch geht fällt Geschwindigkeit ab
  • - 3-Rad fahren ist gewöhnungsbedürftig (Umkippgefahr in Kurven)

Fahrdynamik

2.5 von 5

Wer fährt muss Zeit haben. Geschwindigkeit ist gering und Beschleunigung schlecht.

Dafür winken einem Passanten zu, kleine Kinder bekommen große Augen und somit ist Fahrspaß pur angesagt, sowie gutes Selbstwertgefühl braucht man wenn sich mal Passanten vor lachen auf den Boden schmeißen.

Parken kann man fast überall. Strafzettel bekommt man zumeist nicht, solange man keine Zufahrt zuparkt oder sonstwie Verkehr grob behindert.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + sehr kleiner Wendekreis
  • + fast überall Parkplatz zu finden
  • - 3-Rad fahren muss geübt sein (Kippgefahr in Kurven bei Fahrfehlern)
  • - Beschleunigung hat das Fahrzeug nicht :D

Komfort

1.0 von 5

Es ist ein steinzeitliches Gefährt.

Komfort gibt es nicht. Ausstattung ist sehr spartanisch.

Bedienung muss gelernt sein. Es ist ein Motorroller mit 3 Rädern und Kabine: Lenker, Kupplungshandhebel, Drehgriffschaltung, Drehgasgriff, Vorderrad-Bremshebel, Hinterrad-Bremspedal, Rückwärtsgang Umleghebel in der Mitte des Fußraumes.

Als Komfort ist elektrischer Scheibenwischer, Zigarettenanzünder und Aschenbecher zu nennen (wobei Zigarettenstummel bei Schlagloch gerne in den Fußraum springen).

Testkriterien
Federung (einstellbar): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • - hintere Sitze gibt es nicht
  • - Heizung gibt es werkseitig nicht

Emotion

5.0 von 5

Man fällt mit dem Fahrzeug überall auf.

Polizei holt gerne das Fahrzeug bei Kontrollen heraus (weil sie einfach neugierig sind).

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + parkt man neben teurem Ferrari zieht es mehr blicke auf sich

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 0 Euro
Verbrauch auf 100 km 4,0-4,5 Liter
Inspektionskosten pro Jahr bis 100 Euro
Gebrauchtwagengarantie 24 Monate
Werkstattkosten pro Jahr bis 200 Euro
Versicherungsregion (PLZ) 1099
Haftpflicht bis 200 Euro (100%)
Außerplanmäßige Reparaturkosten Getriebe/Kupplung - Schaltgetriebe (100 €)

Gesamtfazit zum Piaggio APE 50 C80 Test

Aus diesen Gründen kann ich den Piaggio APE 50 C80 empfehlen:

Es ist sofern man Heizung eingebaut hat ein alltagstaugliches Fahrzeug. Der Unterhalt beschränkt sich auf etwa 50 € im Jahr KFZ-Haftpflicht (keine KFZ-Steuer, kein TÜV).

Man muss technisches Geschick haben, damit man meiste Reparaturen selber ausführen kann. Dann sind Reparatur und Wartung sehr preiswert.

Selbst Reifen kann man selber auf zweigeteilte Felgen montieren.

Wer nur in Stadt unterwegs ist, ist trotz geringer Geschwindigkeit nicht langsamer als mit Auto - durch nähere Parkmöglichkeit holt man die Zeit wieder rein.

Geringer Wertverlust des Fahrzeuges.

Relativ geringer Neukaufpreis von 3.800-4.400 €.

Viel Fahrspaß.

Aus diesen Gründen kann ich den Piaggio APE 50 C80 nicht empfehlen:

Wer Reparaturen nicht selbst machen kann ist schnell aufgeschmissen, weil dann Reparaturkosten sehr an den Geldbeutel gehen.

Wer weite Strecken zurücklegen muss - dafür ist das Fahrzeug eindeutig zu langsam.

Wer schon Führerschein Klasse M hat sollte warten bis er B hat.

Das Fahrzeug benötigt Führerscheinklasse S der in B oder T enthalten ist, aber nicht in M, A1 oder A.

Ab 1.1.2013 kann es mit Führerscheinklassen S, T, MA, A1, A und B gefahren werden.

Gesamtwertung: 2.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 2.5 von 5 möglichen Sternen
Hat Dir dieser Testbericht geholfen?
einer fand das hilfreich
Hilfreich Nicht hilfreich
Kommentare: 2

15.01.2012 15:48    |    MarkusKoch MarkusKoch

Einer der besten, weil ehrlichsten Tests, die ich bisher auf MT gelesen habe. Es ist eine starke Kiste.


16.02.2012 22:02    |    Berti V. Berti V.

Toller Test und funny Fahrzeug. Ich mag solche 'gegen den Strom'- Dinge.


Testbericht schreiben!
Fahrzeug Tests